Merz stellt sich in ARD-Arena: Zugeständnis in „Stadtbild“-Debatte – „brauchen Migration“
VonFelix Busjaeger
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Kanzler Merz antwortet in der „Arena“ der ARD live Fragen der Bürger. Eine Frage zum „Stadtbild“-Streit kommt wieder auf. Der News-Ticker.
Update, 9. Dezember, 5.21 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich selbstkritisch zur Art und Weise geäußert, wie er seine umstrittene Aussage zu Migration im „Stadtbild„ getätigt hat. „Ich hätte vielleicht früher sagen sollen, was ich konkret damit meine“, sagte Merz am Montagabend in der ARD-Sendung „Die Arena“. Er würde dies „heute anders machen“. Merz betonte dabei, dass Deutschland Migration und Einwanderung brauche und auch wolle.
Merz hatte mit Äußerungen zu einer nach seiner Auffassung problematischen Auswirkung von Migration auf das „Stadtbild„ im Oktober eine kontroverse Debatte ausgelöst. Ihm wurden daraufhin unter anderem Diskriminierung und Rassismus vorgeworfen.
„Ich glaube, jeder der guten Willens war, wusste, was ich damit meinte“, sagte Merz in der ARD-Sendung auf Zuschauerfragen zu dem Thema. Er bekräftigte dabei, er sehe weiter Probleme mit Migranten, die sich etwa in Schwimmbädern oder Bahnhöfen nicht an die Regeln hielten. Solche Dinge müssten „aufhören“, betonte der CDU-Chef. „Diejenigen, die in unserem Land leben wollen, müssen sich an die Regeln halten. Und wenn sie es nicht tun, müssen sie gehen.“
Dies sei aber nur einer von zwei Teilen der Antwort, betonte Merz. „Unser Land muss ein offenes Land bleiben für Einwanderung derer, die hier arbeiten wollen, die hier leben wollen und die sich in Deutschland integrieren wollen.“
Deutschland brauche Einwanderung auch, um den Fachkräftemangel etwa in der Pflege bewältigen, sagte Merz weiter. Er sehe das etwa im Pflegeheim seiner Eltern: „Ohne diejenigen, die aus anderen Ländern kommen, geht es einfach nicht mehr.“ Dies gelte auch für andere Berufe. „Diese Differenzierung, die würde ich gerne stärker betonen.“
Merz stellt sich in ARD-Arena: Erste Reaktionen auf TV-Auftritt des Kanzlers
Update, 21:49 Uhr: Die ARD-Arena mit Friedrich Merz ist beendet. Einen ersten Stimmungstest, wie der Kanzler abschnitt, liefert die ARD. Die erste Frage an ein 100-köpfiges Testpublikum lautet: Werden wir gut regiert? 76 Prozent verneinen dies, 15 bejahen.
Update, 21:40 Uhr: Die ARD-Arena endet mit einem Bekenntnis des Kanzlers zum christlichen Leitbild seiner CDU. Merz verweist auf seine katholische Erziehung. Den Vorwurf, das C in der CDU sei nur noch „Mogelpackung“, weist er zurück. Es seien aber auch nicht alle politischen Fragen mit christlicher Nächstenliebe zu beantworten.
Update, 21:23 Uhr: Noch während der ARD-Arena wirft man in der Sendung einen Blick auf die Reaktionen im Netz. Dort wird die Reise des Kanzlers nach Israel diskutiert, wo sich Merz mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu getroffen hatte. Für ihn sei stets klar, dass Deutschland an der Seite Israels stehe. Dennoch habe er trotz Kritik aus den eigenen Reihen die Lieferung von Waffen während des Kriegs in Israel gestoppt.
Update, 21:10 Uhr: Eine Frau berichtet von ihrem überraschenden Tod ihres Mannes und lenkt das Gespräch so auf ein Thema, das ihrer Meinung nach aber keine Lobby habe: die Witwenrente. „Ich habe aber Bock, zu arbeiten“, so die Frau. Die Zuverdienstgrenze hindere sie aber daran. Merz stellt klar: „Wenn wir es Menschen schwerer machen, zu arbeiten, dann machen wir etwas falsch.“
Update, 20:57 Uhr: Nächstes Thema ist das Gesundheitssystem. Das müsse „eine Milliarde Arztbesuche pro Jahr“ verkraften, sagt der Kanzler. Das seien zu viele. Merz führt aus: „Wir haben das zweitteuerste Gesundheitssystem der Welt.“ Es zu reformieren, sei eine gewaltige Aufgabe.
Merz live im TV: Kanzler spricht über Migrationspolitik
Update, 20:44 Uhr: Ein Gast aus dem Ruhrgebiet fragt Merz: „Können wir erwarten, dass sie alle Menschen mit Migrationshintergrund, die unserem Staat schaden, abschieben werden?“ Der Bundeskanzler betont zunächst die Bedeutung von Einwanderern: „Die Geschichte des Ruhrgebiets wäre nicht so verlaufen, ohne Einwanderer.“ Deutschland müsse ein offenes Land bleiben. Seine Regierung habe gleichzeitig aber die Zahl der Einwanderung deutlich verringert. „Diejenigen, die in unserem Land leben wollen, müssen sich an die Regel halten. Wenn sie das nicht tun, müssen sie gehen“, schließt Merz.
Update, 20:37 Uhr: Ein junger Zuschauer fragt Merz, warum seine Generation für Deutschland kämpfen solle, wenn wie zuletzt bei der Rente die Kosten auf ihr abgeladen würden. Der Kanzler betont die vielen Möglichkeiten, die jungen Menschen in diesem Land geboten werden. „Ich kann mir kein schöneres vorstellen“, so der Kanzler. „Es lohnt sich, für dieses Land zu kämpfen.“
Update, 20:28 Uhr: Auf die erste Frage, an welches Handwerk seine Arbeit ihn gelegentlich erinnert, antwortet der Merz spontan mit „Maurer“. Später führt er aus, dass seine schwarz-rote Koalition Stück für Stück vorankomme. Im Anschluss stellt sich Merz der Frage eines Berufssoldaten zum neuen Wehrdienst. „Wenn es nicht freiwillig geht, müssen wir über die Wehrpflicht reden“, so der CDU-Chef.
Update, 20:15 Uhr: Es geht los. Der Kanzler ist in der ARD-Arena eingetroffen. Jessy Wellmer und Louis Klamroth begrüßen Friedrich Merz zur Fragerunde.
Update, 19:50 Uhr: Kanzler Friedrich Merz hat einen intensiven Reisetag hinter sich, der mit seinem Live-Auftritt in der Bonner ARD-Arena um 20:15 Uhr enden wird. Der CDU-Chef eröffnete am Vormittag noch die neue Dauerausstellung im Haus der Geschichte in Bonn, reiste anschließend zum Ukraine-Gipfel nach London und kehrte für den TV-Termin wieder in die einstige Hauptstadt zurück. Bei dem Londoner Treffen kam Merz mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem britischen Premierminister Keir Starmer zusammen.
Erstmeldung vom 8. Dezember 2025: Bonn – Am Wochenende Jerusalem, am Montag London und nun am Abend live ein Bürger-Duell: Für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) waren die vergangenen Tage nach der Einigung beim Rentenstreit überwiegend außenpolitisch geprägt. Doch zum Ende seines ersten Kanzlerjahres wartet auf den CDU-Politiker eine Live-Veranstaltung, die zur nächsten Bewährungsprobe werden könnte.
Live bei der ARD in der „Arena“ wird sich Merz den Fragen der Zuschauerinnen und Zuschauer stellen. Moderiert wird die Veranstaltung von Jessy Wellmer und Louis Klamroth. Etwa 150 Bürger werden die Gelegenheit haben, ihre Fragen live an den Kanzler zu stellen. Angesichts der diversen Themen, die gegenwärtig die Gesellschaft belasten, ist die Liste an möglichen Diskussionspunkten lang.
Merz live: Kanzler stellt sich ARD-Arena
„Verantwortung für Deutschland“ – knapp ein halbes Jahr ist es her, dass Kanzler Merz mit ebendiesen Worten seine erste Regierungserklärung vor dem Deutschen Bundestag eröffnete. Er sprach damals über Sicherheit sowie Freiheit und kündigte einen Wechsel der deutschen Politik an. Zugleich mahnte Merz angesichts der Herausforderungen: „80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und in dem 35. Jahr der Wiedervereinigung unseres Landes wird unsere Freiheit durch die Gegner und die Feinde unserer liberalen Demokratie so sehr angegriffen wie selten zuvor“.
Und kurz vor dem Weihnachtsfest 2025 sind die Herausforderungen drängender denn je: Union und SPD haben über Wochen öffentlichkeitswirksam um die Rentenreform gerungen, US-Präsident Donald Trump versetzt mit einer neuen Sicherheitsstrategie die westlichen Partner in Aufruhr und der russische Präsident Wladimir Putin eskaliert den Ukraine-Krieg immer wieder. Über die Frage, worauf sich Deutschland 2026 einstellen muss, wird Merz mit großer Sicherheit live in der „Arena“ bei der ARD debattieren.
Von Adenauer bis Merz: Die Kanzler der Bundesrepublik
Die „Arena“ bei der ARD wird sich unter anderem mit den drängendsten Fragen wie Wehrpflicht, Gesundheit, Rente, kritische Infrastruktur, Pflege, Fachkräftemangel, Migration oder Deutsche Bahn beschäftigen. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird das Gespräch mit Merz auch unter dem aktuellen Eindruck der Gespräche in London stehen. Gemeinsam mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer traf der Bundeskanzler den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Donald Trump hatte zuvor seinen Friedensplan für die Ukraine vorgestellt.
Kanzler Merz stellt sich Bürgerfragen – Gespräch live in ARD-Arena
Die „Arena“ hat sich in den vergangenen Jahren zu einem etablierten Format entwickelt. Besonders vor der Bundestagswahl erfreute sich die Sendung großer Beliebtheit. Mehr als fünf Millionen Menschen verfolgten damals die Fragerunde. Über eine Million Aufrufe hatten dazu die Social-Media-Kanäle der Tagesschau mit mehr als 130.000 Kommentaren. Wie Prisma schreibt, wird in der Sendung mit Merz eine Redaktion eine Vielzahl an Fragen auswählen. Bürger hatten im Vorfeld die Möglichkeit, sich für die Sendung zu bewerben.
Arena – Ihre Fragen an Friedrich Merz
Datum: Montag, 8. Dezember 2025 Uhrzeit: 20.15 Uhr Personen: Friedrich Merz (Bundeskanzler, CDU), Jessy Wellmer und Louis Klamroth (Moderatoren) Sonstiges: 150 ausgewählte Bürger, Live-Übertragung, 60 Minuten Sendezeit
Wie sich Kanzler Merz am Ende live in der ARD-„Arena“ schlagen wird, lässt sich im Vorfeld nicht sagen. Der CDU-Politiker rutschte zuletzt tief in den Umfragekeller. Anfang Dezember waren 76 Prozent der Befragten mit seiner Arbeit unzufrieden. Das war der schlechteste Wert beim Meinungsforschungsinstitut Forsa seit dem Amtsantritt im Mai. Damit hatte Merz nach nur sechs Monaten im Amt bereits das Beliebtheitstief seines Vorgängers Olaf Scholz erreicht. (Quellen: WDR, Prisma) (fbu)