BSW und FDP weiter im Tief

Fatales Zeugnis für Merz-Regierung in neuer Umfrage – AfD mit Rekordwert

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Union und AfD stehen in einer neuen Umfrage gemeinsam an der Spitze. Kanzler Friedrich Merz und seine Regierung erhalten dabei ein vernichtendes Urteil.

Berlin – Union und AfD nehmen sich aktuell nichts – zumindest in der neuesten Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Insa für die Bild. Dort liegen sowohl die CDU und die CSU als auch die Rechtsaußen-Partei mit 25,5 Prozent an der Spitze. Für die Schwester-Parteien aus der Bundesregierung ist dies der schlechteste Wert in Bundestagsumfragen seit gut drei Wochen.

Sind mit ihren Parteien gleichauf: AfD-Chefin Alice Weidel hat derzeit mehr Grund zur Freude als Bundeskanzler Friedrich Merz mit seiner CDU.

Gründe für das Abschneiden der Union könnten die bislang ausgebliebenen Reformen im „Herbst der Reformen“, aber auch der Streit innerhalb der CDU um eine Aussage von Außenminister Johann Wadephul zur Heimat-Rückkehr von Syrern sein. Der Chef-Diplomat hatte bei einem Besuch im vom Krieg gezeichneten Land Zweifel daran geäußert, dass Geflüchtete bald wieder in Syrien leben könnten. Das hörten viele Parteikollegen gar nicht gerne.

Wahlumfrage: Union gewinnt bei Insa-Meinungstrend hinzu

Auch Querelen um Streitthemen wie die Bürgergeld-Reform könnten bei den Umfrage-Werten hineinspielen. Die SPD, deren Basis mit einem Mitgliederbegehren gegen die geplanten schärferen Sanktionen aufsteht, kommt in der Erhebung auf 15 Prozent und bleibt damit drittstärkste Kraft. Eine schwarz-rote Koalition hätte damit aber keine Mehrheit. Denn auch die Grünen und die Linke würden mit jeweils elf Prozent den Einzug in den Bundestag schaffen.

Der Zugang zum Parlament bliebe dem BSW mit vier Prozent und der FDP mit drei Prozent verwehrt. Die übrigen Parteien kommen bei der Umfrage auf fünf Prozent. 2002 Bürger nahmen zwischen dem 30. Oktober und dem 3. November an der Online-Befragung teil.

Ergebnis der Insa-Wahlumfrage vom 3. November 2025

CDU/CSU: 25,5 %

AfD: 25,5 %

SPD: 15 %

Grüne: 11%

Linke: 11 %

BSW: 4 %

FDP: 3 %

Sonstige: 5 %

Quelle: Bild

Im Vergleich zum vorigen Insa-Meinungstrend gewann die Union einen Prozentpunkt hinzu, dagegen verloren AfD, Linke und FDP jeweils 0,5 Prozentpunkte. Die sonstigen Parteien schnitten um einen halben Prozentpunkt besser ab.

Merz-Regierung kassiert Wähler-Ohrfeige: Nur elf Prozent positiv überrascht

Werden dagegen die Werte von der Bundestagswahl im Februar herangezogen, büßte die Union seither drei Prozentpunkte ein. Bei der SPD ging es hier um 1,4 Prozentpunkte runter. Den größten Sprung in die andere Richtung machte die AfD, die im Vergleich zu ihrem ohnehin besten bundesweiten Wahlergebnis also 4,7 Prozentpunkte draufpackte.

Ein fatales Zeugnis stellten die Insa-Befragten der Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz aus. Lediglich elf Prozent haben den Eindruck, diese leiste mehr als erwartet. Dagegen finden 58 Prozent, Schwarz-Rot leiste weniger als erwartet. 21 Prozent stimmten dafür, dass CDU, CSU und SPD wie erwartet liefern. Eine schallende Ohrfeige, die weit über das Regierungsviertel hinaus zu hören sein dürfte.

Die Gesichter der Koalition: Seit Mai führen Friedrich Merz (l.) und Lars Klingbeil als Bundeskanzler und Vizekanzler die Regierung an.

Für die AfD hält die Erhebung noch einen weiteren Erfolg parat. Zwar gaben 51 Prozent der Teilnehmer an, die Rechtspopulisten auf keinen Fall zu wählen. Das ist jedoch laut dem Boulevardblatt der niedrigste Ablehnungswert in der Partei-Geschichte.

Beliebteste Politiker: Merz auch von Weidel abgehängt

Bei den beliebtesten Politikern dominieren jedoch weiterhin die Regierungsparteien. An der Spitze liegt wie seit Monaten Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), der mit 51,7 Prozent als einziger mehr als die Hälfte der Befragten hinter sich weiß. Dahinter folgen CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mit 42,7 Prozent sowie Nordrhein-Westfalens Landesvater Hendrik Wüst (CDU) mit 42,6 Prozent – also die beiden aussichtsreichsten Kanzler-Kandidaten der Union, sollte Merz nicht noch einmal antreten wollen.

Hier taucht die AfD erst auf Rang neun auf: mit Parteichefin Alice Weidel, die 37,1 Prozent Zustimmung erhält. Allerdings liegt sie damit noch deutlich vor Merz, der einen Wert von 34,6 Prozent erreicht und damit auf Position 17 liegt. (Quelle: Bild) (mg)

Rubriklistenbild: © IMAGO / dts Nachrichtenagentur, IMAGO / Chris Emil Janßen

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