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5 Begriffe, die du kennen musst, auch wenn du mit dem Nahost-Konflikt nix am Hut hast

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Zumindest ein bisschen besser.

Schon in der Bibel werden Konflikte und Kämpfe um „das Heilige Land“ beschrieben. Soweit können wir nicht zurückgehen. Damit du aber ein bisschen besser verstehst, was gerade passiert, können wir dir ein paar Hard Facts mit an die Hand geben: So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

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1. Palästina

Das historische Palästina umfasste Gebiete, die heute Israel, den Gazastreifen und das Westjordanland umfassen, aber auch Teile Syriens, Jordaniens und des Libanons. Schon sehr früh in der Geschichte leben in dieser Region Christ:innen, Jüdinnen und Juden, sowie Muslim:innen. Über die Jahrhunderte hinweg wurde dieses Gebiet mehrmals neu definiert und von verschiedenen Mächten regiert.

Die rote Schraffierung zeigt das stark umkämpfte Grenzgebiet am Gazastreifen.

2. Israel

Ende des 19. Jahrhunderts entsteht eine jüdische Nationalbewegung, der Zionismus. Ziel dieser Bewegung ist es, einen Staat zu gründen, in dem Jüdinnen und Juden sicher vor Diskriminierung und Verfolgung leben können. Dafür wünschen sich die Menschen einen Ort mit religiösem Bezug: So beginnen mehr jüdische Menschen in Palästina, das zu diesem Zeitpunkt Teil des Osmanischen Reiches ist, zu siedeln.

3. Zweistaatenlösung und Siedlungspolitik

Nach dem Ersten Weltkrieg zerfällt das Osmanische Reich und Großbritannien erhält die Kontrolle über Palästina. Mit wachsendem Antisemitismus vor dem Zweiten Weltkrieg nimmt auch die jüdische Migrationsbewegung weiter zu. Um diese Migration und den Konflikt um Siedlungsgebiete zu bewältigen, präsentieren die Vereinten Nationen (UN) 1947 einen Plan. Die Zweistaatenlösung, eine Unterteilung der Region in palästinensische Gebiete – das Westjordanland (auf Englisch „Westbank“) und Gaza – und Israel, soll auf friedliche Weise eine neue Ordnung herstellen.

Jerusalem

Die Hauptstadt Jerusalem soll international verwaltet werden. Am 14. Mai 1948 wird der erste jüdische Staat Israel gegründet. Doch auch nach der Aufteilung gehen die Konflikte um Land und Besitzanspruch weiter: Palästinenser:innen fühlen sich benachteiligt und sind mit der Zweistaatenlösung nicht einverstanden. Direkt nach der Teilung entsteht ein Krieg zwischen Israel und den arabischen Nachbarstaaten, darunter Ägypten und Libanon, die den neuen Staat nicht akzeptieren.

4. Intifada

Israel gewinnt diesen Krieg und 1978 finden erfolgreiche Friedensverhandlungen mit Ägypten und Libanon statt, doch die Konflikte mit den Palästinenser:innen gehen weiter. Im Rahmen der stark umstrittenen Siedlungspolitik Israels besetzt der Staat Gebiete in Gaza und im Westjordanland. Das führt zu Gewalt und Protesten, die als „Intifada“ bezeichnet werden. Intifada stammt vom arabischen Wort für „sich erheben“.

5. Hamas

Während dieser instabilen Lage kommt die Hamas 2006 im palästinensischen Autonomiegebiet an die Macht. Diese Organisation, die von der EU, den USA und Israel als terroristische Vereinigung eingestuft wird und vor allem den Gazastreifen kontrolliert, akzeptiert Israel als legitimen Staat nicht und bekämpft diesen, um einen eigenen palästinensischen Staat zu gründen. Seitdem werden die bewaffneten Konflikte fortgeführt, die immer wieder eskalieren.

Diese Karte zeigt die Angriffe der Hamas auf Israel vom 8. Oktober

Am vergangenen Samstag startete die Hamas einen großangelegten Überraschungsangriff auf Israel, mit Hunderten Toten. Das Land reagierte mit Gegenangriffen und einer Kriegserklärung.


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Rubriklistenbild: © Chen Junqing/IMAGO

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