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Ukraine-Krieg: Trump-Wende? US-Präsident will wohl Russland-Angriffe mit US-Waffen genehmigen

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News zum Ukraine-Krieg: Die US-Regierung erwägt wohl die Lieferung weitreichender Waffen. Auch Merz sieht Hoffnung für eine Trump-Kehrtwende. Der Ticker.

Dieser News-Ticker zum Ukraine-Krieg ist beendet. Mit unserem neuen Ukraine-Ticker bleiben Sie weiterhin auf dem Laufenden.

Update vom 27. September, 6:30 Uhr: Russland hat nach ukrainischen Angaben die zentralukrainische Region Winnyzja, südwestlich von Kiew mit Drohnen angegriffen. „Kritische Infrastruktur wurde getroffen“, hieß es auf Facebook. „Bleiben Sie in den Schutzräumen, um den Luftalarm abzuwehren.“

Update, 22:24 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat das ukrainische Militär angewiesen, im Falle eines weiteren Drohnen-Vorfalls an der ukrainisch-ungarischen Grenze „angemessen zu reagieren, um unseren Staat zu verteidigen“. Das erklärte Selenskyj laut ukrainischen Medienberichten in seiner abendlichen Video-Ansprache. Zuvor hatte Selenskyj erklärt, dass die ukrainischen Streitkräfte ungarische Aufklärungsdrohnen an der ukrainischen Grenze gesichtet hätten – er sprach von einem „sehr ungewöhnlichen Ereignis“. Er habe das Militär zu Überprüfung des Vorfalls angewiesen. Ungarn weist den Bericht als falsch zurück.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Update, 21.37 Uhr: US-Präsident Donald Trump soll sich gegenüber dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj offen gezeigt haben, der Ukraine Angriffe auf Russland mit US-Langstreckenwaffen zu genehmigen. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf einen hochrangigen US-Beamten. Selenskyj habe den US-Präsidenten am Rande des UN-Treffens um weitere Langstreckenraketen und die Genehmigung gebeten, solche Waffen für Angriffe auf Ziele in Russland einzusetzen. Trump habe zwar keine Zusage gemacht, soll jedoch geantwortet haben, dass er nichts gegen diese Idee einzuwenden habe.

Selenskyj hatte bereits im Interview mit Axios erklärt, Trump um die Lieferung von Tomahawk-Marschflugkörper gebeten zu haben – die eine Reichweite von etwa 1.450 bis 2.400 Kilometern haben. In dem Bericht des WSJ heißt es unter Berufung auf einen hochrangigen US-Beamten, dass die Regierung die Lieferung von Tomahawks und anderen Langstreckenwaffen an die Ukraine erwäge.

Ungarn weist Selenskyj-Bericht über Drohnen an Ukraine-Grenze zurück

Update, 20:25 Uhr: Ungarn bestreitet den Bericht des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, wonach ungarische Drohnen den ukrainischen Luftraum verletzt hätten. Das ungarische Verteidigungsministerium erklärte gegenüber dem ungarischen Nachrichtenportal Telex: „Die ungarischen Streitkräfte haben keinen Drohnenflug an der ungarisch-ukrainischen Grenze durchgeführt und auch keinen entsprechenden Befehl erhalten, wie von den Medien berichtet wurde.“ Weiter heißt es: „Wir haben auch keine Berichte über einen solchen Vorfall von ukrainischer Seite erhalten, obwohl wir in ständigem Kontakt mit ihnen stehen.”

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj trifft sich am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York mit US-Präsident Donald Trump.

Trump-Wende im Ukraine-Krieg? Merz hofft auf konsistenten Kurs des US-Präsidenten

Update, 19:22 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz sieht in der Rede von US-Präsident Donald Trump vor der UN-Vollversammlung ein positives Zeichen, mit Blick auf dessen Ukraine-Kurs: „Die Rede hat etwas Anlass zur Hoffnung gegeben“, sagte Merz laut Bericht der Nachrichtenagentur Reuters auf dem Mittelstandstag in Köln in Anspielung auf Trumps Rede. „Aber bleibt es dabei?“ Der Kanzler hoffe darauf, dass es nun konkrete Taten gebe und sich die Ukraine darauf verlassen könne.

Update, 18:05 Uhr: Laut Kiew setzt Moskau im Ukraine-Krieg auf eine neue Taktik: „Seit Anfang Sommer hat sich die Taktik des Feindes verändert“, zitiert AFP den ukrainischen Armeechef Oleksandr Syrsky. Russland setze nun kleinere Sabotagegruppen ein, um tief in die Front einzudringen, so der oberste Befehlshaber der Ukraine. Die Taktik ermögliche es den russischen Streitkräften, mit relativ wenigen Truppen vorzustoßen; allerdings ohne die vollständige territoriale Kontrolle über ein Gebiet zu erlangen.

Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj meldet ungarische Aufklärungsdrohnen im ukrainischen Luftraum

Update, 15:55 Uhr: Wolodymyr Selenskyj hat auf X mitgeteilt, dass ukrainische Kräfte mehrfach Aufklärungsdrohnen im eigenen Luftraum registriert hätten, die vermutlich aus Ungarn stammen. Laut ersten Analysen könnten sie zur Erkundung des industriellen Potenzials in Grenzgebieten eingesetzt worden sein. Der Präsident ordnete eine sofortige Prüfung und Protokollierung aller Vorfälle an. Zudem meldete er den Abschuss eines russischen Su-34-Jets über Saporischschja sowie Geländegewinne bei der laufenden Gegenoffensive im Donezker Raum.

Ukraine-Krieg: Russland dringt ins Zentrum von Kupjansk vor – Lukaschenko schlägt neues Atomkraftwerk für besetzte Gebiete vor

Update, 15:35 Uhr: Laut dem Analyseprojekt DeepState dringen russische Einheiten zunehmend in die ostukrainische Stadt Kupjansk vor und wurden bereits im Zentrum sowie nahe dem Viertel Jubileinyj festgestellt. Zwar verhinderten ukrainische Kräfte die Nutzung einer Versorgungsröhre, doch die Angreifer weichen auf Flussüberquerungen und Waldstreifen aus und verfügen inzwischen über ausreichend Truppen für Sturmangriffe und Aufklärungsaktionen, unterstützt durch Drohnen und Mörserfeuer.

Selenskyj fordert von Trump Tomahawks – Grünes Licht für Schläge in Russland?

Update, 14:55 Uhr: Wolodymyr Selenskyj hat US-Präsident Donald Trump nach Angaben des Telegraph bei einem vertraulichen UN-Treffen um die Lieferung von Tomahawk-Marschflugkörpern gebeten. Mit einer Reichweite von bis zu 1.500 Kilometern könnten die Raketen auch Moskau in Reichweite bringen. Trump habe sich dem Bericht zufolge offen gezeigt und erklärt, man werde „daran arbeiten“.

Selenskyj betonte, die Waffen seien notwendig, um Russland unter Druck zu setzen und Verhandlungen zu erzwingen. In einem Interview mit Axios sagte er zudem, Trump habe grünes Licht für ukrainische Schläge tief in Russland gegeben, falls Moskau weiterhin Energieanlagen in der Ukraine angreife. Bisher hatten die USA ähnliche Anfragen aus Eskalationssorgen abgelehnt.

Update, 14:40 Uhr: Die russische Armee hat am Freitag Energieanlagen in der nordukrainischen Region Tschernihiw angegriffen. Mehrere Einrichtungen seien getroffen worden, teilte Regionalgouverneur Wjatscheslaw Tschaus auf Telegram mit, berichtet Ukrinform. Infolge der Attacken kam es zu Stromausfällen in der Stadt und im Umland. Der öffentliche Nahverkehr musste teilweise eingestellt werden, auch die Wasserversorgung ist betroffen. Die Stadtverwaltung rief Anwohner auf, Trinkwasserreserven anzulegen. Laut Behörden sind Luftabwehrsysteme im Einsatz.

Rumänien will mit Kiew Drohnen bauen – Kreml attackiert Selenskyj

Update, 14:10 Uhr: Rumänien plant, gemeinsam mit der Ukraine Drohnen im Rahmen eines neuen EU-Rüstungsprogramms zu produzieren. Das bestätigte eine Regierungsquelle am Freitag gegenüber Reuters. Ziel sei es, die Erfahrungen Kiews mit im Krieg erprobter Drohnentechnologie zu nutzen. Rumänien teilt eine 650 Kilometer lange Grenze mit der Ukraine und war in den vergangenen zwei Jahren mehr als 20 Mal von Drohnenteilen betroffen, die durch russische Angriffe auf ukrainische Donauhafenstädte auf sein Territorium fielen. Laut Regierung wird es jedoch noch mindestens sieben Jahre dauern, bis das Land über ein vollständiges mehrschichtiges Luftverteidigungssystem verfügt.

Update, 13:35 Uhr: Polens Präsident Karol Nawrocki hat klargestellt, dass russische Drohnen im polnischen Luftraum künftig abgeschossen werden sollen, wenn sie eine Bedrohung darstellen. In einem Interview mit dem US-Sender Newsmax sagte er, die Maßnahmen würden eng mit den Verbündeten abgestimmt und erforderten seine Zustimmung als Oberbefehlshaber. Den Zwischenfall vom 9./10. September, als russische Drohnen polnisches Territorium verletzten, bezeichnete Nawrocki als „geplante Aktion“ Moskaus, um die Verteidigungsbereitschaft Polens und seine Rolle in der NATO zu testen

Ukraine-Krieg: Russland weist Vorwürfe zu Drohnen zurück – Ukraine meldet abgewehrten Angriff

Update, 12:55 Uhr: Russland will nach Darstellung seines Außenministeriums nicht auf „krankhafte“ Vorwürfe westlicher Politiker zu Drohnenattacken und mutmaßlichen Luftraumverletzungen eingehen. Sprecherin Maria Sacharowa erklärte am Freitag laut der russischen Nachrichtenagentur Tass, Äußerungen etwa von EU-Außenbeauftragter Kaja Kallas oder NATO-Generalsekretär Mark Rutte hätten „mehr mit dem psychischen Zustand der Redner zu tun als mit Fakten“. Falsche Behauptungen würden von Moskau lediglich in der Rubrik „Antifake“ des Außenministeriums richtiggestellt.

Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten
Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). Die GUS besteht aus ehemaligen Staaten der Sowjetunion, die bis heute zum Großteil eng verbunden mit Russland geblieben sind. Doch Moskau-Machthaber Putin hat nicht nur in den Sowjet-Gebieten Freunde. Putin findet auch nach mehreren Jahren Angriffskrieg in der Ukraine noch immer fast weltweit Verbündete. Eine Übersicht: © Imago
Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs steht ein Mann eng an der Seite Wladimir Putins: Alexander Lukaschenko. Das von ihm autoritär beherrschte Belarus teilt sich eine mehr als tausend Kilometer lange Grenze mit der Ukraine. Lukaschenko unterstützte Putins Truppen logistisch bei ihrer Invasion des Nachbarlandes. © Imago
Kim Jong-un und Wladimir Putin
Ein weiterer enger Verbündeter Wladimir Putins ist Kim Jong-un. Der Machthaber regiert ein totalitäres Nordkorea, das als sozialistische Diktatur historisch enge Beziehungen zu Russland pflegt. © Gavriil Grigorov/Imago
russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist
Im Lauf des Ukraine-Kriegs wurde aus der symbolischen Verbindung ein militärisches Bündnis. Kim Jong-un unterstützte Putins Feldzug mit Waffen, Munition und Soldaten. Laut Schätzungen könnten es mehr als 30.000 Mann aus Nordkorea sein, die an der Front im Ukraine-Krieg kämpfen. Auf dem Bild zu sehen ist ein russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist.  © Imago
Xi Jinping zu Gast bei Wladimir Putin
Die Volksrepublik China pflegt sowohl mit Nordkorea als auch mit Russland enge Beziehungen. Das bewies Präsident Xi Jinping zuletzt durch seinen Besuch Moskaus am „Tag des Sieges“. An der Seite Putins begutachte Xi als Gast auf der Ehrentribüne die große Militärparade, die durch Russlands Hauptstadt rollte. Doch China unterstützt Russland nicht nur symbolisch durch Besuche, sondern auch ganz praktisch mit Seltenen Erden und Devisen. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist China der größte Importeur für russische Rohstoffe geworden. © Imago
Präsident Wladimir Putin mit To Lam
Der Dritte im Bunde der ostasiatischen Verbündeten Russlands ist Vietnam. Hier posiert Präsident Wladimir Putin mit Tô Lâm, Präsident Vietnams von Mai 2024 bis Oktober 2024, bei einem Besuch des russischen Staatschefs in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. © Kristina Kormilitsyna/Imago
Wladimir Putin und Narendra Modi
In Südasien, konkret auf dem indischen Subkontinent, findet sich mit Narendra Modi der nächste enge Verbündete Russlands. Indiens Premierminister pflegt ein enges Verhältnis zu Putin. Hier umarmen sich beide bei einem Treffen in Neu-Delhi im Jahr 2018. Indien ist durch mehrere internationale Organisationen und Bündnisse mit Russland verbandelt. Die wohl wichtigsten darunter sind die Zusammenkunft der sogenannten BRICS-Staaten und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
König Ibrahim Ismail von Johor aus Malaysia beim Besuch Putins in Russland
Auch Malaysia ist wie Russland Mitglied des BRICS-Staatenbundes. In Begleitung seiner Frau Raja Zarith Sofia reiste König Ibrahim Ismail von Johor nach Russland, um Putin im Kreml zu besuchen. © Imago
Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Präsident Wladimir Putin eine gute Beziehung
Zur Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) zählt neben Russland unter anderem die Ex-Sowjet-Republik Kasachstan. Das Land teilt sich mit 7644 Kilometern die längste Landgrenze der Welt mit Russland. Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Putin eine gute Beziehung. Kasachstan bezieht 90 Prozent seiner Waffenimporte aus Russland, das wiederum den in Kasachstan gelegenen Weltraumbahnhof Kosmodrom Baikonur mietet. Beide Länder sind außerdem Mitglied in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
Putin und Traoré
Zu Putins engen Verbündeten gehört auch Burkina Fasos Regierungschef Inbrahim Traoré. Am 9. Mai 2025 besuchte er Putin in Moskau (im Bild). „Wir glauben, dass der Terrorismus, den wir heute erleben, vom Imperialismus herrührt, und wir bekämpfen ihn“, sagte er bei einem bilateralen Treffen. In Erinnerung geblieben ist auch eine virale Rede beim Afrika-Gipfel im Jahr 2023 in Russland. Im Beisein Putins machte er damals den Westen dafür verantwortlich, dass Afrika trotz seiner Rohstoffe der ärmste Kontinent sei.  © IMAGO/Mikhail Metzel/Kremlin Pool
Ägypten Militärband Moskau
Mehr als 80 Jahre Diplomatie verbinden Ägypten und Russland. Das Land am Nil ist wirtschaftlich von Moskau abhängig. Auch Putin profitiert von den Verbindungen nach Kairo. Der russische Präsident betrachtet Ägypten als Tor nach Afrika. Im August 2022 war eine ägyptische Militärband in Moskau zu Gast (im Bild). Auch bei der Militärparade zum 80. Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 marschierte eine Einheit aus Ägypten über den Roten Platz.  © Sergei Bobylev/Imago
Laos-einheit in Moskau
Am „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 paradierte auch eine Einheit aus Laos durch Moskau. Angeblich arbeitet Putin derzeit intensiv daran, das Land in den Krieg gegen die Ukraine einzubinden. Im Sommer 2025 begrüßte er den laotischen Präsidenten Thongloun Sisoulith in Moskau. © Ricardo Stuckert/Imago
Turkmenistan Moskau Parade
Turkmenistan schickte ebenfalls eine Einheit nach Moskau. Die zentralasiatische Republik Turkmenistan am Kaspischen Meer gehört auch Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu den am meisten abgeschotteten Staaten der Welt.  © Ricardo Stuckert/Imago
Aleksandar Vucic Putin Netanjahu
Auch der serbische Staatschef Aleksandar Vučić nahm 2025 – wie auch schon 2018 (im Bild) – in Moskau an der Parade vor rund 10.000 Soldaten teil. Die Beziehungen zwischen Serbien und Russland gelten als traditionell freundschaftlich. Belgrad verweigert sich den Sanktionen gegen Russland und hat den Westen für den Ukraine-Krieg verantwortlich gemacht. Zuletzt gab es trotzdem zwischen Moskau und Belgrad Verstimmungen, als der russische Auslandsgeheimdienst Serbien den Verkauf von Munition an die Ukraine vorwarf. © Mikhail Metzel/Imago
Milorad Dodik
Putins wichtigster Mann am Balkan heißt Milorad Dodik (2. von rechts). Der bosnisch-serbische Separatistenführer betreibt seit Jahren die Abspaltung des Landesteils Republika Srpska vom bosnischen Staat. Dodik stimmt sich dabei regelmäßig mit dem russischen Präsidenten ab. © Alexei Nikolsky/Imago
Salva Kiir Putin
Im September 2023 traf sich Putin mit Salva Kiir Mayardit, dem Präsidenten von Südsudan. „Die Welt diktiert, dass niemand allein überleben oder Erfolg haben kann“, sagte Salva Kiir. Zu Putin gewandt meinte er, dass sein Land starke Freunde brauche: „Sie sind einer von ihnen.“ © Valery Sharifulin/Imago
Orban Putin
Ungarns Regierungschef Viktor Orbán ist Putin im Ukraine-Krieg stets treu geblieben. So hat er während der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2024 den bis dahin weitgehend isolierten Kremlchef zum Ärger vieler EU-Länder überraschend in Moskau besucht und sich als Vermittler inszeniert (im Bild). Zugleich nutzt Orbán jede Gelegenheit, um gegen die Ukraine auszuteilen.  © Valeriy Sharifulin/Imago
Putin und Ramaphosa
Ende Juli 2023 war Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa bei Putin zu Gast. Der Kremlchef hatte seine Gäste zum Abschluss eines zweitägigen Afrika-Gipfels in St. Petersburg eingeladen, den er in der russischen Ostsee-Metropole veranstaltete. Südafrika, das mit Russland, China, Indien und Brasilien die Brics-Staatengruppe bildet, wird wegen seiner Russland-Nähe vom Westen mit Skepsis betrachtet.  © Sergei Bobylev/Imago
Peseschkian Putin
Im Januar 2025 war Massud Peseschkian in Moskau zu Besuch. Dabei unterzeichnete Irans Präsident gemeinsam mit Putin ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft. Russland und der Iran vertieften damit ihre militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit für die nächsten 20 Jahre.  © Imago
Putin Ortega
Seit vielen Jahren steht Nicaragua an der Seite Putins. Nach dem Aufstand der russischen Privatarmee Wagner gegen die eigene Staatsführung im Juni 2023 schickte auch Präsident Daniel Ortega (hier ein Bild aus dem Jahr 2014) eine Botschaft nach Moskau. In der offiziellen Mitteilung hieß es, Ortega und seine Ehefrau sowie Vizepräsidentin Rosario Murillo übermittelten Putin „unsere Zuneigung in revolutionärer Bruderschaft“. © Cesar Perez/afp
Maduro
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro tat es ihm gleich. „Wir senden unsere Umarmung der Solidarität und der Unterstützung an den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, dem es gelungen ist, einen Versuch des Verrats und des Bürgerkriegs zu bewältigen und seinem Volk den Sieg und den Frieden zu garantieren“, twitterte er damals. © Alexandr Kryazhev/Imago
Putin Goita
Im Juni 2025 verständigten sich Putin und Malis Militärmachthaber Assimi Goïta auf eine bilaterale Kooperation. Russland ist enger Verbündeter von Goïta, der gegen Terrormilizen in Mali auch auf russische Wagner-Söldner setzte. Das Militär hatte sich 2020 und 2021 an die Macht geputscht, die Zusammenarbeit mit Ex-Kolonialmacht Frankreich beendet und sich Moskau zugewandt. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Sassou Nguesso Afewerki
Ende Juli 2023 war Putin gemeinsam mit Denis Sassou Nguesso, dem Präsidenten der Republik Kongo (rechts), und dem eritreischen Präsidenten Isaias Afewerki (links) beim Tag der Marine auf der Newa in St. Petersburg unterwegs. Mit ihrem Besuch beim Russland-Afrika-Gipfel konnten die beiden Staatsmänner die Achse zwischen Russland und ihren Ländern noch einmal stärken. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Raúl Castro
Ein besonders inniges Verhältnis pflegt Russland zu Kuba. Für die hoch verschuldete Karibikinsel ist Russland einer der engsten Verbündeten und wichtigsten Geldgeber. Der Kreml bezeichnete den sozialistischen Karibikstaat, der den Ukraine-Krieg nicht verurteilt hat, als „sehr wichtigen Partner“. Im Jahr 2014 war Putin beim vormaligen Präsidenten Raúl Castro zu Gast. © Imago
Putin
Der Kremlchef ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 im Westen weitestgehend isoliert. Umso wichtiger ist ihm der Kontakt zu seinen Verbündeten – den sucht er in vielen Fällen auch per Video. Im Mai 2025 nahm er an einer Sitzung der Kommission für militärisch-technische Zusammenarbeit mit ausländischen Staaten teil.  © Alexander Kazakov/Imago

Polen lässt Übergänge zu Belarus offen – Drohnensichtung über schwedischer Marinebasis

Update, 11:25 Uhr: Polen hat den Grenzverkehr mit Belarus seit Donnerstag (25. September) an zwei Übergängen wieder aufgenommen, berichtet European Pravda. Gleichzeitig warnt Warschau seine Bürger eindringlich und fordert sie auf, das Nachbarland umgehend zu verlassen. Für Reisende ist der Übergang Terespol–Brest geöffnet, für den Güterverkehr Koroszczyn–Kozlovichi. Wegen wachsender Spannungen angesichts des Ukraine-Kriegs, russisch-belarussischer Militärübungen und willkürlicher Festnahmen rät das Außenministerium von Fahrten nach Belarus ab. Im Ernstfall könne eine Evakuierung „deutlich erschwert oder gar unmöglich“ sein, so die Botschaft in Minsk.

Ukraine-Krieg: EU-Staaten beraten über europäischen „Drohnenwall“ wegen Russland

Update, 10:45 Uhr: Nach wiederholten russischen Luftraumverletzungen beraten neun EU-Mitgliedstaaten und die Ukraine erstmals über einen europäischen „Drohnenwall“. Wie die EU-Kommission laut AFP mitteilte, spricht Verteidigungskommissar Andrius Kubilius am Freitag (26. September) per Videoschaltung mit Vertretern aus Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Ungarn, Rumänien sowie Dänemark und der Ukraine über erste Vorschläge.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte Mitte September eine gemeinsame Abwehrstruktur gefordert, die „in Echtzeit reagieren kann“. Konkrete Pläne liegen laut Brüssel noch nicht vor, als erster Schritt gilt der Ausbau von Sensoren an der östlichen EU-Außengrenze. Hintergrund sind jüngste russische Drohnenangriffe, bei denen mehrfach der polnische Luftraum verletzt wurde.

Russische Angriffe: Massive Bombardierung in Cherson – Drohne explodiert nahe Atomkraftwerk

Update, 10:25 Uhr: Die südukrainische Stadt Cherson ist am Freitagmorgen (26. September) nach Behördenangaben unter schweren Beschuss geraten. Gouverneur Oleksandr Prokudin berichtete auf Facebook, dass innerhalb einer Stunde etwa 15 Fliegerbomben auf Cherson abgeworfen wurden, zusätzlich sei Artillerie ins Stadtzentrum eingeschlagen. Getroffen wurden unter anderem ein Verwaltungsgebäude und neun Privatwohnungen, ein Taxi wurde zerstört. Eine 48-jährige Frau erlitt Gesichtsverbrennungen und eine Gehirnerschütterung und musste in ein Krankenhaus gebracht werden.

Laut The Kyiv Independent erklärte IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi: „Nächstes Mal haben wir vielleicht nicht so viel Glück.“ An der Anlage selbst entstanden keine Schäden, doch der Einschlag hinterließ einen vier Meter breiten Krater, beschädigte Fahrzeuge und eine zerstörte Stromleitung, die nicht mit dem Kraftwerk verbunden war. Zur Herkunft der Drohnen machte die IAEA keine Angaben. Allerdings wird die Region Mykolajiw nahezu jede Nacht von russischen Kamikaze-Drohnen angegriffen.

Update, 8:40 Uhr: Die Ukraine setzt ihre systematischen Attacken auf die russische Ölindustrie fort und hat eine Raffinerie im Süden mit Drohnen angegriffen. Die russischen Behörden der Region Krasnodar teilten mit, dass in der Raffinerie von Afipski ein kleiner Brand ausgebrochen sei. Teile einer Drohne seien in die Anlage gestürzt, hieß es offiziell. Nach ukrainischen Angaben war die Raffinerie, die Benzin und Diesel herstellt, zuvor am 28. August angegriffen worden. Durch die wiederholten Angriffe auf Raffinerien, Pumpstationen und Verladeterminals hat Russland nach Expertenschätzungen etwa ein Viertel seiner Kapazitäten zur Ölverarbeitung verloren. Dies sorgt in einigen Regionen dafür, dass Diesel und Benzin knapp sind. 

Rubriklistenbild: © IMAGO/UKRAINIAN PRESIDENTIAL PRESS OFF

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