Tausende Tote bei Bachmut-Schlacht: Wagner-Gruppe gibt Verluste bekannt
VonFranziska Schwarz
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Im Ukraine-Krieg halten sich Russland und die Ukraine zu ihren eigenen Verlusten bedeckt – Söldner-Chef Jewgeni Prigoschin hingegen nicht.
Minsk – Jewgeni Prigoschin ist nach seinem Beinahe-Putsch in Russland zwar im Exil, aber keineswegs still. Jetzt macht eine Zahl die Runde, die mutmaßlich von ihm stammt: 20.000 seiner Söldner seien bislang im Ukraine-Krieg getötet worden. 40.000 weitere wurden in den Gefechten an der Front verletzt. Das teilte ein Telegram-Kanal mit, der mit Prigoschin, Chef der Wagner-Gruppe, in Verbindung gebracht wird, berichtet Newsweek. Auch ein anderer Kanal in Verbindung mit Wagner habe die Informationen geteilt. Unabhängig prüfen ließen sich die Angaben zu den Wagner-Verlusten zunächst nicht.
Am 20. Mai waren 25.000 Rekruten der paramilitärischen Söldner „lebendig und gesund“, heißt es in dem Telegram-Bericht von einem Kommandanten namens „Marx“. Von diesen seien 15.000 beurlaubt und 10.000 in Belarus. Insgesamt seien 78.000 Wagner-Söldner in den Ukraine-Krieg geschickt worden, heißt es in der Mitteilung vom Mittwoch (19. Juli). Die Söldner hatten im Ukraine-Krieg aufseiten Russlands unter Kremlchef Wladimir Putin gekämpft.
Verluste im Ukraine-Krieg: Angaben schwer zu verifizieren
Weder Moskau noch Kiew veröffentlichen regelmäßig Aktualisierungen ihrer eigenen Opferzahlen. Die Verluste auf beiden Seiten lassen sich schwer einschätzen. Nach Berechnungen unabhängiger russischer Medien sind bisher im Ukraine-Krieg mindestens 47.000 russische Soldaten getötet worden. Das habe eine Datenanalyse ergeben, die sich auf die Zahl der eröffneten Erbfälle und die Statistik der Übersterblichkeit im vergangenen Jahr stützt, berichtete das an der Auswertung beteiligte Internetportal Meduza Anfang Juli.
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Prigoschin teilt Verluste mit – auch Selenskyj präsentiert Zahlen
Wagner-Söldner – ein großer Teil von ihnen russische Häftlinge – erhielten vor ihrer Ankunft in der Ukraine kaum eine formelle Ausbildung. Doch sie waren maßgeblich an der Schlacht um die Stadt Bachmut beteiligt, aus der sie sich Ende Mai zurückzogen. Prigoschin hatte zuvor gesagt, er habe in dem monatelangen Kampf um Bachmut 20.000 Söldner verloren.
Das deckt sich in Teilen mit Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj: Er sagte der spanischen Zeitung El Mundo Ende Juni, dass ukrainische Kämpfer 21.000 Wagner-Söldner getötet, und 80.000 verletzt hätten.
Kampf um Bachmut fordert viele Todesopfer unter Wagner-Söldnern
Es gibt noch viele weitere Schätzungen zu den Verlusten der Wagner-Gruppe im Ukraine-Krieg. So sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates des Weißen Hauses, John Kirby, dass die Paramilitärs „mehr als 30.000 Opfer erlitten habe, darunter etwa 9000 im Kampf Gefallene“. Die meisten davon in der Schlacht um Bachmut, zitiert ihn Newsweek.
Wie es mit der Prigoschins Söldnern weitergeht, scheint nach dem Wagner-Aufstand in Russland ungewiss. Prigoschin selbst soll sich in Belarus aufhalten. Von dort kündigte er nun an, die belarussische Armee besser als die russische machen zu wollen. (frs)