Ende des Ukraine-Kriegs? Selenskyj appelliert an Trump – Druck auf China erhöhen
VonNadja Katz
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Der ukrainische Präsident fordert Trump auf, China zu beeinflussen. Ziel ist die Reduzierung russischer Energieimporte. Chinas Position bleibt unklar.
Kiew – Wolodymyr Selenskyj hat Donald Trump eindringlich aufgefordert, beim bevorstehenden Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping mehr Druck für eine Reduzierung chinesischer Importe russischer Energie auszuüben. Das berichtet die Kyiv Post. Dahinter steht die Hoffnung, den Ukraine-Krieg beenden zu können. „Wenn Präsident Trump es schafft, Gespräche zu führen, Entscheidungen zu treffen und eine Verständigung mit China zu erzielen, um die Importe russischer Energie zu reduzieren, denke ich, wird das uns allen helfen“, sagte Selenskyj am 28. Oktober bei einer Pressekonferenz in Kiew.
Das Treffen zwischen Trump und Xi ist für den 30. Oktober angesetzt. Es wird das erste persönliche Aufeinandertreffen der beiden Staatschefs seit Trumps Amtsantritt 2025 sein und findet vor dem Hintergrund anhaltender Handelsspannungen zwischen den USA und China statt. Trump zeigte sich optimistisch und erklärte: „Ich denke, wir werden ein Abkommen haben, ich denke, es wird ein gutes Abkommen für beide sein“.
Ende des Ukraine-Krieges: USA beschließt Sanktionen gegen Russland
Selenskyjs Appell erfolgt zeitgleich mit einer deutlichen Verschärfung der westlichen Sanktionen gegen Russlands Energiesektor. Die USA verhängten laut Bericht vom Guardian am 22. Oktober erstmals seit Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus Sanktionen gegen die beiden größten russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil. Diese Maßnahmen verbieten US-Unternehmen, Banken und Versicherern jegliche Geschäfte mit diesen Firmen. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte die Sanktionen mit „Präsident Putins Weigerung, diesen sinnlosen Krieg zu beenden“.
Parallel dazu verabschiedete die Europäische Union ihr 19. Sanktionspaket gegen Russland, das unter anderem ein Importverbot für russisches Flüssigerdgas (LNG) ab April 2026 vorsieht. Auch Großbritannien verhängte Vermögenssperren gegen Rosneft und Lukoil sowie gegen mehrere chinesische und russische Händler russischen Öls.
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China behindert Ende des Ukraine-Krieges: „Konsequent gegen einseitige Sanktionen“
China und Indien sind derzeit die größten Abnehmer russischen Öls und damit entscheidend für Moskaus Kriegsfinanzierung. Selenskyj zeigte sich bezüglich Indien laut Euronews optimistisch und erklärte, das Land habe „definitiv alle Signale gegeben, dass es die Importe von Energieressourcen aus Russland reduzieren wird“. Bei China gestaltet sich die Situation jedoch schwieriger: Chinas Außenministerium erklärte laut CNN am 23. Oktober, das Land sei „konsequent gegen einseitige Sanktionen“.
Eine Expertin sieht Chinas Position differenziert. „China wird nicht alles liefern, was die USA wollen, aber es wird US-Forderungen auch nicht völlig ignorieren“, analysierte Yun Sun vom Stimson Center die Lage für CNN.
Hoffnung auf ein Ende des Ukraine-Krieges: Sanktionen sind „Teil der Lösung, nicht der Schlüssel“
Trotz der verschärften Maßnahmen warnen Fachleute sowie auch die ukrainische Regierung selbst vor allzu großen Hoffnungen: Selenskyj bezeichnete Sanktionen laut ZDF heute als „Teil der Lösung, nicht der Schlüssel“. Der ukrainische Geheimdienstchef Kyrylo Budanow ergänzte, Russland könne „mit den bestehenden Energieeinnahmen mindestens bis 2026 weiterkämpfen“.
Selenskyj bekräftigte zudem, dass die Ukraine weiterhin auf europäische Finanzunterstützung für weitere zwei bis drei Jahre angewiesen sei. „Ich habe dies allen europäischen Führern nochmals betont. Ich sagte ihnen, dass wir nicht jahrzehntelang kämpfen werden, aber Sie müssen zeigen, dass Sie für einige Zeit stabile finanzielle Unterstützung für die Ukraine leisten können“, erklärte er gegenüber der Kyiv Post. (Quellen: CNN, Kyiv Post, Reuters, The Guardian, ZDF heute) (nana)