VonFriederike Hilzschließen
Was kannst du tun, wenn du aus einem Tief nicht mehr herauskommst? Die Influencerin Marie Nasemann hat einen klaren Rat parat.
Angesichts der vielen Krisen, die uns seit mehreren Jahren begleiten, ist es manchmal schwer, positiv zu bleiben. Dabei sieht die Zukunft gar nicht so düster aus, wie wir manchmal annehmen. Bist du trotzdem in einem Netz aus Traurigkeit und Pessimismus gefangen, fühlt es sich oft schier unmöglich an, diesem zu entfliehen. Was kannst du tun, wenn du das Gefühl hast, dass dir die Decke auf den Kopf fällt?
Die deutsche Schauspielerin Marie Nasemann hat eine vielleicht etwas ungewöhnliche Art, mit Traurigkeit umzugehen. Anstatt sich mit vielen verschiedenen Dingen abzulenken und das Gefühl zu ignorieren bis es weg ist, nimmt sie sich dafür Zeit. Wie das genau aussieht und warum das funktioniert, erklärt die 34-Jährige in ihrem Podcast „Family Feelings“.
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Nasemann: „Wieso haben wir eigentlich alle so unglaublich große Angst vor dem Gefühl der Traurigkeit?“
Im ersten Moment hört es sich vielleicht komisch an: Du willst ein Gefühl loswerden, also sollst du dich mehr damit beschäftigen? Tatsächlich funktioniert das aber: Ablenken und die Traurigkeit in eine kleine Schublade stopfen ist verdammt verführerisch, doch leider eher kontraproduktiv. Deshalb solltest du dir auch nicht große Ziele fürs neue Jahr vornehmen, sondern dich lieber um dich selbst kümmern. „Wieso haben wir eigentlich alle so unglaublich große Angst vor dem Gefühl der Traurigkeit?“, fragt Marie Nasemann.
Natürlich sind Emotionen wie Traurigkeit oder Stress für niemanden schön, doch um sie effektiv aufzuarbeiten und uns auch davon loslösen zu können, ist es oft hilfreich, sich einige der Fragen zu stellen, die auch der 34-Jährigen immer wieder als Stütze dienen: „Wie fühle ich mich eigentlich, wenn ich den ganzen Stress herausnehme? Was ist gerade der Motor, der mich so antreibt? Prokrastiniere ich? Wovor laufe ich eigentlich gerade davon?“ Oft sorgt der Job für negative Gefühle. Eine TikTokerin erzählt, womit Lehrkräfte niemals klarkommen werden.
Marie Nasemann: „Ist für mich eine Lebensaufgabe“
Bist du dir deiner Gefühle und deren Ursprung bewusst, hast du schon einen der wichtigsten Schritte geschafft. Und wie gehts weiter? In der Folge „Stress: Selbstfürsorge und Achtsamkeit“ ihres Podcasts spricht Nasemann mit ihrem Mann Sebastian Tigges über verschiedene Methoden. An erster Stelle steht natürlich bei beiden, sich mit den eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen. Tigges setzt auf Meditation, Spaziergänge und versucht ganz bewusst Selbstmitgefühl zuzulassen.
Nasemann erklärt, warum sie einen anderen Weg wählt: Weil sie ADHS hat, was sich bei Frauen oft anders aussieht, fallen ihr Dinge wie Meditation eher schwer. Deshalb, so sagt sie in ihrem Podcast, mache sie das immer von der Situation abhängig und frage sich dann: „Was würde mir in diesem Moment helfen?“ Dabei gäbe es keine gute oder schlechte ‚Me Time‘ findet sie. Manchmal helfe es, die Gedanken aufzuschreiben, ein anderes Mal sei es besser, Sport zu machen oder einfach nur im Bett zu liegen. „Alles in meinem Tempo ist für mich unglaublich entspannend“, so die 34-Jährige.
Leider ist es nicht immer leicht, in sich hineinzuhören und sich selbst „Me time“ zuzugestehen. Das „ist für mich eine Lebensaufgabe“, gibt auch Nasemann zu.
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Bei der Stiftung Deutsche Depressionshilfe erfährst du mehr zum Thema. Wenn du sofort Hilfe brauchst, wende dich an die Telefonseelsorge: 0800/111 0 111 (Anruf kostenfrei).
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