VonSebastian Richterschließen
Terrormilizen haben in Syrien und im Irak Stützpunkte der US-Armee attackiert. Begründet wird der Angriff mit Israels Krieg im Gaza-Streifen.
Frankfurt – Zwei Militärstützpunkte der US-Armee in Syrien sind in der Nacht zu Donnerstag angegriffen worden. Zum einen habe es einen Drohnenangriff auf den Stützpunkt Al-Tanf nahe der Grenze zum Irak und Jordanien ereignet. Außerdem sei eine Rakete beim Stützpunkt Conoco im Osten Syriens eingeschlagen.
Zunächst berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London von dem Vorfall. Bekannt zu den Angriffen hatten sich Pro-Iranische Milizen aus dem Irak. Eine kleine Zahl von US-Soldaten wurde dabei laut Reuters verletzt.
Milizen attackieren Stützpunkte der USA im Irak und Syrien
Nach Angaben der Denkfabrik „Institute of the Study of War“ (ISW) seien die beiden Angriffe in Syrien getrennt voneinander koordiniert worden. Schon am Mittwoch erklärte das US-Militär, dass sich Streitkräfte im Irak an den Stützpunkten Al Harir und Ain al Asad gegen Drohnenschläge verteidigen mussten.
Auch dazu hatten sich schiitische Milizen bekannt. Das Militär sei in erhöhter Alarmbereitschaft und beobachte aufmerksam die Lage im Irak und der Region, erklärte das Regionalkommando des US-Militärs laut der dpa. Der letzte schwere Angriff in Syrien forderte über hundert Todesopfer.
Angriffe auf US-Armee in Syrien: Terroristen fordern Israels Rückzug aus Gaza
Hintergrund der zunehmenden Angriffe auf die US-Armee sind die Operationen Israels im Gaza-Streifen gegen die Hamas. Ein Sprecher der Terrororganisation Hisbollah erklärte zuletzt im libanesischen Fernsehen, die Miliz werde „solange US-Stützpunkte angreifen, bis die Bombardierung und die Belagerung von Gaza aufhörten.“ Konkret beziehen sich die Terroristen auf eine Explosion auf einem Krankenhausgelände in Gaza, für die nach den Angaben der Terrororganisation die USA und Israel verantwortlich sein sollen. Erste Indizien sprechen allerdings dafür, dass es sich um eine fehlgeleitete Rakete des Islamischen Dschihad handeln könnte.
Der Krieg im Gaza-Streifen könnte allerdings noch eine ganze Zeit andauern. Ein US-General teilte seine Befürchtung, der Gaza-Streifen könnte für Israel ein „Mogadischu auf Steroiden“ werden – und sich noch Jahre oder sogar Jahrzehnte hinziehen. (spr/dpa)
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