„Nie wieder still“

Hunderttausende Menschen beim Berliner CSD – Festnahmen vor rechtsextremer Gegendemo

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In Berlin wird der Christopher Street Day begangen. Der Protestzug dürfte politischer werden,als die Jahre zuvor. Der Bundesrat hisst die Regenbogenflagge.

Update, 20.33 Uhr: Nach Angaben des CSD-Vorstands sind in Berlin mehrere Hunderttausende Personen auf der Straße. „Die Demonstration war so groß wie lange nicht mehr“, hieß es in einem Statement. Gegenüber dem Tagesspiegel erklärte der Vorstand des Trägervereins den Zulauf damit, dass die gesellschaftliche und politische Situation „die queere Community und ihre Unterstützer*innen im besonderen Maße mobilisiert“ habe.

Berliner CSD: Festnahmen vor rechtsextremer Gegendemo

Update, 14.35 Uhr: Auf dem Weg zu einer rechten Gegendemonstration des Christopher Street Day (CSD) sind sechs Menschen am Alexanderplatz in Berlin festgenommen worden. Die Beamten hatten die Betroffenen im Rahmen der Messer- und Waffenverbotszone kontrolliert, wie die Polizei auf X mitteilte. Um mögliche Zusammenstöße und queerfeindliche Übergriffe zu verhindern, waren die zukünftigen Demoteilnehmer aus Sicherheitsgründen von der Polizei begleitet worden.

Die rechte Demonstration „gegen den CSD-Terror“ findet am Schöneberger Ufer statt. Nach Angaben der Polizei versammelten sich dort ab 11.30 Uhr etwa 30 bis 50 Personen. Es gab Banner der Gruppe „Deutsche Jugend Voran“, die der Berliner Verfassungsschutz als rechtsextrem und gewaltorientiert einstuft.

Tausende Menschen demonstrieren auf dem CSD in Berlin. Währenddessen gibt es eine rechtsextreme Gegendemo.

CSD in Berlin: Demo mit Worten wie „Hallo, Zirkus“ gestartet

Update, 13.21 Uhr: Mit politischen Forderungen zum besseren Schutz queerer Menschen und Protesten gegen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat der Christopher Street Day (CSD) in Berlin begonnen. Das Motto des diesjährigen CSD lautet „Nie wieder still“. Schon zu Beginn versammelten sich Zehntausende auf der Leipziger Straße in Berlin-Mitte. 

Auf Schildern der Demonstrierenden und in den Redebeiträgen bei der Eröffnung ging es um die politischen Debatten über das Hissen der Regenbogenfahne auf dem Bundestag. Unter Jubel begrüßte Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour die Teilnehmenden mit den Worten „Hallo, Zirkus!“ – offenbar in Anspielung auf Merz.

CSD in Berlin: „Nie wieder still“ – Hunderttausende Menschen erwartet

Erstmeldung: Berlin – Hunderttausende Menschen werden am Samstag (12.00 Uhr) in Berlin zur diesjährigen Demonstration zum Christopher Street Day (CSD) erwartet. Der Protestzug unter dem Motto „Nie wieder still!“ zieht mit 80 Wagen und mehr als hundert Gruppen von Mitte über Schöneberg zur Siegessäule im Stadtteil Tiergarten. Für den Nachmittag sind eine Abschlusskundgebung und ein Bühnenprogramm am Brandenburger Tor geplant.

Teilnehmende einer Protestaktion rollen eine große Regenbogenflagge vor dem Reichstag aus – einen Tag vor dem CSD.

Der CSD will ein deutliches Zeichen gegen Diskriminierung und für die Sichtbarkeit queerer Menschen setzen – auch als Antwort auf zunehmende rechtsextreme Anfeindungen und politischen Gegenwind von konservativer Seite. „Hass ist krass, doch Liebe ist krasser“ lautet eine der zentralen Botschaften.

Als erste Protestmaßnahme hatten bereits Aktivistinnen und Aktivisten eine riesige Regenbogenflagge auf der Wiese vor dem Reichstagsgebäude ausgerollt. Die Flagge ist nach Angaben der Veranstalter 400 Quadratmeter groß; das entspricht fast der Größe eines Basketballfeldes. 

Regenbogenflagge hängt zum Berliner CSD am Bundesrat

Anders als der Bundestag wird der Bundesrat zum CSD die Regenbogenfahne hissen. Dies geschehe als „Zeichen für Vielfalt, Respekt und Toleranz“, hieß es in einer Mitteilung der Länderkammer. Die Parade führt am Gebäude des Bundesrats vorbei. Bunt ist es auch vor dem Willy-Brandt-Haus, der Bundeszentrale der SPD. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf und die Bundesvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft SPDqueer, Carola Ebhardt und Oliver Strotzer, hissten anlässlich des CSD gemeinsam die sogenannte Progressive-Pride-Flagge.

15.000 beim CSD 2025 in Frankfurt - die Bilder von der Demo

Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen.
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen. Außerdem sahen viele dem Zug durch die Innenstadt zu. Doch es geht den Demonstranten nicht nur darum, sich selbst zu feiern. Die Rechte von LGBTIQ+-Menschen sind immer noch bedroht. © Monika Müller
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen.
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen. Außerdem sahen viele dem Zug durch die Innenstadt zu. Doch es geht den Demonstranten nicht nur darum, sich selbst zu feiern. Die Rechte von LGBTIQ+-Menschen sind immer noch bedroht. © Monika Müller
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen.
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen. Außerdem sahen viele dem Zug durch die Innenstadt zu. Doch es geht den Demonstranten nicht nur darum, sich selbst zu feiern. Die Rechte von LGBTIQ+-Menschen sind immer noch bedroht. © Monika Müller
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen.
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen. Außerdem sahen viele dem Zug durch die Innenstadt zu. Doch es geht den Demonstranten nicht nur darum, sich selbst zu feiern. Die Rechte von LGBTIQ+-Menschen sind immer noch bedroht. © Monika Müller
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen.
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen. Außerdem sahen viele dem Zug durch die Innenstadt zu. Doch es geht den Demonstranten nicht nur darum, sich selbst zu feiern. Die Rechte von LGBTIQ+-Menschen sind immer noch bedroht. © Monika Müller
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen.
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen. Außerdem sahen viele dem Zug durch die Innenstadt zu. Doch es geht den Demonstranten nicht nur darum, sich selbst zu feiern. Die Rechte von LGBTIQ+-Menschen sind immer noch bedroht. © Monika Müller
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen.
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen. Außerdem sahen viele dem Zug durch die Innenstadt zu. Doch es geht den Demonstranten nicht nur darum, sich selbst zu feiern. Die Rechte von LGBTIQ+-Menschen sind immer noch bedroht. © Monika Müller
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen.
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen. Außerdem sahen viele dem Zug durch die Innenstadt zu. Doch es geht den Demonstranten nicht nur darum, sich selbst zu feiern. Die Rechte von LGBTIQ+-Menschen sind immer noch bedroht. © Monika Müller
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen.
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen. Außerdem sahen viele dem Zug durch die Innenstadt zu. Doch es geht den Demonstranten nicht nur darum, sich selbst zu feiern. Die Rechte von LGBTIQ+-Menschen sind immer noch bedroht. © Monika Müller
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen.
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen. Außerdem sahen viele dem Zug durch die Innenstadt zu. Doch es geht den Demonstranten nicht nur darum, sich selbst zu feiern. Die Rechte von LGBTIQ+-Menschen sind immer noch bedroht. © Monika Müller
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen.
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen. Außerdem sahen viele dem Zug durch die Innenstadt zu. Doch es geht den Demonstranten nicht nur darum, sich selbst zu feiern. Die Rechte von LGBTIQ+-Menschen sind immer noch bedroht. © Monika Müller
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen.
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen. Außerdem sahen viele dem Zug durch die Innenstadt zu. Doch es geht den Demonstranten nicht nur darum, sich selbst zu feiern. Die Rechte von LGBTIQ+-Menschen sind immer noch bedroht. © Monika Müller
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen.
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen. Außerdem sahen viele dem Zug durch die Innenstadt zu. Doch es geht den Demonstranten nicht nur darum, sich selbst zu feiern. Die Rechte von LGBTIQ+-Menschen sind immer noch bedroht. © Monika Müller
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen.
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen. Außerdem sahen viele dem Zug durch die Innenstadt zu. Doch es geht den Demonstranten nicht nur darum, sich selbst zu feiern. Die Rechte von LGBTIQ+-Menschen sind immer noch bedroht. © Monika Müller
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen.
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen. Außerdem sahen viele dem Zug durch die Innenstadt zu. Doch es geht den Demonstranten nicht nur darum, sich selbst zu feiern. Die Rechte von LGBTIQ+-Menschen sind immer noch bedroht. © Monika Müller
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen.
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen. Außerdem sahen viele dem Zug durch die Innenstadt zu. Doch es geht den Demonstranten nicht nur darum, sich selbst zu feiern. Die Rechte von LGBTIQ+-Menschen sind immer noch bedroht. © Monika Müller
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen.
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen. Außerdem sahen viele dem Zug durch die Innenstadt zu. Doch es geht den Demonstranten nicht nur darum, sich selbst zu feiern. Die Rechte von LGBTIQ+-Menschen sind immer noch bedroht. © Monika Müller
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen.
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen. Außerdem sahen viele dem Zug durch die Innenstadt zu. Doch es geht den Demonstranten nicht nur darum, sich selbst zu feiern. Die Rechte von LGBTIQ+-Menschen sind immer noch bedroht. © Monika Müller
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen.
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen. Außerdem sahen viele dem Zug durch die Innenstadt zu. Doch es geht den Demonstranten nicht nur darum, sich selbst zu feiern. Die Rechte von LGBTIQ+-Menschen sind immer noch bedroht. © Monika Müller
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen.
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Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen.
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen. Außerdem sahen viele dem Zug durch die Innenstadt zu. Doch es geht den Demonstranten nicht nur darum, sich selbst zu feiern. Die Rechte von LGBTIQ+-Menschen sind immer noch bedroht. © Monika Müller
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen.
Die Demonstration beim Christopher Street Day 2025 in Frankfurt hat um die 15.000 Menschen angezogen. Außerdem sahen viele dem Zug durch die Innenstadt zu. Doch es geht den Demonstranten nicht nur darum, sich selbst zu feiern. Die Rechte von LGBTIQ+-Menschen sind immer noch bedroht. © Monika Müller
CSD Frankfurt
imago826441388.jpg © IMAGO/Peter Henrich / HEN-FOTO
Germany Pride Parade Frankfurt CSD
imago826465624.jpg © IMAGO/Matias Basualdo
Germany Pride Parade Frankfurt CSD
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Germany Pride Parade Frankfurt CSD
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Germany Pride Parade Frankfurt CSD
imago826474062.jpg © IMAGO/Matias Basualdo

Zuvor hatte eine Entscheidung aus dem Bundestag für Diskussionen gesorgt: Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hatte angekündigt, am Reichstagsgebäude diesmal keine Regenbogenflagge zu hissen – eine Maßnahme, die Kanzler Friedrich Merz (CDU) mit dem Satz „Der Bundestag ist ja nun kein Zirkuszelt“ verteidigte. Diese Aussage stieß auf breite Kritik. Die Veranstalter geben sich dieses Jahr deshalb besonders kämpferisch.

Polizei bei CSD in Berlin mit 1300 Kräften vor Ort gegen rechtsextreme gewaltbereite Gruppen

Derweil kündigte die Polizei an, mit rund 1300 Kräften im Einsatz zu sein. Hinzu kämen etwa 1000 private Sicherheitskräfte sowie rund 280 Sanitäterinnen und Sanitäter. „Der CSD am Wochenende ist ein absoluter Großeinsatz, bei dem im Jahr 2025 sicherheitsrelevante Fragen geklärt werden müssen, die vor Jahren noch keine Rolle gespielt haben“, sagte der Sprecher der Berliner Gewerkschaft der Polizei, Benjamin Jendro, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Es gebe „gerade aus dem rechtsextremistischen Milieu“ immer häufiger gezielte Gewalttaten gegen die LGBTQ-Community durch unberechenbare Einzeltäter. Man rechne potenziell aber auch „organisierte Gruppen, bei denen Mitstreiter extra nach Berlin anreisen“, weshalb man „selbstverständlich jegliche Kundgebungen in der Nähe im Blick haben muss“.

Protest gegen den CSD ist bereits angekündigt. Am Schöneberger Ufer ist ab 11.30 Uhr eine rechtsextreme Kundgebung gegen den angemeldet, die Anmelderin erwartet nach Polizeiangaben 400 Teilnehmer. Ein weiterer Aufmarsch ist für 15.30 Uhr geplant. (mit dpa/afp)

Rubriklistenbild: © Emmanuele Contini/imago; Bernd von Jutrczenka/dpa

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