Epstein-Akten: US-Justiz stellt zuvor entferntes Trump-Foto wieder online – und muss sich verteidigen
VonNail Akkoyun
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Paula Völkner
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Die Frist für Trumps Justizministerium zur Veröffentlichung der Epstein-Akten ist ausgelaufen. Kurz vorher legen die Demokraten mit einer neuen Enthüllung nach.
Update, 22. Dezember, 5.22 Uhr: Nach der Teilveröffentlichung der Akten über den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat das US-Justizministerium ein zuvor entferntes Foto wieder öffentlich zugänglich gemacht. Das Bild, auf dem auch US-Präsident Donald Trump zu sehen ist, werde „ohne jegliche Änderung oder Schwärzung“ wieder veröffentlicht, nachdem eine Überprüfung „keine Hinweise“ darauf ergeben habe, dass darauf Opfer Epsteins zu sehen seien, erklärte das Ministerium.
Das Bild ist eine Aufnahme mehrerer ausgedruckter Fotos, die auf einem Möbelstück und in einer Schublade liegen - darunter mindestens eines mit Trump. Politiker der oppositionellen Demokraten hatten Antworten gefordert, nachdem das Foto in der Online-Veröffentlichung des Justizministeriums plötzlich nicht länger sichtbar war.
US-Regierung veröffentlicht Epstein-Akten – Empörung über geschwärzte Dateien
Update, 9.33 Uhr: Die Demokraten wollen gegen Trumps Justizministerin vorgehen. Wegen Missachtung des Gerichts arbeite man an der „Ausarbeitung“ eines Amtsenthebungsverfahrens, sagte der demokratische Abgeordnete Ro Khanna gegenüber CNN. Dabei werde er unter anderem von seinem republikanischen Kollegen Thomas Massie unterstützt.
„Wir haben noch nicht entschieden, ob wir damit fortfahren werden, aber wir sind dabei, es zu tun“, sagte Khanna. Der kalifornische Politiker sagte, das „Problem“ von Bondi sei die Anzahl der MAGA-Anhänger und Republikaner, die nach der verzögerten Veröffentlichung der Epstein-Akten „verärgert über sie“ seien.
Epstein-Fotos veröffentlicht: Erschreckende Bilder von Trump, Gates und Co.
Update, 8:38 Uhr: Die Initiatoren des Gesetzes für die Veröffentlichung der Epstein-Akten warfen dem Justizministerium vor, Informationen zurückzuhalten. Der demokratische Kongressabgeordnete Ro Khanna sagte in einem auf X veröffentlichen Video, dass ein 119 Seiten langes Dokument mit Zeugenaussagen ohne jede Erklärung komplett geschwärzt worden sei. Man wolle eine vollständige Freigabe der Ermittlungsakten. Unterstützung erhielt Khanna unter anderem vom Republikaner Thomas Massie, der die Gesetzesinitiative zusammen mit dem Demokraten angestoßen hatte. Der demokratische Abgeordnete Robert Garcia warf US-Präsident Trump und Justizministerin Pam Bondi Vertuschung vor.
Update vom 20. Dezember, 6:25 Uhr: Immer wieder tauchen in den nun veröffentlichten Epstein-Akten Fotos von Ex-Präsident Bill Clinton auf – etwa beim Schwimmen im Pool mit Epsteins langjähriger Vertrauter Ghislaine Maxwell. Auf anderen Aufnahmen sieht man den Demokraten ohne Bezug zu den beiden.
Ein Sprecher Clintons, Angel Urena, kritisierte die Veröffentlichung der Fotos als Ablenkungsmanöver des Weißen Hauses. Es gebe zwei Gruppen von Menschen, schrieb Urena auf X. Eine erste Gruppe, die nichts gewusst und die Beziehung zu Epstein abgebrochen habe, bevor dessen kriminelle Taten ans Licht gekommen seien. Und eine zweite Gruppe, die auch danach ihre Beziehungen zu ihm weitergeführt habe. „Wir gehören zur ersten Gruppe.“ Keine noch so große Verzögerungstaktik von Menschen aus der zweiten Gruppe werde daran etwas ändern, schrieb er weiter.
Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder versucht, die Aufmerksamkeit auf Clinton zu lenken. Dabei behauptete er, dass dieser auf einer Privatinsel Epsteins gewesen sei. Trumps Stabschefin Susie Wiles widersprach dieser Darstellung aber: „Es gibt keine Beweise dafür“.
Demokraten wollen sämtliches Material: Trump-Regierung wegen Epstein-Akten unter Druck
Update, 19. Dezember, 22:08 Uhr: Das US-Justizministerium hat damit begonnen, Teile der Epstein-Akten zu veröffentlichen. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Allerdings sollen tausende Dokumente weiter zurückgehalten werden, wie die Trump-Regierung am Vormittag erklärte. Die Demokraten wollen dagegen vorgehen – eigentlich hätten nämlich alle übrigen Akten veröffentlicht werden müssen.
Erstmeldung: Washington D.C. – 29 Tage sind vergangen, seit US-Präsident Donald Trump das Gesetz zur Freigabe von Ermittlungsakten zum Fall des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein unterzeichnet hat. Am Freitag (19. Dezember) läuft damit eine Frist aus, die das Gesetz dem Justizministerium setzt: Dann muss das Ministerium alle Informationen offenlegen, die es im Rahmen verschiedener Ermittlungsverfahren zusammengetragen hat.
Undatierte und nicht näher spezifiziertes Fotos, die am 18. Dezember 2025 von Demokraten im Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses veröffentlicht wurde. Links: Der verstorbenen, verurteilte Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (2. v. l.) neben Frauen, deren Gesichter unkenntlich gemacht wurden. Rechts: Der US-amerikanische Geschäftsmann Bill Gates mit einer Frau, deren Gesicht unkenntlich gemacht wurde.
Am Donnerstag – nur einen Tag vor Ablauf dieser Frist – veröffentlichten US-Demokraten nun weitere Fotos aus dem Nachlass des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein. Die Veröffentlichung folgt auf eine Reihe von Enthüllungen, die in den vergangenen Wochen insbesondere in den USA erhebliche politische Spekulationen ausgelöst haben: Wer könnte mit dem verurteilten Sexualstraftäter in Verbindung gestanden haben?
Demokraten veröffentlichen neue Epstein-Bilder: Gates-Fotos und brisante Screenshots
Die neuen Bilder zeigen erneut prominente Persönlichkeiten aus Epsteins Umfeld, darunter Microsoft-Gründer Bill Gates, der auf einem Foto eine junge Frau im Arm hält. Gates war bereits auf zuvor veröffentlichten Bildern zu sehen gewesen.
Besonders brisant: Ein Screenshot eines Chatverlaufs. In einem Gespräche bietet jemand „Mädchen“ für 1000 Dollar an und fragt: „Vielleicht ist jemand Gutes für J dabei?“ Zu einer 18-jährigen Frau existiert eine detaillierte Liste mit Angaben zu Größe, Gewicht und Herkunft – Russland. Ein weiteres verstörendes Detail zeigt sich auf einem Foto eines Frauenfußes, auf dem ein Schriftzug mit einem Zitat aus Vladimir Nabokovs Roman „Lolita“ zu erkennen ist. Das Buch handelt vom Missbrauch eines jungen Mädchens durch ihren Stiefvater.
Die lange Liste Jeffrey Epsteins: Donald Trump, Prinz Andrew und viele mehr
Neue Epstein-Bilder: Trump ist dieses Mal nicht zu sehen
Nach Angaben der Demokraten umfasst Epsteins Nachlass insgesamt 95.000 Fotos, die schrittweise im zuständigen Ausschuss des Repräsentantenhauses überprüft werden. Kontext zu den Bildern wird in dem Nachlass nicht geliefert, was die Einordnung der Aufnahmen erschwert. Die Echtheit der neu veröffentlichten Fotos konnte zunächst nicht unabhängig verifiziert werden, schreibt die Deutsche Presse-Agentur.
US-Präsident Donald Trump, der auf früheren Veröffentlichungen im Umfeld Epsteins zu sehen war, ist auf den jüngsten Bildern nicht abgebildet. Die Demokraten warfen Trump dennoch erneut vor, die Epstein-Affäre vertuschen zu wollen. Der Präsident hatte sich monatelang gegen die Veröffentlichung der Akten gesperrt und die Epstein-Affäre als „Schwindel“ der oppositionellen Demokraten bezeichnet.
Nach langem öffentlichem Druck: Trump unterzeichnete Freigabe-Gesetz – Frist läuft am Freitag aus
Das Transparenzgesetz, das die Freigabe der Ermittlungsakten bis zum 19. Dezember vorsieht, war vom Kongress nahezu einstimmig verabschiedet worden. Trump hatte das Gesetz erst im vergangenen Monat nach langem öffentlichen Druck unterschrieben. Die Opfer des Sexualstraftäters hoffen auf umfassende Aufklärung durch die Aktenfreigabe. (Quelle: dpa/AFP) (red)