Ergebnisse zur Hamburg-Wahl: Diese Koalitionen sind jetzt möglich
VonChristian Stör
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Erste Ergebnisse zur Hamburg-Wahl: Laut Prognose und Hochrechnung gewinnt die SPD. Doch mit welcher Koalition? Unsere Live-Grafik gibt Antworten.
Hamburg – In Hamburg ist die Welt für die SPD noch in Ordnung. Hier wurden die Sozialdemokraten bei der Bundestagswahl trotz deutlicher Verluste mit knapp 23 Prozent wieder stärkste Kraft – was ihr sonst nur noch in Bremen gelang. Und auch die Hamburg-Wahl am 2. März verhieß von vornherein Gutes für die SPD: Auch bei der bundesweit einzigen Landtagswahl in diesem Jahr galt sie im Vorfeld als haushohe Favoritin.
Die letzten Umfragen vor der Bürgerschaftswahl in der Hansestadt machten deutlich, dass der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher den Stadtstaat auch in den kommenden fünf Jahren regieren wird – offen ist nur, mit wem. Ein Blick auf die Live-Grafik zur Hamburg-Wahl 2025 zeigt, welche Koalitionen jetzt möglich sind.
Live-Grafik zeigt an, welche Koalition nach den Umfragen und Prognosen zur Hamburg-Wahl möglich ist
Die Mehrheitsverhältnisse waren schon vor der Hamburg-Wahl relativ klar. Einer Neuauflage der seit 2015 regierenden Koalition aus SPD und den Grünen stand im Grunde nie etwas im Weg. Beide Parteien sprachen sich im Wahlkampf dafür aus. Es sei sein „Wunsch“, den politischen Kurs in der Hansestadt fortzusetzen und mit den Grünen „schnell zu einer stabilen Regierung“ zu kommen, betonte auch Tschentscher im TV-Triell vor der Bürgerschaftswahl noch einmal.
Als zweite Koalition außer Rot-Grün böte sich noch Rot-Schwarz an. Im Wahlkampf war der mögliche Wechsel der Koalition zu einem Bündnis aus SPD und CDU aber kein Thema. Noch zwei weitere Parteien sind in der Bürgerschaft vertreten: Die Linke und die AfD. Alle anderen Parteien – darunter FDP, Volt und BSW – bleiben dagegen unter der Fünf-Prozent-Hürde.
Brauer, Scholz und Tschentscher – alle Bürgermeister Hamburgs in der Übersicht
Live-Grafik zeigt: Umfragen und Prognosen deuten auf eine bestimmte Koalition nach der Hamburg-Wahl hin
Angesichts des „desaströsen Wahlergebnisses“ seiner SPD bei der Bundestagswahl trieb Tschentscher auch für Hamburg die Sorge um stabile Mehrheiten um. Eine Zusammenarbeit mit den wohl auch in Hamburg stärker werdenden Linken zog er nicht in Betracht, da die Partei angeblich gar nicht regieren wolle. Eine Koalition mit der CDU schloss Tschentscher zwar nicht aus, sprach ihr aber die Regierungsfähigkeit ab.
Die Grünen-Spitzenkandidatin und Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank zeigt sich ein wenig irritiert, „dass die SPD schon vor der Wahl sehr viel über Posten spricht“. Das sei nicht Stil der Grünen. Auch die Linken waren etwas verärgert. Tschentscher verdrehe „vor lauter Angstschweiß“ die Fakten, sagte Spitzenkandidatin Heike Sudmann. Wenn es in der neuen Bürgerschaft eine Mehrheit für eine wirklich soziale Politik gebe, „können wir gern reden“.
Peter Tschentscher (links vorne) kann sich nach der Hamburg-Wahl wohl aussuchen, mit wem die SPD eine Koalition eingehen wird. Am ehesten zur Auswahl stehen die Grünen von Katharina Fegebank und die CDU von Dennis Thering.
Laut Umfragen und Prognosen bietet sich nach der Hamburg-Wahl noch eine zweite Koalition an: Live-Grafik
CDU-Spitzenkandidat Dennis Thering wies die Kritik des Bürgermeisters an seiner Partei zurück. Er könne verstehen, dass Tschentscher aufgrund des Ergebnisses der SPD bei der Bundestagswahl nervös sei. „Diese Niederlage gibt der SPD aber keinen Grund, den Hamburgerinnen und Hamburgern jetzt wenige Tage vor der Wahl Angst zu machen“, sagte der CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzende.
Für eine Zusammenarbeit mit der SPD zeigte er sich weiter offen. „Es wird die Möglichkeit für ein stabiles Zweierbündnis geben, jedoch muss das nicht zwingend mit den Grünen sein.“ (cs/dpa)