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Epstein-Akten: US-Justiz stellt zuvor entferntes Trump-Foto wieder online – und muss sich verteidigen

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Die Frist für Trumps Justizministerium zur Veröffentlichung der Epstein-Akten ist ausgelaufen. Kurz vorher legen die Demokraten mit einer neuen Enthüllung nach.

Update, 22. Dezember, 5.22 Uhr: Nach der Teilveröffentlichung der Akten über den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat das US-Justizministerium ein zuvor entferntes Foto wieder öffentlich zugänglich gemacht. Das Bild, auf dem auch US-Präsident Donald Trump zu sehen ist, werde „ohne jegliche Änderung oder Schwärzung“ wieder veröffentlicht, nachdem eine Überprüfung „keine Hinweise“ darauf ergeben habe, dass darauf Opfer Epsteins zu sehen seien, erklärte das Ministerium.

Das Bild ist eine Aufnahme mehrerer ausgedruckter Fotos, die auf einem Möbelstück und in einer Schublade liegen - darunter mindestens eines mit Trump. Politiker der oppositionellen Demokraten hatten Antworten gefordert, nachdem das Foto in der Online-Veröffentlichung des Justizministeriums plötzlich nicht länger sichtbar war.

US-Regierung veröffentlicht Epstein-Akten – Empörung über geschwärzte Dateien

Update, 9.33 Uhr: Die Demokraten wollen gegen Trumps Justizministerin vorgehen. Wegen Missachtung des Gerichts arbeite man an der „Ausarbeitung“ eines Amtsenthebungsverfahrens, sagte der demokratische Abgeordnete Ro Khanna gegenüber CNN. Dabei werde er unter anderem von seinem republikanischen Kollegen Thomas Massie unterstützt.

„Wir haben noch nicht entschieden, ob wir damit fortfahren werden, aber wir sind dabei, es zu tun“, sagte Khanna. Der kalifornische Politiker sagte, das „Problem“ von Bondi sei die Anzahl der MAGA-Anhänger und Republikaner, die nach der verzögerten Veröffentlichung der Epstein-Akten „verärgert über sie“ seien.

Epstein-Fotos veröffentlicht: Erschreckende Bilder von Trump, Gates und Co.

Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton taucht öfter in den Epstein-Akten auf – hier mit einer Frau auf dem Schoß.
Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton taucht öfter in den Epstein-Akten auf – hier mit einer Frau auf dem Schoß. © Department Of Justice/imago
Ein Foto aus den neuesten Veröffentlichungen der Epstein-Files zeigt Clinton schwimmend in einem Pool mit der Epstein-Vertrauten Ghislaine Maxwell und einer weiteren Frau, deren Gesicht geschwärzt ist.
Ein Foto aus den neuesten Veröffentlichungen der Epstein-Files zeigt Clinton schwimmend in einem Pool mit der Epstein-Vertrauten Ghislaine Maxwell und einer weiteren Frau, deren Gesicht geschwärzt ist. © Department Of Justice/imago
Auch das britische Königshaus ist in den neu veröffentlichten Fotos vertreten – in Form von Prinz Andrew, der es sich auf einer Reihe von Frauen bequem gemacht hat und der in Folge seiner Verbindungen zu Epstein von seinen royalen Verpflichtungen zurücktreten musste.
Auch das britische Königshaus ist in den neu veröffentlichten Fotos vertreten – in Form von Prinz Andrew, der es sich hier auf einer Reihe von Frauen bequem gemacht hat und der in Folge seiner Verbindungen zu Epstein von seinen royalen Verpflichtungen zurücktreten musste. © Department Of Justice/imago
Auch Zauberer David Copperfield ist in den neu veröffentlichten Epstein-Fotos in vertrauter Pose mit Ghislaine Maxwell im Bademantel zu sehen.
Auch Zauberer David Copperfield ist in den neu veröffentlichten Epstein-Fotos in vertrauter Pose mit Ghislaine Maxwell im Bademantel zu sehen. © Department Of Justice/imago
Die Epstein-Vertraute Ghislaine Maxwell gilt als gut vernetzt. Das Foto zeigt sie mit Rolling Stones-Frontmann Mick Jagger.
Die Epstein-Vertraute Ghislaine Maxwell gilt als gut vernetzt. Das Foto zeigt sie mit Rolling Stones-Frontmann Mick Jagger. © Department Of Justice/imago
Auch „King of Pop“ Michael Jackson hat sich mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ablichten lassen.
Auch „King of Pop“ Michael Jackson hat sich mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ablichten lassen.  © Department Of Justice/imago
Hier kocht Epstein mit Sultan Ahmed bin Sulayem, einem Geschäftsmann aus Dubai.
Die Demokraten haben weitere Fotos im Missbrauchsskandal um Jeffrey Epstein veröffentlich. Die Aufnahmen zeigen den verstorbenen Sexualstraftäter im Kontakt mit Promis und Politikern. Hier kocht Epstein mit Sultan Ahmed bin Sulayem, einem Geschäftsmann aus Dubai. © imago
n Bord von Epsteins Privatflugzeug
Zahlreiche Bilder zeigen Jeffrey Epstein in Begleitung junger Frauen, die mutmaßlich zu den Opfern des New Yorkers gehörten. Die Gesichter der Frauen sind unkenntlich gemacht, wie in diesem Bild, das wohl an Bord von Epsteins Privatflugzeug entstand. © imago
Zu Gast an Bord von Jeffrey Epsteins Flugzeug war auch Noam Chomsky, Wissenschaftler, Autor und politischer Aktivist.
Zu Gast an Bord von Jeffrey Epsteins Flugzeug war auch Noam Chomsky, Wissenschaftler, Autor und politischer Aktivist. © imago
Palm Beach
Epstein soll zwischen 2002 und 2005 minderjährige Mädchen mit Geld angelockt und sexuell missbraucht haben, unter anderem in New York, auf seiner Privatinsel Little St. James in der Karibik und in Florida. Sein Haus in Palm Beach lag nicht weit von Donald Trumps Anwesen Mar-a-Lago entfernt.  © Pedro Portal/Imago
Dean Kamen und Richard Branson, Chef des „Virgin“-Konzerns.
Mit seinem Flugzeug flog Jeffrey Epstein regelmäßig seine Privatinsel an, auf der er jahrelang Frauen und Mädchen missbraucht haben soll. Zu Gast auf der Insel waren, wie dieses Foto zeigt, auch Unternehmer Dean Kamen und Richard Branson, Chef des „Virgin“-Konzerns. © imago
Auf seinem Eiland, das zu den amerikanischen Jungferinseln zählt, soll Jeffrey Epstein zahlreiche Räume für seine Missbrauchspraktiken ausgerüstet haben.
Auf seinem Eiland, das zu den amerikanischen Jungferinseln zählt, soll Jeffrey Epstein zahlreiche Räume für seine Missbrauchspraktiken ausgerüstet haben. © imago
Weitere Aufnahmen von Jeffrey Epstein in Begleitung mehrerer junger Frauen. Der Ort des Bildes ist unbekannt.
Weitere Aufnahmen von Jeffrey Epstein in Begleitung mehrerer junger Frauen. Der Ort des Bildes ist unbekannt. © imago
Zu den engen Freunden Jeffrey Epstein gehörte offenbar auch Regisseur Woody Allen.
Zu den engen Freunden Jeffrey Epstein gehörte offenbar auch Regisseur Woody Allen. © imago
Hier ist der Regisseur an Bord eines Flugzeugs in Begleitung von Larry Summers zu sehen
Woody Allen taucht mehrmals auf Bildern aus den Epstein-Akten auf. Hier ist der Regisseur an Bord eines Flugzeugs in Begleitung von Larry Summers zu sehen. Der Professor für Wirtschaftswissenschaften war in den 1990er Jahren Chefökonom der Weltbank und Finanzminister im Kabinett von US-Präsident Bill Clinton. © imago
Woody Allen Arm in Arm mit Jeffrey Epstein.
Woody Allen Arm in Arm mit Jeffrey Epstein. © imago
Clinton zu den engen Freunden Jeffrey Epsteins
Dass Clinton zu den engen Freunden Jeffrey Epsteins gehörte, war bereits seit langem bekannt. Der ehemalige Präsident und Ehemann der späteren Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, ist auf zahlreichen Fotos gemeinsam mit dem Sexualstraftäter zu sehen. © imago
Ein weiterer enger Freund Jeffrey Epsteins: Bill Gates. Der Microsoft-Gründer und einstiger reichster Mensch der Welt ist auf diesem Bild aus den Epstein-Akten zu sehen.
Ebenfalls ein enger Freund Jeffrey Epsteins: Bill Gates. Der Microsoft-Gründer war früher mal der reichste Mensch der Welt, lebt mittlerweile in Scheidung und taucht mehrfach in den Epstein-Akten auf. © imago
Ein weiteres Foto von Bill Gates aus den Epstein-Akten.
Ein weiteres Foto von Bill Gates aus den Epstein-Akten. © imago
Jeffrey Epstein beim Dinner.
Jeffrey Epstein beim Dinner. Der Sexualstraftäter wurde 2019 verhaftet. Kurz darauf soll er in seiner Zelle Selbstmord begangen haben.  © imago
Jeffrey Epstein in Begleitung von Woody Allen und David Blaine
Diese Aufnahme zeigt Jeffrey Epstein in Begleitung von Woody Allen und David Blaine, einem Zauberkünstler aus den USA, der in den 1990er Jahren zum Star wurde. Blaine stammt wie Epstein aus den USA. © imago
Ort oder Zeitpunkt der Aufnahmen sind in den meisten Fällen nicht bekannt. Das gilt auch für dieses Foto, das Epstein im Kreis mehrerer Männer zeigt.
Ort oder Zeitpunkt der Aufnahmen sind in den meisten Fällen nicht bekannt. Das gilt auch für dieses Foto, das Epstein im Kreis mehrerer Männer zeigt. © imago
Alan Dershowitz und Jeffrey Epstein
Ein Foto zeigt Alan Dershowitz und Jeffrey Epstein. Der Star-Jurist, der sich einst gegen Donald Trump aussprach, ihn dann aber in vielen Fällen verteidigte, verteidigte unter anderem OJ Simpson, Mike Tyson – und Epstein. 2019 reichte Virginia Roberts Giuffre in Zusammenhang Klage gegen Dershowitz wegen sexuellen Missbrauchs und Rufschädigung ein. Dershowitz reagierte mit einer Gegenklage. Im November 2022 zog Giuffre ihre Klage gegen Dershowitz zurück. Drei Jahre später nahm Giuffre sich das Leben. © imago
Das berühmteste Gesicht, das sich auf den Bildern der Epstein-Akten findet, gehört Donald Trump.
Das berühmteste Gesicht, das sich auf den Bildern der Epstein-Akten findet, gehört Donald Trump. Der heutige US-Präsident pflegte vor seiner Zeit als Politiker eine freundschaftliche Beziehung zu Jeffrey Epstein. Das belegen mehrere Grußkarten, Briefe und Fotos. © imago
Trump und Epstein
Trump und Epstein lernten sich in der New Yorker High Society kennen. „Ich kenne Jeff seit 15 Jahren. Ein toller Kerl“, sagte Trump 2002 gegenüber dem New York Magazine. „Es macht viel Spaß, mit ihm zusammen zu sein. Man sagt sogar, dass er schöne Frauen genauso mag wie ich, und viele von ihnen sind eher jünger.“ © imago
Trump selbst bestritt immer wieder, in engem Kontakt zu Jeffrey Epstein gestanden zu haben.
Trump selbst bestritt immer wieder, in engem Kontakt zu Jeffrey Epstein gestanden zu haben. Doch immer mehr Fotos, die den heutigen US-Präsidenten bei Parties mit Epstein und in Begleitung zahlreicher jungen Frauen zeigen, deuten etwas anderes. © imago
Melania Trump, Donald Trump und Heidi Klum posieren für die Kameras.
Über Jeffrey Epstein soll Donald Trump in Kontakt zu Prince Andrew gekommen sein - ein weiterer enger Vertrauter des Sexualstraftäters. Epsteins Freundin und Komplizin Ghislaine Maxwell soll Trump und Andrew auf einer Party von Supermodel Heidi Klum bekannt gemacht haben. © imago
Im Austausch standen weitere Männer aus dem Dunstkreis von Donald Trump. Dieses Foto zeigt Trumps ehemaligem Berater, Steve Bannon. Der ultrarechte Vordenker traf sich mehrfach mit dem Sexualstraftäter, wie aus den Epstein-Akten hervorgeht.
Im Austausch standen weitere Männer aus dem Dunstkreis von Donald Trump. Dieses Foto zeigt Trumps ehemaligem Berater, Steve Bannon. Der ultrarechte Vordenker traf sich mehrfach mit dem Sexualstraftäter, wie aus den Epstein-Akten hervorgeht. © imago
Andere Fotos zeigen im Epstein-Fall sichergestellte Pässe. Dieser soll einer Frau aus Russland gehört haben. Wie die Pässe in Epsteins Besitz gekommen sind, ist unklar.
Andere Fotos zeigen im Epstein-Fall sichergestellte Pässe. Dieser soll einer Frau aus Russland gehört haben. Wie die Pässe in Epsteins Besitz gekommen sind, ist unklar. © afp
Dieser Pass soll einer Frau aus Litauen gehört haben. Auch er wurde offenbar im Besitz von Jeffrey Epstein gefunden.
Dieser Pass soll einer Frau aus Litauen gehört haben. Auch er wurde offenbar im Besitz von Jeffrey Epstein gefunden. © afp
Ein Foto der Epstein-Akten zeigt den Fuß einer Frau, auf dem ein Zitat aus Wladimir Nabokows Roman „Lolita“ geschrieben ist: „Sie war Lo, einfach Lo, am Morgen, vier Fuß zehn groß, in einer Socke stehend.“
Ein Foto der Epstein-Akten zeigt den Fuß einer Frau, auf dem ein Zitat aus Wladimir Nabokows Roman „Lolita“ geschrieben ist: „Sie war Lo, einfach Lo, am Morgen, vier Fuß zehn groß, in einer Socke stehend.“ © imago
Ein weiteres Zitat aus Nabokows „Lolita“ findet sich auf den Nacken einer Frau geschrieben.
Ein weiteres Zitat aus Nabokows „Lolita“ findet sich auf den Nacken einer Frau geschrieben. © imago

Update, 8:38 Uhr: Die Initiatoren des Gesetzes für die Veröffentlichung der Epstein-Akten warfen dem Justizministerium vor, Informationen zurückzuhalten. Der demokratische Kongressabgeordnete Ro Khanna sagte in einem auf X veröffentlichen Video, dass ein 119 Seiten langes Dokument mit Zeugenaussagen ohne jede Erklärung komplett geschwärzt worden sei. Man wolle eine vollständige Freigabe der Ermittlungsakten. Unterstützung erhielt Khanna unter anderem vom Republikaner Thomas Massie, der die Gesetzesinitiative zusammen mit dem Demokraten angestoßen hatte. Der demokratische Abgeordnete Robert Garcia warf US-Präsident Trump und Justizministerin Pam Bondi Vertuschung vor.

Update vom 20. Dezember, 6:25 Uhr: Immer wieder tauchen in den nun veröffentlichten Epstein-Akten Fotos von Ex-Präsident Bill Clinton auf – etwa beim Schwimmen im Pool mit Epsteins langjähriger Vertrauter Ghislaine Maxwell. Auf anderen Aufnahmen sieht man den Demokraten ohne Bezug zu den beiden.

Ein Sprecher Clintons, Angel Urena, kritisierte die Veröffentlichung der Fotos als Ablenkungsmanöver des Weißen Hauses. Es gebe zwei Gruppen von Menschen, schrieb Urena auf X. Eine erste Gruppe, die nichts gewusst und die Beziehung zu Epstein abgebrochen habe, bevor dessen kriminelle Taten ans Licht gekommen seien. Und eine zweite Gruppe, die auch danach ihre Beziehungen zu ihm weitergeführt habe. „Wir gehören zur ersten Gruppe.“ Keine noch so große Verzögerungstaktik von Menschen aus der zweiten Gruppe werde daran etwas ändern, schrieb er weiter.

Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder versucht, die Aufmerksamkeit auf Clinton zu lenken. Dabei behauptete er, dass dieser auf einer Privatinsel Epsteins gewesen sei. Trumps Stabschefin Susie Wiles widersprach dieser Darstellung aber: „Es gibt keine Beweise dafür“.

Demokraten wollen sämtliches Material: Trump-Regierung wegen Epstein-Akten unter Druck

Update, 19. Dezember, 22:08 Uhr: Das US-Justizministerium hat damit begonnen, Teile der Epstein-Akten zu veröffentlichen. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Allerdings sollen tausende Dokumente weiter zurückgehalten werden, wie die Trump-Regierung am Vormittag erklärte. Die Demokraten wollen dagegen vorgehen – eigentlich hätten nämlich alle übrigen Akten veröffentlicht werden müssen.

Erstmeldung: Washington D.C. – 29 Tage sind vergangen, seit US-Präsident Donald Trump das Gesetz zur Freigabe von Ermittlungsakten zum Fall des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein unterzeichnet hat. Am Freitag (19. Dezember) läuft damit eine Frist aus, die das Gesetz dem Justizministerium setzt: Dann muss das Ministerium alle Informationen offenlegen, die es im Rahmen verschiedener Ermittlungsverfahren zusammengetragen hat.

Undatierte und nicht näher spezifiziertes Fotos, die am 18. Dezember 2025 von Demokraten im Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses veröffentlicht wurde. Links: Der verstorbenen, verurteilte Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (2. v. l.) neben Frauen, deren Gesichter unkenntlich gemacht wurden. Rechts: Der US-amerikanische Geschäftsmann Bill Gates mit einer Frau, deren Gesicht unkenntlich gemacht wurde.

Am Donnerstag – nur einen Tag vor Ablauf dieser Frist – veröffentlichten US-Demokraten nun weitere Fotos aus dem Nachlass des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein. Die Veröffentlichung folgt auf eine Reihe von Enthüllungen, die in den vergangenen Wochen insbesondere in den USA erhebliche politische Spekulationen ausgelöst haben: Wer könnte mit dem verurteilten Sexualstraftäter in Verbindung gestanden haben?

Demokraten veröffentlichen neue Epstein-Bilder: Gates-Fotos und brisante Screenshots

Die neuen Bilder zeigen erneut prominente Persönlichkeiten aus Epsteins Umfeld, darunter Microsoft-Gründer Bill Gates, der auf einem Foto eine junge Frau im Arm hält. Gates war bereits auf zuvor veröffentlichten Bildern zu sehen gewesen.

Besonders brisant: Ein Screenshot eines Chatverlaufs. In einem Gespräche bietet jemand „Mädchen“ für 1000 Dollar an und fragt: „Vielleicht ist jemand Gutes für J dabei?“ Zu einer 18-jährigen Frau existiert eine detaillierte Liste mit Angaben zu Größe, Gewicht und Herkunft – Russland. Ein weiteres verstörendes Detail zeigt sich auf einem Foto eines Frauenfußes, auf dem ein Schriftzug mit einem Zitat aus Vladimir Nabokovs Roman „Lolita“ zu erkennen ist. Das Buch handelt vom Missbrauch eines jungen Mädchens durch ihren Stiefvater.

Die lange Liste Jeffrey Epsteins: Donald Trump, Prinz Andrew und viele mehr

Foto von Jeffrey Epstein nach seiner Verhaftung
Der Fall rund um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wirft weiter zahlreiche unbeantwortete Fragen auf. Mit wem war der US-Investmentbanker befreundet, bevor er sich in einem New Yorker Gefängnis im August 2019 das Leben nahm? Welche Namen finden sich auf der angeblichen Liste, die die Regierung von Donald Trump nicht veröffentlichen will? Fakt ist lediglich, dass Jeffrey Epstein vor seiner Verhaftung Anfang der 2000er Jahre bestens vernetzt war in den Kreisen der US-Politik wie dem Showbusiness. Ein Blick auf alte Bekannte und Namen, die die nun mit Epstein in Verbindung gebracht werden. © dpa
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
Eine Schlüsselrolle im Skandal um Jeffrey Epstein spielt Ghislaine Maxwell. Die Tochter des bekannten britischen Verlegers Robert Maxwell (1923 bis 1991) war Anfang der 1990er nach New York gekommen. Dort traf sie Epstein auf einer Promi-Party und war zeitweise mit ihm liiert. Epsteins Umfeld beschrieb ihre Rolle in seinem Leben als eine Mischung aus Angestellter und bester Freundin. © dpa
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
Ghislaine Maxwell wurde am 29. Dezember 2021 wegen Sexualverbrechen an Minderjährigen schuldig gesprochen und am 28. Juni 2022 zu 20 Jahren Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe von 750.000 US-Dollar verurteilt. Seither sitzt sie im Gefängnis. Laut Urteil hatte sie eine zentrale Rolle beim Aufbau eines Rings zum sexuellen Missbrauch von Mädchen gespielt. © dpa
Palm Beach
Epstein soll zwischen 2002 und 2005 minderjährige Mädchen mit Geld angelockt und sexuell missbraucht haben, unter anderem in New York, auf seiner Privatinsel Little St. James in der Karibik und in Florida. Sein Haus in Palm Beach lag nicht weit von Donald Trumps Anwesen in Mar-a-Lago entfernt.  © Pedro Portal/Imago
Jeffrey Epstein West Palm Beach
Bereits 2008 hatte sich Epstein einem Prozess stellen müssen. Dabei handelte er zusammen mit seinem Rechtsanwalt Guy Lewis (rechts) einen Deal mit der Staatsanwaltschaft aus und konnte so einem Bundesverfahren entgehen. Epstein bekannte sich schuldig und saß ohne Verfahren vor einem Bundesgericht eine Gefängnisstrafe von 13 Monaten ab.  © Uma Sanghvi/Imago
Jeffrey Epstein Tod
Der Fall eskalierte endgültig 2019, als Epstein nach seiner erneuten Verhaftung tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden wurde. Die Ermittlungen ergaben, dass es sich um Suizid handelte. Die Untersuchung der New Yorker Gerichtsmedizin stützte dies. Minister und hohe Beamte von drei US-Regierungen bekräftigten immer wieder, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass andere Personen an Epsteins Tod beteiligt waren. Dennoch halten sich Spekulationen hartnäckig – je nach politischer Ausrichtung wurden wahlweise die Clintons oder Donald Trump verdächtigt. Die Umstände nährten das Misstrauen: In der Todesnacht versäumten Wärter ihre Kontrollgänge, obwohl Epstein einen Monat zuvor bereits einen mutmaßlichen Suizidversuch unternommen hatte. © Spencer Platt/AFP
Donald Trump und Jeffrey Epstein
Der wohl berühmteste Name, der im Skandal um Jeffrey Epstein die Runde macht, ist der von Donald Trump. Der heutige US-Präsident war lange vor seiner Karriere eng befreundet mit dem Finanzier. Beide stammen aus New York und teilen laut Trump eine „Leidenschaft für schöne Frauen“.  © imago
Prinz Andrew in England
Prinz Andrew gilt ebenfalls als einstiger enger Vertrauter Jeffrey Epstein. Der Bruder von König Charles III. soll auf Epsteins berüchtigter Insel zu Gast gewesen sein und zudem auch dessen Partys in New York regelmäßig besucht haben. Eine der Hauptzeuginnen im Prozesse gegen Jeffrey Epstein, Virginia Roberts Giuffre, machte auch Prinz Andrew Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs. Die Ermittlungen wurden aber eingestellt, nachdem man sich außergerichtlich geeinigt hatte. Andrew selbst bestreitet alle Vorwürfe. © dpa
Melania Trump, Donald Trump und Heidi Klum posieren für die Kameras.
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell sollen es auch gewesen sein, die Donald Trump mit Prinz Andrew bekannt machten. Begegnet sind sich die beiden laut einer Biografie über den britischen Royal auf einer Party des deutschen Models Heidi Klum. Im Bild zu sehen ist Klum in Begleitung von Donald Trump und seiner Ehefrau Melania auf einer Veranstaltung in New York im Jahr 2008. © imago
Ivanka Trump in Venedig
Auf alten Fotos, die im Zuge der Berichterstattung über den Fall Jeffrey Epstein veröffentlicht wurden, tauchte auch Donald Trumps älteste Tochter Ivanka Trump auf. Die dreifache Mutter, hier mit Ehemann Jared Kushner auf der Hochzeit von Jeff Bezos in Venedig, begleitete ihren Vater 1992 offenbar zu der Eröffnung eines Cafés in New York. Laut den Aufnahmen war dort auch Jeffrey Epstein anwesend. © imago
Chuck Schumer zeigt Bild von Donald Trump und Jeffrey Epstein
In einem Interview im Jahr 2002 sprach Donald Trump über Jeffrey Epstein. „Ich kenne Jeff seit 15 Jahren. Ein toller Kerl“, so Trump gegenüber dem New York Magazine. „Es macht viel Spaß, mit ihm zusammen zu sein. Man sagt sogar, dass er schöne Frauen genauso mag wie ich, und viele von ihnen sind eher jünger.“ Dieses Zitat nutzten wiederum die Demokraten, namentlich Chuck Schumer, um den heutigen Präsidenten Vorwürfe der Komplizenschaft mit Epstein zu machen. © afp
Donald Trump und Pam Bondi
Dass seine Verwicklung im Fall von Jeffrey Epstein aber verfing, lag nicht am Aufschrei der Demokraten. Verantwortlich sind wohl eher Donald Trump und sein Team selbst. Sie waren es, die seit Beginn der politischen Karriere Trumps die Gerüchte befeuerten und die Causa Epstein zur Verschwörung der Demokraten erklärten. Trumps Justizministerin Pam Bondi versprach, nach dem Wahlsieg alle Listen und Akten zu Epstein zu veröffentlichen. „Ich habe die Liste auf meinem Schreibtisch liegen“, so Bondi öffentlichkeitswirksam. © afp
Trump und die Epstein Akten
Tatsächlich lud Pam Bondi kurz darauf eine Gruppe handverlesener rechter Influencerinnen und Influencer ins Weiße Haus ein. Dort übergab die Justizministerin den Social-Media-Persönlichkeiten wie Rogan O‘Handley, Chaya Raichik und Liz Wheeler Ordner mit dem Titel „Die Epstein-Akten: Phase 1“. Doch nach anfänglicher Begeisterung war die folgende Enttäuschung umso größer. Der Ordner enthielt ausschließlich bereits bekannte Fakten und keinerlei neue Informationen. Die MAGA-Welt war entsetzt. © imago
Kritik an Trump wegen Epstein in Washington
Zahlreiche Verbündete Donald Trumps kritisierten seine Administration für das Zurückhalten der angeblichen Epstein-Liste und warfen ihr vor, ihr Versprechen nicht einzuhalten. Trump selbst bemühte sich um Ablenkung und erklärte Epstein und den Skandal rund um seinen alten Freund für Schnee von gestern. Doch weder seine Basis noch seine Gegner ließen sich von dem Thema abbringen. Immer mehr Banner und Lichtinstallationen wie diese tauchten rund um Trumps Amtssitz, dem Weißen Haus in Washington, auf. © imago
Bill Clinton redet
Wie auch immer die Liste von Jeffrey Epsteins Freunden und Vertrauten aussehen mag, neben Donald Trump wird sein Name mit großer Sicherheit dort zu finden sein: Bill Clinton, ehemaliger Präsident der USA und Bekannter des verurteilten und toten Finanziers. Clinton soll Gast auf Epsteins Partys und Passagier an Bord seiner Privatflugzeuge gewesen sein. In den Gerichtsakten taucht sein Name Dutzende Male auf. Die Passagen enthalten aber keine Beweise zu illegalem Verhalten des ehemaligen Präsidenten. © imago
Hillary Clinton
Im US-Wahlkampf zur Wahl 2016 bemühte Donald Trump sich, Bill Clintons Ehefrau Hillary Clinton in die Epstein-Affäre zu verstricken. Davon erhoffte sich der damalige Kandidat der Republikaner einen Vorteil im Kampf gegen seine Konkurrentin der Demokraten. Der Plan ging vorerst auf: Trump gewann die Wahl 2016 gegen Clinton und zog zur großen Überraschung ins Weiße Haus ein. © imago
Robert F. Kennedy Jr
Auf Epsteins Liste könnte sich auch sein Name finden: Robert F. Kennedy Jr. Der Neffe des einstigen US-Präsidenten John F. Kennedy fungiert in der Administration von Donald Trump als Gesundheitsminister und hatte sich zuvor als Impfgegner einen Namen gemacht. Kennedy Jr. gab zu, mehrfach mit Epsteins Privatjets geflogen zu sein. Vom Kindesmissbrauch seines damaligen Bekannten habe er aber nichts mitbekommen, so Kennedy Jr. heute. © imago
Bill Richardson und Barack Obama
Aus dem Lager der Demokraten finden sich weitere Namen auf der angeblichen Liste Jeffrey Epsteins. Darunter Bill Richardson (Archivbild). Der ehemalige US-Diplomat in der Administration Barack Obamas und Gouverneur des Bundesstaates New Mexico soll ebenfalls verwickelt und sowohl mit Epstein als auch mit Ghislaine Maxwell bekannt gewesen sein. Richardson starb im September 2024 im Alter von 75 Jahren. © imago
Andrew Cuomo
Der nächste Gouverneur, der in den Fall rund um Jeffrey Epstein verwickelt sein soll, ist Andrew Cuomo. Er war für die Demokraten Gouverneur des Bundesstaates New York und scheiterte unlängst bei den Vorwahlen seiner Partei für die Wahl des Bürgermeisters der Ostküsten-Metropole. Laut dem Boulevardmagazin New York Post war auch er gut bekannt und eng vernetzt mit Epstein. © imago
Bill und Melinda Gates
Multimillardär und Microsoft-Gründer Bill Gates verbindet eine lange Beziehung zu Jeffrey Epstein. Unbestätigten Berichten zufolge versuchte Epstein im Jahr 2017, Gates wegen einer angeblichen Affäre mit einer russischen Bridge-Spielerin zu erpressen. Gates selbst hat seine Beziehung zu Epstein zugegeben und sie „töricht“ genannt. Seine Ex-Frau Melinda räumte in einem Interview ein, dass die Verbindung ihres Mannes zu dem Finanzier einer der Gründe gewesen sei, warum sie schließlich die Scheidung eingereicht habe. © imago
Alan Dershowitz
In den bislang veröffentlichten Unterlagen im Fall Epstein wird unter anderem sein Anwalt, Alan Dershowitz, erwähnt. Epstein soll dem ehemaligen Professor der Harvard-Universität Minderjährige zum Sex angeboten haben. Dershowitz soll außerdem Zeuge gewesen sein, als Epstein und seine Komplizen sich an Minderjährigen vergingen. Dershowitz bestreitet die Vorwürfe. „Natürlich bin ich auf der Liste. Ich war sein Anwalt“, begründete er die Verbindungen zu Epstein. © dpa
Bruce Willis
Unter den zahlreichen Schauspielern, Hollywood-Stars und sonstigen Promis auf der mutmaßlichen Liste Jeffrey Epsteins wird auch Bruce Willis vermutet. Der 70 Jahre und an Demenz erkrankte US-Schauspieler soll während seiner aktiven Karriere Kontakt mit Epstein gehabt haben. Direkte Vorwürfe, dass er am organisierten Missbrauch Minderjähriger, den Epstein und seine Gehilfin Ghislaine Maxwell aufbauten, beteiligt gewesen sein soll, gibt es nicht. © dpa
Cameron Diaz und Brigitte Macron
In den Epstein-Skandal wurde auch Schauspielerin Cameron Diaz (r.), hier mit Brigitte Macron, Ehefrau des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, gezogen. Die 51-Jährige bestreitet jedoch alle Anschuldigungen. „Cameron hat Jeffrey Epstein weder getroffen, noch war sie jemals am selben Ort wie er oder hatte irgendeine Verbindung zu ihm“, erklärte eine Sprecherin. Jeffrey Epstein soll laut den veröffentlichten Unterlagen damit geprahlt haben, engen Kontakt zu Schauspielerinnen wie Diaz unterhalten zu haben. © imago
Michael Jackson
Bereits im Januar 2024 wurde bekannt, dass auch der Name von Michael Jackson in den Gerichtsdokumenten auftaucht. Der Name des „King of Pop“ wurde bei einer Befragung erwähnt. Sie habe ihn in Epsteins Haus in Palm Beach getroffen, sagte eine Zeugin damals aus. Die Zeugin beschuldigte Jackson jedoch nicht eines Verbrechens oder Fehlverhaltens. © Bernd Settnik/dpa
Naomi Campbell und Prinz Charles
Aus den Namensnennungen der Prominenten in den Gerichtsakten zum Epstein-Fall lässt sich letztlich nur die einmalige Anwesenheit bei einer Veranstaltung Epsteins ableiten. Das betrifft wohl auch das Supermodel Naomi Campbell (hier 2018 mit Charles. der damals noch Prinz war).  © Joe Giddens/dpa

Neue Epstein-Bilder: Trump ist dieses Mal nicht zu sehen

Nach Angaben der Demokraten umfasst Epsteins Nachlass insgesamt 95.000 Fotos, die schrittweise im zuständigen Ausschuss des Repräsentantenhauses überprüft werden. Kontext zu den Bildern wird in dem Nachlass nicht geliefert, was die Einordnung der Aufnahmen erschwert. Die Echtheit der neu veröffentlichten Fotos konnte zunächst nicht unabhängig verifiziert werden, schreibt die Deutsche Presse-Agentur.

US-Präsident Donald Trump, der auf früheren Veröffentlichungen im Umfeld Epsteins zu sehen war, ist auf den jüngsten Bildern nicht abgebildet. Die Demokraten warfen Trump dennoch erneut vor, die Epstein-Affäre vertuschen zu wollen. Der Präsident hatte sich monatelang gegen die Veröffentlichung der Akten gesperrt und die Epstein-Affäre als „Schwindel“ der oppositionellen Demokraten bezeichnet.

Nach langem öffentlichem Druck: Trump unterzeichnete Freigabe-Gesetz – Frist läuft am Freitag aus

Das Transparenzgesetz, das die Freigabe der Ermittlungsakten bis zum 19. Dezember vorsieht, war vom Kongress nahezu einstimmig verabschiedet worden. Trump hatte das Gesetz erst im vergangenen Monat nach langem öffentlichen Druck unterschrieben. Die Opfer des Sexualstraftäters hoffen auf umfassende Aufklärung durch die Aktenfreigabe. (Quelle: dpa/AFP) (red)

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