Druck auf Trump und Justizministerium wächst

Epstein-Dokumente: Parteiübergreifende Koalition plant Angriff auf Trump

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Ein demokratischer und ein republikanischer Abgeordneter planen, die Epstein-Akten freizugeben. Dabei geben sie den Opfern eine Bühne vor dem Kapitol.

Washington, D.C. – Der demokratische Abgeordnete Ro Khanna plant gemeinsam mit dem Republikaner Thomas Massie eine Pressekonferenz auf den Stufen des Kapitols, bei der Opfer von Jeffrey Epstein, der eins enge Verbindungen zum heutigen US-Präsident Donald Trump unterhielt, zu Wort kommen sollen. Parallel bereitet das Duo eine Abstimmungs­erzwingung zur Veröffentlichung sämtlicher nicht geheimer Regierungsunterlagen in dem Fall vor.

Demokratischer US-Abgeordneter kündigt explosive Epstein-Enthüllungen an

Khanna kündigte in der NBC-Polit-Talkshow Meet the Press für Mittwoch (3. September) eine „explosive“ Pressekonferenz mit „vielen“ Betroffenen an, die „noch nie zuvor“ öffentlich gesprochen hätten. Zudem zeigte er sich „sehr zuversichtlich“, dass ihre parteiübergreifende Initiative zur Freigabe der Akten im Repräsentantenhaus Erfolg hat: „Wir werden die Petition am 2. September live schalten. Wir haben alle 212 Demokraten … Er [Massie] hat 12 Republikaner. Nur sechs von ihnen müssen unterschreiben“

Die Resolution würde Justizministerin Pam Bondi verpflichten, „alle unklassifizierten Aufzeichnungen, Dokumente, Kommunikationen und Ermittlungsunterlagen […] in einem durchsuchbaren und herunterladbaren Format“ binnen 30 Tagen zu veröffentlichen.

Die lange Liste Jeffrey Epsteins: Donald Trump, Prinz Andrew und viele mehr

Foto von Jeffrey Epstein nach seiner Verhaftung
Der Fall rund um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wirft weiter zahlreiche unbeantwortete Fragen auf. Mit wem war der US-Investmentbanker befreundet, bevor er sich in einem New Yorker Gefängnis im August 2019 das Leben nahm? Welche Namen finden sich auf der angeblichen Liste, die die Regierung von Donald Trump nicht veröffentlichen will? Fakt ist lediglich, dass Jeffrey Epstein vor seiner Verhaftung Anfang der 2000er Jahre bestens vernetzt war in den Kreisen der US-Politik wie dem Showbusiness. Ein Blick auf alte Bekannte und Namen, die die nun mit Epstein in Verbindung gebracht werden. © dpa
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
Eine Schlüsselrolle im Skandal um Jeffrey Epstein spielt Ghislaine Maxwell. Die Tochter des bekannten britischen Verlegers Robert Maxwell (1923 bis 1991) war Anfang der 1990er nach New York gekommen. Dort traf sie Epstein auf einer Promi-Party und war zeitweise mit ihm liiert. Epsteins Umfeld beschrieb ihre Rolle in seinem Leben als eine Mischung aus Angestellter und bester Freundin. © dpa
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
Ghislaine Maxwell wurde am 29. Dezember 2021 wegen Sexualverbrechen an Minderjährigen schuldig gesprochen und am 28. Juni 2022 zu 20 Jahren Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe von 750.000 US-Dollar verurteilt. Seither sitzt sie im Gefängnis. Laut Urteil hatte sie eine zentrale Rolle beim Aufbau eines Rings zum sexuellen Missbrauch von Mädchen gespielt. © dpa
Palm Beach
Epstein soll zwischen 2002 und 2005 minderjährige Mädchen mit Geld angelockt und sexuell missbraucht haben, unter anderem in New York, auf seiner Privatinsel Little St. James in der Karibik und in Florida. Sein Haus in Palm Beach lag nicht weit von Donald Trumps Anwesen in Mar-a-Lago entfernt.  © Pedro Portal/Imago
Jeffrey Epstein West Palm Beach
Bereits 2008 hatte sich Epstein einem Prozess stellen müssen. Dabei handelte er zusammen mit seinem Rechtsanwalt Guy Lewis (rechts) einen Deal mit der Staatsanwaltschaft aus und konnte so einem Bundesverfahren entgehen. Epstein bekannte sich schuldig und saß ohne Verfahren vor einem Bundesgericht eine Gefängnisstrafe von 13 Monaten ab.  © Uma Sanghvi/Imago
Jeffrey Epstein Tod
Der Fall eskalierte endgültig 2019, als Epstein nach seiner erneuten Verhaftung tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden wurde. Die Ermittlungen ergaben, dass es sich um Suizid handelte. Die Untersuchung der New Yorker Gerichtsmedizin stützte dies. Minister und hohe Beamte von drei US-Regierungen bekräftigten immer wieder, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass andere Personen an Epsteins Tod beteiligt waren. Dennoch halten sich Spekulationen hartnäckig – je nach politischer Ausrichtung wurden wahlweise die Clintons oder Donald Trump verdächtigt. Die Umstände nährten das Misstrauen: In der Todesnacht versäumten Wärter ihre Kontrollgänge, obwohl Epstein einen Monat zuvor bereits einen mutmaßlichen Suizidversuch unternommen hatte. © Spencer Platt/AFP
Donald Trump und Jeffrey Epstein
Der wohl berühmteste Name, der im Skandal um Jeffrey Epstein die Runde macht, ist der von Donald Trump. Der heutige US-Präsident war lange vor seiner Karriere eng befreundet mit dem Finanzier. Beide stammen aus New York und teilen laut Trump eine „Leidenschaft für schöne Frauen“.  © imago
Prinz Andrew in England
Prinz Andrew gilt ebenfalls als einstiger enger Vertrauter Jeffrey Epstein. Der Bruder von König Charles III. soll auf Epsteins berüchtigter Insel zu Gast gewesen sein und zudem auch dessen Partys in New York regelmäßig besucht haben. Eine der Hauptzeuginnen im Prozesse gegen Jeffrey Epstein, Virginia Roberts Giuffre, machte auch Prinz Andrew Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs. Die Ermittlungen wurden aber eingestellt, nachdem man sich außergerichtlich geeinigt hatte. Andrew selbst bestreitet alle Vorwürfe. © dpa
Melania Trump, Donald Trump und Heidi Klum posieren für die Kameras.
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell sollen es auch gewesen sein, die Donald Trump mit Prinz Andrew bekannt machten. Begegnet sind sich die beiden laut einer Biografie über den britischen Royal auf einer Party des deutschen Models Heidi Klum. Im Bild zu sehen ist Klum in Begleitung von Donald Trump und seiner Ehefrau Melania auf einer Veranstaltung in New York im Jahr 2008. © imago
Ivanka Trump in Venedig
Auf alten Fotos, die im Zuge der Berichterstattung über den Fall Jeffrey Epstein veröffentlicht wurden, tauchte auch Donald Trumps älteste Tochter Ivanka Trump auf. Die dreifache Mutter, hier mit Ehemann Jared Kushner auf der Hochzeit von Jeff Bezos in Venedig, begleitete ihren Vater 1992 offenbar zu der Eröffnung eines Cafés in New York. Laut den Aufnahmen war dort auch Jeffrey Epstein anwesend. © imago
Chuck Schumer zeigt Bild von Donald Trump und Jeffrey Epstein
In einem Interview im Jahr 2002 sprach Donald Trump über Jeffrey Epstein. „Ich kenne Jeff seit 15 Jahren. Ein toller Kerl“, so Trump gegenüber dem New York Magazine. „Es macht viel Spaß, mit ihm zusammen zu sein. Man sagt sogar, dass er schöne Frauen genauso mag wie ich, und viele von ihnen sind eher jünger.“ Dieses Zitat nutzten wiederum die Demokraten, namentlich Chuck Schumer, um den heutigen Präsidenten Vorwürfe der Komplizenschaft mit Epstein zu machen. © afp
Donald Trump und Pam Bondi
Dass seine Verwicklung im Fall von Jeffrey Epstein aber verfing, lag nicht am Aufschrei der Demokraten. Verantwortlich sind wohl eher Donald Trump und sein Team selbst. Sie waren es, die seit Beginn der politischen Karriere Trumps die Gerüchte befeuerten und die Causa Epstein zur Verschwörung der Demokraten erklärten. Trumps Justizministerin Pam Bondi versprach, nach dem Wahlsieg alle Listen und Akten zu Epstein zu veröffentlichen. „Ich habe die Liste auf meinem Schreibtisch liegen“, so Bondi öffentlichkeitswirksam. © afp
Trump und die Epstein Akten
Tatsächlich lud Pam Bondi kurz darauf eine Gruppe handverlesener rechter Influencerinnen und Influencer ins Weiße Haus ein. Dort übergab die Justizministerin den Social-Media-Persönlichkeiten wie Rogan O‘Handley, Chaya Raichik und Liz Wheeler Ordner mit dem Titel „Die Epstein-Akten: Phase 1“. Doch nach anfänglicher Begeisterung war die folgende Enttäuschung umso größer. Der Ordner enthielt ausschließlich bereits bekannte Fakten und keinerlei neue Informationen. Die MAGA-Welt war entsetzt. © imago
Kritik an Trump wegen Epstein in Washington
Zahlreiche Verbündete Donald Trumps kritisierten seine Administration für das Zurückhalten der angeblichen Epstein-Liste und warfen ihr vor, ihr Versprechen nicht einzuhalten. Trump selbst bemühte sich um Ablenkung und erklärte Epstein und den Skandal rund um seinen alten Freund für Schnee von gestern. Doch weder seine Basis noch seine Gegner ließen sich von dem Thema abbringen. Immer mehr Banner und Lichtinstallationen wie diese tauchten rund um Trumps Amtssitz, dem Weißen Haus in Washington, auf. © imago
Bill Clinton redet
Wie auch immer die Liste von Jeffrey Epsteins Freunden und Vertrauten aussehen mag, neben Donald Trump wird sein Name mit großer Sicherheit dort zu finden sein: Bill Clinton, ehemaliger Präsident der USA und Bekannter des verurteilten und toten Finanziers. Clinton soll Gast auf Epsteins Partys und Passagier an Bord seiner Privatflugzeuge gewesen sein. In den Gerichtsakten taucht sein Name Dutzende Male auf. Die Passagen enthalten aber keine Beweise zu illegalem Verhalten des ehemaligen Präsidenten. © imago
Hillary Clinton
Im US-Wahlkampf zur Wahl 2016 bemühte Donald Trump sich, Bill Clintons Ehefrau Hillary Clinton in die Epstein-Affäre zu verstricken. Davon erhoffte sich der damalige Kandidat der Republikaner einen Vorteil im Kampf gegen seine Konkurrentin der Demokraten. Der Plan ging vorerst auf: Trump gewann die Wahl 2016 gegen Clinton und zog zur großen Überraschung ins Weiße Haus ein. © imago
Robert F. Kennedy Jr
Auf Epsteins Liste könnte sich auch sein Name finden: Robert F. Kennedy Jr. Der Neffe des einstigen US-Präsidenten John F. Kennedy fungiert in der Administration von Donald Trump als Gesundheitsminister und hatte sich zuvor als Impfgegner einen Namen gemacht. Kennedy Jr. gab zu, mehrfach mit Epsteins Privatjets geflogen zu sein. Vom Kindesmissbrauch seines damaligen Bekannten habe er aber nichts mitbekommen, so Kennedy Jr. heute. © imago
Bill Richardson und Barack Obama
Aus dem Lager der Demokraten finden sich weitere Namen auf der angeblichen Liste Jeffrey Epsteins. Darunter Bill Richardson (Archivbild). Der ehemalige US-Diplomat in der Administration Barack Obamas und Gouverneur des Bundesstaates New Mexico soll ebenfalls verwickelt und sowohl mit Epstein als auch mit Ghislaine Maxwell bekannt gewesen sein. Richardson starb im September 2024 im Alter von 75 Jahren. © imago
Andrew Cuomo
Der nächste Gouverneur, der in den Fall rund um Jeffrey Epstein verwickelt sein soll, ist Andrew Cuomo. Er war für die Demokraten Gouverneur des Bundesstaates New York und scheiterte unlängst bei den Vorwahlen seiner Partei für die Wahl des Bürgermeisters der Ostküsten-Metropole. Laut dem Boulevardmagazin New York Post war auch er gut bekannt und eng vernetzt mit Epstein. © imago
Bill und Melinda Gates
Multimillardär und Microsoft-Gründer Bill Gates verbindet eine lange Beziehung zu Jeffrey Epstein. Unbestätigten Berichten zufolge versuchte Epstein im Jahr 2017, Gates wegen einer angeblichen Affäre mit einer russischen Bridge-Spielerin zu erpressen. Gates selbst hat seine Beziehung zu Epstein zugegeben und sie „töricht“ genannt. Seine Ex-Frau Melinda räumte in einem Interview ein, dass die Verbindung ihres Mannes zu dem Finanzier einer der Gründe gewesen sei, warum sie schließlich die Scheidung eingereicht habe. © imago
Alan Dershowitz
In den bislang veröffentlichten Unterlagen im Fall Epstein wird unter anderem sein Anwalt, Alan Dershowitz, erwähnt. Epstein soll dem ehemaligen Professor der Harvard-Universität Minderjährige zum Sex angeboten haben. Dershowitz soll außerdem Zeuge gewesen sein, als Epstein und seine Komplizen sich an Minderjährigen vergingen. Dershowitz bestreitet die Vorwürfe. „Natürlich bin ich auf der Liste. Ich war sein Anwalt“, begründete er die Verbindungen zu Epstein. © dpa
Bruce Willis
Unter den zahlreichen Schauspielern, Hollywood-Stars und sonstigen Promis auf der mutmaßlichen Liste Jeffrey Epsteins wird auch Bruce Willis vermutet. Der 70 Jahre und an Demenz erkrankte US-Schauspieler soll während seiner aktiven Karriere Kontakt mit Epstein gehabt haben. Direkte Vorwürfe, dass er am organisierten Missbrauch Minderjähriger, den Epstein und seine Gehilfin Ghislaine Maxwell aufbauten, beteiligt gewesen sein soll, gibt es nicht. © dpa
Cameron Diaz und Brigitte Macron
In den Epstein-Skandal wurde auch Schauspielerin Cameron Diaz (r.), hier mit Brigitte Macron, Ehefrau des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, gezogen. Die 51-Jährige bestreitet jedoch alle Anschuldigungen. „Cameron hat Jeffrey Epstein weder getroffen, noch war sie jemals am selben Ort wie er oder hatte irgendeine Verbindung zu ihm“, erklärte eine Sprecherin. Jeffrey Epstein soll laut den veröffentlichten Unterlagen damit geprahlt haben, engen Kontakt zu Schauspielerinnen wie Diaz unterhalten zu haben. © imago
Michael Jackson
Bereits im Januar 2024 wurde bekannt, dass auch der Name von Michael Jackson in den Gerichtsdokumenten auftaucht. Der Name des „King of Pop“ wurde bei einer Befragung erwähnt. Sie habe ihn in Epsteins Haus in Palm Beach getroffen, sagte eine Zeugin damals aus. Die Zeugin beschuldigte Jackson jedoch nicht eines Verbrechens oder Fehlverhaltens. © Bernd Settnik/dpa
Naomi Campbell und Prinz Charles
Aus den Namensnennungen der Prominenten in den Gerichtsakten zum Epstein-Fall lässt sich letztlich nur die einmalige Anwesenheit bei einer Veranstaltung Epsteins ableiten. Das betrifft wohl auch das Supermodel Naomi Campbell (hier 2018 mit Charles. der damals noch Prinz war).  © Joe Giddens/dpa

Fed-Streit als Kulisse: Khanna attackiert Trump

Während Khanna in derselben Sendung vor allem die Epstein-Akten in den Mittelpunkt rückte, nutzte er die Bühne auch für eine scharfe Attacke gegen Präsident Donald Trump. Er warf ihm vor, „Richard Nixons Drehbuch“ zu folgen, um die Unabhängigkeit der US-Notenbank zu untergraben. Zugleich forderte er Fed-Gouverneurin Lisa Cook, der Trump Betrügerei vorwirft und die er in der zurückliegenden Woche entlassen hat, auf, ihre Hypothekenunterlagen offenzulegen – betonte aber, das eigentliche Problem sei die politische Einflussnahme auf die Fed.

Khanna argumentierte, Trumps Zollpolitik verhindere genau jene Zinssenkungen, die der Präsident lauthals fordere: „Wenn er die pauschalen Zölle aufhebt, würde die Fed die Zinsen senken können.“ Auch Cooks Absetzung durch Trump wegen mutmaßlichen Hypothekenbetrugs ist inzwischen Gegenstand einer Klage, ein Eilantrag gegen die Abberufung blieb zunächst ohne Entscheidung. Für Khanna sind beide Themen – die Fed ebenso wie Epstein – Beispiele für eine Regierung, die Transparenz und institutionelle Unabhängigkeit systematisch blockiere.

Ro Khanna (l.) und Thomas Massie (r.) bilden im US-Kongress eine parteiübergreifende Allianz für die Veröffentlichung der Epstein-Akten – der Skandal reicht bis zu Donald Trump (Mitte, rechts).

Epstein-Skandal: Zäher Aktenfluss und Kritik an Ermittlungen

Währenddessen wächst der Frust über die schleppende Dokumentenfreigabe im Fall Epstein. Khanna erklärte, nur drei Prozent der vom Justizministerium an den Aufsichtsausschuss (House Committee on Oversight and Accountability) im US-Kongress übermittelten Unterlagen seien neu; „weniger als ein Prozent“ sei bislang öffentlich. Das Justizministerium unter Bondi blockiere die Freigabe weiterer Dokumente, so der kalifornische Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus.

Auch Zivilgesellschaft und Opfer­vertreter erhöhen den Druck: Die NGO „Democracy Defenders Fund“ klagt, um Unterlagen zu Verbindungen zwischen Epstein-Ermittlungen und Präsident Trump sowie Mar-a-Lago zu erzwingen. „Transparenz ist kein Luxus“, sagte Norm Eisen gegenüber dem Nachrichtenportal Axios. Zugleich kritisieren Anwälte und Aktivistinnen, schreibt der Guardian, „oberflächliche“ Befragungen von Epsteins Vertraute Ghislaine Maxwell und mangelnde Einbindung der Betroffenen.

Epsteins „Birthday Book“ soll an Kongress gehen

Brisant ist auch ein angekündigter Dokumenten­-Transfer aus dem Epstein-Nachlass: Das sogenannte „Birthday Book“ von 2003 und weitere Unterlagen sollen dem Aufsichts­ausschuss übergeben werden, bestätigte der Demokrat Robert Garcia gegenüber The Independent. Trump bestreitet die Existenz eines ihm zugeschriebenen „derben“ Geburtstagsgrußes, er ist in diesem Zusammenhang nicht wegen eines Delikts angeklagt.

Bereits zuvor, notiert der Washington Examiner, hatte der Ausschuss nach einer Vorladung die erste Tranche von Akten zum Fall Epstein aus dem Justizministerium erhalten und angekündigt, diese nach Prüfung und Anonymisierung sensibler Daten öffentlich zu machen.

Alte Entscheidungen von Trumps Ex-Arbeitsminister im neuen Scheinwerferlicht

Parallel rückt eine Schlüsselfigur der Jahre vor Epsteins erneuter Festnahme wieder ins Zentrum: Ex-Arbeitsminister Alex Acosta, 2008 als Bundesstaatsanwalt Mitarchitekt des sogenannten „Sweetheart Deals“ mit Epstein, soll am 19. September vor dem Aufsichts­ausschuss aussagen. Kritisiert werden u. a. ungewöhnliche Immunitäts­zusagen und fehlende Opfer­informatioen, heißt es im Telegraph.

Acosta verteidigte den Deal in der Vergangenheit als damals bestmögliche Lösung; eine spätere DoJ-Prüfung attestierte ihm „schlechte Urteils­fähigkeit“, ohne Korruption festzustellen.

„Sweetheart Deal“ zwischen Jeffrey Epstein und Alex Acosta

2008 genehmigte Alex Acosta als Bundesstaatsanwalt in Florida einen umstrittenen Vergleich für Jeffrey Epstein, der sexuellen Missbrauch Minderjähriger vorgeworfen wurde. Epstein erhielt eine 13-monatige Haftstrafe unter milden Bedingungen und Immunität vor Bundesstrafermittlungen. Die Opfer wurden nicht über die Vereinbarung informiert, was später als Rechtsbruch bewertet wurde.

Acosta verteidigte den Deal mit dem Argument, wenigstens eine Strafe und Registrierung als Sexualstraftäter sichergestellt zu haben. Wegen der Kritik trat Acosta 2019 von seinem Amt als US-Arbeitsminister zurück, das er von 2017 bis 2019 unter Präsident Trump innehatte. (Quellen: AP, CNN, DW)

Epstein-Affäre: Showdown in der ersten Woche nach der Sommerpause

Die politische Taktzahl rund um die Epstein-Affäre, in der auch Trumps Name immer wieder fällt, steigt jedenfalls: Ab Dienstag wollen Khanna und Massie per „discharge petition“-Verfahren die Abstimmung erzwingen, am Mittwochmorgen sollen die Betroffenen vor dem Kapitol sprechen. „Was explosiv sein wird, ist die Pressekonferenz – mit 10 Epstein-Opfern, viele, die noch nie zuvor gesprochen haben“, erklärte Khanna in Meet the Press. „Sie werden klar sagen, dass sie die Freigabe der Epstein-Akten wollen.“

Ob die angekündigten Aussagen den Aktenstau auflösen – oder die Fronten weiter verhärten –, entscheidet sich in den nächsten Tagen. Khannas Fazit bleibt unverändert: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass es passieren wird.“ (chnnn)

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