Nach Sprengung des Kachowka-Staudamms: Russische Truppen werden weggespült
VonJacob von Sass
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Mitten im Ukraine-Krieg wird der Kachowka-Staudamm gesprengt. Besonders die von Russland besetzte Region Cherson ist betroffen.
Kachowka – Mitten in der groß angekündigten Gegenoffensive der Ukraine gegen Russland wurde am vergangenen Dienstag (6. Juni) der Kachowka-Staudamm in der Region Cherson gesprengt. Beide Kriegsparteien machen sich gegenseitig für die Zerstörung verantwortlich. Der Geheimdienst der USA geht davon aus, dass es sich um einen russischen Angriff gehandelt haben muss. Laut des ukrainischen Offiziers Andrei Pidlisnyi sei von den Folgen der Sprengung aber vor allem das russische Militär betroffen.
Gegenüber dem amerikanischen Nachrichtensender CNN sagte Pidlisnyi: „Niemand auf der russischen Seite ist in der Lage gewesen zu entkommen. Alle Regimenter, die die Russen auf dieser Seite hatten, wurden überflutet.“ So seien die Ukrainer Zeuge davon gewesen, wie nach dem Zusammenbruch des Staudamms Wladimir Putins Truppen von den Fluten mitgerissen wurden. Die Soldaten sollen mithilfe von Drohnen das Geschehen beobachtet haben.
Russland soll den Kachowka-Staudamm gesprengt haben: Etliche Siedlungen überflutet
Trotz der angeblich zahlreichen russischen Opfer stimmt der ukrainische Offizier der Vermutung des amerikanischen Geheimdienstes zu. Im Interview sagte er: „Gegen 3 Uhr nachts sprengte der Feind das Wasserkraftwerk Kachowka in die Luft, um den Wasserspiegel anzuheben und die Zufahrten und das linke Ufer des Dnipro sowie die dortigen Siedlungen zu überfluten. Und um den ukrainischen Streitkräften den weiteren Vormarsch unmöglich zu machen.“
Kachowka-Staudamm in der Ukraine gesprengt: Erste Fotos zeigen die schlimmen Folgen
Auch die Regierung in Kiew rund um Präsident Wolodymyr Selenskyj glaubt an einen Sabotageakt vonseiten Moskaus. So habe das russische Militär den Staudamm absichtlich in die Luft gesprengt. Satellitenbilder deuten laut CNN dagegen darauf hin, dass es sich um strukturelles Versagen handeln könnte. Russland besetzte den Kachowka-Staudamm im März vergangenen Jahres. (Jakob von Sass)