Prigoschins neue Heimat: Wagner-Chef will mit belarussischer Armee Putin übertrumpfen
VonFranziska Schwarz
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Ein Video markiert die erste „Sichtung“ Prigoschins nach seinem Aufstand in Russland. Der Söldner-Chef spricht über große Pläne.
Minsk – Neues Prigoschin-Video, neue Kampfansage: Der Chef der Wagner-Gruppe ließ am Mittwoch (19. Juli) ein Video verbreiten, in dem er im belarussischen Dorf Molkino eine Ansprache an seine Söldner hält. Jewgeni Prigoschin war in der Dunkelheit zu sehen, lobte seine Söldner für deren Leistungen im Ukraine-Krieg – und bezeichnete die aktuelle Lage an der Kriegsfront als „Schande“.
Die Wagner-Gruppe könne froh sein, sich daran nicht mehr beteiligen zu müssen. Die Paramilitärs sind seit dem Wagner-Aufstand in Russland im Exil in Belarus. Was machen sie dort nun? Prigoschin wurde seit dem Ende seines Beinahe-Putsches im Juni nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Die Echtheit des Videos ließ sich auch zunächst nicht verifizieren.
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Armee-„Ranking“ im Ukraine-Krieg: Prigoschin wähnt Wagner-Gruppe vorne
Die Antwort: Die Söldner bilden in Belarus aus. Und ihr Ziel ist kein Geringes: „Wir werden einige Zeit in Belarus bleiben“, sagte Prigoschin. „Ich bin sicher, dass wir in dieser Zeit die belarussische Armee zur zweiten Armee der Welt machen werden.“ Er selbst hält Wagner für die beste, also erste Armee der Welt.
Prigoschin spielte damit auf Äußerungen des US-Außenministers Antony Blinken an, der im Juni sagte, die Armee Russlands mit Kremlchef Wladimir Putin sei mittlerweile die zweitstärkste Truppe in der Ukraine. Seit 2011 belegt die russische Armee im „Global Firepower-Ranking“ stets den zweiten Platz nach den USA, so Newsweek.
Wagner-Boss Prigoschin dankt Lukaschenko für Behandlung „wie Brüder“
Der 62-Jährige zeigte sich in dem Clip auch dankbar dafür, dass Belarus die Wagner-Söldner „nicht nur wie Helden, sondern auch wie Brüder“ aufgenommen habe. In den vergangenen Tagen hatte auch das Verteidigungsministerium in Minsk die Ankunft der Wagner-Söldner in Belarus bestätigt.
Wagner-Chef Prigoschin in Belarus: Kämpfen weiter – auch in Afrika
Prigoschin forderte seine Wagner-Söldner in Belarus auf, sich „vorzubereiten“. Seine Privatarmee werde ihr Niveau weiter verbessern – und nicht nur in Afrika im Einsatz sein. In einer anderen zuvor verbreiteten Sprachdatei hatte Prigoschin erstmals eingeräumt, er habe einen Teil seiner Aktiva in Afrika veräußert, um „Verpflichtungen“ zu begleichen. Details nannte er nicht.
Aber er betonte, dass Wagner überall dort kämpfen werde, wo es nötig sei. Auch eine Wagner-Rückkehr ins Kriegsgebiet in der Ukraine sei möglich, wenn die Kämpfer überzeugt sein könnten, sich dort nicht „schämen“ zu müssen. Zu hören war auf dem Video lauter Applaus. (frs)