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Experte: Wladimir Putin verfolgt in der Arktis eine gefährliche Strategie

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Russland intensiviert seine militärische Aufrüstung in der Arktis. Ein Merz-Vertrauter warnt. Und er nennt bei IPPEN.MEDIA Wladimir Putins Beweggründe.

Berlin – Unterseekabel, Drohnen-Sichtungen, Luftraum-Verletzungen: Die Provokationen des Russland-Regimes von Wladimir Putin gegen die NATO sind zahlreich und vielfältig. Eine Region rückt im weltpolitischen Ringen dabei immer mehr in den Fokus: die Arktis. Strategische Vorteile und Bodenschätze - das Moskau-Regime soll im Ewigen Eis machtpolitische Ziele verfolgen. Ein Militär-Experte, Verteidigungspolitiker und Vertrauter von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) warnt eindringlich davor.

Der damalige Verteidigungsminister Sergei Schoigu (2. v. li.) inspizierte im August 2023 für Wladimir Putin (li.) einen Militär-Stützpunkt auf der russischen Doppelinsel Nowaja Semlja im Nordpolarmeer. (Archivfoto)

„Die Arktis ist eine militärische Schlüsselzone. Russland hat seine Militärstandorte in der Arktis systematisch aufgerüstet und bereitet sich strategisch und systematisch auf den großen Krieg gegen den Westen vor“, erklärt der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter Merkur.de von IPPEN.MEDIA: „Dabei spielen auch kritische Infrastrukturen des Westens in der Arktis mit hoher Relevanz für die NATO eine Rolle.“

Wladimir Putin rüstet in der Arktis auf: Russland erhöht militärische Präsenz in der Region

Der Bundestagsabgeordnete nennt als Beispiele die „weltgrößte Satellitenbodenstation Svalbard Satellittstasjon auf Spitzbergen und das Svalbard Undersea Cable System“. Dies seien wichtige Teile der „Infrastruktur der Weltraumagenturen NASA und ESA und westlicher Navigationssysteme. Deshalb wird es zu einem strategischen Ziel Russlands“, meint der 62-jährige Schwabe. Spitzbergen ist eine norwegische Inselgruppe im Arktischen Ozean zwischen dem norwegischen Festland und dem Nordpol. Damit nicht genug.

Zudem habe Putin „auf der Halbinsel Kola (Arktische Halbinsel, d. Red.) die russische Nordflotte mit ballistischen Atomraketen stationiert, die nun durch Atom-U-Boote ergänzt wird. Die Arktis ist eine zentrale Logistikroute, auch dann, wenn es um transatlantische Unterstützung und Kommunikationswege nach Europa geht“, schildert Kiesewetter: „Die Bedrohung durch maritime Kräfte Russlands und auch durch den Untersee-Krieg ist also wesentlich gestiegen.“ Mit „transatlantischer Unterstützung“ sind die Amerikaner unter Donald Trump gemeint.

Der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter ist seit 2009 Abgeordneter im Deutschen Bundestag.

Am 20. Oktober hatte sich Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) in Ottawa mit seinem kanadischen Amtskollegen David McGuinty und dem norwegischen Verteidigungsminister Tore O. Sandvik getroffen, um laut Website seines Ministeriums mit ihnen über Verbesserungen der Sicherheit und Abschreckung gegen Russland im Nordatlantik zu beraten. Auch der Ukraine-Krieg dürfte ein Thema gewesen sein.

Wegen Bedrohung durch Wladimir Putin: Deutschland kooperiert mit Island und London

Ebenfalls in den vergangenen Tagen gab die schwarz-rote Bundesregierung bekannt, dass die Bundeswehr die militärische Kooperation mit Großbritannien intensivieren sowie im Rahmen der Verteidigungsallianz deutsche Seefernaufklärer P-8 Poseidon auf Island stationieren werde. Pistorius bezeichnete die Vulkaninsel Island wegen ihrer geografischen Lage als Brücke über den Nordatlantik zu den Partnern in den USA und in Kanada, es sei zugleich ein Tor zur Arktis.

Es sei überfällig, „dass die NATO bei ihren Abschreckungs- und Verteidigungsbemühungen auch die Arktis und umliegende Partner in den Blick nimmt“, erklärt Kiesewetter Merkur.de von IPPEN.MEDIA. Der Bundeswehr-Offizier außer Dienst, der im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages sitzt, spricht sich ferner für eine Wehrpflicht in Deutschland aus, sollte der geplante Wehrdienst die deutschen Streitkräfte personell nicht ausreichend ausrüsten.

Das Ziel der schwarz-roten Koalition ist es, die Anzahl deutscher Soldatinnen und Soldaten von aktuell 182.000 auf 260.000 zu erhöhen. Dem Russland-Regime wirft Kiesewetter wegen jüngster Luftraum-Verletzungen eine „gezielte Kriegsvorbereitung“ gegen die NATO vor. (Quellen: Anfrage an Roderich Kiesewetter, bmvg.de) (pm)

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