„Hätte nicht passieren dürfen“

Huthis starten Drohnenangriff auf Tel Aviv: Eine Person getötet – „menschlicher Fehler“ verhinderte Abschuss

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Eine Drohne der Huthi-Rebellen schlägt in der Nacht in Tel Aviv ein. Wegen eines menschlichen Irrtums wurde sie nicht abgeschossen. Mindestens ein Mensch starb.

Tel Aviv – Die islamistische Huthi-Miliz griff Israel in der Nacht zu Freitag (19. Juli) aus dem Jemen mit einer Drohne an. Angaben des israelischen Militärs zufolge traf eine der Langstreckendrohnen ein Wohnhaus in der Nähe der US-Botschaft von Tel Aviv. Mindestens acht Menschen wurden verletzt, eine Person starb. In der israelischen Metropole am Mittelmeer gilt nun die höchste Alarmbereitschaft.

Drohne der Huthi-Miliz trifft Tel Aviv: Israelische Armee spricht von „menschlichem Irrtum“

Das mit Sprengstoff beladene unbemannte Flugobjekt sei vom Meer aus angeflogen, hieß es von der israelischen Armee. Die Drohne sei zwar identifiziert worden, wurde aber aufgrund eines menschlichen Fehlers nicht von der Flugabwehr bekämpft, berichtete die Times of Israel. Deshalb habe es auch keinen Luftangriff vor dem Einschlag gegeben, so der Bericht weiter. Eine Militärsprecherin bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass es keinen Luftalarm gegeben habe. Der Einschlagsort liegt im historischen Zentrum von Tel Aviv, wie die israelische Armee mitteilte.

Bislang war die Stadt Tel Aviv von Drohnenangriffen weitgehend verschont geblieben. Der tödliche Vorfall „hätte nicht passieren dürfen“, zitierte die Times of Israel einen Armee-Sprecher. Die Huthis hatten am Freitag offiziell die Urheberschaft des Angriffs für sich beansprucht und angekündigt, Tel Aviv werde weiterhin ein Hauptziel bleiben. Ron Huldai, der Bürgermeister von Tel Aviv, teilte mit, in der Stadt bestehe nach dem tödlichen Drohnenangriff „eine erhöhte Alarmbereitschaft“. Das News-Portal Al Arabiya hatte am Freitag von einem Angriff mit insgesamt vier Drohnen und ballistischen Raketen berichtet.

Drohnenangriff auf Tel Aviv: Israel kündigt Vergeltung an

Den Angriff auf Tel Aviv bezeichneten die Huthis als Vergeltung für die israelischen Militäraktionen im Gazastreifen. Israels Verteidigungsminister Joav Galant kündigte am Freitag seinerseits Vergeltung für den Angriff an. „Das Verteidigungsministerium arbeitet an einer sofortigen Verstärkung aller Verteidigungssysteme und wird mit jedem abrechnen, der dem Staat Israel Schaden zufügt oder Terror gegen ihn ausübt“, warnte Galant in einer von seinem Büro übermittelten Erklärung.

Pro-Huthi-Demonstranten im Januar 2024 Jemen (Symbolbild).

Zuvor hatten die Huthis immer wieder Handelsschiffe und Öltanker im Roten Meer angegriffen. Die schiitische Miliz sieht sich als Teil der „Achse des Widerstands“ und wird vom Iran finanziell unterstützt. Der Slogan der Huthis fordert unter anderem den „Tod Israels“. Zu dem Bündnis gehören neben der libanesischen Hisbollah-Miliz sowie der radikalen Palästinenserorganisation Hamas weitere islamistische militante Gruppen etwa in Syrien und dem Irak. (bme mit dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Osamah Yahya/Zuma Wire

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