Selenskyj fordert „Frieden durch Stärke“

Die Rache für Russlands Wirtschaft: Putin knipst im Ukraine-Krieg die Lichter aus

  • schließen

Putin intensiviert seine Offensive gegen die Infrastruktur der Ukraine: Die Reparaturarbeiten beider Kriegsparteien laufen auf Hochtouren.

Kiew – Nach den verheerenden russischen Angriffen auf die Ostukraine ist auch das Gebiet Kirowograd betroffen: Fünf weitere Siedlungen liegen dort nach einem Angriff auf die Energieversorgung im Dunkeln. Das berichtet Ukrainska Pravda unter Berufung auf den Leiter der regionalen Militärverwaltung, Andrii Raikovych.

Nach zahlreichen Raketenangriffen auf die Energieinfrastruktur der Ukraine ist in weiten Teilen des Landes der Strom ausgefallen. Auch Kiew liegt teilweise im Dunkeln. (Archivbild)

„Der Feind zerstört weiterhin kritische Infrastruktureinrichtungen im Gebiet. Diesmal in den Hromadas Dolynska und Nova Praha.“ Einige Gebäude seien beschädigt worden – fünf Siedlungen ohne Strom, erklärte Raikovych auf Telegram. Die Brände seien gelöscht, Opfer gebe es ersten Angaben zufolge nicht. Die Rettungskräfte seien weiterhin im Einsatz.

Putin rächt sich für Angriffe auf Russlands Wirtschaft im Ukraine-Krieg

Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich in der Nacht auf Telegram zu den Angriffen. Russland habe seinen „Luftangriff auf unsere Städte und unsere Infrastruktur fortgesetzt“. Das Hauptziel sei die Energieversorgung des Landes. Weiter berichtete er von „96 Angriffsdrohnen“, von denen die meisten abgeschossen worden seien – „aber leider nicht alle“. Besonders verurteilte er den Angriff auf ein Krankenhaus in Charkiw: „Ein absolut terroristischer, zynischer Angriff auf einen Ort, an dem Leben gerettet werden.“

Der Ukraine-Krieg in Bildern – Zerstörung, Widerstand und Hoffnung

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat am 24. Februar 2022 begonnen. Im November konnten die ukrainischen Streitkräfte die Stadt Cherson befreien. Doch für die Menschen vor Ort ist die Lage noch immer katastrophal. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser. Hier kämpfen sie um die Verteilung von Hilfsgütern im Zentrum der Stadt.
Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat am 24. Februar 2022 begonnen. Im November konnten die ukrainischen Streitkräfte die Stadt Cherson befreien. Doch für die Menschen vor Ort ist die Lage noch immer katastrophal. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser. Hier kämpfen sie um die Verteilung von Hilfsgütern im Zentrum der Stadt. © BULENT KILIC/afp
Am 24. Februar beginnt Russland mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus.
Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus. © Aris Messinis/afp
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine.
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine. © Sergei Malgavko/dpa
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet.
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet. © Sergei Mikhailichenko/afp
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin.
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin. © Andrej Ivanov/afp
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion.
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion. © Facebook/afp
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden.
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden. © Daniel Leal/afp
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen.
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen. © Daniel Leal/afp
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen.
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. © Nikolay Doychinov/afp
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland.
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland. © Aris Messinis/afp
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg.
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg. © Fadel Senna/afp
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke.
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke. © Aris Messinis/afp
Mitten Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland.
Mitten im Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland. © Genya Savilov/afp
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland.
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland. © Michael Kappeler/dpa
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen.
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen. © Sergej Supinsky/afp
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen.
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen. © Aris Messinis/afp
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen.
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen. © Aris Messinis/afp
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind.
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind. © Aris Messinis/afp
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest.
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest. © Alexander Nemenov/afp
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes.
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes. © Yasuyoshi Chiba/afp
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben.
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben. © dpa
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol.
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol. © Dmytro ‚Orest‘ Kozatskyi/afp
Die Panzerhaubitze 2000 ist das modernste Artilleriegeschütz in der Bundeswehr.
Am 21. Juni treffen die ersten schweren Waffen aus Deutschland in der Ukraine ein. Die Panzerhaubitze 2000 ist das modernste Artilleriegeschütz der Bundeswehr. Sie sieht aus wie ein riesiger Kampfpanzer und kann Ziele in 40 Kilometern Entfernung treffen.  © Sven Eckelkamp/Imago
bombardiert die russische Luftwaffe ein Einkaufszentrum in der ostukrainischen Stadt Krementschuk
Am 27. Juni bombardiert Russland ein Einkaufszentrum im 100 Kilometer von der Frontlinie entfernten Krementschuk. Zum Zeitpunkt des Angriffs befinden sich laut ukrainischen Angaben etwa 1000 Menschen in dem Gebäude, mindestens achtzehn Menschen werden getötet. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnet die Attacke als „absoluten Horror“.  © STR/afp
Dieses Satellitenbild von Maxar Technologies zeigt einen Überblick über die Schlangeninsel im Schwarzen Meer.
Nach wiederholten ukrainischen Angriffen zieht sich das russische Militär Ende Juni von der Schlangeninsel südlich von Odessa zurück. Russland spricht von einem „Zeichen des guten Willens“. Die Die Ukraine feiert die Rückeroberung dagegen als Sieg. „KABOOM! Keine russischen Truppen mehr auf der Schlangeninsel“, schreibt der Leiter des Präsidialamts, Andrij Jermak, auf Twitter. „Unsere Streitkräfte haben großartige Arbeit geleistet.“ © dpa
In der Nacht auf den 29. Juli brannte nach einer Explosion ein Gefängnis in Oleniwka, in der von pro-russischen Separatisten besetzten Donezk-Region, aus.
In der Nacht auf den 29. Juli kommen bei einem Angriff auf ein Gefängnis in Oleniwka in der Donezk-Region Dutzende ukrainische Kriegsgefangene ums Leben. Der ukrainische Generalstab beschuldigt Russland, damit Folter von Gefangenen und Hinrichtungen verschleiern zu wollen. Prorussische Separatisten hingegen bezichtigten die Ukraine, für den Angriff verantwortlich zu sein © afp
Auf dem Gelände des Militärflugplatzes Saki nahe Nowofjodorowka kommt es zu heftigen Explosionen.
Am 9. August erschüttern mehrere Explosionen eine russische Luftwaffenbasis auf der 2014 annektierten Halbinsel Krim. Mehrere Flugzeuge werden zerstört. Eine Woche später detoniert auf der Krim ein russisches Munitionslager. Rusland spricht von einem „Sabotageakt“. © dpa
Dieses Satellitenbild von Planet Labs PBC zeigt das von russischen Truppen besetzte Kernkraftwerk Saporischschja.
Das Atomkraftwerk Saporischschja ist schwer umkämpft. Das Artilleriefeuer lässt international die Angst vor einer Atomkatastrophe steigen. Am 25. August wird das AKW erstmals in seiner Geschichte vom Stromnetz getrennt. Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig den Beschuss des Kraftwerksgeländes und der Umgebung vor. © Planet Labs Pbc/dpa
Rauch steigt über einem Feuer in einem Naturschutzgebiet in der Nähe der Stadt Mykolajiw nach einem Beschuss durch die Streitkräfte der Ukraine auf.
Am 29. August gelingt den ukrainischen Truppen an mehreren Stellen in der Oblast Cherson ein Vorstoß über feindliche Frontlinien. Das russische Verteidigungsministerium bestätigt eine ukrainische Offensive bei den von Russland besetzten Gebieten in der Oblast Cherson und der Oblast Mykolajiw. © Kherson Region Emergency Service/Imago
Einheiten der ukrainischen Streitkräfte sind in der Region Charkiw unterwegs.
Im September erobert die Ukraine im Zuge ihrer Gegenoffensive in der Oblast Charkiw die strategisch bedeutsamen Städte Kupjansk und Isjum von Russland zurück und durchbricht die Frontlinie an mehreren Stellen.  © Imago
Im Zuge ihrer Gegenoffensive im Raum Charkiw gelingt es den ukrainischen Streitkräften in wenigen Tagen erhebliche Gewinne zu erzielen. In dieser Phase gelingt ihnen Anfang Oktober auch die Rückeroberung von Lyman in der Oblast Donezk.
Im Zuge ihrer Gegenoffensive im Raum Charkiw gelingt es den ukrainischen Streitkräften in wenigen Tagen erhebliche Gewinne zu erzielen. In dieser Phase gelingt ihnen Anfang Oktober auch die Rückeroberung von Lyman in der Oblast Donezk.  © YASUYOSHI CHIBA/afp
Mitten im Krieg bringt der britische Streetart-Künstler Banksy den Menschen in der Ukraine mit mehreren Werken seine Solidarität zum Ausdruck. So wirft ein kleiner Judoka in den Ruinen eines Kindergartens in Borodyanka nahe Kiew einen erwachsenen Kämpfer zu Boden, dessen Gestalt ein wenig der des russischen Präsidenten Wladimir Putin ähnelt.
Mitten im Krieg bringt der britische Streetart-Künstler Banksy den Menschen in der Ukraine mit mehreren Werken seine Solidarität zum Ausdruck. So wirft ein kleiner Judoka in den Ruinen eines Kindergartens in Borodyanka nahe Kiew einen erwachsenen Kämpfer zu Boden, dessen Gestalt ein wenig der des russischen Präsidenten Wladimir Putin ähnelt. © GENYA SAVILOV/afp
Im November erobert die ukrainische Armee auch die Stadt Cherson zurück. Am 11. November gab Russland den Rückzug von 30.000 Soldaten aus dem westlich des Dnepr liegenden Teil der Cherson-Region bekannt. Zwei Tage später feiern die Menschen die Befreiung der Stadt, die ukrainischen Soldaten werden herzlich begrüßt.
Im November erobert die ukrainische Armee auch die Stadt Cherson zurück. Am 11. November gab Russland den Rückzug von 30.000 Soldaten aus dem westlich des Dnepr liegenden Teil der Cherson-Region bekannt. Zwei Tage später feiern die Menschen die Befreiung der Stadt, die ukrainischen Soldaten werden herzlich begrüßt.  © afp

Auch in der Region Kirowograd sei zivile Infrastruktur getroffen worden, darunter Eisenbahnlinien. In den Gebieten Sumy und Donezk habe Russland Energieanlagen und Unternehmen angegriffen. „Überall, wo es nötig ist, sind jetzt die erforderlichen Dienste im Einsatz“, so Selenskyj. Erneut appellierte der Präsident an westliche Partner, die Ukraine stärker mit Luftabwehrsystemen auszustatten. Nur so könne man „den Luftraum vor Raketen, Drohnen und Präzisionslenkwaffen schützen“. Sein Fazit: „Die Welt muss Moskau zwingen, sich an den Verhandlungstisch zu setzen. Nur Frieden durch Stärke kann zu einem Ergebnis führen.“

Trump unterstützt ukrainische Offensive gegen Russlands Wirtschaft

Wie zentral die westliche Unterstützung im Ukraine-Krieg inzwischen geworden ist, zeigt die jüngste Strategie Kiews: gezielte Angriffe auf russische Ölraffinerien. Nahezu täglich meldet die Ukraine Treffer gegen Putins Energieinfrastruktur – mit spürbaren Folgen für Russlands Wirtschaft. Viele Anlagen stehen still oder arbeiten nur noch eingeschränkt.

Am 11. Oktober bestätigte der ukrainische Geheimdienst SSU eine weitere erfolgreiche Operation: Eine Raffinerie sei binnen eines Monats bereits zum dritten Mal getroffen worden. Nach Recherchen mehrerer Medien, darunter CNN, wurden inzwischen mindestens 16 der 38 russischen Anlagen attackiert – über eine Million Barrel täglicher Raffineriekapazität sind betroffen.

Auch die US-Regierung in Washington soll an den Angriffen beteiligt sein. Laut einem Bericht der Financial Times unterstützen US-Geheimdienste die ukrainischen Operationen mit gezielten Informationen über russische Energieanlagen. Die Zusammenarbeit habe sich im Sommer deutlich intensiviert – ein Kurswechsel, der direkt auf US-Präsident Donald Trump zurückgeht.

Trumps wechselhaftes Verhältnis zu Wladimir Putin

Seit seiner Amtseinführung am 20. Januar 2025 zeigt US-Präsident Donald Trump einen wechselhaften Kurs im Umgang mit dem Kreml. Nach einem Eklat mit Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus (28. Februar) kappte Trump zunächst die US-Militärhilfe (3. März) und kurz darauf auch die Satellitenaufklärung für die Ukraine (5. März). Doch beim überraschenden Alaska-Gipfel mit Wladimir Putin am 15. August demonstrierte Trump demonstrative Nähe zu Moskau. Umso bemerkenswerter die jüngste Kehrtwende, beispielsweise in seiner jüngsten Befürwortung eines Abschusses von russischen Drohnen.

Ukraine bringt Russlands Wirtschaft weiter in Schieflage – Putin reagiert

Die zerstörten Ölraffinerien dürften die Sorge um Russlands Wirtschaft bei Präsident Wladimir Putin weiter verstärken. Schon in den vergangenen Monaten griff der Kremlchef zu immer drastischeren Maßnahmen, um die Kriegskasse zu füllen: Ein großer Goldproduzent sollte enteignet werden, Gazprom erhöhte die Gaspreise, und selbst der staatliche Reservefonds wurde bereits angezapft. Auch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer galt lange als wahrscheinlich. Doch gerade der Ölsektor – Putins wichtigste Einnahmequelle – gerät nun ins Wanken. Die gezielten ukrainischen Angriffe auf Raffinerien treffen Russland an einer empfindlichen Stelle.

Als Reaktion lockerte Putin per Dekret die Regeln für staatliche Treibstoffsubventionen. Die neuen Bestimmungen, am 12. Oktober 2025 veröffentlicht, erlauben Raffinerien staatliche Hilfen selbst dann, wenn die Großhandelspreise für Benzin und Diesel über den bisherigen Schwellen liegen. Die Regelung gilt vom 1. Oktober 2025 bis 1. Mai 2026 und soll die Versorgung des Binnenmarkts sichern, obwohl Exporte profitabler wären.

Im Jahr 2024 zahlte der Staat rund 1,8 Billionen Rubel (22 Milliarden US-Dollar) an Subventionen. 2025 sind die Hilfen drastisch gesunken – auf 716 Milliarden Rubel in den ersten neun Monaten. Die ukrainischen Angriffe verringerten Russlands Förder- und Raffineriekapazität um mehr als ein Fünftel und ließ die Treibstoffpreise im Inland steigen.

Ukraine-Krieg: Selenskyj kritisiert Putins „zynischen und kalkulierten Angriff“

Russland fand indes andere Hebel, um den Druck auf die Ukraine zu erhöhen, und zielte vor dem Winter erneut massiv auf die Energieinfrastruktur der Ukraine. Das russische Militär zielte dabei auf die Hauptstadt Kiew: Nach einem kombinierten Raketen- und Drohnenangriff fiel in den östlichen Stadtteilen der Strom aus. Auch die Wasserversorgung wurde unterbrochen, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mit. Zwölf Menschen wurden verletzt, acht von ihnen mussten ins Krankenhaus. Mehrere Wohnhäuser brannten.

Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem „zynischen und kalkulierten Angriff“. Moskaus Armee habe in der Nacht mehr als 450 Kampfdrohnen und über 30 Raketen abgefeuert. Nach seinen Angaben kam ein Kind ums Leben, mehr als 20 Menschen wurden verletzt. In neun Regionen, darunter Kiew, Donezk, Tscherkassy, Charkiw, Sumy und Odessa, kam es zu weitreichenden Stromausfällen. Auch Saporischschja, Kirowograd und Cherson meldeten schwere Schäden an der zivilen Infrastruktur. Der ukrainische Präsident kritisierte den verheerenden Angriff Russlands auf die zivile Energieinfrastruktur, die nach seinen Angaben vor Beginn der Heizperiode zum Hauptziel geworden sei, wie er bei Telegram schrieb.

Stromversorgung eingeschränkt: Selenskyj reagiert auf Putins Taktik

Die jüngsten Angriffe veranlassten die Ukraine dazu, ihre Stromversorgung in sieben Regionen einzuschränken. „Aufgrund der komplizierten Lage im vereinten Energiesystem der Ukraine, die durch die vorherigen russischen Angriffe verursacht worden ist, wurde die Stromversorgung in sieben Regionen notfallmäßig unterbrochen“, teilte das Energieministerium am Montag mit. Betroffen sind vor allem die zuletzt attackierten Gebiete im Zentrum und Osten des Landes, darunter Donezk.

In Saporischschja gelten die Beschränkungen laut Ministerium nur für Industriebetriebe, in Kirowohrad teilweise auch für Privathaushalte. Die jüngste Welle von Drohnen- und Raketenangriffen gilt als die schwerste seit Monaten. (Quelle: Ukrainska Pravda, Telegram, Financial Times, CNN, dpa, afp frühere Berichterstattung) (kox)

Rubriklistenbild: © Sergei Chuzavkov/imago-images.de

Kommentare