„Air Defender 2023 soll als forderndes Übungsszenario mit Luftkriegsoperationen für befreundete und verbündete Luftstreitkräfte dienen“, teilt die Bundeswehr im Vorfeld der Übung mit. Übersetzt heißt dies: Man probt den Ernstfall, in dem man natürlich zu jeder Zeit einsatzbereit sein muss. Einzelheiten, wie das Manöver genau abläuft, sind noch nicht bekannt. „Dabei entspringt dieses Vorhaben einer reinen verteidigenden Trainingsabsicht. Die Reaktionsfähigkeit und die gemeinsame Stärke in der Luft sollen trainiert und demonstriert werden“, so die Luftwaffe weiter.
Manöver Air Defender 2023: Wo sind die Kampfjets im Juni über Deutschland zu sehen?
Für das Übungsmanöver wird der Luftraum über Deutschland sozusagen in drei Zonen aufgeteilt: Das Übungsgebiet Nord, das Übungsgebiet Süd und das Übungsgebiet Ost. In NRW bekommt man möglicherweise im Norden des Bundeslands die Möglichkeit, die Kampfjets am Himmel zu sehen – ansonsten ist das bevölkerungsreichste Bundesland von der Übung eher weniger betroffen. In folgenden Zonen sind die Flugzeuge ab 12. Juni unterwegs:
Übungsgebiet Nord: erstreckt sich über Teile von Schlesweig-Holstein, Bremen und Niedersachsen. Auch die Lufträume über der Kieler Bucht in der Ostsee und über der Nordsee sind betroffen.
Übungsgebiet Süd: liegt über Schwaben in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.
Übungesgebiet Ost: reicht von der Ostsee über weite Teile von Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin und Sachsen.
„Das Manöver ist generell absolut defensiv ausgelegt, wir werden keine offensiven Flugstrecken, etwa in Richtung Kaliningrad, durchführen. Unsere östlichen Mitgliedsstaaten Rumänien, Polen, Tschechien und die baltischen Staaten werden aber natürlich mit einbezogen“, sagt Luftwaffen-Inspekteur Ingo Gerhartz gegenüber dem NDR.
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Air Defender 2023: Wann wird im Rahmen des Kampfjet-Manövers im Juni geübt?
Geplant sind vom 12. Juni 2023 an drei große Übungen pro Tag. Diese sollen in den verschiedenen Übungszonen alternierend stattfinden, sodass jeder Luftraum maximal drei Stunden beansprucht werden soll. Am Wochenende und nachts wird nicht geübt; dennoch wird der reguläre Flugbetrieb hier weiterhin durchgeführt. Es dürfte Mitte Juni für besagte elf Tage also ziemlich voll werden am Himmel über Deutschland. Und laut, schließlich könnte Air Defender für Fluglärm sorgen.