„Es war so schwer“

TikTokerin erzählt, womit Lehrkräfte niemals klarkommen werden

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Lehrkräfte haben es oft nicht einfach. (Symbolbild)
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Das Lehramtsstudium bereitet auf den Schulalltag vor? Leider nicht. Oft werden Lehrer:innen mit unvorstellbaren Situationen konfrontiert.

Triggerwarnung: In diesem Artikel geht es um Tod und Missbrauch.

Manche Schüler:innen vermissen ihre Schulzeit nicht wirklich, unter anderem wegen ihrer Lehrkräfte. Viel zu oft bleiben diese eher negativ in Erinnerung. Eine, die genau das nicht will, und eine Hilfe für ihre Schüler:innen sein möchte, ist @ronjajelenafiliz. Auf TikTok teilt sie Erlebnisse und Erfahrungen aus ihrem Alltag als Lehrerin und spricht auch mal schwierige Themen an. Beispielsweise, so erzählt sie öfter, hat der Schulalltag nicht sehr viel mit dem Lehramtsstudium zu tun.

Lehrerin auf TikTok zeigt die Schattenseite des Berufs

Sie zählt in ihrem TikTok (siehe unten) Dinge auf, auf die das Studium nicht oder nur kaum vorbereitet. Zum Beispiel Schicksalsschläge der Schüler:innen oder deren Familien. Wie sollen Lehrkräfte damit umgehen? „WIESO ist das nicht Teil des Studiums… DAS wäre so wichtig, dass alle zumindest so eine Art Grundwissen aufbauen“, kommentiert ein:e User:in. Die etwas erschreckende Antwort: „Weil der wirkliche Pädagogik-Anteil im Studium verschwindend gering ist“, erklärt @b3cks_h3x3.

@ronjajelenafiliz

Respektlose kommentare werden gelöscht ❤️

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Wie wichtig Pädagogik-Seminare wären, zeigt sich schon an den fiesen Sprüchen einiger Lehrer:innen, für die sie sich echt schämen sollten.

„Geschichten einiger Schüler:innen können einem wirklich nahe gehen“

Auf schwierige Themen, wie Tod, Krankheit und Missbrauch sollten angehende Lehrkräfte besser vorbereitet werden, findet Ronja. Was tun, wenn ein:e Schüler:in oder ein:e Angehörige:r stirbt? Wie geht man damit um, wenn Schüler:innen schwer krank werden? Wie kann man in Missbrauchsfällen am besten helfen? Und was ist, wenn man gar nicht helfen kann, wie geht man damit um?

Wie belastend solche Situationen sein können, teilen Lehrer:innen in den Kommentaren: „Die Geschichten einiger Schüler:innen können einem wirklich nahe gehen“, schreibt @dianabraun98. Bereits im Referendariat werden angehende Lehrkräfte mit schweren Schicksalsschlägen konfrontiert. Davon berichtet eine Userin: „Als ich im Referendariat war, ist ein Schüler in der zweiten Klasse an Krebs gestorben. Es war so schwer.“

Manchmal ist die Belastung so groß, dass Lehrer:innen kündigen, was beim derzeitigen Lehrermangel problematisch ist. Deswegen schreibt Ronja in ihrem Video zum Schluss: „Wir werden mit vielem konfrontiert. Seid bitte nett zu Lehrkräften.“

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Lehrer:innen können viel bewirken – „davor habe ich massiv Respekt“

Obwohl Lehrer:innen in dieser Hinsicht ins kalte Wasser geschmissen werden (und der Beruf Lehrer:in nicht gerade entspannt ist, wie eine Baden-Württemberg-Kampagne behauptet), bedeutet das nicht, dass sie gar nicht helfen. In den Kommentaren unter Ronjas Video teilen Schüler:innen, wie sie in schwierigen Lebenssituationen von ihren Lehrkräften unterstützt worden sind.

„Ich habe im Unterricht erfahren, dass mein Vater gestorben ist. Meine Lehrerin hat mich in den Arm genommen und dann weiter das Bruttoinlandsprodukt unterrichtet. Davor habe ich immer noch massiv Respekt und frage mich manchmal, wie sehr sie das eigentlich belastet hat“, schreibt @notsobalancedlibra in den Kommentaren

Eine andere Userin erzählt von einem Lehrer, der sie immer unterstützt hat: „[Er] hat mich aus meinem tiefsten emotionalen Loch gezogen und alles mit mir durchgestanden. […] Ich kann es gar nicht in Worte fassen, wie dankbar ich ihm bin.“ Auch Eltern wissen die Unterstützung von Lehrer:innen zu schätzen: „Als meine Tochter gerade eingeschult war, ist ihr Papa gestorben. Ihre Lehrerin war für sie wie ein Fels in der Brandung und wir sind ihr so dankbar!“

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