Hurrikan Helene hat in Georgia schwer gewütet. Ob sich der Wirbelsturm auch auf die US-Wahl auswirkt, ist noch offen. Im Swing State wird ein knappes Ergebnis zwischen Kamala Harris und Donald Trump erwartet.
Der Bundesstaat Georgia spielt als Swing State bei der US-Wahl eine entscheidende Rolle. Umfragen deuten auf ein enges Ergebnis zwischen Harris und Trump hin.
Washington, DC – Das Ergebnis der US-Wahl ist völlig offen. Wird Kamala Harris als erste Frau zur Präsidentin gewählt? Oder kehrt doch wieder Donald Trump ins Weiße Haus zurück? Entscheiden werden diese Fragen in den sogenannten Swing States. Diese Bundesstaaten der politischen Mitte haben in der Vergangenheit mal für die Demokraten, mal für die Republikaner gestimmt. Sie „schwingen“ also zwischen den beiden Parteien hin und her.
Wohn aber schwingt das Pendel in diesem Jahr? Das ist kaum verlässlich vorherzusagen. Die aktuellen Umfragen zur US-Wahl deuten in den Swing States auf ein äußerst knappes Rennen zwischen Trump und Harris hin. Dies trifft auch auf Georgia zu.
Wie das Ergebnis bei der US-Wahl vor vier Jahren im Swing State Georgia ausgefalle ist
Von 1868 bis 1960 war der Südstaat Georgia eine Bastion der Demokraten. Doch danach kam es zu einer einschneidenden Veränderung: Aus Unzufriedenheit mit den Bürgerrechtsgesetzen wandten sich die Menschen allmählich von der Partei ab. Seit Mitte der 90er Jahre war Georgia dann fest in republikanischer Hand.
Die Grand Old Party feierte sechs Siege hintereinander – bis Joe Biden vor vier Jahren das Ruder wieder herumreißen konnte. Sein Sieg fiel denkbar knapp aus: Mit einem Vorsprung von nur 11.779 Stimmen oder 0,2 Prozentpunkten setzte er sich gegen Trump durch. Das war der engste Sieg im ganzen Land.
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Aktuelle Umfragen zum Ausgang der US-Wahl: So ist der Stand im Swing State Georgia
Entscheidend für seinen Erfolg war der Black Vote. Der hohe Stimmanteil unter den Schwarzen, die in Georgia etwa ein Drittel aller Wahlberechtigten ausmachen, war für Biden Gold wert. Allerdings haben Umfragen im Frühjahr gezeigt, dass Biden während seiner Amtszeit gerade bei jüngeren Schwarzen an Boden verloren hat. Auch Kamala Harris konnte diese Stimmen bisher nur teilweise wieder für sich gewinnen. Tatsächlich sehen die Umfragen Trump in Georgia auf dem Weg zum Sieg.
Bei der US-Wahl werden in Georgia 16 Stimmen für das Electoral College vergeben. Wer mindestens 270 der 538 Wahlleute in diesem Wahlgremium für sich gewinnen kann, wird letztlich ins Weiße Haus einziehen.
Wann bei der US-Wahl das Ergebnis im Swing State Georgia feststeht
Die ersten Prognosen zum Ausgang der Wahl in Georgia werden normalerweise am Wahlabend veröffentlicht. Allerdings machen dies die Medien in den USA nur dann, wenn sie sich auch sicher sind, den Wahlausgang korrekt vorhersagen zu können. Bei der letzten Wahl war das Ergebnis in Georgia sehr umstritten. So weigerte sich Trump, seine Niederlage anzuerkennen und sprach von Wahlbetrug. In einem Telefonat mit dem Wahlleiter von Georgia forderte er diesen sogar dazu auf, die für seinen Sieg benötigten 11.780 Wählerstimmen zu „finden“. Trump wurde daraufhin in Georgia angeklagt.
Auch in diesem Jahr könnte es in Georgia zu langwierigen Auseinandersetzungen um die Stimmauszählung kommen. So hat die konservative Wahlaufsicht kürzlich entschieden, dass alle Stimmen manuell überprüft werden müssen. Bei einem engen Rennen, das „too close to call“ ist, könnte es also eine Weile dauern, bis das Ergebnis in Georgia verkündet wird. (cs)