News-Ticker zur Demo in Berlin

Nach umstrittener Wagenknecht-Demo: Schwarzer beschimpft „Heute-Show“-Reporter offenbar als „Ratte“

Alle Autoren
    schließen
  • Jens Kiffmeier
    Jens Kiffmeier
  • Mark Stoffers
    Mark Stoffers

Neue Aufregung um Kundgebung von Wagenknecht und Schwarzer: Die Frauenrechtlerin soll einen ZDF-Reporter als „Ratte“ beschimpft haben. Der News-Ticker zur Demo.

Update vom 27. Februar, 10:37 Uhr: Neue Empörung um Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer: Einen Tag nach ihrer umstrittenen Demonstration in Berlin sorgt ein aufgetauchter Video-Mitschnitt für Aufregung. So soll sich Schwarzer am Rande der Kundgebung massiv im Ton vergriffen haben. Wie ein Video, das auf Youtube veröffentlicht wurde, zeigt, beleidigte die Frauenrechtlerin den ZDF-Reporter Fabian Köster, bekannt aus der Satire-Sendung „heute show“. Nach einem Interview-Versuch Kösters auf der Demo ging Schwarzer weiter und nannte den 27-Jährigen offenbar „eine Ratte“.

Demonstration von Wagenknecht in Berlin: Beleidigte Schwarzer einen ZDF-Reporter als „Ratte“?

Das berichten zahlreiche Medien übereinstimmend. Die Passage ist im eingangs verlinkten Video allerdings nur schwer verständlich. Zuvor hatte Schwarzer den ZDF-Reporter bereits als „klischeehaften Typen“ bezeichnet. Weder Köster noch Schwarzer kommentierten die Vorwürfe um die Beleidigung als „Ratte“ bislang.

Demo von Wagenknecht und Schwarzer: Linke distanziert sich von der Kundgebung zum Ukraine-Krieg

Update vom 26. Februar, 12.49 Uhr: Die Spitze der Linken hat sich von der Ukraine-Kundgebung von Wagenknecht und Schwarzer distanziert. Sie sei nicht mit der Partei abgesprochen gewesen, sagte die Parteivorsitzende Janine Wissler. Sie hatte Wagenknecht zudem ermahnt, sich klar von Rechtsradikalen abzugrenzen. Dennoch nahmen viele Linken-Vertreter an der Demo teil.

Schwarzer wehrte sich unterdessen gegen Kritik, auch der rechten Szene und Verschwörungsideologen eine Bühne zu bieten. „Wir wollen nicht diffamiert und als rechts abgestempelt werden, wenn wir Frieden fordern. Es gibt nichts, was linker ist als Frieden“, sagte sie am Rande der Veranstaltung dem Sender Phönix.

Schwarzer forderte gleichzeitig Russland zum Rückzug auf: „Russland ist der brutale Aggressor und muss sich aus den am 24. Februar besetzten Gebieten zurückziehen.“ Die Ukraine müsse dafür Sicherheitsgarantien des Westens bekommen. „Warum reden wir nicht jetzt darüber und erst in drei Jahren, wenn noch eine Million Menschen gestorben ist?“ Militärisch sei dieser Krieg nicht zu gewinnen.

Ukraine-Kundgebung in Berlin: Unterschiedliche Angaben zu Teilnehmer-Zahlen

Update vom 26. Februar, 8.19 Uhr: Die Teilnehmer-Angaben zu der von Schwarzer und Wagenknecht initiierten Kundgebung in Berlin gehen auseinander. Laut dem Tagesspiegel spricht die Polizei von 13.000, Wagenknecht hingegen unter Berufung auf die Ordner von 50.000.

Zwei Tagesspiegel-Reporterinnen waren bei Wagenknechts Rede dabei. Eine Zitat-Auswahl: Sie selbst sei in den 1980ern aufgewachsen „mit der Angst vor einem Atompilz über Berlin“, sagte die Linken-Politikerin demnach vor dem Brandenburger Tor. Zudem seien die Teilnehmer ihrer Ansicht nach auch da, weil sie sich von der Ampel-Koalition nicht gehört fühlten.

Außenministerin Baerbock bezeichnete sie als „Elefant im Porzellanladen“ auf dem internationalen Parkett, Kanzler Scholz als jemanden, der „für Bedachtsamkeit und Vorsicht wirbt, aber dann trotzdem regelmäßig vor den Kriegstrommlern in seiner Koalition einknickt und eine rote Linie nach der nächsten überschreitet.“

Sahra Wagenknecht bei ihrer Demo-Rede in Berlin

Demo in Berlin: Alice Schwarzer nach eigenen Angaben „total glücklich“

Update vom 25. Februar, 21:20 Uhr: War die umstrittene Demo in Berlin ein Erfolg? Alice Schwarzer hat die von ihr und Sahra Wagenknecht initiierte Kundgebung am Samstag in Berlin sogar als „gewaltigen Erfolg“ bezeichnet. „Ich bin total glücklich“, sagte die Frauenrechtlerin am Abend der Deutschen Presse-Agentur. „Es war eine so friedliche und fröhliche Stimmung. Keine parteigebundene Stimmung, keine Sektenstimmung. Da waren einfach Menschen aus der Mitte der Gesellschaft, die aus allen Ecken Deutschlands angereist waren, um ein Zeichen zu setzen.“

Demo in Berlin: „Reisedienst“ legt wohl Demonstranten für Kundgebung „Aufmarsch für den Frieden“ rein

Apropos Anreise: Scheinbar hat ein „Reisedienst“ deutschlandweit diverse Demonstranten hereingelegt, die zur Demonstration nach Berlin wollten. Eine Gruppe Twitterer habe demnach deutschlandweit Menschen mit nicht existierenden Fahrangeboten hinters Licht geführt, die am Samstag in Berlin an der vorgeblichen „Friedensdemo“ von Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer teilnehmen wollten. Das berichtet das Nachrichtenportal t-online.de. Sie hatten Mitfahrgelegenheiten und Bustransfers angeboten, die nicht existierten, jedoch von den Veranstaltern beworben wurden. Weshalb die Teilnehmer am Ende mit leeren Händen dastanden, weil niemand die Menschen an den vorgegebenen Treffpunkten abholte.

Die Aktion hat offenbar ein loser Zusammenschluss geplant, der bereits im Sommer 2021 mit einem „Reisedienst Anette“ aufgetreten und Buchungen zur großen Querdenker-Demo am 30. August 2021 angenommen hatte. Anstatt des „Reisedienst Anette“ boten wohl mehrere der Hinterleute Fahrten aus verschiedenen Städten an.

Demo in Berlin: „Reisedienst“ führt Demonstranten vor Kundegebung hinters Licht

Somit schafften es einige mögliche Teilnehmer nicht, ihre Fahrt zur Demo nach Berlin anzutreten und sich möglicherweise auf die Schnelle eine weitere Transportmöglichkeit zu sichern. Der Twitterer hatte auch noch einen Rat parat, der unter dem Post zu finden ist.

„Man sollte nicht alles glauben, was im Netz steht, weder russische Propaganda von Wagenknecht noch Mitfahrangebote oder Gesuche von irgendwelchen Patrioten für den Frieden.“ Zudem fügte eine deutliche Wertung hinzu, warum er gegen mögliche Demonstranten vorgegangen ist, die an der Demo von Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer in Berlin teilnehmen wollte. „Wer mit Nazis demonstriert, wird wie einer behandelt. Deswegen waren wir wieder aktiv.“

Demo in Berlin: Personen aus dem „rechten Spektrum“ bei Kundgebung von Schwarzer und Wagenknecht

Update vom 25. Februar, 18:30 Uhr: Bei der umstrittenen Demonstration in Berlin für Verhandlungen mit Russland im Ukraine-Krieg hat die Polizei laut Aussage eines Sprechers keine Kenntnisse von rechtsextremen Teilnehmern vor Ort. Der Sprecher konnte am Samstag nach Ende der Kundgebung „Aufmarsch für den Frieden“ von Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nur bestätigen, dass Teilnehmer aus dem rechten Spektrum bei der Demo unter die Demonstranten gemischt hätten.

Nach Schätzungen der Polizei sollen 13.000 Menschen an der Demo in der Innenstadt von Berlin teilgenommen haben. Eine Sprecherin der Veranstalter hatte während der Kundgebung am Brandenburger Tor jedoch von knapp 50.000 Demonstranten berichtet.

Demo in Berlin: Mitglieder der AfD wohl bei „Aufmarsch für den Frieden von Wagenknecht und Schwarzer

Update vom 25. Februar, 17:15 Uhr: Nach Parteiangaben waren bei der umstrittenen Demo in Berlin auch einige Mitglieder der rechtspopulistischen AfD anwesend. Laut der Deutsche Presse-Agentur befanden sich unter anderem der Partei der sächsische Landesvorsitzende der AfD, Jörg Urban, der auf einem Twitter-Foto mit einem Schild mit Friedenstaube zu sehen war.

In einem Post auf dem Kurznachrichtendienst Twitter zeigte sich die Partei solidarisch mit der Forderung der Demonstranten auf dem „Aufmarsch für den Frieden“, Waffenlieferungen an die Ukraine einzustellen und stattdessen Friedensverhandlungen zu fordern. „Ein Jahr nach Beginn des Krieges brauchen wir endlich ernsthafte Bemühungen um Friedensverhandlungen statt noch mehr Eskalation!“, schrieb die AfD laut dpa. Es sei alarmierend, dass man inzwischen diskreditiert und als Verräter beschimpft werde, wenn man sich für den Frieden einsetzte.

Auch der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla gehörte zu bekannteren Unterzeichnern des Manifests von Alice Schwarzer und Sahra Wagenknecht, die die Initiatorinnen der umstrittenen Demo in Berlin waren.

Demo in Berlin: Polizei korrigiert Teilnehmerzahl nach oben – Organisatorin machen Polizei und Medien Vorwürfe

Update vom 25. Februar, 16:50 Uhr: Im Verlauf der Kundgebung hat die Polizei Berlin ihre Schätzung der Teilnehmerzahl deutlich nach oben korrigiert. Demnach wären rund 13.000 Menschen zur Demonstration in die Berliner Innenstadt gekommen. Organisatorinnen und Organisatoren gehen hingegen von 50.000 Teilnehmenden aus und werfen Polizei und Medien vor, die Zahlen absichtlich kleinzureden. Obwohl Demonstrierende stellenweise „ihrem Unmut Luft gemacht hätten“, dass auch Rechtsextreme an der Demo teilgenommen hätten, sei die Veranstaltung laut Polizei größtenteils ruhig verlaufen, berichtet der Spiegel.

Auf Plakaten und Bannern forderten viele Teilnehmer bei der Demo in Berlin Waffenlieferungen in die Ukraine einzustellen und so Frieden zu schaffen. Auf einer hölzernen Panzer-Attrappe wurde Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) mit Hitler und Napoleon verglichen. Mit-Organisatorin Alice Schwarzer sprach auf der Bühne davon, dass es „lächerlich“ sei, der Ukraine einzureden, sie könne den Krieg gegen Russland gewinnen.

Umstrittene Demo in Berlin: Schwarzer spricht von „Anfang einer Bürgerbewegung“

Update vom 25. Februar, 16:30 Uhr: Während bei der Demo in Berlin die ersten Rednerinnen und Redner das Wort ergriffen hatten, ermahnte die Polizei die Teilnehmenden via Twitter daran, dass das Zeigen von kriegsverherrlichenden Symbolen, etwa der Buchstaben V und Z, die aktuell in Russland als Zeichen des Kriegs verwendet werden, beim „Aufstand für den Frieden“ verboten sind. In verschiedenen Berichten etwa der Tagesschau sowie von dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel, heißt es, dass neben Unterstützerinnen und Unterstützern, der 80er-Jahre Friedensbewegungen in Ost- und Westdeutschland auch zahlreiche Personen aus dem „Querdenken“-Milieu sowie aus der Reichsbürger-Szene nach Berlin gekommen wären.

Berichtet wird etwa im Spiegel von lautstarken Buhrufen, als beim Start der Veranstaltung durch die Demoleitung darauf hingewiesen worden sei, dass das Zeigen rechtsextremer Symbole und russischer Flaggen „nicht gewünscht“ sei. Mitorganisatorin Alice Schwarzer nannte die Veranstaltung wenig später „Anfang einer Bürgerbewegung“. Am Rande der Demo habe es jedoch Zusammenstöße zwischen Mitgliedern der Linken gegeben, die sich lautstark gegen die Teilnahme des rechtsextremen „Compact“-Herausgebers Jürgen Elsässer verurteilten.

Update vom 25. Februar, 16:15 Uhr: Die Kundgebung für Verhandlungen mit Russland und für ein Ende von Waffenlieferungen an die Ukraine ist bereits beendet.

Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht und Aktivistin Alice Schwarzer hatten zu einer umstrittenen Demo in Berlin aufgerufen. Mehr als 10.000 Demonstranten kamen trotz widriger Wetterbedingungen verschiedenen Medienberichten zufolge.

Am Rande der Demo in Berlin hat es laut Polizei indes kleinere Handgreiflichkeiten gegeben. Zudem lieferte sich laut Polizei eine Gruppe linker Gegendemonstranten eine lautstarke Auseinandersetzung mit dem Herausgeber des „Compact-Magazins“, Jürgen Elsässer. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft das Magazin als erwiesen rechtsextremistische Bestrebung ein, schreibt die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Die Polizei ist wegen der Demos rund um das Brandenburger Tor mit 1400 Kräften im Einsatz sein. Unterstützt wurde sie von Kollegen aus Sachsen-Anhalt.

Von all den grünen Panzernarren fühlen wir uns nicht vertreten.

Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht

„Aufmarsch für Frieden“-Demo in Berlin: Wagenknecht fordert Ende der Waffenlieferungen an Kiew

Update vom 25. Februar, 15:55 Uhr: Sahra Wagenknecht (Die Linke), eine der Initiatorinnen der Demo in Berlin, hat zur Menschenmenge auf der „Straße des 17. Juni“ gesprochen.

„Mit jeder Waffe, die wir liefern, wächst die Gefahr eines Weltkriegs“, sagte die 53-jährige Linken-Politikerin bei „Aufmarsch gegen Frieden“: „Wir brauchen Kompromissbereitschaft von beiden Seiten.“ Es gehe nun darum, eine Ausweitung des Leids auf die ganze Welt zu verhindern, meinte sie: „Mit jeder Waffe, die wir in das Pulverfass liefern, wächst die Gefahr eines Weltkriegs. Das muss enden und das ist keine Putin-Propaganda! Wie kann man nur die Augen so verschließen, wie kann man so kriegsbesoffen sein, dass man die Gefahr nicht sieht?“

„Aufmarsch für Frieden“-Demo: Sahra Wagenknecht wettert gegen die Grünen

Wagenknecht ist auch in ihrer Partei wegen mutmaßlich verharmlosenden Aussagen zum russischen Einmarsch in der Ukraine nicht unumstritten. Bei der Demo in Berlin erzählte die Bundestagsabgeordnete weiter von ihrer Kindheit in der Zeit des Kalten Krieges. Sie sei in ständiger Angst vor Krieg aufgewachsen, schilderte sie vor rund 10.000 Demo-Teilnehmern, jetzt seien all diese Ängste wieder da. „Niemand redet mehr von Abrüstung, es wird aufgerüstet, was das Zeug hält“, ruft sie in die Menge: „Wir glauben eure Lügen nicht mehr. Wir wissen, dass Waffen töten. In der Ukraine wird nicht unsere Freiheit erkämpft, ebenso wenig wie am Hindukusch (Afghanistan, d. Red.).“

Wagenknecht kritisierte die Grünen als Teil der Ampel-Koalition in Berlin scharf. Außenministerin Annalena Baerbock trampele wie „ein Elefant durch einen Porzellanladen“, meinte die Thüringerin harsch: „Von all den grünen Panzernarren fühlen wir uns nicht vertreten.“ Die Grünen würden stattdessen am liebsten selbst am Steuer der gelieferten Leopard-Panzer sitzen, wetterte Wagenknecht laut Tagesspiegel: „Nein, Schluss, nieder mit dem Krieg.“

Riefen zur Demo in Berlin auf: Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht und Aktivistin Alice Schwarzer (re.).

„Aufmarsch für Frieden“-Demo in Berlin: Fahnen in russischen Farben sind zu sehen

Update vom 25. Februar, 15:15 Uhr: Eröffnet wird die Kundgebung „Aufmarsch für den Frieden“ von einer Rede des amerikanischen Ökonomen Jeffrey Sachs. Dieser sagte bei der umstrittenen Demo in Berlin, dass der Kriegsbeginn sich nun zum neunten Mal jähre.

Eine deutliche Anspielung auf die Krim-Besetzung durch Russland im Jahr 2014. Er bemängelt, dass es keine Verhandlungen gebe, sieht die Schuld für den Krieg in einer Einmischung der Nato. Der Krieg müsse sofort enden, um einen Atomkrieg zu verhindern.

Update vom 25. Februar, 14:55 Uhr: Viele Teilnehmende der umstrittenen Demo in Berlin tragen Symbole oder Fahnen in den russischen Farben, obwohl Nationalflaggen eigentlich bei der Versammlung nicht gewünscht sind. Doch niemand scheint damit Probleme zu haben. Anders scheint es sich bei ukrainischen Symbolen zu verhalten. Ein Gegendemonstrant wurde wohl am Brandenburger Tor von einem Ordner dazu aufgefordert, seine ukrainische Fahne wieder einzustecken. 

„Aufmarsch für Frieden“-Demo: Polizei zählt bisher 5000 Teilnehmende

Update vom 25. Februar, 14:45 Uhr: In Berlin haben sich am Brandenburger Tor mehrere Tausend Menschen zu einer Kundgebung für Verhandlungen mit Russland statt Waffenlieferungen für die Ukraine versammelt.

Kurz vor Beginn der Demo sprach die Polizei zunächst von etwa 5000 Teilnehmenden und weiter starkem Zustrom. Bisher habe es aber keine besonderen Vorkommnisse gegeben. Die Veranstalter schätzten die Zahl der Teilnehmenden auf mindestens 10.000.

Zahlreiche Menschen mit Fahnen und Transparenten nehmen an der Demonstration teil. Am Brandenburger Tor in Berlin haben sich mehrere Tausend Menschen zu einer Kundgebung für Verhandlungen mit Russland im Ukraine-Krieg versammelt.

„Aufmarsch für Frieden“-Demo: Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer initiieren Protest

Erstmeldung vom 25. Februar 2022:

Berlin – In vergangenen Tag wurde viel geredet, viel diskutiert über eine Person: Sahra Wagenknecht. Die Linken-Politikerin polarisiert mit ihrer Haltung gegenüber dem Ukraine-Krieg. Dies begann mit dem „Manifest für Frieden“ und gipfelt in dem „Aufstand für Frieden“, jener Demonstration in Berlin, bei dir bis zu 10.000 Teilnehmer vor dem Brandenburger Tor in Berlin erwartet werden.

Doch Wagenknecht polarisiert bereits seit Beginn von Russlands Krieg in der Ukraine mit ihrer Haltung. Immer wieder setzt sie sich vehement für Verhandlungen mit Wladimir Putin ein und kritisiert offen Waffenlieferungen an Kiew. Dabei gerät sie auch zunehmend in die Kritik in der eigenen Partei, aber auch aus der Ampelkoalition unter anderem von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Vize-Kanzler Robert Habeck (Grüne) und Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP). Doch Wagenknecht trifft scheinbar nicht überall auf Ablehnung. Stattdessen erhält die Linken-Politikerin Unterstützung und Bewunderung von ungewohnter Seite: von rechts.

„Aufmarsch für Frieden“-Demo: Höcke macht Wagenknecht AfD-Angebot

Dieser Zuspruch endete nun in einem Angebot aus der AfD. Ausgesprochen hat niemand anderes als der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke. Demnach lobte der vom Verfassungsschutz als rechts eingestufte Politiker Wagenknecht vor der umstrittenen Demo in Berlin förmlich über den Klee für ihr Engagement und ihre politische Haltung. Beim Thema Friedenspolitik habe sie „die richtige Position“ und Höcke selbst sei stolz und glücklich über den Aufruf zur Friedensdemonstration am Samstag in Berlin, den sie gegen viele Widerstände“ organisiert habe.

Das sagte Höcke laut RND bei einer Parallelveranstaltung zu einer Friedenskundgebung in Dresden bereits am Freitag. Doch damit nicht genug. Tatsächlich streckte Höcke gegenüber Wagenknecht sogar seine Hand noch ein Stück weiter aus und versuchte ihr, mit einem Angebot einen Parteiwechsel schmackhaft zu machen.

Im Video: Kompakt - Die wichtigsten News zum Russland-Ukraine-Krieg

„Sie werden mit dieser Partei niemals ihre Vorstellungen von Friedenspolitik durchsetzen“, erklärte er einen Tag vor der umstrittenen Demo in Berlin. Darüber hinaus reichte Höcke der Linken-Politikerin Wagenknecht Hand für einen Parteiwechsel zur AFD.

„Deshalb, liebe Frau Wagenknecht, schlage ich Ihnen einen zweiten Schritt vor. Ich bitte Sie, kommen Sie zu uns“, so das Angebot von Höcke an Wagenknecht, was Gerüchte um eine neue Parteigründung oder einen Wechsel von Wagenknecht weiter anheizt. Seine Partei biete ihr alle Möglichkeiten, ihre Politik durchzusetzen. Das Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) hatte einen Ausschnitt der Rede des Politikers auf Twitter veröffentlicht.

„Aufmarsch für Frieden“-Demo: Ampel-Koalition äußert scharfe Kritik

Für den Protest am Brandenburger Tor sind bei der Polizei 10.000 Teilnehmer angemeldet. Die Polizei erwartet Demonstrierende aus verschiedenen politischen Lagern – von weit rechts bis weit links. Die Initiatorinnen ernteten für ihren Aufruf parteiübergreifend viel Kritik, vor allem wegen mangelnder Abgrenzung gegenüber radikalen Strömungen.

Sowohl Bundeskanzler Olaf Scholz als auch Wirtschaftsminister Robert Habeck und Christian Lindner äußerten im Vorfeld der umstrittenen Demonstration scharfe Kritik an dem „Aufmarsch für Frieden“. Habeck sprach von „Irreführung der Bevölkerung“, während Lindner sagte: „Wer der Ukraine nicht zur Seite steht, steht auf der falschen Seite der Geschichte.“ Und auch der Bundeskanzler positionierte sich klar gegen die Demo in Berlin bei „Maybrit Illner“ mit den Worten: „Ich teile die Überzeugung dieses Aufrufs nicht“. (mst)

Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska / dpa

Kommentare