NRW-Wahl: AfD sieht Brandmauer bröckeln – CDU reagiert
Die AfD wähnt sich nach der Kommunalwahl in NRW im Aufwind. Die CDU hingegen bekräftigt: Eine Zusammenarbeit wird es nicht geben.
Nach ihrem deutlichen Stimmenzuwachs bei der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen rechnet die AfD damit, künftig in vielen Räten stärker eingebunden zu werden. Der NRW-Landesvorsitzende Martin Vincentz sagte laut der Nachrichtenagentur dpa: „Ich bin der festen Überzeugung, dass in den nächsten fünf Jahren die Brandmauer auf kommunaler Ebene geschliffen wird.“
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Schon jetzt sei die AfD in zahlreichen Städten aufgrund ihrer neuen Fraktionsgröße kaum zu umgehen – etwa bei der Vergabe von Ausschuss- oder Aufsichtsratsposten. Mit den zweistelligen Ergebnissen habe die Partei nach eigener Einschätzung den Schritt zur Volkspartei geschafft, betonte Vincentz. Sollten sich die andere Parteien zusammenschließen, um AfD-Kandidaten bei Stichwahlen um Oberbürgermeisterämter zu verhindern, sei das ein „Armutszeugnis“ im Umgang mit dem Wählerwillen und der Demokratie.
CDU beteuert nach der NRW-Wahl 2025: Keine Zusammenarbeit mit der AfD
Die CDU machten unterdessen deutlich, dass sie eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließt. „Die Brandmauer steht“, sagte der CDU-Generalsekretär in NRW, Paul Ziemiak, im Deutschlandfunk. Demokratische Parteien müssten sich gegenseitig unterstützen. Es sei nun wichtig, die tatsächlichen Probleme anzugehen. Als Beispiel nannte er Sozialmissbrauch im Bundesland. Ähnlich äußerte sich CDU-Fraktionschef Jens Spahn. Nach seiner Einschätzung sei der Erfolg der AfD auf „Armutsmigration, Sozialmissbrauch und zu oft gescheiterte Integration“ zurückzuführen.
Zahlen des NRW-Innenministeriums, die dem WDR vorliegen, zeichnen allerdings ein differenzierteres Bild: Demnach stammen zwei Drittel der Fälle von Sozialleistungsbetrug von Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit. Danach folgen Verdächtige mit Wurzeln in der Türkei und in Syrien. Zugewanderte aus Rumänien und Bulgarien, die vor allem über die EU-Freizügigkeit ins Ruhrgebiet kommen, machten rund 5,6 Prozent der Beschuldigten aus.
CDU, SPD und Grüne verlieren Stimmen bei NRW-Kommunalwahl
Bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen konnte die AfD deutlich zulegen: Ihr Stimmenanteil stieg auf 14,5 Prozent – fast dreimal so viel wie zuvor – und brachte sie damit hinter CDU und SPD auf den dritten Platz. In Gelsenkirchen, Duisburg und Hagen erreichten AfD-Kandidaten sogar die Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt.
Die CDU wurde mit 33 Prozent klar stärkste Kraft in Nordrhein-Westfalen. Die SPD erreichte etwas mehr als 22 Prozent. Die Grünen mussten deutliche Verluste hinnehmen und landeten bei 13,5 Prozent. Die Linke verbesserte sich auf 5,6 Prozent. Für die FDP stimmten 3,7 Prozent der Wählerinnen und Wähler, das Bündnis Sahra Wagenknecht kam auf gut ein Prozent. (Quellen: dpa, Deutschlandfunk, ntv, WDR, Landeswahlleitung NRW) (cf)