Umfragen vor Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Enges Rennen an der Spitze – Schafft die SPD die Wende?
VonChristian Stör
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Am 22. März findet die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz statt. Die SPD ist seit 1991 an der Macht. Doch die Umfragen deuten auf eine Wende hin.
Mainz – Am 22. März findet in Rheinland-Pfalz die Wahl zum 19. Landtag statt. Anders als im benachbarten Baden-Württemberg, wo bereits zwei Wochen früher gewählt wird, ist das Wählen bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz erst ab 18 Jahren gestattet. Eine von der Ampel-Regierung geplante Absenkung des Wahlalters auf 16 ist am Widerstand der Opposition gescheitert.
SPD-Spitzenkandidat und Ministerpräsident Alexander Schweitzer (Mitte) hofft vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz auf die Wende. In den Umfragen liegt die SPD deutlich zurück.
Die Frage, ob sich am Ergebnis der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz dadurch viel geändert hätte, muss offenbleiben. Allerdings ist so oder so ziemlich sicher, dass es zu größeren Verschiebungen im Vergleich zur Wahl 2021 kommen wird. Die Umfragen deuten jedenfalls darauf hin, dass die Gewinne und Verluste vor allem bei zwei Parteien ziemlich extrem ausfallen werden.
Umfragen vor Landtagswahl in Rheinland-Pfalz fallen für die SPD ziemlich mau aus
Zuerst zu nennen ist hier die SPD, die in Rheinland-Pfalz seit 1991 regiert, davon seit neun Jahren zusammen mit den Grünen und der FDP. Erstmals führt Ministerpräsident Alexander Schweitzer die Partei als Spitzenkandidat in eine Landtagswahl. Der 52-Jährige steht seit dem Rückzug von Malu Dreyer im Sommer 2024 an der Spitze des Bundeslandes.
Die AfD-Spitze im Wandel der Zeit: von Bernd Lucke bis Alice Weidel
Schweitzer selbst ist beliebter als sein Herausforderer Gordon Schnieder von der CDU. Doch das allein reicht nicht für die Sozialdemokraten. Denn in den Umfragen zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz hinkt die SPD noch immer der CDU hinterher, allerdings hat sie zuletzt aufgeholt. Zum Vergleich: Bei der Wahl 2021 wurde die SPD unter Führung von Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit 35,7 Prozent deutlich die stärkste Kraft.
AfD legt in den Umfragen zur Landtagswahl Rheinland-Pfalz 2026 zu
Damit lag die SPD damals mehr als 27 Punkte vor der AfD, die als viertstärkste Kraft im rheinland-pfälzischen Landtag nur 8,3 Prozent erreichte. Und jetzt, vier Jahre später? Da darf Spitzenkandidat Jan Bollinger nach den Umfragen mit Gewinnen im zweistelligen Bereich träumen. Ein ähnliches Szenario sahen beispielsweise die Umfragen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg.
Abgeschlagen auf dem vierten Platz liegen die Grünen. Unterdessen könnte Die Linke den Umfragen zufolge erstmals der Einzug in das Landesparlament gelingen. Ob noch eine weitere Partei in den Landtag einziehen wird, ist ungewiss. Ob FDP, BSW oder Freie Wähler: Sie alle könnten die Fünf-Prozent-Hürde verpassen.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die drei aktuellsten Umfragen. Die Erhebungen wurden am 12., 18. und 19. März veröffentlicht:
12. März (ARD)
18. März (Bild)
19. März (ZDF)
CDU
29 %
28 %
29 %
SPD
28 %
27 %
27 %
AfD
19 %
20 %
19 %
Grüne
8 %
9 %
9 %
Linke
5 %
5 %
5 %
FW
4,5 %
5 %
4,5 %
Sonstige
6,5 %
6 %
6,5 %
Hinweis zu den Umfragen
Institut: Infratest dimap. Auftraggeber: ARD. Erhebungszeitraum: 9. bis 11. März 2026. Fallzahl: 1534 Befragte.
Institut: INSA. Auftraggeber: Bild. Erhebungszeitraum: 10. bis 17. März 2026. Fallzahl: 1000 Befragte.
Institut: Forschungsgruppe Wahlen. Auftraggeber: ZDF. Erhebungszeitraum: 18. bis 19. März 2026. Fallzahl: 1139 Befragte.
Die Befragungen sind repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Rheinland-Pfalz.
Landtagswahl Rheinland-Pfalz 2026: Umfragen deuten auf Ergebnisse hin
Umfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Zudem ist stets ein statistischer Fehler von bis zu drei Prozentpunkten zu beachten (Fehlertoleranz).
Die Umfragen in Deutschland sind zuletzt recht genau ausgefallen. So lag die mittlere durchschnittliche Abweichung aller Institute bei der Wahl 2021 laut dem Internetportal Dawum bei 1,63 Prozentpunkten. Berücksichtigt wurden dabei all diejenigen Institute, die 30 Tage vor der Wahl eine Sonntagsfrage veröffentlicht hatten. Deshalb ist davon auszugehen, dass die Umfragen den Ergebnissen der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz recht nahekommen dürften. (Quellen: Infratest dimap, Insa, Dawum, dpa) (cs)