Ukraine-Friedensplan: Trump stürmt mit brisanter Russland-Aussage voran – und tadelt Selenskyj
VonFelix Durach
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Der US-Präsident drückt Enttäuschung über Selenskyj aus und baut Druck auf Kiew auf. Russland habe laut Trump einem Friedensplan für den Ukraine-Krieg bereits zugesagt.
Washington, D.C. – US-Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf Kiew, einer Friedenslösung im Ukraine-Krieg zuzustimmen. Trump erklärte bei einer Veranstaltung am Sonntag, er sei enttäuscht von dem Verhalten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit Blick auf einen von den USA propagierten Friedensplan. Russland hingegen habe sich nach Angaben von Trump bereit erklärt, dem Lösungsvorschlag zuzustimmen. Mit seinen Äußerungen sendet der US-Präsident eine deutliche Botschaft nach Kiew.
„Wir haben mit Präsident Putin gesprochen und wir haben mit ukrainischen Führern gesprochen, darunter auch mit Selenskyj, Präsident Selenskyj“, sagte Trump auf dem roten Teppich der Preisverleihung der Kennedy Center Honors. „Und ich muss sagen, dass ich ein wenig enttäuscht bin, dass Präsident Selenskyj den Vorschlag noch nicht gelesen hat. Das war vor ein paar Stunden. Seine Leute lieben ihn, aber er nicht“, führte der US-Präsident mit Blick auf seinen ukrainischen Amtskollegen weiter aus.
Ende des Ukraine-Kriegs: Verhandlugen dauern an – Trump unzufrieden mit Selenskyj
Vertreter der Ukraine hatten daraufhin mit der Unterstützung Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens bei einem Treffen in Genf zahlreiche Punkte nachverhandelt. Wie die Financial Times berichtete, sollen die USA daraufhin den ursprünglichen Plan auf 19 Punkte reduziert haben.
Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands
Friedensplan für Ukraine-Krieg: Neue Gespräche am Wochenende – Vorwürfe an Selenskyj
Unklar ist ebenfalls, was sich hinter Trumps Aussage verbirgt, Selenskyj habe den Plan noch nicht gelesen. Der ukrainische Chef-Unterhändler Rustem Umjerow hatte am Wochenende an weiteren Verhandlungsrunden mit US-Vertretern über ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs teilgenommen. Über die dort gewonnenen Informationen werde er Selenskyj am Montag briefen, erklärte Umjerow in einem Beitrag auf Facebook.
„Die Hauptaufgabe des ukrainischen Teams bestand darin, von der amerikanischen Seite vollständige Informationen über ihre Gespräche in Moskau und alle Entwürfe der aktuellen Vorschläge zu erhalten, um diese ausführlich mit dem Präsidenten der Ukraine zu besprechen“, schrieb der frühere Verteidigungsminister weiter. Man arbeite so intensiv wie möglich an der Suche nach einem würdevollen Ende des Ukraine-Kriegs.
Ukraine-Friedensplan: Trump verkündet –„Russland ist einverstanden“
Während Trump nach eigenen Angaben noch auf eine Antwort aus Kiew wartet, zeigte er sich mit Blick auf Russlands Präsidenten Wladimir Putin zuversichtlich. „Russland ist damit einverstanden. Russland würde wohl lieber das ganze Land haben, wenn man darüber nachdenkt. Aber ich glaube, Russland ist damit einverstanden“, sagte Trump am Sonntag über die neueste Version des Friedensplans.“ Trump äußerte jedoch Bedenken, ob Selenskyj dem Vorschlag ebenfalls zustimmen werde.
Der US-Präsident, der im Wahlkampf wiederholt damit geworben hatte, den Ukraine-Krieg innerhalb von 24 Stunden beenden zu wollen, zeigte sich nicht das erste Mal unzufrieden mit Selenskyjs Position bei den Verhandlungen. Wiederholt hatte Trump der Ukraine vorgeworfen, keine Zugeständnisse an Russland machen zu wollen. Besonders prominent äußerte Trump seine Vorwürfe Ende Februar, als er gemeinsam mit seinem Vizepräsidenten JD Vance Selenskyj bei seinem Besuch im Weißen Haus auflaufen ließ.
Ende des Ukraine-Kriegs: Trump erhöht Druck auf Selenskyj – der trifft Macron und Merz
Selenskyj trifft sich am Montag in London mit dem britischen Premierminister Keir Starmer, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz, um über die Bemühungen um eine Beendigung des Ukraine-Kriegs beraten. „Wir müssen weiterhin Druck auf Russland ausüben, um es zum Frieden zu zwingen“, erklärte Macron im Vorfeld der Beratungen. Trump hingegen dürfte mit seinen jüngsten Aussagen eher den Druck auf die Ukraine erhöht haben. (Quellen: Bloomberg, Financial Times, Facebook, AFP, eigene Recherchen) (fdu)