Reaktion auf russische Drohnen

EU berät über „Drohnenwall“ – vorerst ohne Deutschland

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Während Putin systematisch Grenzen testet, verhandelt die EU über einen „Drohnenwall“. Deutschland nimmt nicht teil – trotz Warnungen vor Sicherheitslücken.

Brüssel – Deutschland bleibt den ersten EU-Beratungen über einen gemeinsamen „Drohnenwall“ fern – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem Fachleute vor gravierenden Sicherheitslücken in der Bundesrepublik warnen. Während acht an Russland oder die Ukraine angrenzende EU-Staaten sowie Dänemark und die Ukraine am Freitag per Videoschaltung über Abwehrstrategien gegen unbekannte Flugobjekte diskutieren, fehlt die größte europäische Volkswirtschaft bei diesem wichtigen Sicherheitsgespräch.

Ein Soldat der Bundeswehr startet bei der Nato-Übung Quadriga 24 aus einem Radpanzer vom Typ Boxer die Drohne Aladin.

Dabei zeigt sich das Problem täglich: Unbekannte Drohnen umkreisen Flughäfen und legen den Verkehr lahm, Kampfjets verletzen minutenlang den NATO-Luftraum. Wladimir Putin testet systematisch die Grenzen des Westens. Polen, Dänemark, Norwegen, Schweden und Estland erlebten solche Zwischenfälle allein in den vergangenen Tagen.

Russische Drohnen verletzen NATO-Luftraum: Kritik an deutschen Sicherheitsvorkehrungen

Die Europäische Union reagiert nun auf die anhaltenden Drohnen-Zwischenfälle. Am Freitag wird Brüssel erstmals über Pläne für einen gemeinsamen „Drohnenwall“ beraten. Wie die EU-Kommission mitteilte, führt Verteidigungskommissar Andrius Kubilius erste Vorschläge zur Stärkung der Abwehr von Drohnen vor.

Die Abwesenheit Deutschlands bei diesen Drohnen-Gesprächen ist umso bemerkenswerter, als Sicherheitsexperten hierzulande vor einer „falschen Sicherheit“ warnen. In der Bundesrepublik gebe es „selbst an kritischer Infrastruktur wie großen Flughäfen“ noch immer „keine oder zu wenige Abwehrmaßnahmen“ gegen Drohnen, kritisierte die verteidigungspolitische Expertin Ulrike Franke gegenüber dem Spiegel. Das sei „unentschuldbar“.

Deutschland nicht in den Top 3: Die Nato-Länder mit den größten Truppenstärken

Nato-Übung „Arctic Defender 2024“
Die Nato ist das größte militärische Verteidigungsbündnis der Welt. Der Nordatlantikpakt („North Atlantic Treaty Organization“) soll die territoriale Souveränität der Mitgliedsstaaten sichern und im Kriegsfall verteidigen. Dafür gibt es die Beistandsklausel im Gründungsvertrag der Nato. Die Truppenstärke aller Nato-Länder zusammengerechnet umfasste 2025 nach vorläufigen Zahlen rund 3,4 Millionen Soldaten und Soldatinnen.  © Kay Nietfeld/dpa
US-Armee Nato
Dem „Global Firepower Index“ zufolge stellen die USA mit rund 1,328 Millionen Soldatinnen und Soldaten die größte Nato-Truppe. Im Kampfeinsatz vertraut die US-Armee auch auf den Chinook-Hubschrauber. Der CH-47 ist bekannt für seine Fähigkeit, schweres Material und Personal in unwegsames Gelände zu transportieren. Im Bild ist eine gemeinsame Übung von Südkorea und den USA in Yeoncheon zu sehen. © Jung Yeon-Je/AFP
Militär Türkei
Das zweitgrößte Militär der Nato-Mitgliedstaaten kommt aus der Türkei (Truppenstärke: 355.200). Die Armee gilt als eine der stärksten der Welt. Anhand von mehr als 60 Einzelfaktoren analysieren die Fachleute von „Global Firepower Index“ die militärische Gesamtstärke der Armeen. Türkei, die seit 1952 Mitglied der Nato ist, belegt hier unter 145 Armeen den neunten Platz. © Tunahan Turhan/Imago
Polnische Armee
In der Nato-Rangliste der Truppenstärke liegt Polen auf Platz drei. Die polnischen Streitkräfte verfügen über 202.100 aktive Soldatinnen und Soldaten. Die Streitkräfte sind seit 2010 eine Berufsarmee und gliedern sich wie folgt: Heer, Marine, Luftwaffe, Spezialkräfte, Territorialverteidigung (Freiwilligenmiliz). © Radek Pietruszka/dpa
Frankreich Macron
Platz vier in der Nato-Rangliste belegt Frankreich (Truppenstärke: 200.000). Frankreich ist seit dem EU-Austritt des Vereinigten Königreichs die einzige Atommacht in der Europäischen Union. Der französische Staatspräsident ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte und die einzige Person, die einen nuklearen Angriff befehlen kann. Hier hält Präsident Emmanuel Macron (Mitte) eine Rede vor zwei Kampfjets vom Typ Dassault Mirage 2000 (links) und vom Typ Dassault Rafale (rechts). © Ludovic Marin/AFP
Britische Armee bei einer Übung in Finnland
Die Streitkräfte des Vereinigten Königreichs gliedern sich in drei Teilstreitkräfte und umfassen ungefähr 184.860 Soldatinnen und Soldaten. Bei einer Übung in der Nähe von Rovaniemi am Polarkreis testet die Armee hier die mobile Haubitze Archer.  © Ben Birchall/dpa
Pistorius-Besuch in Litauen
Auf Platz sechs in der Nato-Rangliste liegt die Bundesrepublik Deutschland. Die Bundeswehr umfasst das Heer, die Luftwaffe, die Marine, den Cyber- und Informationsraum, sowie den Unterstützungsbereich. Aktuell gibt es rund 181.600 aktive Soldatinnen und Soldaten in Uniform. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD, rechts) erlebt die Fähigkeiten eines Leopard-2-Panzers auch schon mal aus nächster Nähe. © Alexander Welscher/dpa
Tag der italienischen Streitkräfte 2021
Die italienische Kunstflugstaffel „Frecce Tricolori“ fliegt am Tag der italienischen Streitkräfte über das Denkmal des Unbekannten Soldaten hinweg. Mit einer Truppenstärke von 165.500 Soldatinnen und Soldaten belegt Italien in der Nato-Rangliste den siebten Platz.  © Giuseppe Lami/dpa
Griechenland Militär
Kampfjets, Kriegsschiffe, Drohnenabwehrsysteme: Griechenland rüstet auf. Die Regierung will Milliarden investieren, um ihr Militär stärker zu machen als je zuvor. Aktuell verfügen die griechischen Streitkräfte (hier bei einer Militärparade in Athen) über eine Truppenstärke von 142.700 aktiven Soldatinnen und Soldaten. © Kostas Galanis/Imago
Luftlandeübung Swift Response
Noch eine weitere Armee der Nato verfügt über mehr als 100.000 aktive Soldatinnen und Soldaten: Spanien (Truppenstärke: 133.282). Allerdings ist das Land weit davon entfernt, das Zwei-Prozent-Ziel der Nato zu erreichen: Mit knapp 1,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ist Spanien sogar Schlusslicht in der Nato.  © Kay Nietfeld/dpa
Air Police Übung der Nato in Rumänien
Ein Kampfflugzeug vom Typ F-16 der rumänischen Luftwaffe steht auf dem rumänischen Luftwaffenstützpunkt in Borcea. Rumänien liegt in der Nato-Rangliste auf Platz zehn (Truppenstärke: 81.300).  © Kathrin Lauer/dpa
Kanada - Snowbirds bei Flugtag
Kanada verfügt über rund 68.000 aktive Soldatinnen und Soldaten. In Canadian Army, Royal Canadian Navy und Royal Canadian Air Force dienen nur Freiwillige. Die Kunstflugstaffel der Air Force ist unter dem Namen „Snowbirds“ bekannt. Die Schneevögel sind ein Symbol Kanadas. © Patrick Doyle/dpa
Ungarn Militär
Die H225M Caracal ist ein taktischer Mehrzweck- und Transporthubschrauber mit großer Reichweite. Benutzt wird er unter anderem von Ungarn (Truppenstärke: 41.600).  © Sergey Kohl/Imago
Abschluss der Nato-Übung Quadriga 2024
Niederländische Kräfte nehmen an der Quadriga-Übung 2024 teil. Die Niederlande liegt auf Platz 13 der Nato-Rangliste (Truppenstärke: 41.380). Die Regierung will die Stärke der nationalen Streitkräfte allerdings deutlich erhöhen. © Kay Nietfeld/dpa
Bulgarien Militär
Seit 2004 ist Bulgarien Nato-Mitglied. Die bulgarischen Streitkräfte bestehen aus den Teilstreitkräften Heer, Marine, Luftstreitkräfte. Derzeit umfasst das Militär in Bulgarien etwa 37.000 Frauen und Männern. © Vassil Donev/dpa
Kriegsende-Gedenken - Tschechien
Flugzeuge hinterlassen am Himmel farbige Spuren in den Nationalfarben Tschechiens anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag des Sieges über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Tschechien verfügt über 28.000 aktive Soldatinnen und Soldaten. © Kamaryt Michal/dpa
Belgische Kronprinzessin schwitzt beim Militär-Sommercamp
Die Streitkräfte aus Belgien untergliedern sich in Heer, Marine, Luftstreitkräfte und medizinisches Korps. Es gibt rein niederländisch- und rein französischsprachige Einheiten. Im Jahr 2022 trainierte auch die belgische Kronprinzessin Elisabeth (2. von rechts) in einem Bootcamp der Königlichen Militärschule ihre Führungsqualitäten. Belgien liegt in der Nato-Rangliste auf Platz 16 (Truppenstärke: 25.000). © Erwin Ceupp/dpa
Schwedische Nato-Truppen in Lettland stationiert
Die schwedischen Streitkräfte bestehen aus den vier Teilstreitkräften: Heer, Marine, Luftstreitkräfte, Heimwehr. Seit dem 7. März 2024 ist Schweden (Truppenstärke: 24.400) das 32. Mitglied der Nato. © Alexander Welscher/dpa
80. Jahrestag der Schlacht von Arnheim
Fallschirmjäger aus acht Nato-Mitgliedsländern (Deutschland, Griechenland, Niederlande, Polen, Portugal, Spanien, Vereinigtes Königreich und USA) springen hier zum Gedenken an den Jahrestag der Schlacht von Arnheim auf der Ginkelschen Heide ab. Portugals Truppenstärke beträgt 24.000 Frauen und Männer.  © Ben Birchall/dpa
Raketensschiff Pori der finnischen Marine
Das Raketensschiff Pori der finnischen Marine bricht vom Suomenlinna-Pier in Helsinki zur Nato-Operation „Enhanced Vigilance Activity“ in der Ostsee auf. Auch Finnland verfügt über 24.000 aktiven Soldatinnen und Soldaten. © Vesa Moilanen/dpa
Militärübung „Nordic Response“ in Norwegen
Norwegische Soldaten sitzen während der Militärübung „Nordic Response 24“ auf Schneemobilen. Die Streitkräfte bestehen aus dem Heer, der Marine, der Luftwaffe und der milizartig organisierten Heimwehr. Mit einer Truppenstärke von 23.250 Frauen und Männer belegt Norwegen Platz 20 in der Nato-Rangliste. © Jouni Porsanger/dpa
Deutsche Brigade in Litauen
Litauische Soldaten legen nach einem Schießtraining bei Rudninkai in dem Areal, wo die deutsche Brigade in Litauen stationiert werden soll, eine Pause ein. Die Truppenstärke von Litauen beträgt 23.000 Frauen und Männer. © Kay Nietfeld/dpa
The Royal Life Guards
Rekruten der Royal Life Guards aus Dänemark überqueren auf dem Truppenübungsplatz Kulsbjerg bei Vordingborg das Wasser. Dänemarks Militär verfügt derzeit über etwa 20.000 aktive Soldatinnen und Soldaten. © Mads Claus Rasmussen/Imago
Luftwaffe bildet slowakische Soldaten an Flugabwehrsystem aus
Slowakische Soldaten trainieren an einem Flugabwehrsystem. Seit 2004 ist die Slowakei Mitglied der Nato. Die Truppenstärke des Militärs beträgt 19.500 Frauen und Männer. © Marcus Brandt/dpa
Lettland Militär Parade
imago80894560.jpg © Victor Lisitsyn/Imago
Militärmanöver in Kroatien
Kroatien verfügt über 14.325 aktive Soldatinnen und Soldaten. Die Streitkräfte werden umgangssprachlich meist als „Hrvatska vojska“ (Kroatische Armee) bezeichnet. Kroatien ist seit April 2009 Mitglied der Nato. © dpa
Mazedonien Namensänderung
Die Armee der Republik Nordmazedonien (Truppenstärke: 9000) gliedert sich in ein Heer mit angeschlossenen Luftstreitkräften (Heeresflieger). Aufgrund der Binnenlage des Landes gibt es keine eigenständige Marine.  © Dragan Perkovksi/dpa
Kaja Kallas
Am 15. Mai 2024 besuchte die damalige estnische Premierministerin Kaja Kallas die gemeinsame Übung „Spring Storm“ der estnischen Streitkräfte (Truppenstärke: 7700) und der alliierten Nato-Streitkräfte in Pärnu. © Jussi Nukari/Imago
Slowenien
Sloweniens Truppenstärke beträgt 7300 Frauen und Männer. Die Streitkräfte unterstehen dem Verteidigungsministerium. Die für den Schutz der 46 Kilometer langen Adriaküste zuständige Marine und die Luftstreitkräfte sind keine selbständigen Teilstreitkräfte. © Zeljko Stevanic/Imago
Albanien
Seit 2010 hat Albanien eine Berufsarmee. Sie besteht derzeit aus 6600 aktiven Soldatinnen und Soldaten. Das Joint Force Command bildet ein Hauptquartier, dem die drei Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe und Marine unterstehen. © Imago
Montenegro
Die seit 2006 aufgebauten Streitkräfte von Montenegro umfassen 2350 Frauen und Männer und gelten heute als eine funktionierende Kleinarmee in Europa. Montenegro ist seit Juni 2017 Mitglied der Nato. © Imago
Luxwemburg
Die Armee Luxemburgs umfasst die Streitkräfte des Großherzogtums Luxemburg. Sie besitzt eine leichtbewaffnete, Freiwilligenarmee (Truppenstärke: 1000). Die luxemburgische Armee ist in ein Infanteriebataillon mit zwei Aufklärungskompanien gegliedert. Mit einer dieser beiden Kompanien beteiligt sich Luxemburg am Eurokorps. © Berit Kessler7Imago
Eurofighter über Island. (Archivbild)
Ein Eurofighter fliegt bei der Übung „Rapid Viking 2023“ über Island. Der hohe Norden gewinnt zunehmend an geopolitischer Bedeutung. Nato-Mitglied Island selbst verfügt über keine eigene Armee. © Britta Pedersen

Diese Sicherheitslücken haben möglicherweise auch die dänischen Nachbarn erkannt, die verstärkt die Grenzregion zu Deutschland beobachten. „Wir sind an der dänisch-deutschen Grenze in Süderjütland hinsichtlich des möglichen Transports von Drohnen über die Grenze besonders wachsam“, teilte die Polizei von Süd- und Süderjütland – dem Teil Dänemarks, der direkt nördlich von Schleswig-Holstein liegt – auf X mit.

EU berät über „Drohnenwall“: von der Leyen will System, das „in Echtzeit reagieren kann“

Laut EU-Angaben gibt es bisher nur grobe Ideen, wie der Drohnen-Verteidigungswall gestaltet werden könnte. Als ersten möglichen Schritt wird der Einsatz zusätzlicher Sensoren an der östlichen Außengrenze der EU in Betracht gezogen. Die Entwicklung eines umfassenden, integrierten Abwehrsystems gegen Drohnen dürfte jedoch einiges an Zeit in Anspruch nehmen.

Man werde dennoch „schnell und entschlossen handeln“, betonte ein Sprecher der Kommission am Dienstag (23. September). Europa verfüge über gute Erfahrungen und sollte keinesfalls unterschätzt werden, „wenn es um unsere Fähigkeiten geht, auch im Verteidigungssektor in innovative Technologien zu investieren und diese zu produzieren“, hieß es zudem.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte Mitte des Monats einen solchen europäischen „Drohnenwall“ gefordert. Notwendig ist laut von der Leyen eine „gemeinsam entwickelte, gemeinsam eingesetzte und gemeinsam aufrechterhaltene europäische Einrichtung, die in Echtzeit reagieren kann“.

NATO verstärkt die Ostflanke – doch eine verlässliche Drohnen-Abwehr ist nicht garantiert

Hinter den aktuellen Entwicklungen steht eine neue Sicherheitsstrategie der NATO. Nach dem Eindringen von rund 20 russischen Drohnen in den polnischen Luftraum vor zwei Wochen startete das Bündnis eine neue Initiative zur Stärkung der Ostflanke. „Eastern Sentry“ („Ost-Wächter“) bündelt alte und neue Verteidigungsressourcen der Mitgliedsländer in Osteuropa unter NATO-Kommando. Deutschland verdoppelte beispielsweise die Zahl seiner Eurofighter-Kampfjets für die Überwachung des polnischen Luftraums auf vier.

Doch die Grenzen dieser Maßnahmen zeigten sich bereits vergangenen Freitag (19. September), als drei russische Kampfjets in den estnischen Luftraum eindrangen. Ein hochrangiger NATO-Militär räumte ein, die Initiative „Eastern Sentry“ bedeute nicht, dass nie wieder eine Drohne in den NATO-Luftraum eindringen werde.

Drohnen-Vorfälle in Skandinavien: Bericht über russisches Kriegsschiff vor Dänemark

Die Bedrohungslage verschärft sich kontinuierlich, wie aktuelle Zwischenfälle in Skandinavien belegen. Im Schärengarten der südschwedischen Stadt Karlskrona meldeten mehrere Anwohner am Donnerstagabend (25. September) der Polizei, zwei Drohnen in der Nähe eines Marinestützpunktes beobachtet zu haben, berichtete der Lokalsender P4 Blekinge. Die Polizei konnte die Drohnen mit ihrem angeschalteten Licht selbst sehen, sagte eine Sprecherin.

Besonders brisant: Die Boulevardzeitung Ekstra Bladet berichtete von einem russischen Kriegsschiff, das sich mit abgeschaltetem Ortungssystem seit Tagen in der Nähe dänischer Gewässer aufhalte. Zuletzt lag das Schiff, das Teil der russischen Ostseeflotte ist, in einem Seegebiet nahe der Insel Langeland nördlich von Fehmarn. Der Chef der dänischen Reichspolizei, Thorkild Fogde, wollte sich zu dem Bericht nicht im Detail äußern.

Pistorius warnt vor Putins Drohnen – das Baltikum arbeitet am „Eirshield“

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sprach von einer neuen Realität, „mit der wir umgehen“ müssen. Die Drohnen-Vorfälle gehörten zu Putins Strategie, ohne „dass wir es in dem Fall konkret sagen könnten“, meinte der SPD-Politiker. „Wir werden attackiert, hybrid, mit Desinformationskampagnen und eben durch Drohneneindringen.“

Langfristige Lösungsansätze entwickeln sich bereits im Baltikum, wo man seit längerem das „Eirshield“-System plant. Hier will man von der Ukraine lernen; Kiew hat sich mehrfach bereit erklärt, das im Ukraine-Krieg erlangte Wissen mit den europäischen Partnern zu teilen. Bislang hakt es allerdings an der konkreten Finanzierung, auch wenn die EU Milliarden in Aussicht gestellt hat.

Als neue und potenziell günstigere Variante werden derzeit von verschiedenen Ländern auch Laserwaffen getestet. Dabei wird ein intensiver Infrarotstrahl auf ein Ziel gerichtet. Im Gegensatz zu herkömmlichen Waffen wäre die Munitionsversorgung hier kaum ein Problem. (Quellen: AFP, Tagesschau, dpa, P4 Blekinge, Ekstra Bladet, X) (nak)

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