VonJana Stäbenerschließen
Mehr als zwei Drittel aller Deutschen schaut pessimistisch in die Zukunft. Die Jugend bleibt optimistisch – und liegt damit goldrichtig.
Laut einer Forsa-Umfrage für RTL/ntv schauen 71 Prozent der Deutschen, vor allem was die Zukunft der jüngeren Generation und deren Lebensstandard anbelangt, pessimistisch in die Zukunft. So gaben 64 Prozent an, dass die „allgemeine Stimmung in ihrem persönlichen Umfeld“ heute „schlechter als vor fünf Jahren“ sei. In Ostdeutschland, das sich von Westdeutschland immer noch durch einige Punkte unterscheidet, waren es sogar 70 Prozent, bei Anhänger:innen der FDP (85 Prozent) und der AfD (84 Prozent).
Ganz im Gegensatz dazu steht eine Umfrage des Liz Mohn Center der Bertelsmann Stiftung. Sie zeigt, dass Jugendliche in Deutschland 2023 optimistischer in die eigene Zukunft schauen als 2022, wo die Generation Z nach zwei Jahren Pandemie die unglücklichste Generation Deutschlands war. Von den 500 befragten 12- bis 18-Jährigen gaben 52 Prozent an, dass ihre persönliche Zukunft in drei Jahren besser sein wird als jetzt (2022 waren es noch 43 Prozent).
Trotz Krisen gibt es Dinge, die junge Leuten Mut machen sollten
Auch ist es heute für 85 Prozent der jungen Menschen wichtig, Verantwortung zu übernehmen. Rund 73 Prozent möchten einen Beitrag für die Gesellschaft leisten, in der sie leben. Im vergangenen Jahr lagen diese Werte bei 80 und 69 Prozent.
In Zeiten, in denen viele Jugendliche unter Klimaangst leiden und Deutschland nicht gerade in eine wirtschaftlich rosige Zukunft blickt (Expert:innen warnen vor einer Konjunkturflaute), überraschen solche Ergebnisse. Oder vielleicht doch nicht? Schließlich gibt es neben den ganzen Krisen auch so einige Dinge, die uns Mut machen sollten. BuzzFeed News Deutschland sammelt acht gute Nachrichten, die dir und mir Hoffnung für die Zukunft Deutschlands machen.
1. Mental Health wird immer wichtiger – auch im Job
Immer wieder wird der Gen Z vorgeworfen, sie habe keine Lust mehr auf Arbeit. Dabei ist das Quatsch, findet unser BuzzFeed-Autor. An Work-Life-Balance ist schließlich nichts verkehrt, und dass die jungen Leute heute sensibel für Mental Health oder gute Arbeitsbedingungen geworden sind, findet er wichtig. Denn das wirkt sich auch auf Unternehmen aus, die „Wellbeing“-Programme und Sabbaticals schenken (so wie dieses Start-up) – eine Entwicklung, die sicher nicht abreißen wird.
2. Keine toxische Männlichkeit mehr?
Im Podcast sprechen Kurt Krömer (48) und Nina Chuba (Gen Z) über toxische Männlichkeit und darüber, dass die mit der Zeit schon geringer werde. Ein weiterer Grund, optimistisch zu bleiben.
3. Der Fleischkonsum geht zurück
Die Menschen in Deutschland essen immer weniger Fleisch. Pro Person sind 2022 nur noch 52 Kilogramm Fleisch verzehrt worden, rund 4,2 Kilogramm weniger als im Vorjahr, berichtet das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) im April 2023. Gute Nachrichten für das Klima (und die Tiere)!
4. Junge Leute in Deutschland trinken weniger Alkohol
Junge Erwachsene in Deutschland verzichten laut einer Online-Umfrage besonders oft auf Alkohol – öfter als in vielen anderen europäischen Ländern. So sagen TikTokerinnen dem Alkohol mit „Sleepy Girl“-Mocktails „Gute Nacht“.
5. Frauen holen bei der Rente auf
Frauen sammeln immer mehr Versicherungsjahre, die später ihrer Altersvorsorge angerechnet werden. Gute Nachrichten, findet ein Ökonom: „Frauen holen bei der Rente auf. Wenn man unter Gleichberechtigung eine Angleichung der eigenen Altersrenten versteht, ist dies eine gute Entwicklung“, sagt Johannes Geyer, der beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in der Abteilung „Staat“ tätig ist. Neue Rentner:innen im Jahr 2010 kamen auf etwa 60 Prozent der Rente von Männern. Im Jahr 2021 erreichten sie schon 66 Prozent. „Der Unterschied ist allerdings immer noch sehr groß und die Geschwindigkeit der Angleichung ist sehr langsam“, so der Ökonom.
6. Neue Technologien für eine klimaneutrale Zukunft
Auch wenn technischer Fortschritt alleine kaum die Welt retten wird: Neuen Technologien geben uns zumindest ein wenig Hoffnung auf eine klimaneutrale Zukunft. Zum Beispiel ein überdimensionaler CO₂-Staubsauger der Firma Nielsen, der das Treibhausgas aus der Atmosphäre saugt. Oder den Hyperloop, mit dem ein 27-Jähriger das „Fliegen auf den Boden bringen“ will, eine Kapsel, die dank Teilvakuum auf dem Boden bis zu 900 km/h erreicht und irgendwann ein klimaneutrales Fortbewegungsmittel sein könnte.
7. Fortschritte in der Medizin
In der medizinischen Forschung gibt es immer mal wieder Durchbrüche. Auf die können wir auch weiterhin hoffen. Zum Beispiel könnte es ab nächsten Jahrzehnt eine Impfung gegen Brustkrebs geben. Einen Durchbruch bei der Endometriose-Behandlung erreichten Forschende im Juli 2023.
8. KI wird unser Leben erleichtern
Künstliche Intelligenz wird die Art und Weise, wie wir lernen, arbeiten und uns weiterbilden, verändern. Ein Drittel der Erwerbstätigen denkt laut einer Studie der Internationalen Hochschule (IU), dass KI-Technologien wie ChatGPT die Lebensqualität in den nächsten zehn Jahren deutlich verbessern werden. Auch Trauer KI könnte den Umgang mit dem Sterben völlig verändern oder unsere Art, Urlaub zu planen. Ein Experte erklärt uns, was KI für das Reisen bedeutet. So könnte uns KI das Leben zusehends leichter machen.
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(Mit Material der dpa)
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