Expertin sieht eine Herausforderung

Kamala Harris bei Fox News: Geht die Strategie gegen Trump auf?

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  • Franziska Schwarz
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Harris wagt im Wahlkampf ein Interview mit dem konservativen Sender Fox News. Dabei könnte sie wichtige Stimmen gewinne – oder ihre Kampagne gefährden.

Update vom 17. Oktober, 16.01 Uhr: Fox News-Moderator Bret Baier hat sich nach dem Interview mit Kamala Harris erneut zu dem Verhalten der Vizepräsidentin geäußert. Baier gab zu, dass er von ihrem verspäteten Erscheinen zu dem Interview überrumpelt worden war. Weiter gab der Moderator an, dass es sich bei der Verspätung um eine bewusste Strategie von Harris gehandelt haben könnte.

Baier benutzte mit Blick auf Harris Vorgehen die Formulierung „icing the kicker“. Dabei handelt es sich um einen Trick im American Football, bei dem der gegnerische Kicker durch eine im letzten Moment genommene Auszeit aus dem Konzept gebracht werden soll.

Kamala Harris gibt dem Pro-Trump-Sender Fox News erstmals ein Interview: zahlt die Strategie sich aus?

Update vom 17. Oktober, 13.27 Uhr: Das Fox News-Interview von Kamala Harris wird in zahlreichen US-Medien kommentiert. Wohlwollend ist dabei zum Beispiel das Urteil von USA Today. „Harris hat bei Fox News das getan, was (Donald) Trump nirgendwo gelingt: mit harten Fragen klarkommen“, heißt es in dem Meinungsstück.

Trump bezeichnet Harris als „Verliererin“ des Interviews mit Fox News

Update vom 17. Oktober, 12.45 Uhr: Trump sieht das Interview von Harris bei Fox News, wie zu erwarten war, anders: Er betrachtet Kamala Harris als Verliererin des Interviews mit Fox News. Sie habe bei ihrem Auftritt gezeigt, „wie völlig inkompetent sie ist“, kommentierte Trump danach auf X und nannte seine Gegnerin bei der US-Wahl zum wieder einmal „Lyin‘ Kamala“ (lügende Kamala).

Fox-News-Moderator Bret Baier: Kamala Harris kam zu spät zum Interview

Update vom 17. Oktober, 12.16 Uhr: Fox-News-Moderator Bret Baier hat nach seinem Kamala-Harris-Interview seine Eindrücke über das Gespräch mitgeteilt. Harris sei 15 Minuten zu spät zu dem Termin erschienen, sagte er in einem anschließend ausgestrahlten Kollegengespräch im Sender Fox News. Zudem sei es „tough“ („schwierig“) gewesen, das Interview zu „lenken“. Mehrere englischsprachige Medien griffen Baiers Aussagen auf.

Nach Fox-News-Interview: Trump unterstellt Harris ein „Trump-Verwirrungs-Interview“

Update vom 17. Oktober, 11.39 Uhr: Unmittelbar nach dem TV-Interview von Harris bei Fox News meldet sich Trump zu Wort und ließ seinen Unmut über die Kontrahentin freien Lauf. Er unterstellte Harris ein „Trump-Verwirrungs-Syndrom“. Anders hätte er sich nicht erklären können, dass sie kaum in der „Lage ist, über ein anderes Thema zu sprechen als über den Mann, der die beste Wirtschaft aller Zeiten und die stärkste Grenze der Geschichte hatte“. Zudem sagte Trump: „Zum Wohle unserer Nation müssen ihre minderwertigen kognitiven Fähigkeiten sofort getestet werden.“

Harris im Interview bei Fox News: Moderator geht auf Konfrontationskurs

Update vom 17. Oktober, 9.18 Uhr: Kamala Harris ging in ihrem Interview bei Fox News auf Konfrontationskurs. Unter anderem erhob die Vizepräsidentin Einspruch gegen die Präsentation eines Clips, der während ihres Interviews mit dem Fox News-Moderator Bret Baier am Mittwoch abgespielt wurde. „Er spricht von einem inneren Feind“, bemerkte Harris gegenüber Baier. „Einem inneren Feind, der vom amerikanischen Volk spricht und andeutet, er würde das amerikanische Militär gegen das amerikanische Volk aufhetzen.“

Update vom 17. Oktober, 8.46 Uhr: Harris‘ Fox-News-Interview ist eines der heutigen Topthemen in der internationalen Presse. Die Washington Post zum Beispiel kommentiert, der TV-Auftritt sei ein „außergewöhnlichen Moment“ in einem ohnehin turbulenten Wahlkampf gewesen, da die „teils hitzigen“ Moderator:innen von Fox News für ihre Attacken auf die Demokratische Partei berüchtigt seien.

Harris in der Höhle des Löwen: Klare Kante bei Fox News gegen Trump – Moderator-Moment überrascht

Update vom 17. Oktober, 7.36 Uhr: Kamala Harris hat sich dem Interview bei Fox News gestellt. Das Gespräch mit Moderator Baier wurde zum heftigen Schlagabtausch. Unter anderem wurde Harris immer wieder für Fehler der Regierung verantwortlich gemacht. „Wann haben Sie zum ersten Mal bemerkt, dass die geistigen Fähigkeiten von Präsident (Joe) Biden vermindert zu sein scheinen?“, fragte Baier. Harris stutzte und antwortete dann: Sie habe Biden dreieinhalb Jahre lang mindestens einmal pro Woche getroffen, sie habe keine Bedenken. 

Fox News spielte beim politischen Aufstieg von Donald Trump zum US-Präsidenten eine Schlüsselrolle. Der Republikaner kritisierte den Sender nun wegen des Interviews mit Harris. Später gratulierte Trump dem Moderator Bret Baier in seinem Onlinedienst Truth Social zu einem „harten, aber sehr fairen Interview, das deutlich gezeigt hat, wie völlig inkompetent Kamala ist.“

Harris stellt sich Interview bei Fox News: „Repräsentiere eine neue Generation von Führungskräften

Update vom 17. Oktober, 5.04 Uhr: Die demokratische Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris hat sich in einem Interview mit Fox News als Vertreterin einer neuen Generation präsentiert. „Meine Präsidentschaft wird keine Fortsetzung der Präsidentschaft von Joe Biden sein“, sagte die Vizepräsidentin. „Ich repräsentiere eine neue Generation von Führungskräften.“ Die Umfragen sagen einen äußerst knappen Wahlausgang voraus. Fox News unterstützt in seiner Berichterstattung überwiegend die Positionen Trumps und seinem Vize-Kandidaten J. D. Vance.

Kamala Harris bei Trumps Lieblingssender Fox News: Geht die Strategie auf?

Erstmeldung: Washington, D.C. – Die US-Wahl 2024 spitzt sich weiter zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Kamala Harris und Donald Trump zu. Die jüngsten Umfragen bestätigen das Bild der vergangenen Wochen – am 5. November könnte es auf ein sehr knappes Ergebnis hinauslaufen. Umso wichtiger ist daher jede einzelne Stimme für die beiden Kandidaten. Das führt dazu, dass vor allem Harris ungewohnte Wege geht und ausgerechnet Trumps „Lieblingssender“ Fox News ein Interview geben wird. Kann sich der Besuch in der Höhle des Löwen für die Demokratin auszahlen?

Kamala Harris gibt Fox News ein Interview – Wahlkampf auf Trumps Lieblingssender

Das Interview mit der demokratischen Präsidentschaftskandidatin auf Fox News ist für 18 Uhr Ortszeit am Mittwoch (17.10., 0 Uhr deutsche Zeit) geplant. Geführt wird das Interview von Moderator Bret Baier – ein Umstand, der im Trump-Lager bereits für Aufsehen gesorgt hatte. Auch wenn Baier als konservativ gilt, nimmt er eine andere Rolle als die politischen Kommentatoren des Senders wie Sean Hannity oder Laura Ingraham ein, die in ihren Sendungen offen für Trump werben. Trump kritisierte Baier deswegen dafür, dass er oft „sehr nachgiebig gegenüber Linken sei“ und sagte, er hätte sich für das Harris-Interview lieber einen „hartnäckigeren Journalisten“ gewünscht.

Enges Rennen vor US-Wahl 2024: Harris geht bei Fox News auf Stimmenfang

In US-amerikanischen Medienlandschaft gibt es in der Regel eine relativ klare Trennung in der Berichterstattung. Sender wie MSNBC oder CNN gelten in der Regel als eher den Demokraten zugewandt. Das zeigt sich mitunter auch in den Personalentscheidungen. Seit März 2023 beispielsweise Jen Psaki eine eigene Talkshow bei MSNBC – zuvor war die 45-Jährige bis 2022 Pressesprecherin von Präsident Joe Biden im Weißen Haus.

Fox News gilt seither als Sender der Republikaner und Konservativen in den USA und fiel in der Vergangenheit wiederholt durch die Pro-Trump-Positionierung auf. Bis 2023 war auch der umstrittene Talkmaster Tucker Carlson das inoffizielle Gesicht des Senders. Führende Köpfe der demokratischen Partei wagen sich deshalb eher selten in eine Show von Fox News. Eine Ausnahme bildet Verkehrsminister Pete Buttigieg, der als rhetorisches Ausnahmetalent gilt. Aber auch Harris‘ Running Mate Tim Walz gab dem Sender Anfang Oktober ein Interview. Für Harris wird es jedoch die Premiere.

Fokus auf unentschlossene Konservative – Harris vor Auftritt bei Fox News

Das Ziel von Harris und Walz bei den Auftritten dürfte klar sein: die Stammwählerschaft von Donald Trump davon überzeugen, dass man nicht für radikale linke Politik stehe – wie der Ex-Präsident vehement behauptet – und unschlüssige Zuschauer für die Demokraten zu gewinnen. Darüber hinaus wurde Harris von der republikanischen Seite wiederholt vorgeworfen, sich zu wenig kritischen Interviews zu stellen. Diese Stimmen könnten mit dem Auftritt bei Fox News zumindest etwas leiser werden.

„Harris versucht, überzeugbare Wähler zu erreichen, und Fox News hat eine große Anhängerschaft“, bringt die Politikwissenschaftlerin Erika Franklin Fowler Harris‘ Motivation im Gespräch mit dem US-Portal Newsweek auf den Punkt. „Dazu gehören viele Republikaner, aber auch Unabhängige, die sonst vielleicht nicht direkt von ihr hören würden.“

Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten rückt seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus.
Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten ist seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus gerückt.  © Saul Loeb/afp
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt.
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt. © Carlos Osorio/dpa
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie kam aus Indien und lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. 
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. Ihre Eltern ließen sich scheiden, als Harris noch ein kleines Kind war.  © Courtesy of Kamala Harris/afp
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“.
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“. © Courtesy of Kamala Harris/afp
Harris wurde die erste Schwarze Bezirksstaatsanwältin von San Francisco und später die erste Generalstaatsanwältin und Justizministerin („Attorney General“) in ihrer Heimat Kalifornien. Schwester Maya Harris (Mitte) und Richterin Tani Cantil-Sakauye (links) gratulieren.
Harris wurde die erste Schwarze Bezirksstaatsanwältin von San Francisco und später die erste Generalstaatsanwältin und Justizministerin („Attorney General“) in ihrer Heimat Kalifornien. Schwester Maya Harris (Mitte) und Richterin Tani Cantil-Sakauye (links) gratulieren.  © Imago
Harris wurde die erste Schwarze Bezirksstaatsanwältin von San Francisco und später die erste Justizministerin in ihrer Heimat Kalifornien. Ihr harter Kurs ging vielen in der Partei allerdings viel zu weit. So kämpfte sie damals darum, auch solche Verurteilungen aufrechtzuerhalten, die nachgewiesenermaßen durch rechtswidrige Mittel wie Manipulation von Beweisen oder Falschaussagen zustande gekommen waren.
Ihr harter Kurs ging vielen in der Partei allerdings viel zu weit. So kämpfte sie damals darum, auch solche Verurteilungen aufrechtzuerhalten, die nachgewiesenermaßen durch rechtswidrige Mittel wie Manipulation von Beweisen oder Falschaussagen zustande gekommen waren. © Justin Sullivan/Getty Images/afp
In ihre Zeit als Generalstaatsanwältin fällt auch ein bemerkenswerter Kontakt. Kein Geringerer als Donald Trump spendete damals zweimal Geld für ihren Wahlkampf. 2011 überwies er erst 4000 Dollar an Harris, ehe er im Jahr 2013 noch einmal 1000 Dollar folgen ließ. Seine Tochter Ivanka Trump spendete im Jahr 2000 Dollar an Harris. Zu jener Zeit wurden in Kalifornien Vorwürfe gegen die Trump University untersucht, reihenweise Kundinnen und Kunden betrogen zu haben. Harris selbst hat die Klage nicht bearbeitet.
In ihre Zeit als „Attorney General“ fällt auch ein bemerkenswerter Kontakt. Kein Geringerer als Donald Trump spendete damals zweimal Geld für ihren Wahlkampf. 2011 überwies er erst 4000 Dollar an Harris, ehe er im Jahr 2013 noch einmal 1000 Dollar folgen ließ.  © Brendan Smialowski/afp
Seine Tochter Ivanka Trump spendete im Jahr 2000 Dollar an Harris. Zu jener Zeit wurden in Kalifornien Vorwürfe gegen die Trump University untersucht, reihenweise Kundinnen und Kunden betrogen zu haben. Harris selbst hat die Klage nicht bearbeitet.
Seine Tochter Ivanka Trump spendete im Jahr 2000 Dollar an Harris. Zu jener Zeit wurden in Kalifornien Vorwürfe gegen die Trump University untersucht, reihenweise Kundinnen und Kunden betrogen zu haben. Harris selbst hat die Klage nicht bearbeitet. © Franck Fife/AFP
Als Harris 2017 in den US-Senat einzog, nutzte sie ihre Erfahrung als Staatsanwältin auch in der Kongresskammer und tat sich bei Anhörungen ein ums andere Mal mit einem harten und effektiven Befragungsstil hervor. Ein perfektes Beispiel dafür war die Anhörung um die möglichen Kontakte zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung, als sie die Befragten regelrecht in die Mangel nahm, konsequent auf Antworten drängte und immer wieder nachhakte.
Als Harris 2017 in den US-Senat einzog, nutzte sie ihre Erfahrung als Staatsanwältin auch in der Kongresskammer und tat sich bei Anhörungen ein ums andere Mal mit einem harten und effektiven Befragungsstil hervor. Ein perfektes Beispiel dafür war die Anhörung um die möglichen Kontakte zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung, als sie die Befragten regelrecht in die Mangel nahm, konsequent auf Antworten drängte und immer wieder nachhakte.  © Pete Marovich/Imago
Vor allem der damalige US-Justizminister Jeff Sessions konnte ein Lied davon singen, den sie mit ihrer Befragung mächtig ins Schwitzen brachte. Offenbar war das für die Republikaner so schlimm, dass die Senatoren Richard Burr und John McCain die Prozedur unterbrachen und Harris baten, ihre Fragen doch bitte etwas höflicher zu stellen.
Vor allem der damalige US-Justizminister Jeff Sessions konnte ein Lied davon singen, den sie mit ihrer Befragung mächtig ins Schwitzen brachte. Offenbar war das für die Republikaner so schlimm, dass die Senatoren Richard Burr und John McCain die Prozedur unterbrachen und Harris baten, ihre Fragen doch bitte etwas höflicher zu stellen. © Pete Marovich/Imago
Und am 1. Mai 2019 wich der Justizminister und Trump-Vertraute William Barr ihren präzisen Fragen zum Abschlussbericht des Russland-Sonderermittlers Robert Mueller aus – woraufhin Harris dem Justizminister den Rücktritt nahelegte. Das alles hinterließ Eindruck – bei Freund und Feind.
Und am 1. Mai 2019 wich der Justizminister und Trump-Vertraute William Barr ihren präzisen Fragen zum Abschlussbericht des Russland-Sonderermittlers Robert Mueller aus – woraufhin Harris dem Justizminister den Rücktritt nahelegte. Das alles hinterließ Eindruck – bei Freund und Feind. © Mandel Ngan/afp
Auch den jetzigen Supreme-Court-Richter Brett Kavanaugh brachte Harris bei dessen Anhörung immer wieder in Bedrängnis, vor allem das eine Mal, als sie den Abtreibungsgegner mit einer ganz speziellen Frage überraschte: „Können Sie sich ein Gesetz vorstellen, das der Regierung die Befugnis gibt, Entscheidungen über den männlichen Körper zu treffen?“
Auch den jetzigen Supreme-Court-Richter Brett Kavanaugh brachte Harris bei dessen Anhörung immer wieder in Bedrängnis, vor allem das eine Mal, als sie den Abtreibungsgegner mit einer ganz speziellen Frage überraschte: „Können Sie sich ein Gesetz vorstellen, das der Regierung die Befugnis gibt, Entscheidungen über den männlichen Körper zu treffen?“  © Drew Angerer/afp
Bevor Biden bei der Wahl 2020 Harris zu seiner Vize machte, war sie in der parteiinternen Vorwahlen seine Gegenspielerin – und teilte damals mächtig aus. So warf sie Biden vor, in den 1970ern gegen die Praxis gewesen zu sein, Kinder mit Bussen zu Schulen in anderen Bezirken zu fahren – was vor allem der Integration schwarzer Schüler dienen sollte. Harris verknüpfte dies mit ihrer eigenen Biografie: Dies sei eine Entscheidung gewesen, die ein kleines Mädchen in Kalifornien verletzt habe: „Dieses kleine Mädchen war ich.“
Bevor Biden bei der Wahl 2020 Harris zu seiner Vize machte, war sie in der parteiinternen Vorwahlen seine Gegenspielerin – und teilte damals mächtig aus.  © Henry Griffin/dpa
So warf sie Biden vor, in den 1970ern gegen die Praxis gewesen zu sein, Kinder mit Bussen zu Schulen in anderen Bezirken zu fahren – was vor allem der Integration Schwarzer Schülerinnen und Schüler dienen sollte.
So warf sie Biden vor, in den 1970ern gegen die Praxis gewesen zu sein, Kinder mit Bussen zu Schulen in anderen Bezirken zu fahren – was vor allem der Integration Schwarzer Schülerinnen und Schüler dienen sollte.  © Win McNamee/AFP
Harris verknüpfte dies mit ihrer eigenen Biografie: Dies sei eine Entscheidung gewesen, die ein kleines Mädchen in Kalifornien verletzt habe: „Dieses kleine Mädchen war ich.“
Harris verknüpfte dies mit ihrer eigenen Biografie: Dies sei eine Entscheidung gewesen, die ein kleines Mädchen in Kalifornien verletzt habe: „Dieses kleine Mädchen war ich.“  © Saul Loeb/AFP
Die Erwartungen an Harris als Pionierin im Amt der Vizepräsidentin waren enorm. Sie konnte zunächst aber nicht wirklich punkten. Erst 2022 schien sie sich mehr und mehr in ihre Rolle einzufinden.
Die Erwartungen an Harris als Pionierin im Amt der Vizepräsidentin waren enorm. Sie konnte zunächst aber nicht wirklich punkten. Erst 2022 schien sie sich mehr und mehr in ihre Rolle einzufinden.  © Haiyun Jiang/AFP
Die Erwartungen an Harris als Pionierin im Amt der Vizepräsidentin waren enorm. Sie konnte zunächst aber nicht wirklich punkten. Erst 2022 schien sie sich mehr und mehr in ihre Rolle einzufinden. Sie ergriff eine führende Stimme beim Kampf für das Recht auf Abtreibung und setzte sich gegen Waffengewalt ein. Zudem hat Harris ihr außenpolitisches Profil geschärft. So bekannte sie sich im Februar 2024 in einer Rede vor der Münchner Sicherheitskonferenz explizit zur Nato und zur internationalen Zusammenarbeit. Harris vertrat Biden bei einem Ukraine-Gipfel in der Schweiz und mahnte Israel zur Mäßigung in Gaza.
So bekannte sie sich im Februar 2024 in einer Rede vor der Münchner Sicherheitskonferenz explizit zur Nato und zur internationalen Zusammenarbeit. Harris vertrat Biden bei einem Ukraine-Gipfel in der Schweiz und mahnte Israel zur Mäßigung in Gaza. © Sven Hoppe/dpa
Harris ist mit dem Rechtsanwalt Douglas Emhoff verheiratet. Eine Freundin arrangierte 2013 ein Blind Date der beiden in Kalifornien, wo sie damals lebten. Im Jahr darauf heirateten sie. Emhoff hat zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe: Cole und Ella. Sie nennen Harris „Momala“. Emhoff wurde als erster Mann zum „Second Gentleman“ in den USA. Nun könnte er sogar zum ersten „First Gentleman“ in der Geschichte der USA aufrücken.
Harris ist mit dem Rechtsanwalt Douglas Emhoff verheiratet. Eine Freundin arrangierte 2013 ein Blind Date der beiden in Kalifornien, wo sie damals lebten. Im Jahr darauf heirateten sie.  © Rob Schumacher/Imago
Cole und Ella Emhoff.
Emhoff hat zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe: Cole (2. von links) und Ella (dritte von links). Sie nennen Harris „Momala“. © Mark Hoffman/Imago
Emhoff wurde als erster Mann zum „Second Gentleman“ in den USA. Nun könnte er sogar zum ersten „First Gentleman“ in der Geschichte der USA aufrücken.
Emhoff wurde als erster Mann zum „Second Gentleman“ in den USA. Nun könnte er sogar zum ersten „First Gentleman“ in der Geschichte der USA aufrücken. © Saul Loeb/AFP
Kurz vor der US-Wahl 2024 trat Harris an einem symbolträchtigen Ort in der US-Hauptstadt auf. Dort, wo Donald Trump am 6. Januar 2021 seine Fans aufgewiegelt hatte.
Kurz vor der US-Wahl 2024 trat Harris an einem symbolträchtigen Ort in der US-Hauptstadt auf. Dort, wo Donald Trump am 6. Januar 2021 seine Fans aufgewiegelt hatte.  © Amid Farahi/AFP
Tausende Menschen jeden Alters kamen zu ihrem Auftritt. Stundenlang hatten sie in langen Schlangen gewartet, um auf das Gelände zu gelangen. Immer wieder wurde Harris bei ihrer Rede von „Kamala“-Sprechchören unterbrochen.
Tausende Menschen jeden Alters kamen zu ihrem Auftritt. Stundenlang hatten sie in langen Schlangen gewartet, um auf das Gelände zu gelangen. Immer wieder wurde Harris bei ihrer Rede von „Kamala“-Sprechchören unterbrochen.  © Brendan Smialowski/AFP
Bei der US-Wahl 2024 kommt es vor allem auf die Ergebnisse in sieben sogenannten Swing States an, in denen der Ausgang völlig offen ist. Ein Beispiel ist Wisconsin.
Bei der US-Wahl 2024 kommt es vor allem auf die Ergebnisse in sieben sogenannten Swing States an, in denen der Ausgang völlig offen ist. Ein Beispiel ist Wisconsin.  © Roberto Schmidt/AFP
Pennsylvania entsendet 19 Wahlleute ins Electoral College und gilt somit als der wichtigste der sieben Swing States. Für Kamala Harris ist ein Sieg im Bundesstaat im Osten der USA Pflicht.
Pennsylvania entsendet 19 Wahlleute ins Electoral College und gilt somit als der wichtigste der sieben Swing States. Für Kamala Harris ist ein Sieg im Bundesstaat im Osten der USA Pflicht.  © Angela Weiss/AFP

Harris vor US-Wahl bei Fox News: Expertin sieht vor allem eine Herausforderung

Dabei steht Harris vor allem vor einer Herausforderung: „Sie muss der Öffentlichkeit auch klar sagen, wie sich ihre Präsidentschaft von der Bidens unterscheiden wird“, analysiert Kommunikationswissenschaftlerin Natalie J. Stroud bei Newsweek. Als Vizepräsidentin unter Biden kein leichtes Unterfangen – und trotzdem warnt Stroud: Sollte ihr das nicht gelingen, droht ein Risiko für ihre Kampagne.

Die Kommunikationsexpertin sieht den Auftritt von Harris auch als Versuch, konservative Wählerinnen und Wähler abzugreifen, die sich zwar als Republikaner sehen, aber ein Problem mit Trump haben. „Wenn Harris eine Chance bei rechtsgerichteten Wählern sieht, die sich gegenüber Trump unsicher sind, könnte der Auftritt bei Fox News eine Möglichkeit sein, sie zu erreichen“, sagte Stroud.

Ob die Strategie der Vizepräsidentin bei Fox News aufgeht, wird wohl erst das Interview in der Nacht zum Donnerstag zeigen. Ein gelungener Auftritt bei Trumps Lieblingssender hätte zumindest das Potenzial, Harris wichtige Stimmen für die US-Wahl zu sichern. Denn bei der Wahl am 5. November könnte es am Ende auf jede Stimme ankommen. (fd)

Rubriklistenbild: © Jacquelyn Martin/dpa

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