Votum im Kongress

Trump unterschreibt Gesetz zur Freigabe von Epstein-Akten

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US-Präsident Trump genehmigt er die Veröffentlichung der Epstein-Akten. Sie sollen innerhalb von 30 Tagen publiziert werden.

Update, 20. November, 5:00 Uhr: Nach langem Widerstand hat US-Präsident Donald Trump ein Gesetz zur Freigabe von Akten in der Affäre um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein unterzeichnet. Trump gab die Unterzeichnung in seinem Onlinedienst Truth Social bekannt, nachdem der Druck auf den Präsidenten durch ein Votum des Kongresses zuletzt weiter gestiegen war. Das Gesetz sieht vor, dass die Dokumente innerhalb von 30 Tagen veröffentlicht werden sollen. Unklar blieb allerdings, in welchem Umfang Enthüllungen zu erwarten sind.

In einer abrupten Kehrtwende hat sich US-Präsident Donald Trump nun doch für die Freigabe der Ermittlungsakten zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ausgesprochen.

Repräsentantenhaus und Senat winken die Freigabe der Epstein-Akten durch

Update, 19. November, 5:00 Uhr: Die Veröffentlichung der Epstein-Akten rückt näher. Zuerst votierten die Abgeordneten im Repräsentantenhaus mit nur einer Gegenstimme für ein Gesetz zur Freigabe der Akten, wenige Stunden später gab der Senat einstimmig grünes Licht. Die zweite Parlamentskammer billigte dazu einen besonderen Verfahrensschritt. Demnach gilt das Transparenz-Gesetz vom US-Kongress als unverändert angenommen. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge wurde das Weiße Haus nach Angaben von zwei Insidern davon überrascht, wie schnell die Maßnahme durch den Kongress ging. Nun muss Präsident Donald Trump die Vorlage noch unterschreiben. Ein hochrangiger Regierungsvertreter teilte gegenüber NBC News mit, dass Trump das Gesetz unterzeichnen wird, sobald es seinen Schreibtisch erreicht.

Allerdings heißt das nicht, dass die US-Regierung wirklich sämtliche Dokumente offenlegt. Eine zentrale Rolle spielt die Angabe im Gesetz, dass Akten zu laufenden Ermittlungen unter Verschluss bleiben können. Erst vergangenen Freitag hatte Trump Ermittlungen gegen den früheren Präsidenten Bill Clinton und dessen Finanzminister Larry Summers veranlasst. Es wird befürchtet, dass die Trump-Regierung mit Verweis auf laufende Untersuchungen auch andere Akten zurückhalten könnte.

US-Kongress gibt grünes Licht für Freigabe der Epstein-Akten

Update, 23:55 Uhr: Nach dem Repräsentantenhaus hat auch der US-Senat die Vorlage zur Freigabe der Epstein-Akten ohne Debatte gebilligt. Die Republikaner verfügen in beiden Kammern über eine Mehrheit. Wie verschiedene US-Medien berichten, stimmte der Senat – wie schon das Repräsentantenhaus – mit einer deutlichen Mehrheit für die Offenlegung der Ermittlungsakten.

Die lange Liste Jeffrey Epsteins: Donald Trump, Prinz Andrew und viele mehr

Foto von Jeffrey Epstein nach seiner Verhaftung
Der Fall rund um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wirft weiter zahlreiche unbeantwortete Fragen auf. Mit wem war der US-Investmentbanker befreundet, bevor er sich in einem New Yorker Gefängnis im August 2019 das Leben nahm? Welche Namen finden sich auf der angeblichen Liste, die die Regierung von Donald Trump nicht veröffentlichen will? Fakt ist lediglich, dass Jeffrey Epstein vor seiner Verhaftung Anfang der 2000er Jahre bestens vernetzt war in den Kreisen der US-Politik wie dem Showbusiness. Ein Blick auf alte Bekannte und Namen, die die nun mit Epstein in Verbindung gebracht werden. © dpa
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
Eine Schlüsselrolle im Skandal um Jeffrey Epstein spielt Ghislaine Maxwell. Die Tochter des bekannten britischen Verlegers Robert Maxwell (1923 bis 1991) war Anfang der 1990er nach New York gekommen. Dort traf sie Epstein auf einer Promi-Party und war zeitweise mit ihm liiert. Epsteins Umfeld beschrieb ihre Rolle in seinem Leben als eine Mischung aus Angestellter und bester Freundin. © dpa
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
Ghislaine Maxwell wurde am 29. Dezember 2021 wegen Sexualverbrechen an Minderjährigen schuldig gesprochen und am 28. Juni 2022 zu 20 Jahren Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe von 750.000 US-Dollar verurteilt. Seither sitzt sie im Gefängnis. Laut Urteil hatte sie eine zentrale Rolle beim Aufbau eines Rings zum sexuellen Missbrauch von Mädchen gespielt. © dpa
Palm Beach
Epstein soll zwischen 2002 und 2005 minderjährige Mädchen mit Geld angelockt und sexuell missbraucht haben, unter anderem in New York, auf seiner Privatinsel Little St. James in der Karibik und in Florida. Sein Haus in Palm Beach lag nicht weit von Donald Trumps Anwesen in Mar-a-Lago entfernt.  © Pedro Portal/Imago
Jeffrey Epstein West Palm Beach
Bereits 2008 hatte sich Epstein einem Prozess stellen müssen. Dabei handelte er zusammen mit seinem Rechtsanwalt Guy Lewis (rechts) einen Deal mit der Staatsanwaltschaft aus und konnte so einem Bundesverfahren entgehen. Epstein bekannte sich schuldig und saß ohne Verfahren vor einem Bundesgericht eine Gefängnisstrafe von 13 Monaten ab.  © Uma Sanghvi/Imago
Jeffrey Epstein Tod
Der Fall eskalierte endgültig 2019, als Epstein nach seiner erneuten Verhaftung tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden wurde. Die Ermittlungen ergaben, dass es sich um Suizid handelte. Die Untersuchung der New Yorker Gerichtsmedizin stützte dies. Minister und hohe Beamte von drei US-Regierungen bekräftigten immer wieder, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass andere Personen an Epsteins Tod beteiligt waren. Dennoch halten sich Spekulationen hartnäckig – je nach politischer Ausrichtung wurden wahlweise die Clintons oder Donald Trump verdächtigt. Die Umstände nährten das Misstrauen: In der Todesnacht versäumten Wärter ihre Kontrollgänge, obwohl Epstein einen Monat zuvor bereits einen mutmaßlichen Suizidversuch unternommen hatte. © Spencer Platt/AFP
Donald Trump und Jeffrey Epstein
Der wohl berühmteste Name, der im Skandal um Jeffrey Epstein die Runde macht, ist der von Donald Trump. Der heutige US-Präsident war lange vor seiner Karriere eng befreundet mit dem Finanzier. Beide stammen aus New York und teilen laut Trump eine „Leidenschaft für schöne Frauen“.  © imago
Prinz Andrew in England
Prinz Andrew gilt ebenfalls als einstiger enger Vertrauter Jeffrey Epstein. Der Bruder von König Charles III. soll auf Epsteins berüchtigter Insel zu Gast gewesen sein und zudem auch dessen Partys in New York regelmäßig besucht haben. Eine der Hauptzeuginnen im Prozesse gegen Jeffrey Epstein, Virginia Roberts Giuffre, machte auch Prinz Andrew Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs. Die Ermittlungen wurden aber eingestellt, nachdem man sich außergerichtlich geeinigt hatte. Andrew selbst bestreitet alle Vorwürfe. © dpa
Melania Trump, Donald Trump und Heidi Klum posieren für die Kameras.
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell sollen es auch gewesen sein, die Donald Trump mit Prinz Andrew bekannt machten. Begegnet sind sich die beiden laut einer Biografie über den britischen Royal auf einer Party des deutschen Models Heidi Klum. Im Bild zu sehen ist Klum in Begleitung von Donald Trump und seiner Ehefrau Melania auf einer Veranstaltung in New York im Jahr 2008. © imago
Ivanka Trump in Venedig
Auf alten Fotos, die im Zuge der Berichterstattung über den Fall Jeffrey Epstein veröffentlicht wurden, tauchte auch Donald Trumps älteste Tochter Ivanka Trump auf. Die dreifache Mutter, hier mit Ehemann Jared Kushner auf der Hochzeit von Jeff Bezos in Venedig, begleitete ihren Vater 1992 offenbar zu der Eröffnung eines Cafés in New York. Laut den Aufnahmen war dort auch Jeffrey Epstein anwesend. © imago
Chuck Schumer zeigt Bild von Donald Trump und Jeffrey Epstein
In einem Interview im Jahr 2002 sprach Donald Trump über Jeffrey Epstein. „Ich kenne Jeff seit 15 Jahren. Ein toller Kerl“, so Trump gegenüber dem New York Magazine. „Es macht viel Spaß, mit ihm zusammen zu sein. Man sagt sogar, dass er schöne Frauen genauso mag wie ich, und viele von ihnen sind eher jünger.“ Dieses Zitat nutzten wiederum die Demokraten, namentlich Chuck Schumer, um den heutigen Präsidenten Vorwürfe der Komplizenschaft mit Epstein zu machen. © afp
Donald Trump und Pam Bondi
Dass seine Verwicklung im Fall von Jeffrey Epstein aber verfing, lag nicht am Aufschrei der Demokraten. Verantwortlich sind wohl eher Donald Trump und sein Team selbst. Sie waren es, die seit Beginn der politischen Karriere Trumps die Gerüchte befeuerten und die Causa Epstein zur Verschwörung der Demokraten erklärten. Trumps Justizministerin Pam Bondi versprach, nach dem Wahlsieg alle Listen und Akten zu Epstein zu veröffentlichen. „Ich habe die Liste auf meinem Schreibtisch liegen“, so Bondi öffentlichkeitswirksam. © afp
Trump und die Epstein Akten
Tatsächlich lud Pam Bondi kurz darauf eine Gruppe handverlesener rechter Influencerinnen und Influencer ins Weiße Haus ein. Dort übergab die Justizministerin den Social-Media-Persönlichkeiten wie Rogan O‘Handley, Chaya Raichik und Liz Wheeler Ordner mit dem Titel „Die Epstein-Akten: Phase 1“. Doch nach anfänglicher Begeisterung war die folgende Enttäuschung umso größer. Der Ordner enthielt ausschließlich bereits bekannte Fakten und keinerlei neue Informationen. Die MAGA-Welt war entsetzt. © imago
Kritik an Trump wegen Epstein in Washington
Zahlreiche Verbündete Donald Trumps kritisierten seine Administration für das Zurückhalten der angeblichen Epstein-Liste und warfen ihr vor, ihr Versprechen nicht einzuhalten. Trump selbst bemühte sich um Ablenkung und erklärte Epstein und den Skandal rund um seinen alten Freund für Schnee von gestern. Doch weder seine Basis noch seine Gegner ließen sich von dem Thema abbringen. Immer mehr Banner und Lichtinstallationen wie diese tauchten rund um Trumps Amtssitz, dem Weißen Haus in Washington, auf. © imago
Bill Clinton redet
Wie auch immer die Liste von Jeffrey Epsteins Freunden und Vertrauten aussehen mag, neben Donald Trump wird sein Name mit großer Sicherheit dort zu finden sein: Bill Clinton, ehemaliger Präsident der USA und Bekannter des verurteilten und toten Finanziers. Clinton soll Gast auf Epsteins Partys und Passagier an Bord seiner Privatflugzeuge gewesen sein. In den Gerichtsakten taucht sein Name Dutzende Male auf. Die Passagen enthalten aber keine Beweise zu illegalem Verhalten des ehemaligen Präsidenten. © imago
Hillary Clinton
Im US-Wahlkampf zur Wahl 2016 bemühte Donald Trump sich, Bill Clintons Ehefrau Hillary Clinton in die Epstein-Affäre zu verstricken. Davon erhoffte sich der damalige Kandidat der Republikaner einen Vorteil im Kampf gegen seine Konkurrentin der Demokraten. Der Plan ging vorerst auf: Trump gewann die Wahl 2016 gegen Clinton und zog zur großen Überraschung ins Weiße Haus ein. © imago
Robert F. Kennedy Jr
Auf Epsteins Liste könnte sich auch sein Name finden: Robert F. Kennedy Jr. Der Neffe des einstigen US-Präsidenten John F. Kennedy fungiert in der Administration von Donald Trump als Gesundheitsminister und hatte sich zuvor als Impfgegner einen Namen gemacht. Kennedy Jr. gab zu, mehrfach mit Epsteins Privatjets geflogen zu sein. Vom Kindesmissbrauch seines damaligen Bekannten habe er aber nichts mitbekommen, so Kennedy Jr. heute. © imago
Bill Richardson und Barack Obama
Aus dem Lager der Demokraten finden sich weitere Namen auf der angeblichen Liste Jeffrey Epsteins. Darunter Bill Richardson (Archivbild). Der ehemalige US-Diplomat in der Administration Barack Obamas und Gouverneur des Bundesstaates New Mexico soll ebenfalls verwickelt und sowohl mit Epstein als auch mit Ghislaine Maxwell bekannt gewesen sein. Richardson starb im September 2024 im Alter von 75 Jahren. © imago
Andrew Cuomo
Der nächste Gouverneur, der in den Fall rund um Jeffrey Epstein verwickelt sein soll, ist Andrew Cuomo. Er war für die Demokraten Gouverneur des Bundesstaates New York und scheiterte unlängst bei den Vorwahlen seiner Partei für die Wahl des Bürgermeisters der Ostküsten-Metropole. Laut dem Boulevardmagazin New York Post war auch er gut bekannt und eng vernetzt mit Epstein. © imago
Bill und Melinda Gates
Multimillardär und Microsoft-Gründer Bill Gates verbindet eine lange Beziehung zu Jeffrey Epstein. Unbestätigten Berichten zufolge versuchte Epstein im Jahr 2017, Gates wegen einer angeblichen Affäre mit einer russischen Bridge-Spielerin zu erpressen. Gates selbst hat seine Beziehung zu Epstein zugegeben und sie „töricht“ genannt. Seine Ex-Frau Melinda räumte in einem Interview ein, dass die Verbindung ihres Mannes zu dem Finanzier einer der Gründe gewesen sei, warum sie schließlich die Scheidung eingereicht habe. © imago
Alan Dershowitz
In den bislang veröffentlichten Unterlagen im Fall Epstein wird unter anderem sein Anwalt, Alan Dershowitz, erwähnt. Epstein soll dem ehemaligen Professor der Harvard-Universität Minderjährige zum Sex angeboten haben. Dershowitz soll außerdem Zeuge gewesen sein, als Epstein und seine Komplizen sich an Minderjährigen vergingen. Dershowitz bestreitet die Vorwürfe. „Natürlich bin ich auf der Liste. Ich war sein Anwalt“, begründete er die Verbindungen zu Epstein. © dpa
Bruce Willis
Unter den zahlreichen Schauspielern, Hollywood-Stars und sonstigen Promis auf der mutmaßlichen Liste Jeffrey Epsteins wird auch Bruce Willis vermutet. Der 70 Jahre und an Demenz erkrankte US-Schauspieler soll während seiner aktiven Karriere Kontakt mit Epstein gehabt haben. Direkte Vorwürfe, dass er am organisierten Missbrauch Minderjähriger, den Epstein und seine Gehilfin Ghislaine Maxwell aufbauten, beteiligt gewesen sein soll, gibt es nicht. © dpa
Cameron Diaz und Brigitte Macron
In den Epstein-Skandal wurde auch Schauspielerin Cameron Diaz (r.), hier mit Brigitte Macron, Ehefrau des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, gezogen. Die 51-Jährige bestreitet jedoch alle Anschuldigungen. „Cameron hat Jeffrey Epstein weder getroffen, noch war sie jemals am selben Ort wie er oder hatte irgendeine Verbindung zu ihm“, erklärte eine Sprecherin. Jeffrey Epstein soll laut den veröffentlichten Unterlagen damit geprahlt haben, engen Kontakt zu Schauspielerinnen wie Diaz unterhalten zu haben. © imago
Michael Jackson
Bereits im Januar 2024 wurde bekannt, dass auch der Name von Michael Jackson in den Gerichtsdokumenten auftaucht. Der Name des „King of Pop“ wurde bei einer Befragung erwähnt. Sie habe ihn in Epsteins Haus in Palm Beach getroffen, sagte eine Zeugin damals aus. Die Zeugin beschuldigte Jackson jedoch nicht eines Verbrechens oder Fehlverhaltens. © Bernd Settnik/dpa
Naomi Campbell und Prinz Charles
Aus den Namensnennungen der Prominenten in den Gerichtsakten zum Epstein-Fall lässt sich letztlich nur die einmalige Anwesenheit bei einer Veranstaltung Epsteins ableiten. Das betrifft wohl auch das Supermodel Naomi Campbell (hier 2018 mit Charles. der damals noch Prinz war).  © Joe Giddens/dpa

Der demokratische Minderheitsführer, Chuck Schumer, beantragte am Dienstagabend (Ortszeit) das Einvernehmen seiner Parlamentskammer, damit das gerade erst vom Repräsentantenhaus verabschiedete Gesetz ohne Verzögerung durchgewunken werden könne. Schumer bediente sich eines Verfahrens namens „unanimous consent“.

Dieses erlaubt es dem Senat, ein Gesetz ohne formale Abstimmung durch die Kammer zu bringen, vorausgesetzt, kein Senator oder keine Senatorin erhebt Einspruch. Damit ist es gut möglich, dass der Text zeitnah auf dem Schreibtisch von US-Präsident Donald Trump landet. Dieser muss das Gesetz allerdings noch final unterzeichnen.

US-Abgeordnete stimmen für Freigabe der Epstein-Akten

Update, 20:49 Uhr: Die Abgeordneten des US-Repräsentantenhauses haben mit klarer Mehrheit für die Freigabe der Akten zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gestimmt. Dies berichten US-Medien übereinstimmend. Sowohl Demokraten als auch Republikaner unterstützten nahezu einstimmig den Gesetzentwurf.

Ob die Unterlagen tatsächlich offengelegt werden, ist jedoch unklar – es braucht noch die Zustimmung des Senats und die Unterschrift von US-Präsident Donald Trump. Der hatte seinen Republikanern nach monatelangem Widerstand plötzlich ein Votum für die Freigabe empfohlen.

Mutmaßliche Opfer senden Appell an Trump vor Abstimmung zu Epstein-Akten

Vor der entscheidenden Abstimmung im US-Kongress hatten mutmaßliche Opfer Epsteins in Washington eine Freigabe aller Akten verlangt. Die Frauen drängten die Abgeordneten im Repräsentantenhaus, das Gesetz für vollständige Transparenz in dem Fall zu billigen.

Die sexuellen Übergriffe Epsteins dürften nicht parteipolitisch missbraucht werden, sagte Jena-Lisa Jones, die nach eigenen Angaben als Teenagerin von Epstein missbraucht worden war. Sie rief Donald Trump auf, „echte Führungsqualitäten“ zu beweisen und das Gesetz mit seiner Unterschrift in Kraft zu setzen. „Zeigen Sie, dass Ihnen die Menschen tatsächlich wichtig sind und nicht nur Sie selbst“, forderte Jones, die nach eigenen Angaben bei der US-Wahl für Trump gestimmt hatte.

Trump bekräftigte, er habe „nichts mit Jeffrey Epstein zu tun“. Der US-Präsident wiederholte bei einem Empfang für den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman im Weißen Haus, er habe Epstein vor vielen Jahren aus seinem Club geworfen, weil er „ein kranker Perverser“ gewesen sei.

Trump-Wende im Epstein-Skandal: US-Repräsentantenhaus entscheidet über Akten-Freigabe

Erstmeldung vom 18. November: Washington, DC – Die Epstein-Affäre in den USA geht weiter. Am heutigen Dienstag (18. November) wird im US-Repräsentantenhaus eine Abstimmung zur Freigabe aller Akten erwartet. Abgeordnete rechnen mit breiter Zustimmung zum „Epstein Files Transparency Act“, der das Justizministerium dazu verpflichten würde, sämtliche Dokumente, Bilder, Dateien und Videos im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein und seiner Komplizin Ghislaine Maxwell freizugeben.

„Fast alle“ werden dafür stimmen, prognostizierte der Republikaner Tom Emmer gegenüber NBC News. Ziel des Gesetzes ist, Licht in die Verbindungen Epsteins zu hochrangigen Persönlichkeiten zu bringen und mögliche Versäumnisse bei früheren Ermittlungen aufzudecken. „Das ist einer der schrecklichsten und abscheulichsten Skandale in der amerikanischen Geschichte“, betonte der demokratische Abgeordnete Ro Khanna in einem CNN-Interview. Vor dem Votum ist auch noch eine Pressekonferenz mit einigen Epstein-Opfern geplant (17.00 Uhr MEZ).

Trump spricht sich plötzlich für Freigabe der Epstein-Akten aus

US-Präsident Donald Trump hatte sich lange gegen die Abstimmung gesperrt, legte dann aber plötzlich eine Wende hin und sprach sich ebenfalls dafür aus. Das wirft natürlich die Frage auf, woher dieser Sinneswandel herrühren mag? Immerhin hatte das Weiße Haus laut CNN noch in der vergangenen Woche hinter verschlossenen Türen versucht, Druck auf einige republikanische Abgeordnete auszuüben, damit diese ihre Unterstützung für die Freigabe der Akten aufgeben.

So hatte er wegen der Epstein-Akten erst am Freitag mit seiner langjährigen Verbündeten Marjorie Taylor Greene gebrochen. Trump beschimpfte sie als „wütende Irre“ und „Verräterin“. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass Trump die Republikaner diesmal nicht mehr auf Linie bringen konnte. Offensichtlich lenkte er ein, um nach der erwartbaren Schlappe im Repräsentantenhaus nicht als Verlierer dazustehen. Nichts hasst Trump mehr, als ein „Loser“ zu sein.

Trump-Wende im Epstein-Skandal wirft neue Fragen auf

Doch auch nach einem positiven Votum im Repräsentantenhaus bleibt offen, ob die Epstein-Akten tatsächlich vollständig veröffentlicht werden. Dazu sind zwei weitere Schritte notwendig. Zunächst einmal muss auch der US-Senat noch zustimmen. Dort könnte das Vorhaben laut US-Medien auf Widerstand der Republikaner stoßen. Abschließend muss Trump seine Unterschrift leisten, damit das Justizministerium angewiesen werden kann, die Ermittlungsakten zu öffnen.

Trump könnte aber auch ein Veto einlegen, das nur mit einer Zweidrittelmehrheit im Senat überstimmt werden könnte. Am Montag erklärte er allerdings auf die Frage, ob er das Gesetz unterzeichnen würde, seine Zustimmung: „Natürlich würde ich das.“ Das klingt so, als hätte er nichts zu befürchten. Tatsächlich mögen die bisher veröffentlichen Akten für Trump ein wenig peinlich sein, ein Fehlverhalten konnte ihm bisher aber nicht nachgewiesen werden. Ob sich daran etwas ändern wird, ist offen. Sicher ist nur eins: Mit Blick auf die wichtigen Zwischenwahlen 2026 möchte Trump endlich neue Akzente setzen.

Zur Person: Jeffrey Epstein in Stichpunkten

NameJeffrey Edward Epstein
Geboren20. Januar 1953 in New York
Verstorben10. August 2019 im Metropolitan Correctional Center
BerufInvestmentbaker
GeschwisterMark Epstein

Warum gibt Trump als Präsident die Epstein-Akten nicht einfach selbst frei?

Dennoch stellt sich weiter die Frage, weshalb Trump so kompliziert vorgeht. Als Präsident könnte er die Freigabe jederzeit selbst anordnen. Dazu benötigt er den US-Kongress nicht. „Machen wir es uns einfacher“, wandte sich der demokratische Senator Chuck Schumer am Montag auf X direkt an Trump: „Geben Sie die Akten einfach jetzt frei.“

Dass er das nicht macht, hat eventuell einen guten Grund. Es steht zu befürchten, dass jede veröffentlichte Version der Epstein-Akten selektiv sein könnte. So hat Trump die US-Justizministerin Pam Bondi bereits angewiesen, Ermittlungen gegen bestimmte Personen einzuleiten. Da die Akten Teil anderer laufender Verfahren sind, könnte es gut möglich sein, dass sie nur unvollständig freigegeben werden. „Das Ganze wird sich vor Gericht verzögern“, sagte der Columbia-Professor Robert Shapiro gegenüber Newsweek. „Und lange Zeit wird nichts Wesentliches veröffentlicht werden – wenn überhaupt.“

Wie kam die Epstein-Affäre ins Rollen?

Jeffrey Epstein wurde erstmals 2006 wegen Sexualverbrechen angeklagt, die Eltern einer 14-Jährigen hatten ihn wegen Missbrauchs ihrer Tochter angezeigt. Durch einen umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft musste er jedoch nur 13 Monate ins Gefängnis.

Im Juli 2019 wurde Epstein erneut festgenommen und beschuldigt, mit dutzenden Minderjährigen illegal gehandelt und ihnen für sexuelle Handlungen Geld gezahlt zu haben. Am 10. August 2019 wurde er erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Den Behörden zufolge beging er Suizid. Knapp ein Jahr später wurde seine Vertraute Ghislaine Maxwell verhaftet und im Juni 2022 als Komplizin in dem Missbrauchsfall zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Das ganze Ausmaß der Epstein-Affäre ist nicht bekannt

Zwar wurden bisher zahlreiche Akten zum Fall Jeffrey Epstein veröffentlicht, das genaue Ausmaß der Affäre ist aber ungeklärt. Zahlreiche Menschen in den USA sind davon überzeugt, dass die Behörden reiche und einflussreiche Bekannte und Freunde Epsteins schützen wollen.

Spekuliert wird auch über eine mutmaßliche Liste Prominenter, die in die Sexualverbrechen verwickelt waren. Die Trump-Regierung hatte ab Januar zunächst verkündet, sie wolle die Liste veröffentlichen. Im Juli hieß es dann von Justizministerin Pam Bondi, eine solche Liste existiere nicht. Auch halten sich hartnäckig Gerüchte, Epstein sei im Auftrag einflussreicher Kreise ermordet worden. (Quellen: CNN, NBC, Newsweek, Agenturen) (cs/nak)

Rubriklistenbild: © JOHN ANGELILLO/Imago

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