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Felix Busjaeger
Nail Akkoyun
Nils Thomas Hinsberger
Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel kann auf eine lange Amtszeit zurückblicken. Im Interview mit der Zeit geht es aber auch um aktuelle Politik.
Update vom 6. Februar, 7.30 Uhr: Am Mittwoch war Altkanzlerin Angela Merkel bei einer Veranstaltung der Zeit. Neben dem aktuellen Wahlkampf war auch ihr aktuelles Buch zwischenzeitlich Thema. „Ich war halt langweilig“, sagte die CDU-Politikerin zur Kritik. Allerdings freue sie sich, dass „so viele junge Leute“ ihr Buch lesen würden. Und weiter: Dass sie ein Enthüllungsbuch schreibe, in dem sie endlich mal „die Katze aus dem Sack lasse“, hätten vielleicht manche erwartet. Ihr sei es aber ein Anliegen gewesen, zu beschreiben, wie Politik funktioniere.
Zeit-Interview mit Merkel: Altkanzlerin spricht über Merz und Bundestagswahl
Update, 20.39 Uhr: Das Zeit-Interview mit Altkanzlerin Angela Merkel ist beendet.
Update, 20.36 Uhr: Eine eingereichte Frage eines Zuschauers: „Robert Habeck oder Friedrich Merz?“ Die Altkanzlerin zögert, mit Blick auf die Wirtschaft sagt sie aber Merz. „Da traue ich der CDU eine Menge zu“, sagt Merkel. Den Rücken stärkt sie dem Unions-Kanzlerkandidaten damit nur bedingt.
Update, 20.31 Uhr: Zum Schluss kritisiert Merkel die Tatsache, dass der Kampf gegen den Klimawandel keinerlei Rolle im Wahlkampf spielt. Es sei die „vielleicht größte“ Herausforderung der heutigen Gesellschaft, sagte die Altkanzlerin. Dass diese Diskussion im Wahlkampf überhaupt nicht stattfinde, sei „sehr schade“.
Update, 20.15 Uhr: Ein Seitenhieb gegen Friedrich Merz? Beim Thema Feminismus nennt Angela Merkel unter anderem den Kampf gegen die Vergewaltigung in der Ehe, den feministische Vorreiterinnen führten. Moderatorin und Zeit-Redakteurin Mariam Lau fragt Merkel daraufhin, ob sie dieses Beispiel bewusst oder zufällig gewählt habe. Denn Merz stimmte 1997 gegen einen Gesetzentwurf, der die Vergewaltigung in der Ehe ins Strafgesetzbuch aufnehmen sollte. Das weist die Altkanzlerin allerdings vehement zurück; sie habe dabei nicht an Merz gedacht.
Update, 20.08 Uhr: Nun geht es um den Ukraine-Krieg und Putins imperialistische Bemühungen. Hätte Russlands Präsident bereits andere Länder überfallen lassen, wenn er in der Ukraine schnellen Erfolg gehabt hätte? „Das ist eine sehr spekulative Frage“, sagt Merkel und betont, dass man auf glaubhafte Abschreckung setzen müsse. Sie verstehe Scholz‘ Zögern bei der Lieferung von Taurus-Raketen. Weiter wollte die Altkanzlerin die deutschen Lieferungen aber nicht kommentieren. „Ich bin hier nicht die Ersatz-Bundeskanzlerin“, sagt sie.
Update, 19.56 Uhr: Billige Energie aus Russland, Verkäufe an China, Sicherheit dank den USA – dieses „Geschäftsmodell“ steht der nächsten Bundesregierung nicht zur Verfügung. Die Altkanzlerin verteidigt ihre Politik trotz dessen und beteuert, stets die Interessen Deutschlands im Blick gehabt zu haben. „Wenn ich damals gesagt hätte, wir verkaufen kein Gas mehr aus Russland, wäre mir die Ukraine auf den Kopf gestiegen“, sagt die Altkanzlerin über die Zeit nach der Annexion der Krim. Kiew sei es damals vor allem um Transitgebühren gegangen.
Update, 19.31 Uhr: „Ich war halt langweilig“, sagt Merkel über ihr vermeintlich unspektakuläres Buch „Freiheit“. Ein großes Enthüllungsbuch, wo sie „die Katze aus dem Sack“ lässt, sei nie geplant gewesen. Vielmehr ging es der Kanzlerin a .D. darum, Hintergründe zu erläutern und den politischen Alltag zu beleuchten. „Unbedingt“ wollte sie aber auch ihre jungen Jahre in der DDR abbilden.
Merkel veröffentlicht Memoiren: Bilder ihrer wichtigsten Momente als Politikerin




Update, 19.23 Uhr: Die CDU bleibe nach wie vor „ihre Partei“, sagt Merkel, auch wenn diese ihr „manchmal Schmerzen bereitet“. Auf die Frage, ob sie denn schon gewählt habe, erwidert Merkel: „Haben sie denn schon gewählt?“ In Berlin seien noch keine Briefwahlunterlagen verschickt worden.
Update, 19.21 Uhr: Merkel sieht das Erstarken der AfD teilweise auch mit den Streitereien zwischen CDU und CSU erklärt. Hätte sich die Union zu Beginn der Flüchtlingskrise vereinter gezeigt, könnte es heute anders aussehen. Aber „dass die AfD heute bei 20 Prozent steht, ist nicht meine Verantwortung“, so die Altkanzlerin. Nach der Bundestagswahl müsse „wieder ein Zustand gefunden werden, in dem später auch wieder Kompromisse zu finden sind“, sagte Merkel. „Ich hoffe, dass das möglich ist.“
Update, 19.18 Uhr: Wenig überraschend geht es auch schnell um die Migrationspolitik von Angela Merkel. Tatsächliche fühle sie sich von Merz‘ Kritik an einer „verfehlten Asylpolitik“ angesprochen. Gleichzeitig verweist die Altkanzlerin auf ein Kapitel ihres Buches, in dem es auch um Lösungsansätze geht. Weiter verwies sie auf das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei, welches sie noch immer für eine gute Lösung hält. Für „verfehlt“ hält sie deutsche Flüchtlingspolitik ohnehin nicht; die Arbeit sei schlichtweg noch nicht abgeschlossen.
Update, 19.13 Uhr: Und schon geht es um Friedrich Merz. Sein Aufruf an die Parteien der Mitte nach dem Ampel-Bruch sei richtig gewesen. Doch dann kritisiert Merkel den Unions-Kanzlerkandidaten dafür, dass er seinen Fünf-Punkte-Plan mithilfe der AfD durch den Bundestag gebracht hat. Es sollte nicht dazukommen, „dass Mehrheiten zum Schluss mithilfe der AfD“ zustande kommen. Das Vorgehen sei „falsch“ gewesen. Auf die Frage, was sie mit ihrem Statement erreichen wollte, erklärt Merkel, dass sie ihre Meinung dazu habe sagen müssen. „Ich habe es richtig gefunden, in so einer entscheidenden Situation nicht zu schweigen“, sagte Merkel.
Interview mit Angela Merkel hat begonnen
Update, 19.09 Uhr: Das Zeit-Interview mit Angela Merkel hat begonnen. Die 70-Jährige schwärmt zunächst von der Stadt Hamburg und spricht dann schnell über die Lage im Land. Merkel bezeichnet die Stimmung aus „aufgeladen“. Als Beispiel nennt sie einen „rüden Ton“ sowie Angriffe auf Wahlhelfer. Interessant: zum Ende der Veranstaltung werden Fragen von Zuschauerinnen und Zuschauern an die Altkanzlerin gestellt.
Update, 18.36 Uhr: Thematisiert werden dürften beim Gespräch mit Angela Merkel insbesondere die Migration. „Wir schaffen das“, lautete ihr Motto während der Flüchtlingskrise – Jahre später nennt Freie Wähler-Chef Hubert Aiwanger die Altkanzlerin „Mutter der AfD“.
Update, 17.23 Uhr: Am Mittwochabend hat Altkanzlerin Merkel einen ihrer selten gewordenen Live-Auftritte. Im Gespräch mit der Zeit steht die frühere Regierungschefin Rede und Antwort. Ein besonderer Fokus dürfte dabei auf dem aktuellen Zustand von Merkels Partei liegen. Erst in der vergangenen Woche schaltete die Ex-CDU-Vorsitzende sich aktiv in den Wahlkampf ein und kritisierte ihren Nachfolger Friedrich Merz für dessen Migrations-Vorstoß im Bundestag. Ein für Merkel eher ungewöhnlicher Vorgang. Gut möglich, dass sich die Ex-Kanzlerin auch heute Abend in Richtung des CDU-Kanzlerkandidaten richten wird.
Merkel im Live-Interview – Die Altkanzlerin im Gespräch vor der Bundestagswahl
Erstmeldung vom 5. Februar: Hamburg – Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stellt sich im Live-Interview den Fragen der Zeit-Redakteure Mariam Lau und Roman Plettland. Kurz vor der Bundestagswahl 2025 trat sie bereits als Kritikerin des aktuellen CDU-Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten Friedrich Merz in Erscheinung. Laut der Zeit soll es bei dem Gespräch neben der aktuellen politischen Lage in Deutschland und Europa auch um ihre Zeit als Deutschlands Bundeskanzlerin gehen. Das Interview findet am Mittwoch (5. Februar) ab 19.00 Uhr statt.
Hier finden Sie die wichtigsten Infos zum Live-Interview mit Altkanzlerin Angela Merkel.
Merkel im Live-Interview bei der Zeit: Rückblick auf 16 Jahre Bundeskanzlerin
Mit Blick auf ihre 16 Jahre dauernde Amtszeit kann Merkel auf viele Erfolge, aber auch Herausforderungen zurückblicken. Ihre Regierungszeit begann die erste Frau an der Spitze der deutschen Bundesregierung im Jahr 2005. Bereits drei Jahre nach Amtsantritt sah sie sich mit der Finanzkrise 2008 konfrontiert. Am Ende stand die Schuldenbremse für Bund und Länder – was noch heute Diskussionen entfacht und wohl zum Bruch der Ampel-Regierung unter SPD-Bundeskanzler Olaf Scholz führte.
Als ein weiterer Meilenstein kann der Ausstieg Deutschlands aus der Atomenergie gesehen werden. Als Reaktion auf das Reaktorunglück in Fukushima im Jahr 2011 kündigte Merkel die energiepolitische Kehrtwende für Deutschland an. Und mit der Entscheidung zur Aufnahme von mehr als einer Million Schutzsuchenden in den Jahren 2015/2016 traf Merkel ebenfalls eine Entscheidung, die auch im Wahlkampf 2025 noch aktuell ist.
Live-Interview mit Altkanzlerin Angela Merkel – Kritik an Merz vor der Bundestagswahl
Im Vorfeld der Bundestagswahl 2025 sorgte Merkel mit Kritik an ihrem Nachfolger Friedrich Merz für Aufsehen. Als der sich entschied, bei Abstimmungen im Bundestag Stimmen von der in Teilen rechtsextremen AfD in Kauf zu nehmen, zog er die Kritik der Altkanzlerin auf sich. In einem Pressestatement teilte sie mit, dass sie es für falsch halte, „sehenden Auges erstmalig bei einer Abstimmung im Deutschen Bundestag eine Mehrheit mit den Stimmen der AfD zu ermöglichen“.
Die Entscheidung von Merz und möglicherweise auch die Kritik von Merkel sorgten in den jüngsten Umfragen für einen Absturz der Union. Im aktuellen RTL/ntv-„Trendbarometer“ zur Bundestagswahl 2025 sinken CDU und CSU auf 28 Prozent. Das stellt den schlechtesten Umfragewert der Union seit Oktober 2023 dar.
| Angela Merkel | |
|---|---|
| Alter | 70 Jahre (17. Juli 1954) |
| Partei | CDU |
| Amtszeit | 2005 bis 2021 |
| Ehepartner | Ulrich Merkel (1977-1982), Joachim Sauer (seit 1998) |
| geschwister | Irene Kastner, Marcus Kastner |
Merkel live im Interview: Umfrage zeigt gemischte Gefühle der Deutschen gegenüber der Altkanzlerin
Merkel selbst schneidet in einer kürzlich vom Meinungsforschungsinstitut Insa im Auftrag der Bild durchgeführten Umfrage sehr unterschiedlich ab. Von 1001 Befragten gaben 43 Prozent an, die Amtszeit von Merkel als (eher) schlecht in Erinnerung zu haben. Dagegen bewertet 31 Prozent die Merkel-Ära als (eher) gut. 24 Prozent konnten sich bei der Frage nicht entscheiden.
Brisant dabei: Unter Wählern der Linken und Grünen schnitt Merkel am besten ab. Jeweils 49 und sogar 56 Prozent gaben an, dass ihre Politik sich positiv auf Deutschland ausgewirkt habe. Damit ist die Kanzlerin unter diesen Parteianhängern beliebter als bei Unionswählern, die Merkels Politik rückblickend zu 42 Prozent als gut beschrieben. (nhi)
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