Pikantes Timing

Russlands Staats-TV feiert Donald Trumps Auftritt bei CNN

  • schließen
  • Daniel Dillmann
    Daniel Dillmann
    schließen

Donald Trumps Auftritt bei CNN schlägt hohe Wellen. Der Sender steht nach der „Townhall“ massiv in der Kritik. Der News-Ticker.

Update vom 11. Mai, 22.23 Uhr: In den russischen Staatsmedien löste der Auftritt von Donald Trump bei CNN Freude aus. Trump habe sich für ein Ende der Waffenlieferungen an die Ukraine ausgesprochen und der „CNN-Propagandistin“ Paroli geboten, die den Ukraine-Krieg als „Fußballspiel“ beschrieben haben soll. Das berichtet die US-Journalistin Julia Davis via Twitter.

Update vom 11. Mai, 17.27 Uhr: Donald Trump hat sich beim „tollen“ Publikum während seines Auftritts bei der CNN-Townhall bedankt. „Ich hoffe, dass CNN heute Abend allen gefallen hat. Das Publikum in New Hampshire war fantastisch. Danke schön!“, schrieb der ehemalige Präsident in einem Post auf „Truth Social“. Der ehemalige Präsident hatte das Publikum den Abend über auf seiner Seite und erntete regelmäßig Applaus und Lacher.

Donald Trumps Auftritt bei CNN ist auch in den russischen Staatsmedien ein Thema.

AOC übt scharfe Kritik an CNN nach Trump-Auftritt

Update vom 11. Mai, 15.55 Uhr: Während Amerikas Rechte und Republikaner den Trump-Auftritt bei CNN feiern, werden von vielen Seiten Kritik und Vorwürfe laut. Viele beschuldigen den Sender, Trump eine Plattform für Wahlkampf gegeben zu haben, indem ihm erlaubt wurde, weitgehend unhinterfragt oder eingeordnet alte und neue Lügen zu verbreiten. Auch die demokratische Politikerin Alexandria Ocasio-Cortez warf dem Sender vor, die Kontrolle über die sogenannte „Town Hall“ verloren zu haben und „manipuliert worden zu sein, um Wahldesinformation eine Plattform zu bieten“. Das schrieb die 33-Jährige auf Twitter.

Auch intern ist der Ärger über CNN wohl groß, berichtet das US-Portal Mediaite.com. So schrieb etwa der CNN-Reporter Oliver Darcy in einem CNN-Newsletter infolge der Ausstrahlung, dass es „schwer zu ertragen“ sei, wie Amerika bei dem CNN-Format „ein Lügenspektakel aufgetischt worden“ sei. Seiner Kollegin Kaitlan Collins, die das Interview geführt hatte, habe man eine „unmögliche Aufgabe“ gegeben. Darcy betonte, dass der Sender unter Präsident Chris Licht infolge der Ausstrahlung „einer wütenden Kritikwelle“ ausgesetzt sei - und zwar von außen, genau wie unter den eigenen Beschäftigten.

Donald Trump entschuldigt sich nicht bei Mike Pence: „Er hat etwas falsch gemacht“

Update vom 11. Mai, 8.30 Uhr: Auch zwei Jahre nach der Stürmung des Kapitols in den USA will sich Donald Trump nicht bei seinem damals von ihm an den Pranger gestellten Vize Mike Pence entschuldigen. „Er ist ein sehr netter Mann. Er hat einen Fehler gemacht“, sagte Trump am Mittwochabend (Ortszeit) bei CNN. Auf die Frage der Moderatorin Kaitlan Collins, ob er Pence eine Entschuldigung schulde, sagte Trump: „Nein, denn er hat etwas falsch gemacht.“

Anhänger Trumps hatten am 6. Januar 2021 den Parlamentssitz in Washington erstürmt. Dort war der Kongress zusammengekommen, um den Wahlsieg von Trumps demokratischem Herausforderer Joe Biden formal zu bestätigen. Die gewalttätige Menge wollte das verhindern. Pence leitete damals in seiner Rolle als Vizepräsident die Kongresssitzung – aus rechtlicher Sicht eine rein zeremonielle Aufgabe, doch hatte Trump seinen Vize zuvor öffentlich dazu aufgerufen, das Prozedere zu blockieren. Dabei hetzte er seine Unterstützer auch explizit gegen Pence auf.

Weg frei für Trump: Haley steigt aus US-Vorwahlkampf aus

Donald Trump will wieder US-Präsident werden
Nun ist es raus: Donald Trump will 2024 erneut als US-Präsident antreten. Dann wird der Milliardär aus New York 78 Jahre alt sein. Trump hatte das Amt 2017 bis 2021 inne, verlor 2020 aber die Wahl und musste auf eine zweite Amtszeit verzichten. Die soll nun im dritten Anlauf gelingen. Trump wäre erst der zweite Präsident in der Geschichte der USA, dem ein solches Comeback gelingen würde. © Andrew Harnik/dpa
Nikki Haley tritt als US-Botschafterin bei der UN zurück und 2024 vielleicht noch einmal an
Nikki Haley war Trumps letzte verbliebene Rivalin. Doch am Ende zog auch sie sich aus dem parteiinternen Rennen um die US-Präsidentschaft zurück. Nach ihrer Serie von Niederlagen am Super Tuesday verkündete Haley ihren Ausstieg. Die ehemalige Gouverneurin des Bundesstaates South Carolinas wechselt ihre Haltung zu Donald Trump wie andere Leute die Kleidung. Als Botschafterin Trumps bei den Vereinten Nationen war sie enge Vertraute des Ex-Präsidenten, nach dem Sturm aufs Kapitol distanzierte sie sich. Dann sagte sie, sie werde nicht kandidieren, sollte Trump erneut antreten. Haley gilt als Establishment-Republikanerin, die für möglichst geringe Sozialausgaben, niedrige Steuern und eine aggressive Außenpolitik steht. © Evan Vuccid/dpa
Floridas Gouverneur Ron de Santis spricht nach dem Sieg bei den Midterms zu seiner Anhängerschaft
Als härtester Konkurrent für die Nominierung bei den Republikanern für die US-Wahl 2024 galt lange Ron DeSantis. Der Gouverneur Floridas feierte bei den Midterms einen klaren Sieg und wurde von der Wählerschaft im Amt bestätigt. Er galt als der Hoffnungsträger in der Partei. Das Rennen um die Präsidentschaftsnominierung hat er aber inzwischen aufgegeben. DeSantis hatte sich in der Vergangenheit als Trump-Fan inszeniert, geht mittlerweile aber auf Distanz zum Ex-Präsidenten. Hier zu sehen ist der Politiker mit seiner Frau Casey DeSantis und den drei gemeinsamen Kindern. © IMAGO/Luis Santana
Der erfahrene Politiker Asa Hutchinson tritt als Anti-Trump-Kandidat an
Er war bereits Staatsanwalt, Abgeordneter im Repräsentantenhaus, Behördenleiter der Anti-Drogenbehörde DEA und Gouverneur des Bundesstaates Arkansas. Jetzt wollte Asa Hutchinson 2024 republikanischer Präsidentschaftskandidat werden, doch nach der Vorwahl in Iowa zog er seine Kandidatur zurück. Hutchinson trat als Alternative zu Donald Trump an, denn seines Erachtens sollte dieser „nicht der nächste Anführer unseres Landes sein“. Hutchinson forderte Trump auf, seine Kandidatur aufgrund der Anklage gegen ihn in New York zurückzuziehen – eine Sicht, die die republikanische Wählerschaft nicht teilt. © SCOTT OLSON / AFP
Vivek Ramaswamy, Trump-Fan mit Anti-Woke-Agenda
Vivek Ramaswamy hatte Großes vor. Der 38-jährige, rechtslibertäre Tech-Unternehmer mit indischen Wurzeln wollte US-Präsident werden. Nach seinem enttäuschenden Abschneiden bei der Vorwahl in Iowa warf er aber das Handtuch und empfahl, Trump zu Wählen. Der Trump-Fan sieht die USA in einer „nationalen Identitätskrise“ und fordert eine „nationale Wiederbelebung“. Dazu will er z.B. das FBI und das Bildungsministerium abschaffen. Er wolle Trumps „America-First-Aganda auf die nächste Stufe bringen“.  © Anna Moneymaker / AFP
US-Wahl 2024: Ehemaliger Trump-Vertrauter Christie will ins Weiße Haus
Chris Christie hatte auch noch einmal Ambitionen auf das Weiße Haus angemeldet. Der frühere Gouverneur des US-Bundesstaats New Jersey war einst ein enger Vertrauter von Donald Trump, hat sich aber mittlerweile von ihm losgesagt und kritisiert ihn sogar öffentlich. So bezeichnete er den früheren Präsidenten wegen dessen Haltung zum Ukraine-Krieg als „Feigling“ und „Marionette“ des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Christie wollte 2016 schon einmal Präsidentschaftskandidat seiner Partei werden, zog nach schlechten Ergebnissen bei den Vorwahlen aber zurück. Diesmal gab er bereits vor den Vorwahlen der Republikaner auf. © Charles Krupa/dpa
Zu den krassen Außenseitern zählt auch Douglas James „Doug“ Burgum, der hier im Juli 2023 bei einer Veranstaltung in Iowa um Stimmen wirbt.
Zu den krassen Außenseitern zählte von Beginn an Douglas James „Doug“ Burgum, der hier im Juli 2023 bei einer Veranstaltung in Iowa um Stimmen wirbt. Der Republikaner, der am 4. Dezember aus dem Rennen ausstieg, ist seit dem 15. Dezember 2016 Gouverneur von North Dakota. Vor seiner politischen Karriere war er Softwareunternehmer, Microsoft-Manager und Risikokapitalgeber. Im April unterzeichnete Burgum ein Gesetz, das Abtreibungen in der sechsten Schwangerschaftswoche verbietet. Zudem hat er zahlreiche Gesetze unterzeichnet, die die Rechte von trans Menschen einschränken. © SCOTT OLSON/afp
Senator Tim Scott aus dem Bundesstaat South Carolina begreift seinen Aufstieg aus armen Verhältnissen als Verkörperung des amerikanischen Traumes. In einem im April veröffentlichten Video spricht er sich gegen eine Politik der Spaltung aus und fordert mehr Optimismus. Scott betont darin auch seine Religiosität und seinen Wunsch, die konservativen Werte Amerikas zu verteidigen. Als Beispiele nennt er etwa den Schutz der Grenzen und der Kampf gegen Abtreibung.
Tim Scott (blaues Hemd) hat sich aus dem Rennen um die Kandidatur verabschiedet. Am 12. November zog der Senator aus South Carolina seine Kandidatur zurück. In einem im April veröffentlichten Video sprach er sich gegen eine Politik der Spaltung aus und forderte mehr Optimismus. Scott betonte darin auch seine Religiosität und seinen Wunsch, die konservativen Werte Amerikas zu verteidigen. Als Beispiele nannte er etwa den Schutz der Grenzen und der Kampf gegen Abtreibung. Seinen Aufstieg aus armen Verhältnissen begreift Scott als Verkörperung des amerikanischen Traumes.  © ALLISON JOYCE
Mike Pence könnte 2024 bei der US-Wahl für das Amt des Präsidenten kandidieren.
Ausgestiegen ist auch Trumps ehemaliger Vizepräsident. „Dies ist nicht meine Zeit“, sagte Mike Pence am 28. Oktober 2023. Pence war in Umfragen weit abgeschlagen und hatte Medienberichten zufolge Probleme bei der Beschaffung von Geldern für seine Kampagne. „Wir wussten immer, dass dies ein harter Kampf sein würde, aber ich bereue nichts“, erklärte Pence. Mit kritischen Kommentaren nach den Midterms hatte sich der ultrakonservative Pence für einen möglichen Machtkampf innerhalb der Republikanischen Partei in Stellung gebracht. © IMAGO/Aimee Dilger
Larry Elder ist 2024 der erste schwarze Präsidentschaftskandidat bei den Republikanern
Am 26. Oktober zog sich Larry Elder zurück. Schon bei seinem ersten Versuch als Politiker war er gescheitert: 2021 versuchte der rechte Radiomoderator und Rechtsanwalt erfolglos, Kaliforniens demokratischen Gouverneur Gavin Newsom abzulösen. Elder vertritt rechtsradikale Ansichten, wie ein Abtreibungsverbot, glaubt, dass an Grenzen „Mauern funktionieren“, Antirassismus sowie Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion hingegen nicht. © SCOTT OLSON / AFP
Perry Johnson ist im Grunde der republikanische Antipolitiker im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur.
Am 20. Oktober zog sich auch Perry Johnson aus dem Wahlkampf zurück. Er war im Grunde der republikanische Antipolitiker im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur. Aufgefallen war der Unternehmer zuvor nur im Jahr 2022, als er für das Amt des Gouverneurs in Michigan kandidieren wollte. Wegen unsauberer Machenschaften wurde er allerdings von den republikanischen Vorwahlen vorzeitig ausgeschlossen. Johnson positionierte sich im Wahlkampf gegen Abtreibungen. Zudem kritisierte er die Höhe der Hilfsgelder, die die USA der Ukraine zur Verfügung stellen. Zugleich stellte Johnson aber klar, dass er Wladimir Putin nicht vertraue. © SCOTT OLSON/afp
Weitere Kandidaten im Kampf um die Bewerbung sind bisher Ryan Binkley, Will Hurd, Corey Stapleton und Francis Suarez.
Weitere Kandidaten im Kampf um die Bewerbung waren auch Will Hurd, Corey Stapleton und Francis Suarez. Auch sie haben ihre Kandidatur bereits wieder zurückgezogen. Im Rennen sind dagegen noch Ryan Binkley, John Anthony Castro und E. W. Jackson. Chancen auf eine Nominierung dürften sie allerdings kaum haben. Großer Favorit bleibt allen Anklagen und Prozessen zum Trotz weiter der frühere Präsident Donald Trump. Die Republikaner haben auf jeden Fall die Qual der Wahl. © ALLISON JOYCE/afp

Trump bei CNN: Moderatorin Collins „fiese Person“

Update vom 11. Mai, 5.50 Uhr: Trump wusste das Publikum der Townhall-Veranstaltung auf seiner Seite, immer wieder erntete er für seine Äußerungen Jubel, Lacher und Applaus – so auch, als er die immer wieder kritisch nachhakende und ihm widersprechende Moderatorin Collins als „fiese Person“ bezeichnete.

Trump war zuletzt im Präsidentschaftswahlkampf 2016 von CNN interviewt worden. In den Jahren seiner Präsidentschaft und auch in den Jahren danach war das Verhältnis zwischen dem Rechtspopulisten und dem Nachrichtensender höchst angespannt. Trump attackierte CNN immer wieder als „Fake News“, der Nachrichtensender berichtete äußert kritisch über den Politiker.

Dass CNN dem für die Verbreitung von Falschinformationen berüchtigten Trump nun eine große Plattform bot, hat für viel Kritik gesorgt. Der Sender argumentiert aber, mit allen Präsidentschaftsbewerbern eine solche Townhall-Sendung zu planen. Trump ist mit großem Abstand der führende Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner.

Biden nutzte Trumps Auftritt bei CNN derweil für einen Aufruf zu Wahlspenden. „Es ist ganz einfach, Leute“, schrieb der Präsident im Kurzbotschaftendienst Twitter. „Wollt ihr davon vier weitere Jahre?“

Donald Trump bei CNN: Ausgang der Wahl 2020 noch immer nicht akzeptiert

Update vom 11. Mai, 5.10 Uhr: Trump hat offen gelassen, ob er das amtliche Ergebnis der Präsidentenwahl 2024 akzeptieren würde. „Wenn ich denke, dass es eine ehrliche Wahl ist, würde ich das auf jeden Fall tun“, entgegnete Trump im CNN-Interview auf die Frage, ob er sich dazu verpflichte, das Wahlergebnis zu akzeptieren. Die Moderatorin Kaitlan Collins hakte noch einmal nach: „Werden Sie sich verpflichten, die Ergebnisse der Wahl unabhängig vom Ausgang zu akzeptieren?“ Trump antwortete erneut ausweichend und sagte: „Wenn ich denke, dass es eine ehrliche Wahl ist, wäre es mir eine Ehre.“

Der Republikaner will seine Niederlage bei der Präsidentenwahl 2020 gegen den Demokraten Joe Biden bis heute nicht eingestehen. Stattdessen hält er an seiner vielfach widerlegten Behauptung fest, er sei durch Wahlbetrug um den Sieg gebracht worden. Trump bewirbt sich nun erneut um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner bei den Wahlen im Jahr 2024 - dafür muss der 76-Jährige in den Vorwahlen seiner Partei bestehen.

Trump spricht über Ukraine-Krieg

Update vom 11. Mai, 4.45 Uhr: Donald Trump hat sich bei seinem Auftritt in einer CNN-Sendung ausweichend zum russischen Angriff auf die Ukraine geäußert. Auf die Frage, ob er der Ukraine weiter Geld und Waffenlieferungen zur Verfügung stellen würde, sollte er die Präsidentenwahl 2024 gewinnen, sagte der Republikaner am Mittwochabend (Ortszeit) unter anderem: „Ich möchte, dass Europa mehr Geld zur Verfügung stellt, weil sie uns auslachen. Sie denken, wir sind ein Haufen Idioten.“

Trump behauptete, die US-Regierung verschenke so viel Ausrüstung, dass keine Munition für die eigenen Truppen mehr übrig sei. Schon während seiner Zeit im Weißen Haus hatte er Deutschland und anderen Nato-Staaten vorgeworfen, sie würden zu wenig Geld für ihre eigenen Streitkräften ausgeben und sich hinter dem Schutzschild des hochgerüsteten US-Militärs verstecken.

Trump beharrte erneut auf seiner Behauptung, er könne den seit mehr als 14 Monaten anhaltenden Krieg zwischen Russland und der Ukraine in 24 Stunden beenden. Beide Konfliktparteien hätten Stärken und Schwächen, sagte er. Auf die Frage von Moderatorin Kaitlan Collins, ob Russlands Präsident Wladimir Putin ein Kriegsverbrecher sei, sagte Trump: „Wenn Sie sagen, dass er ein Kriegsverbrecher ist, wird es viel schwieriger sein, einen Deal zu machen.“

Donald Trump bei CNN: Vergewaltigungsvorwürfe sind „Wahleinmischung“

Update vom 11. Mai, 4.00 Uhr: Nach seiner Verurteilung zu Millionen-Schadenersatz wegen sexuellen Missbrauchs und Verleumdung hat Donald Trump die Vorwürfe erneut zurückgewiesen. „Das ist eine Fake-Geschichte, eine erfundene Geschichte“, sagte Trump der Townhall-Veranstaltung des Nachrichtensenders CNN über die Vergewaltigungsvorwürfe der Journalistin und Autorin E. Jean Carroll. „Ich kenne diese Frau nicht, ich bin ihr nie begegnet, ich habe keine Ahnung, wer sie ist.“

Bei den Vorwürfen handle es sich um einen Fall von „Wahleinmischung“, fügte der Republikaner hinzu, der bei der Präsidentschaftswahl 2024 das Weiße Haus zurückerobern will.

Trump wiederhol bei CNN Lüge vom Wahlbetrug

Update vom 11. Mai, 2.40 Uhr: Donald Trump hat zu Beginn eines Auftritts beim Fernsehsender CNN seine Lüge wiederholt, der Wahlsieg 2020 sei ihm gestohlen worden. „Ich denke, wenn man sich das Ergebnis anschaut, und wenn man sich anschaut, was bei dieser Wahl passiert ist, wenn man nicht ein sehr dummer Mensch ist, dann sieht man, was passiert ist“, sagte Trump am Mittwochabend (Ortszeit).

Die Präsidentenwahl, die damals den Demokraten Joe Biden ins Amt brachte, sei manipuliert worden, so der Republikaner. CNN-Moderatorin Kaitlan Collins widersprach Trump. „Es war keine manipulierte Wahl. Es war keine gestohlene Wahl“, sagte sie. Trump blieb bei seiner vielfach widerlegten Behauptung und warf Collins vor, sie verfolge eine politische Agenda.

Donald Trump bei CNN: Ex-Präsident fühlt sich bestens vorbereitet

Update vom 10. Mai, 17.15 Uhr: Live übertragen wird das „Town-Hall“-Event mit Donald Trump von CNN um 2 Uhr nachts deutscher Zeit. Die Veranstaltung ist auf zwei Stunden angesetzt. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP. Laut eines Sprechers des Ex-Präsidenten sieht der sich bestens vorbereitet. Er sei „kampferprobt und ein ausgewiesener Gewinner. Er schreckt vor nichts zurück und stellt sich jedem Problem“, so Sprecher Steven Cheung.

Erstmeldung vom 10. Mai: New Hampshire - Für Donald Trump dürfte es sich anfühlen wie ein Auswärtsspiel beim Derby-Gegner. Am heutigen Mittwoch (10. Mai) wird der Ex-Präsident als Gast bei CNN erwartet. Es ist der erste Auftritt Trumps in dem Nachrichtensender seit mehr als sieben Jahren, die angefüllt waren von gegenseitigen Vorwürfen und Beleidigungen. Für Trump war CNN der Inbegriff der „Fake News“. Für die Beschäftigten des Nachrichtensenders war Trump „der Feind des Volkes“.

Nun spricht man wieder miteinander, und der Zeitpunkt hätte kaum brisanter gewählt werden können. Nur etwas mehr als ein Tag wird zwischen Trumps Auftritt bei CNN und der Verkündung des Urteils gegen den Ex-Präsidenten in New York liegen. Eine Jury hatte Trump unter anderem schuldig gesprochen, die Kolumnistin E. Jean Carroll in einem Kaufhaus sexuell belästigt zu haben. Trump selbst hatte das Urteil eine „Schande“ genannt und es als Fortführung der Hexenjagd bezeichnet, die seit seinem Wahlsieg von den Mainstream-Medien gegen ihn laufe.

Donald Trump und Kaitlan Collins treffen beim Townhall-Meeting von CNN aufeinander

Jetzt fährt Donald Trump in den US-Bundesstaat New Hampshire, um sich dort den Fragen des Publikums und der CNN-Moderation zu stellen - ein TV-Format, das in den USA unter dem Begriff „Townhall“ bekannt geworden ist. Moderiert werden wird die Sendung von Kaitlan Collins, Moderatorin bei CNN und einstmals Chef-Korrespondentin des Senders im Weißen Haus. 2018 hatte Trumps Pressebüro Collins explizit von Veranstaltungen im Regierungssitz ausgeladen, weil sie wiederholt „unangebrachte Fragen“ gestellt habe. Nun also treffen die beiden wieder aufeinander.

Was Donald Trump dazu bewogen hat, seinen sieben Jahre dauernden CNN-Boykott aufzugeben, ist nicht bekannt. Die Unklarheit bietet Raum für zahlreiche Spekulationen. Sowohl bei National Public Radio als auch beim Wall Street Journal vermuten Fachleute, Trump wolle Fox News, dem großen rechtskonservativen Konkurrenz-Sender von CNN, eins auswischen. Fox News galt Jahre lang als enger Verbündeter Trumps und der Republikaner. Doch seit mehreren Monaten ist die Beziehung zwischen Trump und seinem einstigen Lieblingssender abgekühlt.

CNN kämpft um Publikum, Donald Trump um Stimmen

Für CNN dürfte die „Townhall“-Sendung mit Donald Trump ein Versuch sein, verlorenes Publikum vor allem aus dem konservativen Teil der Vereinigten Staaten zurückzugewinnen. Für Trump bietet das Format die Chance, seine Vormachtstellung bei den Republikanern zu festigen. Der ehemalige Präsident kämpft weiterhin um die Nominierung seiner Partei für die Präsidentschaftswahl 2024.

Ärgster innerparteilicher Konkurrent Trumps ist Ron DeSantis. Der Gouverneur aus Florida wird nicht zu Gast sein bei CNN. Dafür aber, laut einer Ankündigung des Senders selbst, noch „unentschlossene Wähler aus den Reihen der Republikaner“ - also genau die Menschen, deren Zustimmung Trump benötigt. (dil/skr/dpa/afp)

Rubriklistenbild: © Screenshot / Russia Media Monitor

Kommentare