VonGiorgia Grimaldischließen
Im ganzen Land gehen Menschen auf die Straße. Es gibt aber noch mehr Möglichkeiten, um ein Zeichen gegen Hass und Hetze zu setzen.
Deutschland erlebt einen bewegten Start ins Jahr 2024. Seit dem Bekanntwerden eines Geheimtreffens demonstrieren Tausende gegen Rechtsextremismus und die AfD. Am vergangenen Wochenende sollen es in Hamburg, München und Berlin sogar Hunderttausende gewesen sein. Viele Protestierende haben sich für ihre Plakate und Schilder etwas ganz Besonderes ausgedacht.
Auslöser der Demonstrationen ist eine Publikation des Medienhauses Correctiv, das Mitte Januar über das bis dahin nicht bekannte Treffen von Rechtsradikalen mit Politikern von AfD und CDU in einer Potsdamer Villa vom 25. November berichtet.
Demonstrieren und laut sein sind Möglichkeiten, um mit der aktuellen Situation umzugehen. Vielleicht ist das aber nichts für dich oder du möchtest noch mehr tun. BuzzFeed News Deutschland hat fünf Tipps für dich, was du jetzt noch gegen rechts tun kannst.
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1. Kraft der Bilder nutzen – mit Vorsicht
Menschenmassen, die bei Minusgraden stundenlang gegen menschenfeindliche und verfassungswidrige Ideologien protestieren, erzeugen bewegende Bilder. Je mehr Menschen sie erreichen, desto stärker ist die Wirkungskraft. Aber Vorsicht: Wenn Ereignisse wie diese tagelang die Nachrichtenlage beherrschen, finden sich dazu viele Inhalte im Internet. Nicht alles davon ist wahr oder im richtigen Kontext dargestellt.
Auch wenn du Haltung gegen rechts, Hass und Hetze zeigen willst, solltest du Inhalte, die du likest oder teilst, prüfen. Wenn du zum Beispiel ein Video von einer Demo auf Social Media findest und teilen möchtest, solltest du checken, ob es sich um aktuelle Aufnahmen handelt und ob Sprechchöre von der Originalaufnahme stammen oder unterlegt wurden. Sind Videos alt oder bearbeitet, solltest du das kenntlich machen. Andernfalls könntest du der Glaubwürdigkeit der Proteste damit schaden und Rechtsextremist:innen in die Karten spielen.
11 Schilder bei den Demos gegen rechts im Osten, die Hoffnung machen
2. Sprache sensibilisieren
Um dich gegen rechts zu positionieren, kann auch mehr Sensibilität im Alltag helfen, etwa im Sprachgebrauch. Bei Rechtsextremismus und Populismus ist es wichtig, darauf zu achten, gewisse Wörter, die neu geframet wurden, nicht zu nutzen oder zu differenzieren.
„Remigration“ (das zum Unwort des Jahres gekürt wurde) ist seit Bekanntwerden des Treffens überall zu lesen. Wenn Rechtsextreme dieses Wort nutzen, meinen sie in der Regel, dass eine große Zahl von Menschen ausländischer Herkunft das Land verlassen soll – auch unter Zwang. Dabei gab es den Begriff bereits vorher, vor allem im neutralen, wissenschaftlichen Zusammenhang bedeutet er eine freiwillige Rückkehr oder Rückwanderung ins Herkunftsland. Ohne Einordnung, ob es sich hier um den neutralen Begriff aus der Wissenschaft oder um ein Zitat rechten Gedankenguts handelt, sollten wir das Wort nicht verwenden.
3. Angebote politischer Bildung nutzen und mit anderen teilen
Rechtspopulistische und rechtsextreme Ideologien bieten oft einfache Antworten auf komplexe Fragestellungen. Damit wir Zusammenhänge im politischen Geschehen erkennen, können wir Angebote politischer Bildung nutzen. So fördern wir Werte wie Toleranz, Kritik- und Dialogfähigkeit, sowie das Verständnis von Demokratie.
Wenn du dich informieren willst, kannst du dir zum Beispiel über die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) Informationen beschaffen, über Social Media bis hin zu Podcasts.
4. Zum Wählen motivieren
Bei den vergangenen Landtagswahlen 2023 in Hessen und Bayern wurde die AfD zweit- und drittstärkste Kraft. Diesen September wird in drei ostdeutschen Bundesländern gewählt: Sachsen, Thüringen und Brandenburg. In allen drei Ländern liegt die AfD in den Umfragen an der Spitze.
In der wöchentlichen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Insa für die Bild, die am Dienstag (23. Januar) veröffentlicht wurde, rutscht die Partei im Vergleich zur Vorwoche von 23 Prozent – ihrem bisher höchsten Wert in dieser Umfrage – auf nun 21,5 Prozent ab. Wenn du etwas gegen einen Rechtsruck in Deutschland unternehmen willst, ist es wichtig dein Wahlrecht zu nutzen.
5. Argumente bereit haben
Wenn es um Politik geht, ist das Gespräch mit anderen Menschen nicht immer einfach. Besonders, wenn wir unterschiedliche Ansichten zu gewissen Themen haben. Wenn du in den Dialog mit Rechtsgesinnten und AfD-Wähler:innen gehen willst, kann es hilfreich sein, Argumente bereitzuhalten und das Parteiprogramm durchzugehen. Neun Positionen die AfD in ihrem Programm vertritt, haben wir dir hier zusammengefasst.
(Mit Material der dpa)
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