Reichsbürger-Razzia

Faeser: Reichsbürger-Razzia zeigt «Abgrund einer terroristischen Bedrohung»

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Innenministerin Nancy Faeser (SPD) blickt besorgt auf Ideologien in der Reichsbürgerszene.

Innenministerin Nancy Faeser (SPD) zeigt sich nach der Razzia in der Reichsbürgerszene besorgt über deren Fantasien und Ideologien.

Berlin -  Die Initiatoren seien «von gewaltsamen Umsturzfantasien und Verschwörungsideologien getrieben», erklärte die Ministerin am Mittwoch in Berlin. Faeser sprach ausdrücklich von einer mutmaßlich terroristischen Vereinigung. «Militante Reichsbürger verbindet der Hass auf die Demokratie, auf unseren Staat und auf Menschen, die für unser Gemeinwesen einstehen.»

Die Bundesanwaltschaft hatte zuvor deutschlandweit 25 Menschen festnehmen lassen. Sie sollen einen Umsturz geplant und dafür teilweise auch mit Waffen trainiert haben.

Auschwitz Komitee: Besorgnis wegen Bewaffnung von Reichsbürgern

Das Internationale Auschwitz Komitee hat sich für die Großrazzia in der sogenannten Reichsbürgerszene ausdrücklich bei den Sicherheitsbehörden bedankt. «Die Bewaffnung der Betroffenen ist mehr als besorgniserregend, ebenso wie ihre augenscheinlichen Verbindungen in Bereiche des Militärs und der Polizei», erklärte Vizepräsident Christoph Heubner am Mittwoch. Die AfD kritisierte er in diesem Zusammenhang als «parlamentarischen Steigbügelhalter» der Umsturz-Initiatoren. «Die Verachtung der Demokratie und der Grundton des Hasses verbindet beide Gruppierungen.»

Das Internationale Auschwitz Komitee ist ein Zusammenschluss von Holocaust-Überlebenden und ihren Organisationen. (dpa)

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