VonPatrick Mayerschließen
Bundeswehr-General Carsten Breuer drückt wegen der Wehrpflicht in Deutschland auf das Tempo. Er verweist auf die Bedrohung durch Wladimir Putins Russland.
Berlin - Es gibt viel für ihn zu tun, auch im Hochsommer. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) informierte sich im Zuge seiner Sommertour am Montag (22. Juli) über die Fähigkeiten des ABC-Abwehrkommandos der Bundeswehr in Bruchsal (Kreis Karlsruhe).
Pläne von Boris Pistorius: Carsten Breuer wirbt für Wehrpflicht in Deutschland
Derweil ringt Pistorius in Berlin mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) und der Ampel-Bundesregierung um deutlich mehr Geld für die deutschen Streitkräfte als es im Bundeshaushalt für 2025 vorgesehen ist. Erst im Juni hatte der 64-jährige Niedersachse seine Pläne für die neue Wehrpflicht in Deutschland vorgestellt, die demnach freiwillig sein soll.
Er wolle „die Besten“ für die Bundeswehr, erklärte der Verteidigungsminister am 12. Juni. Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, warb nun eindringlich für das von Pistorius vorgeschlagene Wehrdienstmodell. Er tat dies mit Blick auf Russland und das Moskau-Regime von Wladimir Putin mit sehr deutlichen Warnungen.
Pläne für Wehrpflicht in Deutschland: Fragebögen an junge Männer und Frauen
„Wir brauchen einen Wehrdienst dringend, weil damit die späteren Reservistinnen und Reservisten ausgebildet werden, auf die wir im Verteidigungsfall zurückgreifen können müssen“, sagte der General dem Tagesspiegel. Das neue Wehrdienstmodell sei „ein Zeichen nach außen“ und eine „Maßnahme der Abschreckung“. Breuer hofft, dass „bald alle jungen Männer einen Fragebogen ausfüllen müssen und in Kontakt mit der Truppe treten“.
Der Plan von Pistorius und Breuer sieht vor, dass vor allem, aber nicht nur junge Männer in einem Fragebogen Auskunft über ihre Bereitschaft und Fähigkeit zum Dienst geben. In einem zweiten Schritt sollen sie sich einer Musterung stellen, insofern sie dafür ausgewählt werden. Berichten zufolge gehen Militärplaner davon aus, dass jährlich 400.000 junge Menschen in Deutschland den Fragebogen ausfüllen müssen. Von den Kandidaten sollen pro Jahr theoretisch 40.000 für einen Grundwehrdienst infrage kommen und schließlich die Geeignetsten darunter festgestellt werden. Die Umsetzung sieht etwa vor: Alle Männer und Frauen mit deutschem Pass, die 18 Jahre alt werden, sollen zu ihrem Geburtstag ein amtliches Schreiben von der Bundeswehr erhalten - die Fragebögen.
Pistorius‘ Wehrpflicht-Pläne: Bundeswehr-General Breuer wird deutlich
Als mahnendes Beispiel dient im Ukraine-Krieg das imperialistische russische Regime Putins. Breuer wolle „an die jungen Menschen in unserem Land appellieren, sich mit einer Frage auseinanderzusetzen: Bin ich bereit, Deutschland zu verteidigen?“, erklärte der General des Heeres der Bundeswehr im Tagesspiegel. Breuer weiter: „Unser Land, unsere Gesellschaft, und gerade unsere Freiheit, sind es wert, verteidigt zu werden.“ (pm)
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