Laut dem Chef des UN-Menschenrechtsbüros führen russische Angriffe auf zivile Ziele in der Ukraine zu «extremem Leid» in der Bevölkerung.
Genf - Mehr als zehn Millionen Menschen hätten mit Stromausfällen zu kämpfen, und mehrere Millionen seien nicht mehr regelmäßig mit Wasser und Wärme versorgt, sagte der Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, am Donnerstag.
«Zusätzliche Angriffe könnten die humanitäre Lage noch schwerwiegender verschlechtern und weitere Vertreibungen auslösen», warnte er im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen. Türk forderte die Einhaltung des internationalen Kriegsrechts, das Angriffe auf die Bevölkerung und zivile Einrichtungen verbietet.
Der UN-Menschenrechtschef hob das Leid der ukrainischen Kinder hervor. Etwa 1,5 Millionen Kinder seien dem Risiko von Depression, Angstzuständen, posttraumatischen Belastungsstörungen und anderen psychischen Problemen ausgesetzt, sagte er.
Türk stellte im Menschenrechtsrat auch eine Untersuchung zu Zivilisten vor, die in den ersten sechs Wochen des Angriffskrieges in den nördlichen Regionen Kiew, Tschernihiw und Sumy getötet wurden. Von russischen Soldaten festgenommene Opfer seien meist mit gefesselten Händen sowie mit Spuren von Folter oder Misshandlungen aufgefunden worden, hieß es darin. Andere seien auf der Straße oder Zuhause erschossen worden. Bislang hat das UN-Menschenrechtsbüro 341 Männer, 72 Frauen, 20 Jungen und acht Mädchen als Opfer in diesen Regionen im Untersuchungszeitraum identifiziert. Fast 200 weitere Tötungen würden derzeit noch überprüft, sagte Türk. (dpa)