Frankfurter-Rundschau-Gespräch

„Putin versteht nur Gewalt“: NATO sollte unter zwei Bedingungen Russlands Kampfflugzeug abschießen

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Die NATO könnte Putins Provokationen mit Gewalt beantworten. Der Ex-Oberbefehlshaber der estländischen Armee befürwortet den Abschuss von Flugzeugen.

Brüssel/Tallinn/Andelsbuch – Kampfflugzeuge über Estland, Drohnen in Dänemark und Polen: Seit Tagen nehmen die Luftraumverletzungen über Nato-Gebiet zu. Auch wenn teilweise klare Beweise fehlen, vermuten Experten hinter allen Aktionen Russland. Am vergangenen Dienstag hatte die NATO nach einer Sondersitzung des Rats erklärt, es werde „alle notwendigen militärischen und nicht militärischen Mittel“ einsetzen, um „alle Bedrohungen aus allen Richtungen abzuwehren“. Auch der EU-Abgeordnete Riho Terras plädiert für einen Abschuss – unter zwei Bedingungen. Der Vorsitzende des EU-Ausschusses für Verteidigung und Sicherheit war von 2011 bis 2018 der Befehlshaber der Verteidigungsstreitkräfte der Republik Estland.

Russische Kampfjets Su-35 am Himmel bei einer Parade in Moskau. (Archivfoto)
Was haben Sie gedacht, als Sie hörten, dass russische Kampfflugzeuge zwölf Minuten im estländischen Luftraum eingedrungen waren?
Angesichts der Eskalation ihrer Provokationen in Polen war dies in gewisser Weise zu erwarten. Der Kreml ist innerhalb kurzer Zeit immer dreister geworden.
Was will Wladimir Putin mit diesen Aktionen bezwecken?
Er testet die NATO und unsere Bereitschaft. Und er testet auch die Reaktionen der Trump-Regierung. Die USA haben sehr widersprüchliche Signale gesendet: An einem Tag sagt Trump, er sei von Putin enttäuscht, und am nächsten Tag lädt er den Kriegsverbrecher zu einem gemeinsamen Gipfeltreffen in Alaska ein und nennt ihn beim Vornamen.

Estländer über russische Kampfflugzeuge: Putin versteht nur Gewalt

Könnten weitere Wirtschaftssanktionen eine angemessene Reaktion sein? Oder würden diese vom Kreml als schwach beurteilt werden?
Wir müssen auf jeden Fall neue Sanktionen verhängen, aber das allein reicht nicht aus. Putin und Moskau verstehen nur Gewalt. Sie sind bereit, wirtschaftliche Einbußen hinzunehmen, und das tun sie auch. Aber wir können uns nur dann ernst nehmen lassen, wenn wir Gegengewalt zeigen. Bislang haben wir in Polen gut reagiert und auch in Estland Einigkeit und Handlungsbereitschaft gezeigt.

Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten
Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). Die GUS besteht aus ehemaligen Staaten der Sowjetunion, die bis heute zum Großteil eng verbunden mit Russland geblieben sind. Doch Moskau-Machthaber Putin hat nicht nur in den Sowjet-Gebieten Freunde. Putin findet auch nach mehreren Jahren Angriffskrieg in der Ukraine noch immer fast weltweit Verbündete. Eine Übersicht: © Imago
Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs steht ein Mann eng an der Seite Wladimir Putins: Alexander Lukaschenko. Das von ihm autoritär beherrschte Belarus teilt sich eine mehr als tausend Kilometer lange Grenze mit der Ukraine. Lukaschenko unterstützte Putins Truppen logistisch bei ihrer Invasion des Nachbarlandes. © Imago
Kim Jong-un und Wladimir Putin
Ein weiterer enger Verbündeter Wladimir Putins ist Kim Jong-un. Der Machthaber regiert ein totalitäres Nordkorea, das als sozialistische Diktatur historisch enge Beziehungen zu Russland pflegt. © Gavriil Grigorov/Imago
russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist
Im Lauf des Ukraine-Kriegs wurde aus der symbolischen Verbindung ein militärisches Bündnis. Kim Jong-un unterstützte Putins Feldzug mit Waffen, Munition und Soldaten. Laut Schätzungen könnten es mehr als 30.000 Mann aus Nordkorea sein, die an der Front im Ukraine-Krieg kämpfen. Auf dem Bild zu sehen ist ein russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist.  © Imago
Xi Jinping zu Gast bei Wladimir Putin
Die Volksrepublik China pflegt sowohl mit Nordkorea als auch mit Russland enge Beziehungen. Das bewies Präsident Xi Jinping zuletzt durch seinen Besuch Moskaus am „Tag des Sieges“. An der Seite Putins begutachte Xi als Gast auf der Ehrentribüne die große Militärparade, die durch Russlands Hauptstadt rollte. Doch China unterstützt Russland nicht nur symbolisch durch Besuche, sondern auch ganz praktisch mit Seltenen Erden und Devisen. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist China der größte Importeur für russische Rohstoffe geworden. © Imago
Präsident Wladimir Putin mit To Lam
Der Dritte im Bunde der ostasiatischen Verbündeten Russlands ist Vietnam. Hier posiert Präsident Wladimir Putin mit Tô Lâm, Präsident Vietnams von Mai 2024 bis Oktober 2024, bei einem Besuch des russischen Staatschefs in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. © Kristina Kormilitsyna/Imago
Wladimir Putin und Narendra Modi
In Südasien, konkret auf dem indischen Subkontinent, findet sich mit Narendra Modi der nächste enge Verbündete Russlands. Indiens Premierminister pflegt ein enges Verhältnis zu Putin. Hier umarmen sich beide bei einem Treffen in Neu-Delhi im Jahr 2018. Indien ist durch mehrere internationale Organisationen und Bündnisse mit Russland verbandelt. Die wohl wichtigsten darunter sind die Zusammenkunft der sogenannten BRICS-Staaten und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
König Ibrahim Ismail von Johor aus Malaysia beim Besuch Putins in Russland
Auch Malaysia ist wie Russland Mitglied des BRICS-Staatenbundes. In Begleitung seiner Frau Raja Zarith Sofia reiste König Ibrahim Ismail von Johor nach Russland, um Putin im Kreml zu besuchen. © Imago
Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Präsident Wladimir Putin eine gute Beziehung
Zur Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) zählt neben Russland unter anderem die Ex-Sowjet-Republik Kasachstan. Das Land teilt sich mit 7644 Kilometern die längste Landgrenze der Welt mit Russland. Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Putin eine gute Beziehung. Kasachstan bezieht 90 Prozent seiner Waffenimporte aus Russland, das wiederum den in Kasachstan gelegenen Weltraumbahnhof Kosmodrom Baikonur mietet. Beide Länder sind außerdem Mitglied in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
Putin und Traoré
Zu Putins engen Verbündeten gehört auch Burkina Fasos Regierungschef Inbrahim Traoré. Am 9. Mai 2025 besuchte er Putin in Moskau (im Bild). „Wir glauben, dass der Terrorismus, den wir heute erleben, vom Imperialismus herrührt, und wir bekämpfen ihn“, sagte er bei einem bilateralen Treffen. In Erinnerung geblieben ist auch eine virale Rede beim Afrika-Gipfel im Jahr 2023 in Russland. Im Beisein Putins machte er damals den Westen dafür verantwortlich, dass Afrika trotz seiner Rohstoffe der ärmste Kontinent sei.  © IMAGO/Mikhail Metzel/Kremlin Pool
Ägypten Militärband Moskau
Mehr als 80 Jahre Diplomatie verbinden Ägypten und Russland. Das Land am Nil ist wirtschaftlich von Moskau abhängig. Auch Putin profitiert von den Verbindungen nach Kairo. Der russische Präsident betrachtet Ägypten als Tor nach Afrika. Im August 2022 war eine ägyptische Militärband in Moskau zu Gast (im Bild). Auch bei der Militärparade zum 80. Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 marschierte eine Einheit aus Ägypten über den Roten Platz.  © Sergei Bobylev/Imago
Laos-einheit in Moskau
Am „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 paradierte auch eine Einheit aus Laos durch Moskau. Angeblich arbeitet Putin derzeit intensiv daran, das Land in den Krieg gegen die Ukraine einzubinden. Im Sommer 2025 begrüßte er den laotischen Präsidenten Thongloun Sisoulith in Moskau. © Ricardo Stuckert/Imago
Turkmenistan Moskau Parade
Turkmenistan schickte ebenfalls eine Einheit nach Moskau. Die zentralasiatische Republik Turkmenistan am Kaspischen Meer gehört auch Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu den am meisten abgeschotteten Staaten der Welt.  © Ricardo Stuckert/Imago
Aleksandar Vucic Putin Netanjahu
Auch der serbische Staatschef Aleksandar Vučić nahm 2025 – wie auch schon 2018 (im Bild) – in Moskau an der Parade vor rund 10.000 Soldaten teil. Die Beziehungen zwischen Serbien und Russland gelten als traditionell freundschaftlich. Belgrad verweigert sich den Sanktionen gegen Russland und hat den Westen für den Ukraine-Krieg verantwortlich gemacht. Zuletzt gab es trotzdem zwischen Moskau und Belgrad Verstimmungen, als der russische Auslandsgeheimdienst Serbien den Verkauf von Munition an die Ukraine vorwarf. © Mikhail Metzel/Imago
Milorad Dodik
Putins wichtigster Mann am Balkan heißt Milorad Dodik (2. von rechts). Der bosnisch-serbische Separatistenführer betreibt seit Jahren die Abspaltung des Landesteils Republika Srpska vom bosnischen Staat. Dodik stimmt sich dabei regelmäßig mit dem russischen Präsidenten ab. © Alexei Nikolsky/Imago
Salva Kiir Putin
Im September 2023 traf sich Putin mit Salva Kiir Mayardit, dem Präsidenten von Südsudan. „Die Welt diktiert, dass niemand allein überleben oder Erfolg haben kann“, sagte Salva Kiir. Zu Putin gewandt meinte er, dass sein Land starke Freunde brauche: „Sie sind einer von ihnen.“ © Valery Sharifulin/Imago
Orban Putin
Ungarns Regierungschef Viktor Orbán ist Putin im Ukraine-Krieg stets treu geblieben. So hat er während der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2024 den bis dahin weitgehend isolierten Kremlchef zum Ärger vieler EU-Länder überraschend in Moskau besucht und sich als Vermittler inszeniert (im Bild). Zugleich nutzt Orbán jede Gelegenheit, um gegen die Ukraine auszuteilen.  © Valeriy Sharifulin/Imago
Putin und Ramaphosa
Ende Juli 2023 war Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa bei Putin zu Gast. Der Kremlchef hatte seine Gäste zum Abschluss eines zweitägigen Afrika-Gipfels in St. Petersburg eingeladen, den er in der russischen Ostsee-Metropole veranstaltete. Südafrika, das mit Russland, China, Indien und Brasilien die Brics-Staatengruppe bildet, wird wegen seiner Russland-Nähe vom Westen mit Skepsis betrachtet.  © Sergei Bobylev/Imago
Peseschkian Putin
Im Januar 2025 war Massud Peseschkian in Moskau zu Besuch. Dabei unterzeichnete Irans Präsident gemeinsam mit Putin ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft. Russland und der Iran vertieften damit ihre militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit für die nächsten 20 Jahre.  © Imago
Putin Ortega
Seit vielen Jahren steht Nicaragua an der Seite Putins. Nach dem Aufstand der russischen Privatarmee Wagner gegen die eigene Staatsführung im Juni 2023 schickte auch Präsident Daniel Ortega (hier ein Bild aus dem Jahr 2014) eine Botschaft nach Moskau. In der offiziellen Mitteilung hieß es, Ortega und seine Ehefrau sowie Vizepräsidentin Rosario Murillo übermittelten Putin „unsere Zuneigung in revolutionärer Bruderschaft“. © Cesar Perez/afp
Maduro
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro tat es ihm gleich. „Wir senden unsere Umarmung der Solidarität und der Unterstützung an den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, dem es gelungen ist, einen Versuch des Verrats und des Bürgerkriegs zu bewältigen und seinem Volk den Sieg und den Frieden zu garantieren“, twitterte er damals. © Alexandr Kryazhev/Imago
Putin Goita
Im Juni 2025 verständigten sich Putin und Malis Militärmachthaber Assimi Goïta auf eine bilaterale Kooperation. Russland ist enger Verbündeter von Goïta, der gegen Terrormilizen in Mali auch auf russische Wagner-Söldner setzte. Das Militär hatte sich 2020 und 2021 an die Macht geputscht, die Zusammenarbeit mit Ex-Kolonialmacht Frankreich beendet und sich Moskau zugewandt. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Sassou Nguesso Afewerki
Ende Juli 2023 war Putin gemeinsam mit Denis Sassou Nguesso, dem Präsidenten der Republik Kongo (rechts), und dem eritreischen Präsidenten Isaias Afewerki (links) beim Tag der Marine auf der Newa in St. Petersburg unterwegs. Mit ihrem Besuch beim Russland-Afrika-Gipfel konnten die beiden Staatsmänner die Achse zwischen Russland und ihren Ländern noch einmal stärken. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Raúl Castro
Ein besonders inniges Verhältnis pflegt Russland zu Kuba. Für die hoch verschuldete Karibikinsel ist Russland einer der engsten Verbündeten und wichtigsten Geldgeber. Der Kreml bezeichnete den sozialistischen Karibikstaat, der den Ukraine-Krieg nicht verurteilt hat, als „sehr wichtigen Partner“. Im Jahr 2014 war Putin beim vormaligen Präsidenten Raúl Castro zu Gast. © Imago
Putin
Der Kremlchef ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 im Westen weitestgehend isoliert. Umso wichtiger ist ihm der Kontakt zu seinen Verbündeten – den sucht er in vielen Fällen auch per Video. Im Mai 2025 nahm er an einer Sitzung der Kommission für militärisch-technische Zusammenarbeit mit ausländischen Staaten teil.  © Alexander Kazakov/Imago
Sollte die Nato russische Flugzeuge abschießen?
Die Flugzeuge sollten unter zwei Bedingungen abgeschossen werden: Erstens nur, wenn sie eine tatsächliche Bedrohung für uns darstellen und zweitens, wenn ihr Abschuss mit den Plänen der NATO vereinbar ist.

NATO könnte Drohnen im ukrainischen Luftraum abschießen

Würde sich dann nicht eine enorme Eskalationsspirale in Gang setzen, die wohl nur noch schwer zu stoppen wäre?
Das müssen die Entscheidungsträger der NATO entscheiden. Kein Mitgliedstaat, keine Regierung und keine Armee entscheidet über den Abschuss der Flugzeuge. Das wissen die Generäle der NATO in ihren Berechnungen besser.
Könnte die Nato als Antwort beispielsweise russische Drohnen in der Ukraine abschießen?
Das ist etwas, was Polen schon seit langem fordert. Wenn die Drohnen im Westen der Ukraine eine tatsächliche Bedrohung für Polen darstellen, muss Polen die Möglichkeit haben, sie abzuschießen. Außerdem habe ich bereits vor langer Zeit betont, dass die NATO die Kontrolle über den ukrainischen Luftraum übernehmen sollte. Wir haben die Fähigkeiten dazu, und wie wir an den Zerstörungen sehen, die russische Luftangriffe in ukrainischen Städten und unter der Bevölkerung anrichten, könnte dies so viele unschuldige Leben retten.
Bereits vor dem Ukraine-Krieg warnte der estländische EU-Abgeordnete Riho Terras vor Russland.
Ist die Sorge, dass Russland die Nato-Staaten dann als Kriegsparteien bewertet, wenn sie Drohnen im ukrainischen Luftraum abschießen, nicht unberechtigt? Immerhin sagt Russland bereits offen, dass es die Nato durch die enormen Waffenlieferungen als Kriegspartei sieht?
Dies ist eines der Hauptthemen der russischen Propaganda, und wir dürfen nicht in diese Falle tappen. Sie spielen meisterhaft mit Narrativen wie „Die NATO befindet sich bereits im Krieg mit Russland“, aber auch „Die Ukraine kann niemals NATO-Mitglied werden, wenn wir Frieden erreichen wollen“. Das sind Propagandatricks, und wir dürfen sie nicht wiederholen. Sonst haben wir entscheidende Schlachten im Informationskrieg gegen Russland verloren.

Estland fühlt sich sicher – Terras warnt vor Putins Russland

Fühlt sich die estländische Bevölkerung zurzeit stärker bedroht als sonst?
Wenn man sich die Schlagzeilen in den Medien und die Aussagen von Außenpolitik-Experten ansieht, fühlt man sich sogar noch sicherer. Estland hat zum ersten Mal in seiner Geschichte den UN-Sicherheitsrat einberufen, um Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Luftraumverletzungen anzusprechen. Und wir haben von mehreren Ländern, darunter auch den USA, große Unterstützung erhalten. Wenn ein kleines Land mit einer schwierigen geopolitischen Lage tatsächlich in der Lage ist, die Dringlichkeit der Stärkung des Völkerrechts hervorzuheben, dann kann dies als diplomatischer Jackpot betrachtet werden.
Glauben Sie, dass Putin die Nato irgendwann angreifen wird? Und gegebenenfalls bereits vor 2029?
Das hängt von uns, den NATO-Mitgliedstaaten, ab und davon, wie schnell wir unsere Verteidigung aufbauen können. Wir dürfen Russland nicht unterschätzen, Putins Kriegsmaschinerie arbeitet rund um die Uhr in drei Schichten. Sie produzieren ein Vielfaches an Munition und Waffen als Europa. Gleichzeitig hinken einige Mitgliedstaaten bei den Verteidigungsausgaben, die den NATO-Kriterien entsprechen, immer noch hinterher. Wenn der Krieg in der Ukraine verloren geht und Europa seine Verteidigung nicht schnell genug aufbauen kann, ist alles möglich. Deshalb ist es so wichtig, bereits jetzt konkret und entschlossen auf Luftraumverletzungen zu reagieren. Wenn sich die NATO als schwacher Gegner zeigt, gibt das Putin nur zusätzliches Selbstvertrauen. (Interview: Jan-Frederik Wendt)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Zoonar.com/Alexander Strela

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