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Chaos bei der Krankenversorgung: Der Streik des National Health Service legt Rettungsdienste lahm. Eine Patientin wartete 24 Stunden auf die Ambulanz.
London – Die Protestwelle in Großbritannien sorgt für Chaos. Am Mittwoch, dem 21. Dezember, ziehen die Rettungswagenfahrer auf die Straßen. Der Streik legt die Krankenversorgung in Großbritannien lahm. Eine 93-jährige Frau aus Wales musste sogar vor Beginn des Ausstandes 25 Stunden lang unter Schmerzen warten, bis ein Rettungswagen eintraf. Das sei „erschütternd“ und „inakzeptabel“, gewesen, sagte Davies Sohn dem Guardian. Die Verantwortlichen für den Rettungsdienst führten unter anderem Personalmangel und den „Systemdruck“ der National Health Service-Kräfte als Entschuldigung an.
Massenproteste in Großbritannien: Arbeiter des National Health Service protestieren erstmals
Insgesamt legten in England und Wales am Mittwoch etwa 25. 000 Mitarbeiter von Rettungswagen die Arbeit nieder. Sie fordern höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Besonders die leeren Brexit-Versprechungen sorgten für Unmut unter der Bevölkerung gegenüber den Tories und Premierminister Rishi Sunak. Für den 28. Dezember ist ein weiterer Streik geplant. Bereits am 15. und 20. Dezember waren Zehntausende Pflegekräfte und Klinikpersonal des NHS erstmals in ihrer Geschichte in den Ausstand getreten.
Rettungsdienste legen Arbeit nieder – Gesundheitsminister verurteilt Streik aufs Schärfste
Angesichts der Protestwelle hat der britische Gesundheitsminister Steve Barclay den Gewerkschaften schwere Vorwürfe gemacht. Die Gewerkschaften hätten sich bewusst dafür entschieden, Patienten Schaden zuzufügen, schrieb Barclay in einem Gastbeitrag für die Zeitung Telegraph. Notfallpläne des Gesundheitsdiensts NHS sähen vor, dass nicht alle Notrufe abgedeckt würden, behauptete Barclay. Die Gewerkschaften kritisierten die Äußerungen des konservativen Politikers als „irreführend“ und als „im schlimmsten Fall vorsätzliche Panikmache“.
Der britische Gesundheitsdienst hatte die Bevölkerung zuvor zur Vermeidung aller Notfallrisiken aufgerufen. „Die Leute können helfen, indem sie vernünftige Schritte unternehmen, um sich und andere in dieser Zeit zu schützen und nicht in der Notaufnahme zu landen“, sagte der medizinische Direktor des NHS in England, Stephen Powis laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Dazu gehöre verantwortungsbewusster Alkoholkonsum, auf Familienmitglieder oder Nachbarn zu achten und Medikamentenvorräte aufzustocken. 750 Soldatinnen und Soldaten sollen während der Streiks einspringen und Rettungswagen fahren. Sie sind allerdings nicht für Noteinsätze eingeplant.
