Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien Russland, der Ukraine und ihren Verbündeten. Insbesondere die Angaben zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Update vom 7. August, 9.49 Uhr: Russlands Luftwaffe betreibt im Ukraine-Krieg einen großen Aufwand, erzielt aber nur geringe Erfolge. Zu dieser Einschätzung sind nun britische Geheimdienste gelangt. In den vergangenen Wochen habe die Luftwaffe mehr als 100 Einsätze pro Tag geflogen, teilte das Verteidigungsministerium in London mit. „Diese beschränkten sich jedoch aufgrund der Bedrohung durch die ukrainische Luftabwehr fast immer auf Einsätze über russisch kontrolliertem Gebiet.“
Russland versuche, dieses Problem zu lösen, indem zunehmend sogenannte Freifallbomben mit Gleitaufsätzen einsetze, um die Reichweite zu verlängern. Diese Bomben könnten viele Kilometer vom Ziel entfernt von Flugzeugen abgeworfen werden, aber hätten noch nicht dauerhaft ihre Genauigkeit bewiesen.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine
Angriffe auf Brücken zur Krim: Beobachter erwarten Engpass in Logistik Russlands
Update vom 7. August, 7.33 Uhr: Die Störung der russischen Logistik ist ein wesentlicher Bestandteil der ukrainischen Gegenoffensive. Die jetzt angegriffene Tschonhar-Brücke und die Brücke bei Henitschesk sind Schlüsselrouten für die Russen im Ukraine-Krieg, berichtete das US-Institut für Kriegsstudien (ISW). Die Tschonhar-Brücke ist die kürzeste Verbindung zwischen der Krim und der Südfront.
In ihrer jüngsten Lageanalyse zum Ukraine-Krieg erwartet das ISW dort nun einen „großen Engpass“ in der russischen Logistik. Das ISW wies außerdem darauf hin, dass einige der Straßen, auf die russische Streitkräfte den Verkehr jetzt umgeleitet haben, „innerhalb der Artilleriereichweite“ der ukrainischen Truppen in der Region Cherson liegen.
Ukraine-Krieg: Angriff auf zwei Autobrücken bei der Krim
Update vom 7. August, 5.24 Uhr: Angriffe auf zwei Autobrücken bei der Krim: Den russischen Besatzungsbehörden wurde die Tschonhar-Brücke von einer Rakete getroffen und beschädigt. Auch etwas weiter nordöstlich bei Henitschesk sei eine Brücke mit mehreren Raketen beschossen worden. Demnach war der Autoverkehr nur noch an zwei Verbindungswegen zum Festland möglich. Am Abend gab der russische Zivilschutz zudem die Sperrung der Fährverbindung zur Krim über die Straße von Kertsch bis zum Montagmorgen (7. August) bekannt.
Ukraine-Krieg: Selenskyj gratuliert am Tag der Luftwaffe
Update vom 6. August, 23.01 Uhr: Am Tag der Luftwaffe der ukrainischen Streitkräfte hat Präsident Wolodymyr Selenskyj den Luftstreitkräften des Landes gratuliert. Die Piloten hätten seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges mehr als 14 000 Kampfeinsätze geflogen, schrieb Selenskyj am Sonntag bei Telegram. Auf dazu geteilten Bildern und Videos ist zu sehen, wie der Präsident auf einem unbekannten Luftwaffenstützpunkt auf einen an einem Kampfflugzeug befestigten mutmaßlich französischen Marschflugkörper vom Typ Scalp/EG „Ruhm der Ukraine“ schreibt und diesen signiert.
Die Bezeichnung des Raketentyps ist in den Farben der französischen Flagge auf den Marschflugkörper aufgedruckt, daneben ist zudem ein Eiffelturm zu erkennen. Scalp/EG ist die französische Bezeichnung für die gemeinsam mit Großbritannien entwickelten Marschflugkörper vom Typ Storm Shadow. Nachdem der französische Präsident Emmanuel Macron die Lieferung der Waffen auf dem Nato-Gipfel in Vilnius im Juli angekündigt hatte, sehen ukrainische Medien nun die Lieferung dieser Marschflugkörper mit einer Reichweite von mehr als 250 Kilometern auch durch Frankreich als erwiesen an. London hatte bereits im Mai die Lieferung von Storm Shadow an Kiew bestätigt.
Ukraine-Krieg: Ukraine greift laut russischen Angaben zwei Brücken in besetzten Gebieten an
Update vom 6. August, 20:55 Uhr: Die Ukraine hat nach russischen Angaben zwei Brücken in von Russland besetzten ukrainischen Gebieten angegriffen. Eine Attacke galt nach Angaben des von Moskau eingesetzten Gouverneurs Sergej Aksjonow der Tschongar-Brücke zwischen der Südukraine und der von Russland annektierten Halbinsel Krim. Es habe einen Treffer gegeben, einige andere Raketen seien abgeschossen worden, schrieb Aksjonow im Onlinedienst Telegram. Derzeit seien noch Reparaturarbeiten im Gange, Opfer habe es keine gegeben, fuhr er fort.
Bei einem weiteren Angriff auf eine Brücke nahe der Stadt Henitschesk in der Region Cherson wurde nach Behördenangaben ein Zivilist verletzt. Auch habe der Beschuss eine Gasleitung beschädigt, sodass die Versorgung von rund 20.000 Menschen unterbrochen worden sei, erklärte der von Russland eingesetzte Vertreter Wladimir Saldo. Demnach wurden neun von zwölf ukrainischen Raketen abgeschossen.
Update vom 6. August, 17.15 Uhr: Der Angriff auf einen russischen Öltanker, der russische Truppen mit Treibstoff versorgte, war ein schwerer Schlag gegen Wladimir Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine. Sein enger Vertrauter Dimitri Medwedew schäumt vor Wut nach der Attacke.
Ukraine-Krieg aktuell: SPD-Politiker plötzlich offen für Taurus-Lieferung
Update vom 6. August, 15.23 Uhr: SPD-Politiker haben sich angesichts der Forderungen aus der Ukraine nach Taurus-Marschflugkörpern grundsätzlich offen für eine mögliche künftige Lieferung gezeigt. „Ich schließe nicht aus, dass wir im Verbund mit den Amerikanern auch zusätzliche andere Systeme wie Taurus liefern werden“, sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Nils Schmid, dem Tagesspiegel. „Vorher muss sichergestellt werden, dass die Ukrainer selbst die Zielprogrammierung übernehmen können und nicht Bundeswehrsoldaten das tun – das würde uns gefährlich nahe an eine direkte Kriegsbeteiligung bringen.“ Schmid sieht derzeit aber noch keinen Entscheidungsbedarf. „Ich teile die Einschätzung des Verteidigungsministers.“
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will aktuell keine Taurus-Systeme liefern, schloss es aber zuletzt für die Zukunft nicht kategorisch aus: „Der Zeitpunkt für eine Entscheidung ist für uns noch nicht gekommen“, hatte er Anfang August gesagt. Konkreter wurde der SPD-Haushaltspolitiker Andreas Schwarz: Die Gegenoffensive stocke, eine nennenswerte Luftwaffe zur Unterstützung habe die Ukraine nicht, sagte er dem Spiegel. „Da bleiben nur Lenkwaffen wie Taurus-Marschflugkörper, mit denen die ukrainische Armee die von den Russen angelegten Minenfelder überwinden und Territorium zurückerobern könnte.“ Das Land brauche Luft-Boden-Marschflugkörper vom Typ Taurus. Schwarz sprach von einem bevorstehenden „Déjà-vu“: „Wie schon in der Panzerfrage lehnen wir jetzt die Abgabe von wichtigem Gerät ab, das am Ende wohl doch geliefert werden wird.“
Update vom 6. August, 13.25 Uhr: Russland hat im Ukraine-Krieg wohl zahlreiche Fallschirmjäger verloren. Das berichtet das britische Verteidigungsministerium in seinem täglichen Update. Der Oberbefehlshaber der russischen Luftlandetruppen hat demnach in einem inzwischen gelöschten Video verraten, dass 8500 Fallschirmjäger verwundet wurden und später in den Dienst zurückgekehrt seien. Wie viele Tote es gebe, habe er zwar nicht verraten, seine Angaben unterstützten aber die Annahme, dass mindestens 50 Prozent der 30.000 eingesetzten Fallschirmjäger getötet oder verletzt worden seien.
Russland feuert im Ukraine-Krieg Hyperschallrakete Kinschal ab
Update vom 6. August, 12.00 Uhr: Russland hat die Ukraine in der Nacht erneut mit heftigem Beschuss überzogen. Eines der Hauptziele sei die Region Chmelnyzkyj gewesen, sagte ein Sprecher der Luftwaffe. Auch der Militärflughafen Starokostjantyniw sei im Visier gewesen, schrieb der stellvertretende Gouverneur der Region, Serhij Tjurin, auf Telegram. Der nächtliche Angriff konzentrierte sich auf den Westen der Ukraine und damit weg von der Front im Osten und Süden. Russland habe auch drei Hyperschallraketen des Typs Kinschal abgefeuert (s. Update v. 9.40 Uhr).
Update vom 6. August, 9.40 Uhr: Russland hat der ukrainischen Luftwaffe zufolge in der Nacht zahlreiche Luftangriffe auf die Ukraine verübt. In mehreren Wellen seien insgesamt 70 Waffen unterschiedlicher Art eingesetzt worden, hieß es in einer Erklärung. Die Luftabwehr habe 30 der 40 Marschflugkörper zerstört sowie alle 27 eingesetzten Shahed-Drohnen. Zudem habe Russland drei Hyperschallraketen Kinschal abgefeuert. Weitere Informationen dazu gab es nicht. Was oder wie viel beschädigt wurde, war zunächst ebenfalls unklar.
Russland setzt im Ukraine-Krieg weiter auf Raketenangriffe
Update vom 6. August, 8.00 Uhr: Russland setzt im Ukraine-Krieg weiter auf Raketenangriffe. „Ein Teil der Raketen wurde abgeschossen. Danke unseren Kämpfern der Luftverteidigung“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Russland feuerte demnach auch Raketen seines Typs Kinschal (Dolch) und Kalibr-Marschflugkörper auf die Ukraine ab. Offenbar wurden die Kinschal-Raketen dabei auch aus Belarus abgefeuert. Das meldete die ukrainische Luftwaffe.
Update vom 6. August, 6.30 Uhr: Russland hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj das Land erneut mit Raketenangriffen überzogen. In Kupjansk im Gebiet Charkiw im Osten der Ukraine sei ein Zentrum für Bluttransfusionen bombardiert worden, teilte der Staatschef am Samstagabend im Nachrichtenkanal Telegram mit. Es gebe Berichte über Tote und Verletzte. Rettungskräfte löschten das Feuer. „Dieses Kriegsverbrechen allein sagt alles über die russische Aggression aus“, schrieb er.
In Saporischschja sei ein Schlag gegen das Werk Motor Sich verübt worden, berichtete Selenskyj zuvor schon in seiner abendlichen Videobotschaft. Da hatte es in der Ukraine erneut Luftalarm gegeben. Selenskyj sagte nicht, ob es Schäden gab. Motor Sich gilt als wichtigster Hersteller des Landes von Triebwerken für Flugzeuge und Hubschrauber sowie für Gasturbinen. Nach Darstellung Selenskyjs wurde auch die Region Chmelnyzkyj getroffen.
Ukraine-Krieg: Russland schickt Kampfjets über Schwarzes Meer
Update vom 5. August, 20.55 Uhr: Russland hat nach Angaben aus Moskau wegen einer US-Drohne über dem Schwarzen Meer am Samstag einen Kampfjet aufsteigen lassen. Das unbemannte Flugobjekt habe sich der russischen Staatsgrenze genähert, teilte das Verteidigungsministerium mit. Daraufhin sei ein Jagdflugzeug vom Typ Su-30 aufgestiegen, um es zu identifizieren und keine Verletzung der Grenze zuzulassen. Nach dem Manöver sei die Drohne vom Typ MQ-9A „Reaper“ abgedreht, der Kampfjet wieder auf seinen Stützpunkt zurückgekehrt.
Mitte März stieß eine unbemannte US-Drohne nach Angaben aus Washington über dem Schwarzen Meer mit einem russischen Kampfjet zusammen. Die USA machten „unsicheres und unprofessionelles“ Handeln der russischen Seite dafür verantwortlich.
Ukraine-Krieg: Russland durchbrechen offenbar Verteidigungslinie im Osten
Update vom 5. August, 20.06 Uhr: Russische Truppen sollen eine Siedlung im Nordosten der Ukraine eingenommen haben. Das erklärte das russische Verteidigungsministerium am Samstag, wie die russische Nachrichtenagentur Tass berichtete. „Im Raum Kupjansk wurde die Siedlung Nowoseliwske dank des kompetenten und professionellen Vorgehens der Militäreinheiten des westlichen Kommandos befreit“, behauptete Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow. Zuvor waren die Truppen Russlands offenbar an der Linie Kupjansk-Swatowe vorgerückt.
Ukraine-Krieg: Mögliches Ende des Konflikts? Experte äußert sich
Update vom 5. August, 18.13 Uhr: Im Ukraine-Krieg wäre ein Durchbruch nicht nötig, um ein mögliches Ende des Konflikts zu erwirken. Zu dem Schluss kommt Militärexperte Christian Mölling. Es würde reichen, sich so gut aufzustellen, dass es für die Russen nicht mehr möglich wäre, den Süden zu halten, so der Analyst der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). „Es braucht kein Ende wie in einem Hollywood-Film“, sagte Mölling der Funke Mediengruppe.
Ukraine-Krieg: Kiews Kamikaze-Drohne wird zum Game-Changer
Erstmeldung vom 5. August, 18.04 Uhr: Kiew – Im Ukraine-Krieg attackieren Kiews Truppen erneut ein russisches Schiff und beschädigen es. Nach der ukrainischen Seedrohnenattacke gegen den Tanker „SIG“ wollen russische Einsatzkräfte das schwer beschädigte Schiff in der Meeresenge von Kertsch absichern. Derzeit werde das durch ein Loch eingedrungene Wasser abgepumpt, teilte die russische Seenotrettungsbehörde Morspassluschba mit. Die eingesetzte Kamikaze-Drohnen der Ukraine soll sogar Anti-Schiffs-Raketen überlegen sein.
Ukraine-Krieg: Video nach Seedrohnen-Attacke zeigt Vorteil von Kamikaze-Drohnen
Aus einem veröffentlichten Video geht hervor, dass ukrainische Kamikaze-Überwasserdrohnen einen Vorteil bei der Reichweite des Treffens von Seezielen im Ukraine-Krieg bieten. Zudem sind sie offenbar in der Lage, nicht nur das zu treffende Ziel selektiv auszuwählen, sondern auch den Grad und die Art der möglichen Beschädigung des ausgewählten Ziels zu steuern, berichtet defence express.
Beim Einsatz einer Anti-Schiffs-Rakete gäbe es keine solche Möglichkeit der genauen Zielidentifizierung. Darüber hinaus wäre ein Marschflugkörper im Gegensatz zu einer unbemannten Seedrohne nicht in der Lage, das Schiff mit einer derartigen Präzision zu treffen. Defence Express weist darauf hin, dass der Betreiber der Kamikaze-Drohne, die als Game-Changer gelten, sogar die Möglichkeit gehabt hätten, den russischen Tanker mit einem Schlag vollständig zu zerstören.
Krieg in der Ukraine: Seedrohne setzt russisches Schiff außer Gefecht
Vermutlich handelt es sich bei dem ukrainischen Typ um dieselbe Drohne, die am Freitag (4. August) das russische Kriegsschiff „Olenegorsky Gornyak“ außer Gefecht gesetzt hat. Am Vortag war der Hafen der russischen Schwarzmeerflotte in Noworossisjk Ziel eines Drohnenangriffs geworden. Bilder zeigten das Landungsschiff „Olenegorski gornjak in geneigter Lage in Noworossijsk. Die ukrainische Seedrohne soll mit 450 Kilogramm Sprengstoff auf das Schiff geprallt sein. Der Militärgeheimdienst in Kiew hatte danach weitere solche Angriffe angekündigt. Auch die Schäden auf der Krim-Brücke zwischen Russland und der von Moskau annektierten Krim sollen bei der jüngsten Explosion im Juli durch solch einen Drohnenangriff entstanden sein.
Der Ukraine-Krieg ist inzwischen schon längst zu einem Schauplatz von Drohneneinsätzen geworden. Inzwischen versuchen die Ukrainer Russland mit neuen, einheimisch produzierten Kamikaze-Drohne die russischen Waffen zu kontern. Bei der neuesten Eigenproduktion handelt es sich um die sogenannte „Rubaka“.
Am Montag (31. Juli) veröffentlichte der ukrainische Schauspieler Vlad Schewschenko ein Video auf Facebook und bat die Bevölkerung um Spenden, um das ukrainische Militär mit den Drohnen versorgen zu können, von denen eine etwa 15.000 US-Dollar kosten soll. Die ukrainische Drohne soll eine Reichweite von 500 Kilometern haben. (bohy)