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Ende des Israel-Kriegs? Was Feuerpause und Geisel-Freilassung für den Nahostkonflikt bedeuten

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Die Verschnaufpause im Krieg Israels gegen die Hamas sind eine große diploma­tische Leistung. Ist eine Wende hin zum Ende des Konflikts erreicht?

Gaza/Tel Aviv – Mit der von Katar vermittelten Feuerpause zwischen Israel und der Hamas ist der Krieg in Israel in eine neue Phase eingetreten. Eine vereinbarte Feuerpause zwischen Israel und der militant-islamistischen Hamas ist am Freitag (24. November) in Kraft getreten. Zudem begann die schrittweise Freilassung von im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln. Doch was bedeuten die Feuerpause und die Geisel-Freilassung?

Krieg in Israel: Was bedeutet die Geisel-Freilassung für den Konflikt?

Auswirkungen der Feuerpause und Geisel-Freilassung auf den Krieg in Israel

Wer sind die Geiseln, die freikommen?

In der zunächst für vier Tage vereinbarten Feuerpause sollen 50 Geiseln aus der Gewalt der islamistischen Hamas freikommen. Zunächst sollten Mütter, Kinder und Jugendliche sowie ältere Frauen freigelassen werden, hieß es. Sollte die Feuerpause verlängert werden – auf maximal zehn Tage – müsste die Hamas täglich weitere zehn Geiseln freilassen.

Die Geiseln sind entweder Israelis oder Bewohner Israels – dem Vernehmen nach könnten aber auch Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft darunter sein. Am Freitag wurden zunächst 13 israelische Frauen und Kinder freigelassen. Zudem kamen – unabhängig vom Abkommen zwischen Israel und der Hamas – Katar zufolge auch zehn Thailänder und ein philippinischer Staatsbürger frei. Israelischen Medien zufolge waren die meisten der Geiseln im Kibbuz Nir Oz von Terroristen entführt worden.

Nach der Freilassung dürfte wohl zunächst nur wenig über die Geiseln und ihr Schicksal bekannt werden. Wie viele der etwa 240 entführten Menschen noch am Leben sind und wo genau sie im Gazastreifen festgehalten werden, ist unklar.

Wer sind die palästinensischen Häftlinge, die Israel freilassen wird?

Pro freigelassener Geisel sollen etwa drei Häftlinge freikommen. Israel veröffentlichte eine Liste von maximal 300 Personen, die freikommen könnten. 123 der dort aufgeführten 300 Palästinenser sind Jugendliche unter 18 Jahren. Die Jüngsten sind demnach 14 Jahre. 33 Häftlinge sind laut der Auflistung Mädchen und Frauen.

Den Häftlingen werden unter anderem das Werfen von Brandbomben, Brandstiftung oder Messerattacken zur Last gelegt. Am Freitag waren Medienberichten zufolge 39 weibliche palästinensische Häftlinge, Minderjährige und Jugendliche vor ihrer geplanten Freilassung unterwegs zu einem zentralen israelischen Gefängnis. Es handele sich um 24 weibliche Häftlinge, berichtete die Nachrichtenseite Ynet.

Israel einigt sich mit Hamas auf Feuerpause – wer profitiert vom Deal?

Gab es bereits in der Vergangenheit Deals zur Befreiung von Geiseln?

Ja. Als umstritten gilt bis heute der Gefangenenaustausch zur Freilassung des israelischen Soldaten Gilad Schalit, der 2006 entführt wurde und mehrere Jahre in Gefangenschaft der Hamas war. Er wurde 2011 im Tausch für mehr als 1000 palästinensische Häftlinge freigelassen. Dabei kam auch der heutige Hamas-Chef im Gazastreifen, Jihia al-Sinwar, frei.

Profitiert die Hamas von der Feuerpause?

Das gilt als gesichert. Wie viel Vorteil sie daraus schlagen kann, ist aber unklar, zumal das israelische Militär den Norden unter Kontrolle hat. In Israel gibt es jedenfalls Befürchtungen, dass die Hamas die Zeit nutzen könnte, um sich neu aufzustellen und gestärkt aus der Feuerpause hervorgehen könnte. Die Terrororganisation wird zudem auch nach Ablauf der Kampfpause noch viele Geiseln in ihrer Gewalt haben, die sie auch weiter als Faustpfand einsetzen dürfte.

Sind israelische Soldaten weiterhin im Gazastreifen? 

Ja. Das israelische Militär hatte seine Angriffe im Gazastreifen kurz vor dem Inkrafttreten der Feuerpause nochmals intensiviert und zieht seine Truppen nicht zurück. Im Norden des abgeriegelten Küstengebiets sind Tausende israelische Soldatinnen und Soldaten stationiert.

Können sich Palästinenser nun frei im Gazastreifen bewegen?

Nein. Israel hat den Gazastreifen durch seine Bodenoffensive im Norden effektiv in zwei Teile geteilt. Am Freitag waren Soldaten nach Beginn der Feuerpause im Einsatz, um vertriebene Palästinenser daran zu hindern, aus dem Süden des Gazastreifens zu ihren früheren Wohnorten im Norden zu gelangen, um diese zu inspizieren oder nach Angehörigen zu sehen. Nach Angaben aus Hamas-Kreisen wurden im zentralen Bereich des Gazastreifens zwei Menschen durch Schüsse getötet und weitere verletzt, als sie versuchten, in den Norden zu gelangen. Augenzeugen berichteten außerdem, die Armee habe Tränengas eingesetzt. Ein israelischer Militärsprecher sagte, man prüfe die Berichte. Im südlichen Teil gab es weitgehende Bewegungsfreiheit.

Was bedeutet die Feuerpause für die Zivilbevölkerung im Gazastreifen?

Die notleidenden Menschen in Gaza sind nach rund sieben Wochen Krieg völlig zermürbt, Helfer sprechen von einer dramatischen humanitären Krise. Inzwischen sind dort UN-Angaben zufolge mehr als 1,7 Millionen Menschen, also rund drei Viertel der Bevölkerung, Binnenflüchtlinge. Es fehlt an so ziemlich allem: Essen, Wasser und Arzneimittel sind sehr knapp, und auch die Chancen auf ärztliche Behandlung. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben 22 der insgesamt 36 Krankenhäuser im Gazastreifen ihren Betrieb inzwischen eingestellt. Von zuvor 3500 Betten in Kliniken gibt es laut UN jetzt nur noch rund 1400 - obwohl es immer mehr Verletzte gibt.

Feuerpause vereinbart – ist ein Ende des Krieges in Israel in Aussicht?

Wie viel zusätzliche Hilfe kann die Bevölkerung nun erhalten? 

Als Teil des Abkommens zur Feuerpause wurde auch eine deutliche Ausweitung der humanitären Hilfe vereinbart. Am Freitag etwa sollten rund 200 Lastwagen mit Hilfsgütern in den Gazastreifen gelangen, darunter auch Tanklaster mit Treibstoff und Gas. Treibstoff ist besonders wichtig, zum Beispiel um Generatoren für Krankenhäuser und die Trinkwasserversorgung zu betreiben.

Nach UN-Angaben brachten vor dem Krieg durchschnittlich pro Tag rund 500 Laster Lieferungen in den Gazastreifen. Rund 100 Lkw-Ladungen pro Tag seien nötig, um eine humanitäre Grundversorgung zu gewährleisten. Das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA will die Kampfpause nutzen, um dringend benötigte Hilfsgüter zu verteilen. Israel kontrolliert die Hilfslieferungen sehr genau - aus Angst, Lieferungen könnten auch der islamistischen Hamas zugutekommen.

Wie groß ist das Ausmaß der Zerstörung im Gazastreifen?

Enorm, so viel ist sicher, das zeigen zahllose Fotos aus dem Kriegsgebiet. Gleichzeitig gibt es kaum gesicherte Daten zum genauen Ausmaß der Zerstörung. US-Forschern zufolge wurden seit Kriegsbeginn wohl zwischen 56 000 und 74 000 Gebäude beschädigt. Das geht aus einer Analyse der Decentralized Damage Mapping Group (DDMG) hervor, bei der eine Gruppe von US-Wissenschaftlern die Angriffe in dem Küstengebiet mit Satellitendaten untersuchte. Im nördlichen Gazastreifen wurden demnach 40 bis 50 Prozent der Gebäude beschädigt.

Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern 

Vor 60. Gründungstag von Israel
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen entschied 1947 über die Teilung Palästinas in zwei Staaten, einen jüdischen und einen arabischen. Im Teilungsplan wurde auch festgelegt, dass die Briten ihr Mandat für Palästina bis August 1948 niederlegen. Großbritannien hatte nach dem Ersten Weltkrieg das Gebiet besetzt und war 1922 offiziell mit dem Mandat über Palästina beauftragt worden. Am 14. Mai 1948 wurde auf Grundlage des UN-Beschlusses der jüdische Staat gegründet. © dpa
Proklamation des Staates Israel
Nach der Unterzeichnung der Proklamationsurkunde am 14. Mai 1948 im Stadtmuseum von Tel Aviv hält eine nicht identifizierte Person das Schriftstück mit den Unterschriften in die Höhe. Links ist David Ben Gurion zu sehen, der erste Ministerpräsident Israels. © dpa
Israelischer Unabhängigkeitskrieg
Ein historisches Datum für den Staat Israel. Doch die arabischen Staaten Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten und Irak erkannten die Gründung nicht an und überschritten nur einen Tag später mit ihren Armeen die Grenzen. So begann der Palästina-Krieg, der im Januar 1949 mit dem Sieg Israels endete. Das Foto zeigt israelische Mitglieder der paramilitärischen Organisation Haganah im August 1948.  © AFP
Operation Yoav
Die israelische Armee konnte während des Krieges 40 Prozent des Gebiets erobern, das eigentlich laut dem ursprünglichen UN-Plan zur Teilung für die arabische Bevölkerung vorgesehen war. So wurde auch der westliche Teil von Jerusalem von Israel besetzt.  © Imago
Waffenstillstand Israel Palästina 1949
Die Vereinten Nationen vermittelten zwischen Israel und Ägypten, und so kam es zwischen den beiden Ländern am 24. Februar 1949 zu einem Waffenstillstandsvertrag. Andere arabische Kriegsgegner folgten mit Waffenstillständen bis Juli 1949. Laut Schätzungen starben bei dem Krieg, den die arabischen Länder gestartet hatten, mehr als 6000 Israelis und 6000 Araber.  © ACME Newspictures/afp
Arafat. Geschichte des Krieges in Israel
Jassir Arafat gründete 1959 die Fatah, eine Partei in den palästinensischen Autonomiegebieten. Laut ihrer Verfassung war ihr Ziel, auch mit terroristischen Mitteln die Israelis aus Palästina zu vertreiben und Jerusalem als Hauptstadt zu installieren. Ebenfalls als Ziel rief die Fatah die „Ausrottung der ökonomischen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz des Zionismus“ aus.  © PPO/afp
Arafat
1993 erkannte die Fatah mit ihrem Vorsitzenden Jassir Arafat das Existenzrecht Israels im Osloer-Friedensprozess an, und wollte den Terror als Waffe nicht mehr nutzen. Allerdings gab es immer wieder Bombenattentate in Israel. 2011 suchte Arafat den Schulterschluss mit der Hamas. Gemeinsam planten sie, eine Übergangsregierung zu bilden, was bis heute nicht umgesetzt wurde. Innerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ist die Fatah die stärkste Fraktion. © Aleksander Nordahl/Imago
1974 Arafat vor UN
Im Oktober 1974 erkannte die Vollversammlung der Vereinten Nationen die PLO als Befreiungsbewegung an. Daraufhin wurde Arafat als Vertreter eingeladen. Am 13. November 1974 eröffnete Arafat die Debatte in der Vollversammlung. Er beendete die Rede mit dem Satz: „Ich bin mit einem Olivenzweig in der einen und dem Gewehr des Revolutionärs in der anderen Hand hierhergekommen. Lasst nicht zu, dass der grüne Zweig aus meiner Hand fällt!“ © dpa
Kampfflugzeug im Sechs-Tage Krieg
Vom 5. Juni bis 10. Juni 1967 fand der Sechstagekrieg zwischen Israel auf der einen und Ägypten, Jordanien und Syrien auf der anderen Seite statt. Auslöser war die ägyptische Blockade der Seestraße von Tiran für die Israelis, die so abgeschnitten waren. Außerdem hatte der ägyptische Präsident den Abzug der Blauhelme erzwungen, die die nördliche Grenze Israels sicherten. Als Drohung schickte Ägypten dann 1000 Panzer und 100.000 Soldaten an die Grenzen zu Israel. Als Reaktion auf die Bedrohung flogen die Israelis einen Präventiv-Schlag. Auf dem Foto sieht man ein ägyptisches Kampfflugzeug. Während des Krieges konnte Israel die Kontrolle über den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, die Golanhöhen, das Westjordanland und Ostjerusalem erlangen. Weil Israel seine Angreifer besiegen konnte, machte der Staat am 19. Juni 1967, neun Tage nach seinem Sieg, Ägypten und Syrien ein Friedensangebot. Darin enthalten die Aufforderung, Israel als Staat anzuerkennen. © AP/dpa
Arabisch-israelischer Krieg
Am 6. Oktober 1973, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, startete eine arabische Militärkoalition unter Führung Ägyptens und Syriens einen Überraschungsangriff, gleichzeitig auf die Sinai-Halbinsel und die Golanhöhen. Nach anfänglichem Erfolg der arabischen Kriegsparteien gelang es Israel, sich zu behaupten. Erst mit dem Friedensvertrag sechs Jahre später am 26. März 1979, normalisierten sich die Beziehungen zwischen Ägypten und Israel. Ägypten war der erste arabische Staat, der das Existenzrecht Israels anerkannte. © afp
Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten, Jimmy Carter schüttelt dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat die Hand.
Das Friedensabkommen vom 26. März. 1979 war ein wichtiger Meilenstein. US-Präsident Jimmy Carter gratulierte damals dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat und dem israelischen Premierminister Menachem Begin vor dem Weißen Haus. Nach den Camp-David-Verhandlungen unterzeichneten sie den Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern dort. © Consolidated News Pictures/afp
Beschuss im Libanonkrieg
1982 begann mit dem Libanonkrieg der erste große israelisch-arabische Konflikt, der von Israel gestartet wurde. Die Kriegsparteien waren die israelische Armee und verbündete Milizen auf der einen, die PLO und Syrien auf der anderen Seite. Israel besetzte im Rahmen des Krieges zwischen 1982 und 1985 den Süden Libanons. Später richtete Israel daraufhin dort eine „Sicherheitszone“ ein, die aber Angriffe der Hisbollah aus dem Libanon auf nordisraelische Städte nicht verhindern konnte. Am 25. Mai 2000 zog die israelische Armee aus dem Südlibanon ab.  © Dominique Faget/afp
Soldaten und Kinder bei der Intifada 1987
Am 8. Dezember 1987 brach im Westjordanland und im Gazastreifen ein gewaltsamer Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung aus. Diesen Aufstand nennt man Intifada. Auf dem Foto ist zu sehen, wie israelische Soldaten Kinder anweisen, das Gebiet zu verlassen, als Hunderte von Demonstranten Steine und Flaschen schleudern.  © Esaias Baitel/afp
Hamas-Kundgebung im Gaza-Streifen
Die PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation), die ihre Zentrale in Tunis hatte, wollte einen eigenen palästinensischen Staat ausrufen, hatte aber keine Kontrolle über die entsprechenden Gebiete. Im Zuge dessen kam es zu einem Gewaltausbruch, der erst 1991 abnahm. 1993 wurde schließlich mit dem Osloer Abkommen die erste Intifada beendet. © Ali Ali/dpa
Der PLO-Führer Yasser Arafat und der israelischen Premierminister Yitzahk Rabin schütteln sich 1993 die Hände.
Nach Jahrzehnten von Gewalt und Konflikten unterschrieben am 13. September 1993 Israels Außenminister Shimon Peres und Mahmoud Abbas, Verhandlungsführer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), unter Aufsicht der russischen und amerikanischen Außenminister die „Osloer Verträge“. Das Foto des Händedrucks zwischen Palästinenservertreter Jassir Arafat und dem israelischen Ministerpräsident Yitzhak Rabin und US-Präsident Bill Clinton wurde weltberühmt. © J. David Ake/afp
Yasir Arafat, Shimon Peres und Yitzhak Rabin erhalten den Friedensnobelpreis
Nach der Unterzeichnung der Osloer Verträge bekamen Jassir Arafat, Schimon Peres und Yitzhak Rabin den Friedensnobelpreis für 1994. Hier die Preisträger zusammen mit ihrer Medaille und ihrem Diplom im Osloer Rathaus. Die Friedensverträge wurden damals als wichtiger Startpunkt für Frieden in der Region gesehen. © Aleksander Nordahl/Imago
Bill Clinton, König Hussein und Rabin bei der Friedenssitzung
1994 folgten Friedensverhandlungen zwischen Jordanien und Israel 1994 im Weißen Haus. Auf dem Foto ist zu sehen, wie der jordanische König Hussein und der israelische Premierminister Yitzahk Rabin bei der Friedenssitzung sich die Hände schütteln. © Imago/ ZUMA Press
Sarg von Yitzhak Rabin, Geschichte des Kriegs in Israel
Mit der Hoffnung auf Frieden in der Region wurde der Hass von israelischen Extremisten größer. Diese wollten Abkommen mit den arabischen Staaten und der PLO nicht akzeptieren. So wurde Yitzhak Rabin zur Zielscheibe und wurde 1995 im Anschluss an eine große Friedenskundgebung in Tel Aviv von einem rechtsextremen Juden ermordet. Das Foto zeigt den Sarg des Premierministers in Jerusalem bei seiner Beerdigung.  © Jim Hollander/dpa
Junge schießt mit Katapult bei der zweiten Intifada, Geschichte des Krieges in Israel
Obwohl es in den 1990er Jahren mit den Osloer Verträgen große Hoffnung auf Frieden gab, hatte sich die Situation nach der Ermordung von Yitzhak Rabin massiv aufgeheizt. 2000 kam es zur zweiten Intifada, dem gewaltvollen Aufstand der Palästinenser mit Straßenschlachten. Die zweite Intifada dauerte bis 2005. © Imago/UPI Photo
Israelische Soldaten 2006, Geschichte des Krieges in Israel
2006 kam es wieder zwischen Israel und dem Libanon zum Krieg. Die Auseinandersetzung wird auch 33-Tage-Krieg oder zweiter Libanon-Krieg genannt, weil sie nach gut einem Monat am 14. August 2006 mit einem Waffenstillstand endete. Das Foto zeigt einen israelischen Soldaten im Libanon-Krieg im Jahr 2006. Eine israelische Artillerieeinheit hatte soeben an der libanesisch-israelischen Grenze in den Libanon gefeuert. Fast 10.000 israelische Soldaten kämpften in der Nähe von etwa einem Dutzend Dörfern im Südlibanon gegen Hisbollah-Kämpfer.  © Menahem Kahana/afp
Israelisches Militär feuert auf Ziele im Libanon
Auslöser des Libanon-Kriegs waren anhaltende Konflikte zwischen der Terrororganisation Hisbollah und der israelischen Armee. Um die Angriffe zu stoppen, bombardierte die israelische Luftwaffe die Miliz aus der Luft und verhängte eine Seeblockade. Die Hisbollah antwortete mit Raketenbeschuss auf den Norden Israels. Später schickte Israel auch Bodentruppen in den Süden von Libanon.  © Atef Safadi/dpa
Angriff im Süden von Beirut
Die libanesische Regierung verurteilte die Angriffe der Hisbollah und forderte internationale Friedenstruppen, um den Konflikt zu beenden. Am 14. August 2006 stimmten schließlich nach einer UN-Resolution die Konfliktparteien einem Waffenstillstand zu. Sowohl die Hisbollah als auch Israel sahen sich als Sieger.  © Wael Hamzeh/dpa
Krieg in Israel
2014 startete die israelische Armee (IDF) mit der Operation Protective Edge am 8. Juli eine Militäroperation, weil die Hamas aus dem Gazastreifen immer wieder Israel beschoss. Ab dem 26. Juli 2014 folgte eine unbefristete Waffenruhe, die kanpp neun jahre währte.  © Abir Sultan/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Am 7. Oktober 2023 startete die Hamas einen Überraschungsangriff auf Israel mit Raketenbeschuss und Bodeninfiltrationen aus dem Gazastreifen, was zu schweren Verlusten und der Entführung zahlreicher Geiseln führte. Hier ist eine Gesamtansicht der zerstörten Polizeistation in Sderot nach den Angriffen der Hamas-Terroristen zu sehen.  © Ilia Yefimovich/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Bei dem Überfall der Hamas und anderer extremistischer Gruppierungen auf Israel wurden rund 1200 Menschen getötet und mehr als 250 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Seitdem wurden laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen Zehntausende Menschen getötet, darunter auch viele Frauen und Minderjährige. © Ilia Yefimovich/dpa

Könnte die Waffenruhe zu einem Ende des Kriegs führen? 

Danach sieht es momentan nicht aus. Israel hat sehr klargemacht, dass es die Feuerpause nur als solche betrachtet - als Pause. Regierungschef Benjamin Netanjahu betonte, der Krieg werde fortgeführt, „bis wir alle unsere Ziele erreicht haben“. Dazu gehörten die Eliminierung der Hamas sowie die Rückkehr aller Geiseln. Zudem dürfe es in Gaza keine Bedrohung für Israel mehr geben.

Die Hamas wiederum hat das Endziel der Einrichtung eines islamisch geprägten Staates auf dem Gebiet des gesamten historischen Palästinas. Den Staat Israel will die Hamas zerstören. Ein Sprecher der Hamas hat auch damit gedroht, die Massaker vom 7. Oktober zu wiederholen. Die USA, aber auch Deutschland haben Israels Ablehnung eines langfristigen Waffenstillstandes bisher unterstützt.

Was ist Israels langfristiger Plan für den Gazastreifen?

Das ist noch unklar. Regierungschef Netanjahu sprach davon, dass Israel auch nach einem Sieg über die Hamas weiter eine Rolle bei der Sicherung des Gebiets spielen müsse. Gleichzeitig warnen unter anderem die USA, der wohl wichtigste Verbündete Israels, ausdrücklich vor einer erneuten Besatzung des Gazastreifens. Die US-Regierung will, dass die Palästinensische Autonomiebehörde neben dem Westjordanland künftig auch wieder für den Gazastreifen verantwortlich sein wird. Die langfristige Hoffnung ist eine Zweistaatenlösung, also ein friedliches Nebeneinander von Israel und einem palästinensischen Staat - was derzeit unrealistisch erscheint.

(bohy/dpa)

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