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Die russische Armee setzt in der Ukraine vermehrt auf Drohnenangriffe. Nun soll ein neues Waffensystem die Front sichern. Es gibt erste Erfolgsberichte.
Moskau/Kiew - Der Krieg in der Ukraine ist zum Schauplatz modernster Militärtechnik geworden. Seit Monaten setzen beide Seiten Drohnen ein, sei es zur Aufklärung, um Koordinaten für die Artillerie zu liefern oder um Ziele direkt anzugreifen. Vor allem Russland nutzt tausende Drohnen, viele davon vom Typ Kamikaze, der im Iran hergestellt wird. Bislang stellte die Kamikaze-Drohne ob ihrer geringen Größe ein Problem für die ukrainische Luftabwehr dar.
Doch nun soll ein neues Waffensystem die Lösung für Kiews Probleme in der Luft sein. Großbritannien soll laut einem Bericht der Bild-Zeitung die Hightech-Schallwaffe AUDS in die Ukraine geliefert haben. Sie soll russische Drohnen auf bis zu zehn Kilometer Entfernung orten, verfolgen und eliminieren können.
Dem Sender ntv zufolge machen das System drei Hauptkomponenten aus. Demnach besteht es aus einem Radar zur Umgebungserfassung, einem elektro-optischen Sensor zur Verfolgung der Drohnenbewegungen und einem sogenannten RF Inhibitor. Die Kombination dieser Komponenten kann die Funkverbindung zwischen Drohne und Kontrollstation stören. Sow wird der vorzeitige Absturz der Drohne ausgelöst.
AUDS-Waffensystem: Großbritannien unterstützt Ukraine im Kampf gegen russische Drohnen
Das System besteht aus drei Hauptkomponenten: Ein Radar erfasst die Umgebung, ein Sensor verfolgt die Drohnenbewegung, der RF Inhibitor kann die Funkverbindung zwischen Drohne und Kontrollstation stören. Videos zeigen, wie Drohnen wie gelähmt vom Himmel fallen, nachdem sie von der Waffe getroffen wurden. Ukrainische Soldaten einer Einheit für elektronische Kriegsführung schrieben auf einem Telegram-Kanal: „Wenn tragbare Anti-Drohnen-Waffen Gewehre sind, ist das hier ein elektronisches Maschinengewehr.“
Der Hersteller „Blighter“ beschreibt das System mit den Worten: „AUDS kombiniert elektronisch scannende Radarzielerkennung, elektrooptische (EO) Verfolgung/Klassifizierung und die Fähigkeit zur gerichteten HF-Unterdrückung.“ Wie viele AUDS-Systeme in der Ukraine stationiert sind, ist unklar. Um die gesamte Front vor russischen Drohnen zu sichern, bräuchte es laut Schätzung der Bild um die 100 Einheiten. Sollte die Ukraine über weitaus weniger Systeme verfügen, müsste sie sich auf wenige sensible Punkte entlang der Front konzentrieren.
Video: Iran liefert Russland wohl viel mehr Drohnen als gedacht
Einer dieser sensiblen Punkte könnte in der Region Cherson nahe der Antonowskyj-Brücke liegen. Dort würden laut russischen Militärbloggern die eigenen Drohnen, sobald sie sich dem dort errichteten ukrainischen Brückenkopf näherten, allesamt abstürzen. Das könnte eine Erklärung sein, warum die ukrainischen Streitkräfte mit lediglich rund 100 Soldaten das Südufer des Dnipro noch immer halten. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden. (fmü)
