Wahlrecht und Superwahljahr

Kretschmann hört auf: Warum die Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 besonders wird

Am 8. März finden die Landtagswahlen in Baden-Württemberg statt. Die Wahl wird anders als vor fünf Jahren. Fünf Gründe, warum das so ist.

Stuttgart – Wenn die Menschen in Baden-Württemberg am 8. März 2026 an die Wahlurnen treten, beginnt in Deutschland das Superwahljahr. Fünf Bundesländer wählen 2026 ihren Landtag. In Baden-Württemberg endet an diesem Tag eine politische Ära. Winfried Kretschmann (Grüne) tritt nach 15 Jahren und drei Amtszeiten nicht noch einmal als Ministerpräsident an. Für viele Bürgerinnen und Bürger war er eine feste Größe an der Spitze der baden-württembergischen Landesregierung. Und trotzdem: Sein Ruhestand ist nicht der einzige Grund, warum die Wahlen für das Parlament in Stuttgart dieses Mal besonders werden.

Cem Özdemir (Grüne) und Manuel Hagel (CDU) wollen die Landtagswahl in Baden-Württemberg gewinnen

1. Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 dürfen 16- und 17-Jährige wählen

Wie die dpa berichtet, vergrößert sich dieses Mal die Zahl der Wähler und Wählerinnen in Baden-Württemberg. Zum ersten Mal dürfen auch 16- und 17-Jährige wählen gehen. Insgesamt sind dadurch über 7,7 Millionen Menschen wahlberechtigt, so viele wie nie zuvor. Das schreibt das Statistische Landesamt. Die rund 650.000 Erstwähler im Alter von 16 bis 22 Jahren machen 8,4 Prozent der Wahlberechtigten aus. Diese vielen jungen Wähler könnten sich auf das Ergebnis auswirken.

Zusätzlich wurde das Wahlrecht in Baden-Württemberg reformiert. Laut dpa haben die Wähler nun zwei Stimmen, ähnlich wie bei der Bundestagswahl. Mit der Erststimme wählen sie direkt einen Kandidaten oder eine Kandidatin im Wahlkreis. Die Zweitstimme geht an eine Partei, die eine Landesliste aufstellt, über die Kandidaten in den Landtag einziehen können.

30 Fotos zeigen eine Auswahl der bekanntesten Politiker aus Baden-Württemberg

Politiker Thorsten Frei von der Partei CDU/CSU
Thorsten Frei (geboren in Säckingen, Lkr. Waldshut) von der CDU dürfte den meisten aus der einen oder anderen Nachbesprechung der Bundestagswahl 2025 im Fernsehen bekannt vorkommen. Seit 2013 sitzt er im Bundestag, davor war er Bürgermeister von Donaueschingen. © IMAGO / Political-Moments
Politiker Thomas Strobl von der Partei CDU
Von 2011 bis 2023 war Thomas Strobl (geboren in Heilbronn) Vorsitzender der CDU Baden-Württemberg. Seit 2016 ist er zudem Innenminister des Landes im Kabinett Kretschmann. Beinahe wäre er Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2016 geworden, doch er unterlag in der Mitgliederbefragung knapp … © IMAGO / Oryk HAIST
Politiker Guido Wolf von der CDU
… Guido Wolf (geboren in Weingarten, Lkr. Ravensburg), der sich in der Wahl jedoch nicht durchsetzen konnte und in der Folge „nur“ als Landesjustizminister im Kabinett saß. Als Abgeordneter ist er bereits seit 2006 Teil des Landtags. ©  IMAGO / Arnulf Hettrich
Der ehemalige Reichskanzler Hermann Müller bei einer Rede.
Hermann Müller (Mitte, geboren in Mannheim) bei einer Rede 1925. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg fungierte er als Parteimitte in der SPD. Kurzzeitig 1920 und nochmal von 1928 bis 1930 war er Reichskanzler der Weimarer Republik. © IMAGO / TT
Der erste Ministerpräsident Baden-Württembergs Reinhold Meier.
Reinhold Maier (geboren in Schorndorf) war der erste Ministerpräsident von Baden-Württemberg. In dieser Funktion unterzeichnete er 1949 auch die Urschrift des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland. © dpa / Assmann
Der ehemalige Ministerpräsident Baden Württembergs Hans Filbinger von der Partei CDU.
Hans Filbinger (geboren in Mannheim) – durchaus umstritten aufgrund seiner früheren Mitgliedschaft in der NSDAP und der SA – war als CDU-Politiker von 1966 bis 1978 Ministerpräsident Baden-Württembergs. Seine Nachfolge trat …  © IMAGO / Rust
Der ehemalige Ministerpräsident Baden-Württembergs Lothar Späth von der Partei CDU.
… 1978 Lothar Späth (geboren in Sigmaringen) – Spitzname „Cleverle“ – an. Er regierte als Ministerpräsident von Baden-Württemberg in einer CDU-Alleinregierung, ehe ihn … © IMAGO / sepp spiegl
Der ehemalige Ministerpräsident Baden-Württembergs Erwin Teufel von der Partei CDU.
… Erwin Teufel (geboren in Rottweil) als Ministerpräsident von Baden-Württemberg ablöste. Von 1991 bis 2005 führte er den Südweststaat insgesamt 14 Jahre lang. 1994 präsentierte er zusammen mit der Stadt Stuttgart, der Bahn und dem Bund den ersten Plan für das umstrittene Projekt Stuttgart 21. ©  IMAGO / photothek
Der ehemalige Ministerpräsident Baden-Württembergs Günther Oettinger von der Partei CDU.
CDU-Politiker Günther Oettinger (geboren in Stuttgart) hatte das höchste Amt des Landes Baden-Württemberg dann von 2005 bis 2010 inne. Trotz schwäbelnder Englisch-Kenntnisse gehörte er in der Folge für neun Jahre der EU-Kommission an, ehe er als Lobbyist und in verschiedenen Beraterpositionen tätig war. Sein letzter parteiinterner Nachfolger als Ministerpräsident war …  ©  IMAGO / ZUMA Press Wire
Der ehemalige Ministerpräsident Baden-Württembergs Stefan Mappus von der Partei CDU.
… Stefan Mappus (geboren in Pforzheim), der das Amt des baden-württembergischen Ministerpräsidenten 2010 übernahm, als Oettinger für die EU-Kommission nominiert wurde. Es sollte jedoch eine kurze Amtszeit werden: Die Landtagswahl 2011 verlor er als Spitzenkandidat und zog sich aus der Politik zurück. Ein ähnliches Schicksal will … © IMAGO / Reiner Zensen
Manuel Hagel, Vorsitzender der CDU-Fraktion Baden-Württemberg bei einer Rede im Landtag.
… Manuel Hagel (geboren in Ehingen (Donau)) bei der Landtagswahl 2026 vermeiden. Er ist seit 2021 Fraktionsvorsitzender der CDU im Landtag von Baden-Württemberg und strebt das Amt des Ministerpräsidenten im Ländle an. © IMAGO / Arnulf Hettrich
Außenminister Klaus Kinkel Deutschland von der Partei FDP
FDP-Politiker Klaus Kinkel (geboren in Metzingen) prägte die Bundespolitik in einigen Ämtern mit: Unter anderem war er von 1979 bis 1982 Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), von 1991 bis 1992 Bundesjustizminister und von 1993 bis 1998 Vizekanzler. © IMAGO / sepp spiegl
Reinhard Bütikofer beim Bundesparteitag Bündnis 90/ Die Grünen 2022.
Reinhard Bütikofer (geboren in Mannheim) war von 2009 bis 2024 Mitglied des Europäischen Parlaments in der Grünen-Fraktion. Zuvor saß der Politiker von Bündnis 90/ Die Grünen jedoch von 1988 bis 1996 als Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg. Er prägte die Grünen maßgeblich mit, genauso wie … © IMAGO / Political-Moments
Claudia Roth, Grünen-Politikerin
… Claudia Roth (geboren in Ulm). Von 2001 bis 2002 und von 2004 bis 2013 stand sie jeweils als eine von zwei Bundesvorsitzenden an der Spitze ihrer Partei Bündnis 90/ Die Grünen. Ursprünglich kommt sie jedoch nicht aus der Politik, sondern war kulturell engagiert – in den 80er-Jahren etwa als Managerin von Ton Steine Scherben und Rio Reiser. © IMAGO / Political-Moments
Manfred Rommel, ehemaliger Oberbürgermeister von Stuttgart raucht eine dicke Zigarre in Bonn.
Manfred Rommel (geboren in Stuttgart) war Oberbürgermeister von Stuttgart von 1974 bis 1996. Nach ihm ist der Stuttgarter Flughafen, der Manfred Rommel Airport, benannt. Deutlich umstrittener war sein Vater …  © IMAGO / photothek
Generalfeldmarschall Erwin Rommel bespricht sich mit italienischen Generälen 1942.
… Erwin Rommel (Mitte, geboren in Heidenheim an der Brenz). Er trat 1910 in die württembergische Armee ein, kämpfte im Ersten Weltkrieg und machte im Dritten Reich als Generalfeldmarschall und Kriegskommandeur Karriere. Manche Quellen nennen den „Wüstenfuchs“ – so sein Spitzname – sogar „Hitlers Lieblingsgeneral“.  ©  IMAGO / United Archives International
CDU-Politiker Otto Hauser
CDU-Politiker Otto Hauser (geboren in Göppingen) war ab 1989 Vorsitzender der Landesgruppe Baden-Württemberg im Bundestag. Für Schlagzeilen sorgten seine Aussagen zum Magdeburger Modell, der SPD-Minderheitsregierung in Sachsen-Anhalt ab 1994, das sei „ungefähr dasselbe, als wenn die Nationalsozialisten nach dem Kriege unter anderem Namen mitregiert hätten“. Ganz und gar nicht d‘accord war wahrscheinlich schon damals … © IMAGO / Jürgen Eis
SPD-Vorsitzende Saskia Esken bei einer Rede 2024.
… Saskia Esken (geboren in Stuttgart), die 1990 in die SPD eintrat. Seit 2013 sitzt sie für die Sozialdemokraten im Bundestag und führt die Partei seit 2019 als eine der beiden Parteivorsitzenden an. © IMAGO / Bernd Elmenthaler
Der ehemaligen Parteivorsitzende der Linken Bernd Riexinger bei einer Rede beim Parteitag 2019.
Bernd Riexinger (geboren in Leonberg) sitzt seit 2017 im Bundestag, nachdem er sich zuvor bei seiner Partei Die Linke in Baden-Württemberg engagiert hatte. Bekannt ist er zudem für seine Tätigkeiten als Gewerkschaftssekretär bei ver.di und als Parteivorsitzender der Linken von 2012 bis 2021. ©  IMAGO / Karina Hessland
Der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn.
Fritz Kuhn (geboren in Bad Mergentheim) – ursprünglich SPD-Mitglied – kam 1980 als Gründungsmitglied zu den Grünen und saß ab 1984 im Landtag Baden-Württemberg. Später wechselte er auf Bundesebene, war von 2000 bis 2002 Bundesvorsitzender seiner Partei und 2005 bis 2009 außerdem Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/ Die Grünen im Bundestag. Zuletzt war er Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart von 2013 bis 2021. © IMAGO / Lichtgut
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer bei einem Streitgespräch und bei der Eröffnung der neuen Radbrücke in Tübingen.
Boris Palmer (geboren in Waiblingen) gehört wohl zu den umstrittensten Politikern Baden-Württembergs. Palmer – ehemals Mitglied der Partei Bündnis 90/Die Grünen – ist seit 2007 Oberbürgermeister der Stadt Tübingen und geriet seitdem immer wieder wegen Rassismusvorwürfen oder vermeintlichen Tabubrüchen und Konflikten in die bundesweiten Schlagzeilen. Liiert war er bis 2013 mit … © IMAGO / Ulmer II (links) und IMAGO / Ulmer/Teamfoto (rechts)
Bundesvorsitzende der Grünen, Franziska Brantner.
… Franziska Brantner (geboren in Lörrach). Seit eben diesem Jahr 2013 sitzt Brantner im Bundestag, zuvor war sie im Europäischen Parlament tätig. Ende 2024 wurde sie zur Bundesvorsitzenden des Bündnis 90/ Die Grünen gewählt und zählt damit zu den bekanntesten Gesichtern ihrer Partei. Zweifelsohne gehört dazu auch … ©  IMAGO / Metodi Popow
Grünen-Politiker Joschka Fischer in jungen Jahren und später.
… Joschka Fischer (geb Gerabronn, Lkr. Schwäbisch-Hall). Er trat in den 80er-Jahren dem Bündnis 90/ Die Grünen bei und war von 1998 bis 2005 Außenminister und Vizekanzler der Bundesrepublik. Bekannt ist der „Revoluzzer“ vor allem für seine damalige Vereidigung in Turnschuhen, seine launische und temperamentvolle Art, sowie einen der berühmtesten Ausrutscher im Bundestag: „Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch, mit Verlaub!“ ©  IMAGO / United Archives (links) und IMAGO / Guido Schiefer (rechts)
Grünen-Politiker Cem Özdemir mit seinem Dienstrad.
Cem Özdemir (geboren in Bad Urach) trat 1981 dem Bündnis 80/ Die Grünen bei. Mehr als 40 Jahre später ist er nicht nur Spitzenkandidat der Grünen für die Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026, sondern auch Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft in der Ampel-Koalition seit 2021 – und großer Fahrrad-Fan. ©  IMAGO / Photopress Müller (links) und IMAGO / Political-Moments (rechts)
Der erste Bundespräsident Theodor Heuss rechts neben Bundeskanzler Konrad Adenauer.
Theodor Heuss (rechts, geboren in Brackenheim, Lkr. Heilbronn) hatte als erster Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland ab 1949 die knifflige Aufgabe, das schlechte Ansehen der Deutschen in der Welt zu verbessern. Der ehemalige Journalist war zudem der erste Bundesvorsitzende der 1948 gegründeten FDP. Das Amt des Bundespräsidenten erlangte Jahre später als nächster gebürtiger Baden-Württemberger … © IMAGO / ZUMA/Keystone
Bundespräsident Richard von Weizsäcker rechts neben Ministerin Angela Merkel links.
… Richard von Weizsäcker (rechts, geboren in Stuttgart). Er hatte das Amt als Bundespräsident für zehn Jahre von 1984 bis 1994 inne. Er war außerdem von 1979 bis 1981 Vizepräsident des Deutschen Bundestages und Regierender Bürgermeister der Stadt Berlin von 1981 bis 1984. In seiner politischen Laufbahn innerhalb der CDU hatte er unter anderem mit einer gewissen Angela Merkel (links) zu tun.  © IMAGO / Frank Sorge
Pressekonferenz mit Ricarda Lang, Bundesvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen 2022
Ricarda Lang (geboren in Filderstadt) startete ihre politische Laufbahn 2012, als sie in die Grüne Jugend eintrat. Seit 2021 sitzt sie für Bündnis 90/ Die Grünen im Bundestag und war von 2022 bis 2024 eine von zwei Bundesvorsitzenden ihrer Partei.  ©  IMAGO / Chris Emil Janßen
LPK Baden-Württemberg mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann.
Winfried Kretschmann (geboren in Spaichingen, Lkr. Tuttlingen) ist seit 2011 Ministerpräsident Baden-Württembergs – mittlerweile in seiner dritten Amtszeit. Er war der erste und bisher einzige grüne Regierungschef eines deutschen Bundeslands und ist bekannt für seine recht konservative Auslegung der grünen Politik. ©  IMAGO / 7aktuell
Der 18. Parteitag der CDU 1971 mit Kurt Georg Kiesinger
Kurt Georg Kiesinger (geboren in Ebingen, Albstadt) war der dritte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland nach Konrad Adenauer und Ludwig Erhard. Von 1966 bis 1969 führte der CDU-Politiker die erste Große Koalition mit besonderem Fokus auf Änderungen in der Wirtschafts- und Finanzpolitik. Zuvor war er von 1958 bis 1966 Ministerpräsident von Baden-Württemberg. ©  IMAGO / Klaus Rose
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble von der Partei CDU
Wolfgang Schäuble (geboren in Freiburg) ist eines der prägendsten Gesichter der CDU-Geschichte und hatte über die Jahre zahlreiche politische Ämter auf Bundesebene inne: Er war von 1989 bis 1991 und von 2005 bis 2009 Innenminister, von 2009 bis 2017 Finanzminister und von 2017 bis 2021 Präsident des Bundestags. Seit einem Attentat auf ihn 1990 saß Schäuble querschnittsgelähmt im Rollstuhl. © IMAGO / photothek

2. Bei der Landtagswahl in BW 2026 stellt sich die Frage: Wer folgt auf Kretschmann?

Mit 77 Jahren zieht sich Kretschmann in den Ruhestand zurück. Der parteipolitisch logische Nachfolger des Grünen-Politikers ist Cem Özdemir (Grüne). Konkurrenz macht ihm Manuel Hagel von der CDU. Hagel betonte bereits, dass das Kretschmanns Erbe bei der CDU gut aufgehoben sei. Özdemir hingegen meint, es gehe darum, Kretschmanns Politik zu verstehen, nicht zu imitieren.

Die Landeszentrale für politische Bildung in Baden-Württemberg hat die Ergebnisse verschiedener Meinungsforschungsinstitute auf ihrer Seite zusammengefasst. Die CDU schwankt in den jüngsten Umfragen zwischen 29 und 31 Prozent Zustimmung, die Grünen zwischen 17 und 20 Prozent. Gefährlich wird den beiden Parteien die AfD. Die rechtspopulistische Partei würden 18 bis 21 Prozent der befragten Baden-Württemberger wählen. Der Baden-Württembergische Verfassungsschutz beobachtet den Landesverband der AfD als rechtsextremen Verdachtsfall. Das sind die Ergebnisse der aktuellsten Meinungsumfrage von Infratest dimap für den SWR und die Stuttgarter Zeitung vom 16. Oktober 2025:

ParteiZustimmung
CDU29 %
AfD21 %
Bündnis 90/Die Grünen20 %
SPD10 %
Die Linke7 %
FDP5 %
BSW3 %
Sonstige5 %

3. Die Grünen in Baden-Württemberg kämpfen für die Landtagswahl 2026 mit schlechten Umfragewerten

Zum ersten Mal seit 15 Jahren könnten die Grünen in Baden-Württemberg die Landtagswahl verlieren. Seit dem Scheitern der Ampelkoalition kämpfen sie mit schlechten Umfragewerten und müssen sich dieses Mal ohne den Kretschmann-Bonus behaupten. Ihr Spitzenkandidat Cem Özdemir ist zwar bekannt und beliebt, aber sein Wahlkampf verläuft bisher eher schleppend. In der jüngsten Umfrage von Infratest dimap wurden die Grünen von der AfD überholt und liegen damit auf dem dritten Platz hinter der CDU.

Damit stellt sich auch die Frage, wie es bei einem Sieg der CDU im baden-württembergischen Landtag weitergeht. Seit 2016 ist die CDU Koalitionspartner der Grünen unter Kretschmann. Doch wenn die AfD ihre Umfragewerte weiter ausbaut, könnte sich nach dem 8. März auch in Stuttgart die Frage stellen: Koaliert die CDU mit der AfD? Bisher hat die Union das strikt ausgeschlossen und ist in anderen Bundesländern lieber Zweckbeziehungen mit anderen Parteien eingegangen. Auch alle anderen Parteien in Baden-Württemberg lehnen laut dpa eine Koalition mit den Rechtspopulisten ab. Die letzte Umfrage vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 deutet einen Wahl-Krimi an.

4. Özdemir und Hagel rücken die Automobilindustrie in den Fokus der Landtagswahlen in BW 2026

Baden-Württemberg ist das industrielle Zentrum Deutschlands und stark von der Autoindustrie abhängig. Die Krise in der Automobilindustrie und der Wandel zum Elektroauto treffen die Region deswegen härter als andere. Tausende Arbeitsplätze sind gefährdet, und viele Regionen blicken besorgt in die Zukunft.

Wirtschaftspolitik steht daher im Mittelpunkt des Wahlkampfs: Es geht um Standortfragen, den Erhalt von Arbeitsplätzen und den Abbau von Bürokratie. „Wirtschaft, Wirtschaft, Wirtschaft“, betont CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel, während er von einem Mittelständler zum nächsten reist. Sein grüner Konkurrent Cem Özdemir sagt: „Wir können Auto“ und zeigt sich offen für eine Verschiebung des Verbrennerverbots.

5. Landtagswahlen in Baden-Württemberg sind der Beginn des Superwahljahres 2026

2026 finden neben Baden-Württemberg auch in Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern Landtagswahlen statt. Im städtischen Bundesland Berlin finden die Wahlen zum Abgeordnetenhaus statt. Politische Beobachter, Strategen und Journalisten beobachten deswegen ganz genau, was im Südwesten und in anderen Bundesländern geschieht. Landtagswahlen gelten als Indikator für die politische Stimmung im Land und für die Zustimmung zur Politik der Bundesregierung. Allerdings spielen bei den Wahlentscheidungen bei Landtagswahlen auch immer lokale Fragen eine Rolle.

Dennoch könnten Niederlagen bei den Landtagswahlen die CDU und Kanzler Friedrich Merz schwächen. In vielen Bundesländern müssen CDU und SPD um ihre Ministerpräsidentenposten bangen, was wiederum die Kräfteverteilung im Bundesrat beeinflussen würde. Die FDP droht unterdessen, bundesweit an Bedeutung zu verlieren. Aus den Reihen der Liberalen im Südwesten heißt es: Scheitern wir in unserem Stammland Baden-Württemberg, scheitern wir überall. Linke und die AfD könnten hingegen an Stärke gewinnen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die AfD am Ende des Jahres erstmals einen Landesregierungschef stellt. (Quellen: dpa, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, eigene Recherche) (cdz)

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