„Die Hamas muss zerstört werden“: Habeck sendet Grünen in neuer Video-Rede eine klare Botschaft
VonJens Kiffmeier
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Neue Video-Botschaft: Nach seiner Israel-Rede legt Robert Habeck nach und gibt den Grünen den Kurs im Israel-Krieg vor. Ob das Baerbock gefällt?
Berlin – Außenpolitische Leitlinie vom Bundeswirtschaftsminister: Robert Habeck (Grüne) hat seiner Partei ins Gewissen geredet und zur uneingeschränkten Solidarität mit dem Kurs Israels im Krieg gegen die Hamas aufgerufen. Der Angriff der islamistischen Terrororganisation sei eine „Kampfansage an die zivilisierte Welt“ und erfordere eine „notwendige Konsequenz von Israel“, sagte der Minister in einer neuen Video-Botschaft an die Parteibasis und fügte dann hinzu: „Im Grunde muss die Hamas zerstört werden, weil sie den Prozess des Friedens im Nahen Osten zerstört.“
Krieg in Israel: Robert Habeck trumpft mit neuer Video-Botschaft auf – Zerstörung der Hamas gefordert
Die Rede von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck war zuvor aufgezeichnet worden. Die Video-Botschaft zum Krieg der Hamas in Israel richtete er am Samstag an die Landesdelegiertenversammlung der rheinland-pfälzischen Grünen, die sich in Saarburg getroffen hatten.
Vielbeachtete Rede auf Youtube: Habeck zeigt sich nicht das erste Mal besorgt über Israel-Krieg
Zuletzt hatte Habeck mit einer ähnlichen Videobotschaft gegen Antisemitismus und für Solidarität mit Israel eine enorme Resonanz ausgelöst und viel Zuspruch erhalten. In der Rede, die das Ministerium bei X (vormals Twitter) verbreitet hatte und die seit dem tausendfach auch bei Youtube verbreitet wird, prangerte der Grünen-Politiker antisemitische Übergriffe in Deutschland an. Er verlangte „eine harte politische Antwort“ und forderte von Muslimen eine klarere Distanzierung von antisemitischen Äußerungen und Handlungen.
Antisemitismus in Deutschland: Habeck-Rede wird von Pro-Hamas-Demos überschattet
In erster Linie hatte Habeck in seiner Rede zum Krieg in Israel auf die Wellen des Hasses im migrantischen Milieu abgezielt. Auch am Wochenende gingen wieder viele Unterstützer der islamistischen Hamas in Deutschland auf die Straße. Am Freitagabend versammelten sich 3000 pro-palästinensischen Demonstranten in Essen, darunter auch viele Salafisten, die zur Vernichtung Israels aufriefen. Am Samstag gab es dann eine große Kundgebung in Berlin. Sorgen bereitete Habeck zuletzt auch, dass sich auch Aktivistinnen und Aktivisten aus dem linken Parteienspektrum und aus der Umweltbewegung eher israelfeindlich gezeigt hatten.
Deswegen dürften Habecks Appelle durchaus auch als Fingerzeig und Richtungsentscheid an die Grünen verstanden werden. Am Samstag konkretisierte der Wirtschaftsminister noch einmal seine Position. „Auch die Palästinenser haben das Recht auf einen eigenen Staat“, stellte der Grünen-Politiker klar. Die Zweistaatenlösung sei die richtige politische Antwort. Die Hamas habe jedoch an einer solchen Lösung kein Interesse.
Habeck zum Krieg in Israel: Hamas arbeite „mit einer großen Verwechselungslüge“
„Sie kämpft nicht dafür, dass die palästinensische Bevölkerung einen eigenen Staat bekommt. Sie kämpft für den Krieg. Sie will den Krieg durchsetzen und die Zerstörung Israels, die natürlich nie stattfinden wird, aber unermessliches Leid auch über die eigene Bevölkerung bringt“, zitierte ihn die Nachrichtenagentur dpa. Die Hamas arbeite „mit einer großen Verwechselungslüge“, wenn sie ihr Vorgehen als politisches Angebot darstelle: „Es ist kein politisches Angebot, es ist eine Kampfansage an die zivilisierte Welt.“
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Natürlich müsse Israel der Hamas entgegentreten, sagte Habeck. Dabei sei Israel auch an das Völkerrecht gebunden und gehalten, zivile Opfer zu minimieren und humanitäre Standards einzuhalten. „Das tun sie aber auch, beziehungsweise werden sie tun. Alle diplomatischen Bemühungen sind darauf gerichtet, dass das passiert.“
Schlechte News für Baerbock: Außenministerin wird von Habecks Rede zum Israel-Krieg kalt erwischt
Warum aber der Wirtschaftsminister jetzt wiederholt die außenpolitische Position klar zieht, bleibt sein Geheimnis. Bereits sein erster Vorstoß soll parteiintern nicht auf volle Gegenliebe gestoßen sein. Während die Rede laut Medienberichten mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) und vielleicht auch mit FDP-Parteichef Christian Lindner abgestimmt worden war, soll Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) von der News zur ersten Video-Botschaft überrascht worden sein.