Epstein-Affäre: Weitere Trump-Fotos veröffentlicht
VonBettina Menzel
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Neue Fotos aus dem Epstein-Nachlass setzen Donald Trump erneut unter Druck. Das Weiße Haus spricht von gezielter „Täuschung“.
Washington, D.C. – US-Präsident Donald Trump wird den Epstein-Fall nicht los. Die große Frage ist, inwieweit Trump in die Machenschaften des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein eingeweiht war. Der US-Präsident ist in der Affäre unter Druck geraten, weil er engere Beziehungen zu Epstein bestreitet und seine Regierung nicht wie angekündigt Transparenz in dem Fall geschaffen hat.
Donald Trump und Jeffrey Epstein 1997 in New York: Eines von 80 Bildern, die am 12. Dezember 2025 aus insgesamt 95.000 Fotos aus dem Epstein-Nachlass veröffentlicht wurden.
Nun haben demokratische Abgeordnete im Kontrollausschuss des US-Repräsentantenhauses weitere Fotos aus Epsteins Nachlass veröffentlicht. Drei der Aufnahmen zeigen Trump, eines davon mit leicht bekleideten Frauen. Insgesamt lägen 95.000 Fotos aus dem Epstein-Nachlass vor, wie die Abgeordneten am Freitag (12. Dezember) im Onlinedienst X mitteilten.
Epstein-Skandal: Trump weist Vorwürfe zurück und nennt Veröffentlichung der Bilder „keine große Sache“
In dem Beitrag auf X hieß es weiter: „Diese verstörenden Bilder werfen noch mehr Fragen zu Epstein und seinen Beziehungen zu einigen der mächtigsten Männer der Welt auf“. Es sei „Zeit, die Vertuschung durch das Weiße Haus zu beenden. Gebt die Akten frei.“
Die Mitteilung enthielt außerdem einen Link zu den veröffentlichten Aufnahmen. In einer ist der heutige US-Präsident mit Epstein sowie einer unidentifizierten jungen Frau zu sehen, ein weiteres Bild zeigt Trumps Gesicht auf einer Kondomverpackung mit der Aufschrift „I“m HUUUUGE!„ (zu Deutsch etwa: Ich bin riesig!). Später veröffentlichten die Abgeordneten weitere Bilder, insgesamt waren es mehr als 70.
Die lange Liste Jeffrey Epsteins: Donald Trump, Prinz Andrew und viele mehr
In der Vergangenheit hatte Trump mit Blick auf Epstein betont, „nichts mit diesem Mann“ zu tun gehabt zu haben. Nach der Veröffentlichung der neuen Bilder behauptete er auf die Frage von Reportern, die Fotos nicht gesehen zu haben. Ihre Veröffentlichung sei aber „keine große Sache“. Jeder habe diesen Mann gekannt, so Trump weiter. Es gebe Hunderte Menschen, die Fotos mit Epstein hätten. Das Weiße Haus warf den Demokraten „Täuschung“ vor. Eine Sprecherin sagte, erneut „selektiv ausgewählte Fotos mit willkürlichen Schwärzungen“ seien für eine falsche Darstellung veröffentlicht worden.
Weitere veröffentlichte Bilder zeigen unter anderem den früheren US-Präsidenten Bill Clinton, den ehemaligen britischen Prinzen Andrew, Microsoft-Gründer Bill Gates, Unternehmer Richard Branson und Trumps früheren Berater Steve Bannon. Eindeutige Belege für ein Fehlverhalten Trumps liegen derzeit nicht vor, wie Kreise rund um das Weiße Haus betonen. Unlängst war ein anzüglicher Brief bekannt geworden, den der Republikaner an Epstein geschrieben hatte. „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag – und möge jeder Tag ein weiteres wunderbares Geheimnis sein“, schrieb Trump damals.
🚨 BREAKING: Oversight Dems received 95,000 new photos from Jeffrey Epstein's estate. These disturbing images raise even more questions about Epstein and his relationships with some of the most powerful men in the world.
Epstein-Akten freigegeben: Öffentlicher Druck zwingt Trump zum Handeln
Der US-Präsident hatte im Wahlkampf die Veröffentlichung der Epstein-Akten versprochen, war dies dann aber schuldig geblieben. Die Debatte konnte er nicht abschütteln, auch Stimmen aus der republikanischen Partei forderten die Freigabe. Schließlich gab Trump dem öffentlichen Druck vergangenen Monat nach und unterschrieb ein Gesetz, das die Veröffentlichung von Ermittlungsakten anordnet. Das Justizministerium muss die Unterlagen zu dem Fall spätestens bis zum 19. Dezember freigeben. „Trump muss höllische Angst haben. Die Frist zur Veröffentlichung der Akten des US-Justizministeriums endet in einer Woche“, kommentierte der US-Senator Ruben Gallego auf X.
Eines der Fotos, die von den demokratischen Abgeordneten im Kontrollausschuss des US-Repräsentantenhauses veröffentlicht wurden. Insgesamt befinden sich im Epstein-Nachlass 95.000 Aufnahmen.
Jeffrey Epstein betrieb über Jahre hinweg einen Missbrauchsring, dem zahlreiche junge Frauen und Mädchen zum Opfer fielen. Bereits vor rund 20 Jahren kam es zu einem ersten Gerichtsverfahren, in dem er sich wegen einzelner Vorwürfe schuldig bekannte. Später wurden neue Ermittlungen aufgenommen, die zu seiner erneuten Festnahme führten. Noch vor Abschluss des Verfahrens starb Epstein 2019 im Alter von 66 Jahren in seiner Gefängniszelle. Die offizielle Todesursache laut Obduktionsbericht: Suizid. In zuletzt veröffentlichten E-Mails des verstorbenen US-Milliardärs hieß es, Trump habe „von den Mädchen gewusst“ und „Stunden in meinem Haus“ mit einem der Opfer verbracht. (Quellen: AFP, dpa, X) (bme)