Türkei-Präsident befürchtet weitere Eskalation

Flugzeugträger verlegt: Erdogan erhebt Anschuldigungen gegen USA - „Werden Massaker in Gaza verüben“

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Recep Tayyip Erdogan erhebt schwere Vorwürfe gegen die USA: Der in der Nähe Israels stationierte Flugzeugträger werde in Gaza „Massaker verüben“.

Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat vor dem Hintergrund des Krieges in Israel schwere Vorwürfe in Richtung Washington erhoben. Er kritisierte die Entscheidung der USA, den Flugzeugträger Gerald R. Ford ins östliche Mittelmeer zu verlegen. „Was haben amerikanische Flugzeugträger in Israel zu suchen?“, fragte Erdogan und antwortete auf seine rhetorische Frage im nächsten Satz gleich selbst. Der Flugzeugträger werde „schwere Massaker verüben, indem er Gaza angreift und zerstört“, so Erdogan auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am Dienstag (11. Oktober 2023) mit dem österreichischen Bundeskanzler Karl Nehammer in der Hauptstadt Ankara.

Erdogan zum Israel-Krieg: US-Flugzeugträger „wird in Gaza schwere Massaker verüben“

Erdogan kritisierte mit Blick auf das Krisengebiet die von Israel verkündete komplette Abriegelung des Gazastreifens. „Derzeit wird kein Wasser für Gaza bereitgestellt. Es gibt keinen Strom. Was ist mit den Menschenrechten?“, äußerte Erdogan. Den Stopp sämtlicher Lieferungen hatte Israel als Reaktion auf die gewalttätigen Angriffe auf israelische Zivilisten und den Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen beschlossen.

Gegen die Kritik auch von Seiten der UN, die Unterbrechung aller Lieferungen von Wasser, Strom oder Benzin in den Gazastreifen sei unter dem humanitären Völkerrecht verboten, hatte sich Israel zuvor verteidigt. Das Land habe das Recht, sich gegen solche Brutalität zu wehren, und nehme ausschließlich terroristische Ziele in Gaza ins Visier, hieß es in Tel Aviv.

Bilder zeigen, wie der Krieg in Israel das Land verändert

Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Am 7. Oktober 2023 feuern militante Palästinenser aus dem Gazastreifen Raketen auf Israel ab. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas, die von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird, hatte den Beginn einer „Militäroperation“ gegen Israel verkündet. © Hatem Moussa/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen ist Rauch aus einem Wohnhaus zu sehen.  © Ilia Yefimovich/ dpa
Israelischer Soldat mit Hund im Israel Krieg
Ein israelischer Soldat geht mit seinem Hund zwischen Autos in Deckung.  © Ohad Zwigenberg/ dpa
Israelische Polizisten evakuieren Frau und Kind im Israel Krieg
Israelische Polizisten evakuieren eine Frau und ein Kind von einem Ort, der von einer aus dem Gazastreifen abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Tsafrir Abayov/ dpa
Militante Palästinenser fahren im Israel Krieg mit einem Pickup, auf dem womöglich eine entführte deutsch-israelische Frau zu sehen ist.
Militante Palästinenser fahren mit einem Pickup, auf dem möglicherweise eine deutsch-israelische Frau zu sehen ist, in den Gazastreifen zurück. Die islamistische Hamas hatte mitgeteilt, ihre Mitglieder hätten einige Israelis in den Gazastreifen entführt. © Ali Mahmud/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Angehörige der Feuerwehr versuchen, nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen das Feuer auf Autos zu löschen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Menschen suchen in Trümmern nach Überlebenden nach massive Raketenangriffen aus Gazastreifen auf Israel.
Menschen suchen zwischen den Trümmern eines bei einem israelischen Luftangriff zerstörten Hauses nach Überlebenden.  © Omar Ashtawy/ dpa
Verlassene Stätte des Festivals Supernova nach dem Angriff der Hamas
Bei dem Rave-Musikfestivals Supernova im israelischen Kibbuz Re’im sterben rund 270 Besucher:innen. So sieht die verlassene Stätte nach dem Angriff aus.  © JACK GUEZ / AFP
Feiernde Palästinenser nach Angriff der Hamas auf Israel
Palästinenserinnen und Palästinenser feiern in Nablus nach der großen Militäroperation, die die Al-Qassam-Brigaden, der militärische Flügel der Hamas, gegen Israel gestartet haben.  © Ayman Nobani/ dpa
Hamas-Großangriff auf Israel - Gaza-Stadt
Das israelische Militär entgegnete mit dem Beschuss von Zielen der Hamas im Gazastreifen. Nach einem Angriff steigen bei einem Hochhaus in Gaza Rauch und Flammen auf. © Bashar Taleb/ dpa
Mann weint in Gaza bei Israel Krieg
Ein Mann umarmt einen Familienangehörigen im palästinensischen Gebiet und weint.  © Saher Alghorra/ dpa
Israelischer Soldat im Israel Krieg steht neben Frau
Am 8. Oktober beziehen israelische Soldaten Stellung in der Nähe einer Polizeistation, die am Tag zuvor von Hamas-Kämpfern überrannt wurde. Israelische Einsatzkräfte haben dort nach einem Medienbericht bei Gefechten in der an den Gazastreifen grenzenden Stadt Sderot mehrere mutmaßliche Hamas-Angehörige getötet. © Ilan Assayag/ dpa
Nach Hamas Großangriff - Sa'ad
Israelische Streitkräfte patrouillieren in Gebieten entlang der Grenze zwischen Israel und Gaza, während die Kämpfe zwischen israelischen Truppen und islamistischen Hamas-Kämpfern weitergehen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Palästinensisches Kind in einer Schule, die im Israel Krieg als Schutz dient
Ein palästinensisches Kind steht auf dem Balkon einer Schule, die von den Vereinten Nationen betrieben wird und während des Konfliktes als Schutzort dient.  © Mohammed Talatene/ dpa

Erdogan forderte alle einflussreichen Akteure in der Region auf, sich ernsthaft für den Frieden im Nahen Osten einzusetzen. Der türkische Präsident sagte, die endgültige Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts sei nur durch die Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staates mit den Grenzen von 1967 und Ostjerusalem als Hauptstadt möglich.

Erdogan kritisiert US-Stützpunkte in Syrien und spricht über Drohnen-Vorfall

Bei dem Medientermin kritisierte Erdogan auch, dass es über 20 amerikanische Stützpunkte in Syrien gebe. „Was machen die amerikanischen Stützpunkte in Syrien?“ Auch einen kürzlichen Zwischenfall sprach er an: „Leider hat Amerika (letzte Woche) eines der unbemannten Luftfahrzeuge der Türkei abgeschossen. Ist die Türkei derzeit nicht Amerikas Partner in der Nato?“, fragte er. Die USA haben den Abschuss der Drohne am vergangenen Donnerstag als „bedauerlichen Vorfall“ bezeichnet, aber nicht erklärt, warum sich US-Truppen in der Nähe von YPG/PKK-Terroristen in Nordsyrien befanden. Das türkische Militär hatte zuvor Medienberichten zufolge eine Luft-Boden-Offensive in Nordsyrien begonnen.

Das Verhältnis zwischen Israel und der Türkei gilt als schwierig, zuletzt hatte es aber eine Annäherung gegeben. Zu den kritischen Punkten gehört auch die Unterstützung Ankaras für die Hamas. Die Hamas, die von den USA, der EU und Israel als Terrororganisation eingestuft wird, hatte am Samstag bei einem Überraschungsangriff auf das israelische Grenzgebiet unter Zivilisten das schlimmste Blutbad seit der israelischen Staatsgründung angerichtet. Israel reagierte mit Gegenangriffen.

Von einem Krieg in den nächsten: Nach Israel geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer stehen nun vor der Wahl, ob sie erneut ausreisen. (cgsc mit dpa)

Rubriklistenbild: © -/Turkish Presidency/AP/dpa

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