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Ukraine-News: Merz wirft Russland „schwerste Kriegsverbrechen“ vor

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  • Nils Thomas Hinsberger
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Ukraine-News im Ticker: Russland greift die Ukraine erneut mit Luftangriffen an. Bundeskanzler Merz kritisiert Putin scharf.

Dieser Newsticker ist beendet. Alle weiteren Entwicklungen finden Sie in unserem aktuellen Newsticker zum Ukraine-Krieg.

Update, 20.48 Uhr: Russland und die USA wollen ihre diplomatischen Beziehungen vertiefen. Das erklärte der neue russische Botschafter in Washington Alexander Darchiev gegenüber der Nachrichtenagentur Tass. Eine Gesprächsrunde zwischen beiden Ländern soll „in Kürze in Moskau“ stattfinden. Darchiev warnte jedoch: „Ich habe bereits gesagt, dass die Erholung der russisch-amerikanischen Beziehungen noch in weiter Ferne liegt und der Prozess selbst nur schwer vorankommt.“

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von den Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Krieg in der Ukraine lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Im Weißen Haus und US-Kongress gebe es erheblichen Widerstand, „wo sich eine stabile antirussische Lobby gebildet hat“. Der Botschafter fügte hinzu: „Ich kann bestätigen, dass die nächsten Verhandlungen der Delegationen in Kürze in Moskau stattfinden werden.“ Die Gespräche sollen die Beziehungen auf diplomatischer Ebene normalisieren erklärte Darchiev.

Selenskyj bezeichnet Orbáns Politik gegenüber der Ukraine als „historischen Fehler“

Update, 19.32 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die gegen sein Land gerichtete Politik des rechtspopulistischen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán als „historischen Fehler“ bezeichnet. Er warf Orban zudem vor, Propaganda gegen die Ukraine für seinen eigenen Wahlkampf zu benutzen. Ungarns Außenminister Péter Szijjártó wies die Kritik zurück und bestätigte, dass die Ukraine-Politik zentrales Thema für die Parlamentswahl in Ungarn 2026 sei.

Bilder des Ukraine-Kriegs: Großes Grauen und kleine Momente des Glücks

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Der Krieg begann Ende Februar mit Angriffen Russlands auf zahlreiche Städte der Ukraine. Die Truppen aus Moskau nahmen frühzeitig auch Kiew, die Haupstadt des Landes, unter Raketenbeschuss. Eine der russischen Raketen wurde als Teil einer Ausstellung vor dem Nationalmuseum für Militärgeschichte platziert. Kurator Pavlo Netesov wollte nach eigener Aussage mit der Ausstellung der zerstörten Ausrüstung die Bewohnerinnen und Bewohner Kiews an die Straßenkämpfe erinnern, die in anderen Städte der Ukraine tobten, von denen die Hauptstadt aber verschont blieb. © Sergei Supinsky/afp
Wolodymyr Selenskyi in Donezk
Eine dieser Städte war Donezk. Im Mai 2022 besuchte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die einstige Millionenmetropole und hörte sich dort den Bericht von Frontsoldaten an. In Donezk tobt der Krieg zwischen Russland und der Ukraine bereits seit 2014. Seitdem herrscht dort ein von Moskau installiertes Regime, das sich selbst Volksrepublik Donezk nennt. Nach einigen vorübergehenden Waffenstillstandsabkommen ist die Stadt im Südosten nun wieder Ort erbitterterte Kämpfe. © Uncredited/dpa
Menschen suchen Deckung in Lyssytschansk
Es ist vor allem die Zivilbevölkerung, wie diese beiden Kinder und Seniorinnen in Lyssytschansk, die unter dem Ukraine-Krieg leiden. Die Großstadt liegt mitten im Donbass, die seit Kriegsausbruch am schwersten umkämpfte Region in der Ukraine. Die Bewohnerinnen und Bewohner, die nicht fliehen oder konnten, müssen nun regelmäßig Schutz vor Artilleriebeschuss suchen. © Aris Messinis/afp
Tschassiw Jar, Kleinstadt der Ukraine in der Nähe Lyssytschansk
Unweit von Lyssytschansk liegt die Kleinstadt Tschassiw Jar. Dort räumen Arbeiter die Trümmer eines Hauses von der Straße, das von einer russischen „Hurrikan“-Rakete getroffen wurde. Im Juli 2022 feierte Russland vor allem in der Donbass-Region militärische Erfolge. Zahlreiche Städte und Gemeinden wurden erobert. Die Truppen Wladimir Putins schienen die Ukraine im Sturm zu erobern. © Anatolii Stepanov/afp
brennendes Weizenfeld in der Region Saporischschja
Dieser Mann in Militäruniform ist in einem brennenden Weizenfeld in der Region Saporischschja, während russische Truppen Felder beschießen, um die örtlichen Landwirte an der Getreideernte zu hindern. Die Ukraine auszuhungern und die Ernte zu stehlen, war von Anfang an Teil der russischen Strategie © Uncredited/dpa
Das sechsmonatige Jubiläum im August war ein trauriger Abschnitt im russischen Angriffs-Krieg
Das sechsmonatige Jubiläum des UKraine-Kriegs im August war ein trauriger Abschnitt der russischen Invasion. Doch die ukrainischen Streitkräfte leisteten mit Herz und allen Mitteln weiter Widerstand und feierten ihre Nation, wie hier mit Drohne und ukrainischer Flagge über dem „Monument des Mutterlands“ in Kiew. © Dimitar Dilkoff/afp
Hier wurde im September in der Stadt Kupiansk in der Kharkiv Region eine Brücke bombadiert
Im September begannen die Truppen Wladimir Putins, die Infrastruktur der ukrainischen Städte unter Beschuss zu nehmen. In der Stadt Kupiansk in der Region Kharkiw bombardierte Moskau eine Brücke. An vielen anderen Städten versuchten die russischen Streitkräfte, die Energieversorgung zu stören. © Yasuyoshi Chiba/afp
Statt eines kurzen Angriffskriegs, den der russische Präsident Wladimir Putin geplant hatte, dauert der Krieg immer noch an.
Weil die Erfolge in der Ukraine ausblieben, benötigten die russischen Truppen immer mehr Rekruten für die Front. Präsident Wladimir Putin verkündete deshalb eine Teilmobilisierung im eigenen Land. Tausende junger Männer mussten sich wie dieser Mann in der Stadt Kineschma von ihren Müttern verabschieden und in den Ukraine-Krieg ziehen. © Vladimir Smirnov/imago
Hier sieht man Putin bei einer Ansprache auf einem großen Screen auf dem Roten Platz anlässlich der Annexion von vier Regionen der Ukraine, die von russischen Truppen im September besetzt waren
Im Osten der Ukraine schuf Wladimir Putin Ende September Tatsachen. Vier Regionen des Landes, die zuvor ihre Unabhängigkeit erklärt hatten, wurden annektiert. Anlässlich der Gebietsgewinne richtete sich Putin in einer TV-Ansprache an die Bevölkerung Russlands. Zumindest auf dem Roten Platz in Moskau wurde Putins Rede frenetisch bejubelt. © Alexander Nemenov/afp
Nach der Explosion eines Lastwagens in der Nähe von Kertsch am 8. Oktober 2022 steigt schwarzer Rauch aus einem Feuer auf der Brücke von Kertsch auf
Nach der Explosion eines Lastwagens in der Nähe von Kertsch am 8. Oktober 2022 steigt schwarzer Rauch aus einem Feuer auf der Brücke von Kertsch auf. Sie ist die einzige Landverbindung zwischen Russland und der annektierten Krim-Halbinsel. Russland versprach, die Täter zu finden, ohne die Ukraine sofort zu beschuldigen. © Uncredited/afp
Ukrainische Artilleristen feuern eine 152-mm-Schleppgeschütz-Haubitze (D20) auf eine Stellung an der Frontlinie in der Nähe der Stadt Bakhmut in der ostukrainischen Region Donezk Ende Oktober während des russischen Einmarsches in die Ukraine
Ebenfalls im Oktober gelingt es der Ukraine, an vielen Frontabschnitten vorzurücken. Das gelingt den Streitkräften vor allem dank der Unterstützung aus dem Westen, die immer mehr schweres Gerät in den Konflikt liefert. Hier feuern ukrainische Artilleristen eine 152-mm-Schleppgeschütz-Haubitze (D20) auf eine Stellung an der Frontlinie in der Nähe der Stadt Bakhmut in der ostukrainischen Region Donezk ab. © Dimitar Dilkoff/afp
Ein Einwohner von Cherson hebt seinen Daumen zur Unterstützung der Ukraine auf dem Hauptplatz der Stadt nach der Befreiung von den russischen Besatzern
Mitte November gelingt den ukrainischen Truppen ein großer Erfolg. Sie können die Hafenstadt Cherson im Südosten des Landes zurückerobern. Die Millionenmetropole besitzt neben hohem strategischem auch symbolischen Wert im Kampf gegen Russland. Ein Bewohner feiert die Befreieung mit erhobenem Daumen im Zentrum der Stadt. © Celestino Arce Lavin/dpa
An diesem Tag hielt die Welt den Atem an: Eine Luftaufnahme zeigt den Ort, an dem am 15. November 2022 zwei Männer im ostpolnischen Dorf Przewodow, nahe der Grenze zur kriegszerstörten Ukraine, durch einen Raketeneinschlag getötet wurden
An diesem Tag hielt die Welt den Atem an: Eine Luftaufnahme zeigt den Ort, an dem am 15. November 2022 zwei Männer im ostpolnischen Dorf Przewodow, nahe der Grenze zur kriegszerstörten Ukraine, durch einen Raketeneinschlag getötet wurden. Russland attackierte die Ukraine mit einem massiven Angriff auf die zivile Infrastruktur, wodurch Millionen von Haushalten ohne Strom blieben. Unmittelbar nach dem Vorfall gab es Befürchtungen, dass es sich um eine neue Eskalation des Konflikts handeln könnte, doch am 16. November 2022 gab Polen bekannt, dass das Geschoss wahrscheinlich von der ukrainischen Luftabwehr stammte. Diese Theorie wurde dann auch von Washington bestätigt. © Wojtek Radwanski/Damien Simonart/afp
ein Werk des britischen Straßenkünstlers Banksy auf einer mit Schnee bedeckten Panzerabwehrkonstruktion
Auch Banksy besuchte die Ukraine inmitten des Krieges. Ein am 17. November 2022 aufgenommenes Foto zeigt ein Werk des britischen Straßenkünstlers auf einer mit Schnee bedeckten Panzerabwehrkonstruktion auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew. Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass die Ukraine sich auf einen Winter des Krieges einstellen wird müssen. © Sergei Supinsky/afp
Dmitri Schewtschenko, Mitarbeiter von Rosenergoatom, inspiziert einen Tank mit destilliertem Wasser, um den Betrieb des vierten Blocks des Kernkraftwerks Saporischschja zu gewährleisten
Weitere harte Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur. Sogar Kernkraftwerke werden zum Ziel russischer Raketen. Dmitri Schewtschenko, Mitarbeiter von Rosenergoatom, inspiziert einen Tank mit destilliertem Wasser, um den Betrieb des vierten Blocks des Kernkraftwerks Saporischschja zu gewährleisten, der durch Beschuss im Zuge der russischen Militäroperation in der Ukraine in Enerhodar beschädigt wurde. © Alexey Kudenko/imago
Eine Frau spielt Gitarre in einer Kneipe während eines Stromausfalls in Lemberg am 2. Dezember 2022
Kleine Momente des Glücks im Wahnsinn des Krieges: Eine Frau spielt Gitarre in einer Kneipe während eines Stromausfalls in Lemberg am 2. Dezember 2022, als die Stadt nach den jüngsten massiven russischen Luftangriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur von einem geplanten Stromausfall betroffen ist. © Yuriy Dyachyshyn/afp
Hier trifft sie auf den Heiligen Mykola (Heiliger Nikolaus) am 19. Dezember 2022 in Cherson, inmitten der russischen Invasion in der Ukraine
Für einen Augenblick darf dieses Mädchen einfach Kind sein. Hier trifft sie auf den Heiligen Mykola (Heiliger Nikolaus) am 19. Dezember 2022 in Cherson, inmitten der russischen Invasion in der Ukraine © Dimitar Dilkoff/afp
Ukraine-Krieg - Jahrestag Kriegsbeginn- Kiew
Ukrainische Soldaten erinnern am 24. Februar 2023 an der Sophienkathedrale in Kiew an den Beginn des Ukraine-Kriegs ein Jahr zuvor. © Kay Nietfeld/dpa
Ukraine-Krieg - Orthodoxe Ostern in Saporischschja
Die kirchlichen Rituale werden in der Ukraine auch im April 2023 befolgt: Orthodoxe christliche Priester und Gläubige bei der Segnung der traditionellen Osterkörbe am Ostersonntag in der St. Nikolaus-Kirche in Saporischschja. © Andriy Andriyenko/dpa
Ukraine-Krieg - Ukrainische Gegenoffensive im Süden des Landes
Ukrainische Soldaten gestikulieren im September 2023 auf ihrem Bradley Fighting Vehicle (BFV) in der Frontstadt Orichiw. Aus ihrem amerikanischen Schützenpanzer berichten sie von schweren Gefechten. Seit Kriegsbeginn stand Orichiw unter ständigem Beschuss der russischen Armee. © Oliver Weiken/dpa
Ukraine-Krieg - Kupjansk
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (Mitte) wird am 30. November 2023 während eines Besuchs in einem Gefechtsstand an der Front in Kupjansk über die Kriegssituation informiert. © dpa
Lwiw
Auch im Dezember 2023 feiern die Menschen in der Ukraine Weihnachten. In Lwiw besuchen sie den Gottesdienst an Heiligabend und bereiten sich darauf vor, den ersten Weihnachtsfeiertag am 25. Dezember zu feiern.  © Yuriy Dyachyshyn/AFP
Ukraine-Krieg - Charkiw
Ein großer Haufen Trümmer mit Resten von russischen Raketen liegt in der Stadt Charkiw. In den frühen Morgenstunden des 15. Februar 2024 schlug eine russische Rakete in einem Wohngebiet von Chugugyv ein und tötete eine 67-jährige Frau. © Ximena Borrazas/dpa
Charkiw
Trotz Gesprächen über eine Waffenruhe dauert der Ukraine-Blick auch im Jahr 2025 weiter an. Charkiw steht mehrmals schwer unter russischem Beschuss. Das Kunstwerk „Kreuz des Friedens“ mit einem Kruzifix aus 20.000 Fragmenten russischer Artilleriegeschosse wurde vom amerikanisch-ukrainischen Künstler Sergey Melnikoff (besser bekannt als MFF) und dem ukrainischen Künstler Viktor Belchik geschaffen. © Sergey Bobok/AFP
Ukraine-Krieg - Sumy
Bei einem schweren russischen Luftschlag mit ballistischen Raketen gegen die Stadt Sumy kommen am Palmsonntag 2025 mehr als 30 Menschen ums Leben. Mehr als 100 Zivilpersonen werden verletzt. Unter den Toten sind auch Kinder. © Evgeniy Maloletka/dpa

„Er (Orban, Anm. d. Red.) benutzt die Ukraine für seine eigene Wahl. Er versteht nicht, dass dies viel schwerwiegendere und gefährlichere Folgen haben wird: die Radikalisierung und den Antiukrainismus der ungarischen Gesellschaft. Indem er uns nicht hilft, tut er Putin einen Gefallen. Deshalb habe ich gesagt, dass Viktor einen schweren historischen Fehler begeht“, sagte Selenskyj in einem Interview der ungarischen Internetzeitung Valasz online.

Selenskyj kritisiert fehlende Sanktionen westlicher Verbündeter gegen Russland

Update, 18.26 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte die Verbündeten der Ukraine, aufgrund fehlender Sanktionen gegen Russland. In einem Interview mit dem ungarischen Portal Válasz Online erklärte Selenskyj: „Wenn es jedoch um Sanktionen geht, nennen die westlichen Partner als Grund, warum sie sich nicht für die Verhängung von Sanktionen entschieden haben, auch die Tatsache, dass die Ukraine keine Menschen ab 18 Jahren mobilisiert hat.“

Der ukrainische Präsident betonte weiter: „Ich bin nicht der Meinung, dass wir die Menschen ab 18 Jahren mobilisieren sollten, wie es die Anführer anderer Länder angedacht haben.“ Der Schlüssel zum Erfolg im Ukraine-Krieg sei nicht die schiere Anzahl an Soldaten, sondern die technologische Überlegenheit gegenüber Russland. Das habe auch die erfolgreiche Operation „Spinnennetz“ gezeigt. Die US-Regierung hatte unter Präsident Joe Biden die Ukraine dazu angehalten, Männer ab 18 Jahren für den Einsatz an der Ukraine-Front einzuziehen. Aktuell liegt die Altersgrenze bei 25 Jahren.

Update, 17.15 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz hat Russlands Präsident Wladimir Putin „schwerste Kriegsverbrechen“ im Ukraine-Krieg vorgeworfen. Russland habe die ukrainische Zivilbevölkerung in den vergangenen Tagen mit Drohnen und Marschflugkörpern „gezielt und rücksichtslos“ angegriffen, erklärte Merz bei einer Pressekonferenz mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Dick Schoof in Berlin.

Die Angriffe von Russlands Präsident Wladimir Putin auf die ukrainische Zivilbevölkerung bezeichnete Kanzler Friedrich Merz als „Terror“ und sprach von „schwersten Kriegsverbrechen“.

Die andauernden Angriffe auf westukrainische Städte bezeichnete Merz als „Terror gegen die Zivilbevölkerung“ und „alles andere als eine verhältnismäßige Antwort“ auf die „sehr präzisen“ ukrainischen Attacken gegen russische Militärflughäfen.

News zum Ukraine-Krieg: Gefangenenaustausch gerät ins Stocken

Update, 16.17 Uhr: Zwischen Russland und der Ukraine stockt der vereinbarte Austausch von Kriegsgefangenen und toten Soldaten. Es gebe zwar Kontakte, Zahlen würden zusammengestellt, aber noch fehle eine abschließende Übereinkunft, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. „Sowie diese abschließende Übereinkunft steht, wird – das hoffen wir – der Austausch stattfinden“, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge.

Peskow wies darauf hin, dass an der belarussischen Grenze mehr als 1200 Leichen ukrainischen Soldaten in Kühlwagen auf die Rückgabe warteten. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, nannte es unmenschlich, dass die Ukraine ihre Toten nicht zurücknehme. Zu dem Problem hat der ukrainische Koordinierungsstab erklärt, dass die russische Seite die Übergabe ohne genaue Terminabsprache eigenmächtig begonnen habe. Alle toten Soldaten würden heimgeholt, heißt es.

Update, 15.30 Uhr: Die EU-Kommission hat ihren Vorschlag für ein 18. Sanktionspaket gegen Russland vorgestellt. „Wir erhöhen den Druck auf Russland, denn Stärke ist die einzige Sprache, die Russland verstehen wird“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Dienstag in Brüssel. Das Paket sieht unter anderem weitere Maßnahmen gegen die russische Schattenflotte zur Umgehung von Sanktionen sowie eine Senkung des Ölpreisdeckels von 60 Dollar pro Barrel auf 45 Dollar vor.

Russland will Stopp der Nato-Osterweiterung: Voraussetzung für Ende des Ukraine-Kriegs

Update, 14 Uhr: Russland verlangt nach Angaben aus dem Außenministerium einen Stopp der Nato-Osterweiterung als Voraussetzung für ein Ende des Krieges gegen die Ukraine. Die Bereitschaft dazu sei ein Test, ob die USA ernsthaft ein besseres Verhältnis zu Russland anstrebten, sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow der staatlichen Nachrichtenagentur Tass.

„Auf amerikanischer Seite sind praktische Schritte erforderlich, die darauf abzielen, die Ursachen für die grundlegenden Widersprüche zwischen uns im Bereich der Sicherheit zu beseitigen“, sagte der für strategische Rüstung zuständige Vizeminister. „Bei diesen Gründen steht die Nato-Erweiterung an erster Stelle. Ohne die Lösung dieses für uns grundlegenden und akuten Problems ist es schlichtweg unmöglich, den aktuellen Konflikt im euroatlantischen Raum zu lösen.“ Die USA sollten „Respekt vor den ureigensten Interessen Russlands“ zeigen.

Update, 12.55 Uhr: Bei einem russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew, ist laut dem Leiter der staatlichen Luftfahrtbehörde, Timur Tkaschenko, eine Frau ums Leben gekommen. Das berichtete Ukrainska Pravda. Zuvor war wegen des Angriffs von sechs Verletzten berichtet worden.

Ukrainischer Geheimdienst: Russland unterstützt Drohnenproduktion in Nordkorea

Update, 12.25 Uhr: Russland unterstützt wohl Nordkorea bei der Produktion von Shahed-Drohnen. Das teilte der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, dem Magazin The War Zone mit. „Dies wird mit Sicherheit zu Veränderungen des militärischen Gleichgewichts in der Region zwischen Nord- und Südkorea führen“, so Budanow.

Update, 11.50 Uhr: Laut einer Umfrage des Kyiv International Institute of Sociology, (KIIS) sind 43 Prozent der Befragten zu Gebietsabtritten an Russland bereit. Allerdings sei mehr als die Hälfte der Befragten nur unter der Voraussetzung, dass diese Gebietsabtritte mit Sicherheitsgarantien für die Ukraine einhergehen, dazu bereit. Zudem gehe es dabei nicht um eine Übernahme der Regionen durch Russland, sondern um die „faktische Anerkennung der russischen Kontrolle ohne rechtliche Anerkennung“. 48 Prozent lehnen diesen Schritt kategorisch ab. Eine Mehrheit von 68 Prozent sind gegen eine offizielle Anerkennung einzelner Gebiete als russisches Staatsgebiet. Nur 24 Prozent sind laut der Studie zu diesem Schritt bereit.

Selenskyj fordert „konkrete Maßnahmen“ nach russischen Angriffen im Ukraine-Krieg

Update, 9.55 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht in den anhaltenden russischen Angriffen ein Hemmnis für die Bemühungen um einen Frieden im Ukraine-Krieg. „Russische Raketen- und Shahed-Angriffe machen die Bemühungen der Vereinigten Staaten und anderer Länder der Welt zunichte, Russland zum Frieden zu zwingen“, schrieb Selenskyj auf X. „Statt eines Waffenstillstands gab es eine weitere Nacht lang massive Angriffe mit Shahed-Drohnen, Marschflugkörpern und ballistischen Raketen.“

Selenskyj fordert nun, dass die Welt mit „konkreten Maßnahmen“ auf die Angriffe Russlands reagieren müsse – vor allem die USA, die „die Macht haben, Russland zum Frieden zu zwingen“. Um einen Frieden zu erreichen, müsse „starker Druck“ auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin ausgeübt werden.

Update, 8.44 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte melden für die vergangenen 24 Stunden 960 getötete oder schwer verletzte russische Soldaten. Nach ukrainischen Angaben zerstörte die eigene Armee zudem vier russische Panzer, neun gepanzerte Fahrzeuge, 48 Artilleriesysteme und zwei Flugzeuge. Russland bestätigt diese Verlustzahlen nicht. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist nicht möglich.

Die russischen Verluste im Überblick:

  • Soldaten: 9980.080 (+960 im Vergleich zum Vortag)
  • Panzer: 10.919 (+9)
  • Artilleriesysteme: 28.982 (+48)
  • Mehrfachraketenwerfer: 1412 (+1)
  • Drohnen: 40.057 (+239)
  • Flugzeuge: 416 (+2)
  • Marschflugkörper: 3330 (+15)
  • Fahrzeuge und Tanklaster: 51.455 (+107)
  • Spezialausrüstung: 3912 (+1)

Angriff auf Odessa: Russland trifft Klinik im Ukraine-Krieg

Update, 6.45 Uhr: Bei russischen Angriffen auf Odessa wurde laut örtlichen Behörden eine Entbindungsstation und eine Notaufnahme getroffen. „Durch den nächtlichen Angriff von Angriffsdrohnen wurde der Verwaltungsteil des Entbindungsheims beschädigt. Glücklicherweise gab es keine Opfer oder Verletzten“, zitierte Ukrainska Pravda den Bürgermeister von Odessa, Gennady Trukhanow.

Update vom 10. Juni, 5.28 Uhr: In der Nacht auf Dienstag hat Russland die Ukraine erneut mit massiven Raketen- und Drohnenangriffen überzogen. Mindestens ein Mensch sei dabei in der südukrainischen Hafenstadt Odessa laut Behördenangaben gestorben. Auch die Hauptstadt Kiew ist erneut unter Beschuss der russischen Armee geraten, wobei mehrere Menschen verletzt worden sein sollen.

Update, 17.55 Uhr: Wladimir Medinski, der Leiter der russischen Verhandlungsdelegation in den Gesprächen über den Ukraine-Krieg, äußerte Bedenken hinsichtlich eines möglichen Atomkriegs. Die russische Nachrichtenagentur Tass berichtete, dass, falls der Krieg in der Ukraine nicht mit einem echten Frieden beendet werde, die Nato möglicherweise versuchen könnte, verlorene Gebiete der Ukraine zurückzuerlangen.

In einem Interview mit dem russischen Auslandssender RT betonte Medinski: „Wenn wir den Konflikt an der Frontlinie beenden und uns nicht auf einen echten Frieden einigen, sondern nur eine Art Waffenstillstand schließen, dann wird sich dies – wissen Sie, es gab eine umstrittene Region zwischen Armenien und Aserbaidschan, Karabach – in ein riesiges Karabach verwandeln.“ Er fügte hinzu: „Nach einiger Zeit wird die Ukraine zusammen mit der Nato und ihren Verbündeten der Nato beitreten und versuchen, es zurückzuerobern. Das wird das Ende des Planeten bedeuten, es wird einen Atomkrieg geben.“

Update, 16.23 Uhr: Der russische Außenminister Sergei Lawrow wirft Großbritannien eine wesentliche Beteiligung an der ukrainischen Operation „Spinnennetz“ vor. Auf einer Propaganda-Veranstaltung in Moskau äußerte er: „Diese Drohungen sind sehr ernst zu nehmen. Es liegt auf der Hand, dass dies von ukrainischer Seite durchgeführt wird, aber ohne die Hilfe der Briten wäre sie machtlos gewesen. Aber wer weiß, vielleicht sind auch US-Spezialdienste aus Gewohnheit beteiligt, aber es ist zu 100 Prozent sicher, dass die Briten beteiligt sind.“

Beweise legte der russische Politiker jedoch nicht vor. Die Vorbereitungen für die geheime Operation, die darauf abzielte, Wladimir Putins Bomberflotte zu schwächen, begannen bereits vor über einem Jahr. Selbst die Verbündeten der Ukraine wurden über den geplanten Angriff nicht in Kenntnis gesetzt.

Gefangenenaustausch zwischen Russland und Ukraine geht weiter

Update, 14.43 Uhr: Russland und die Ukraine haben mit einem weiteren Gefangenenaustausch begonnen. Vereinbart worden war er Anfang des Monats in Istanbul bei direkten Verhandlungen von Vertretern Kiews und Moskaus. Die erste Gruppe russischer Soldaten unter 25 Jahren sei aus ukrainischer Gefangenschaft entlassen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Der Ukraine sei im Gegenzug eine ähnliche Zahl Gefangener übergeben worden. Eine genaue Zahl nannte das Ministerium nicht. Kiew bestätigte den Austausch. Die russischen Soldaten befinden sich nach Angaben aus Moskau derzeit in Belarus und erhalten dort medizinische Hilfe.

„Unsere Leute sind zu Hause“, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf der Plattform X. Unter den Heimkehrern seien neben jungen Soldaten auch Schwerverletzte. Auch Selenskyj nannte keine konkrete Zahl. Seinen Angaben nach ist der Austauschprozess mit Schwierigkeiten verbunden. Er rechne aber damit, dass die in Istanbul ausgehandelte Einigung vollständig umgesetzt werde. Zuletzt hatte es zwischen Moskau und Kiew Streitigkeiten um den Zeitpunkt des Austauschs gegeben.

Update, 11.46 Uhr: Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat nach einer Warnung des russischen Parlamentschefs betont, dass der Bundestag sich nicht einschüchtern lasse. In einer öffentlichen Stellungnahme erklärte die CDU-Politikerin, dass das Parlament „weder in seiner außenpolitischen Haltung noch in seinem geschichtlichen Selbstverständnis und seiner Gedenkkultur“ nachgeben werde.

Wjatscheslaw Wolodin, der Präsident der russischen Staatsduma, hatte am Samstag in einer Botschaft an den Bundestag vor einer Verschärfung der Situation zwischen den beiden Ländern gewarnt. Anlass für Wolodins Kritik waren die jüngsten Äußerungen von Kanzler Friedrich Merz (CDU). Wolodin äußerte: „Wir wissen, dass die deutsche Regierung plant, eine Raketenproduktion in der Ukraine aufzubauen. Damit wird die BRD immer mehr in ein militärisches Vorgehen gegen Russland hineingezogen.“

Erstmeldung: Kiew/Moskau – Im Ukraine-Krieg ist weiterhin kein Ende in Sicht. Bei neuen russischen Angriffen in der Nacht zum Sonntag ist nach ukrainischen Angaben mindestens ein Mensch getötet worden. Die Industrieregion Dnipropetrowsk sei mit Drohnen, Artillerie und Raketen angegriffen worden, teilte der Leiter der örtlichen Militärverwaltung, Mykola Lukaschuk, am Morgen mit. Dabei seien Gebäude, darunter ein Kindergarten, und Stromleitungen zerstört worden.

Bereits in der Nacht zum Samstag waren bei massiven russischen Angriffen laut ukrainischen Angaben landesweit mindestens zehn Menschen getötet worden. Alle Bemühungen um eine zumindest befristete Feuerpause im seit mehr als drei Jahren andauernden Ukraine-Krieg sind bisher gescheitert. Den Vorschlag einer 30-tägigen bedingungslosen Waffenruhe lehnt Kreml-Chef Wladimir Putin ab.

Gefangenenaustausch im Ukraine-Krieg: Kiew mit Vorwürfen

Unterdessen stritten sich Russland und die Ukraine um einen geplanten Gefangenenaustausch. Moskau warf der Führung in Kiew am Samstag vor, den für das Wochenende geplanten Austausch von Kriegsgefangenen und getöteten Soldaten zu verzögern. Aus Kiew hieß es hingegen, Moskau betreibe „schmutzige Spielchen“.

Der Gefangenenaustausch war bei den jüngsten Verhandlungen in Istanbul vereinbart worden. Die Absprache sah vor, dass alle verletzten Soldaten und alle Unter-25-Jahren ausgetauscht würden, auf jeder Seite mehr als tausend Soldaten. Russland hatte zudem zugesagt, die Überreste von 6000 getöteten ukrainischen Soldaten zu übergeben. Es wäre der größte Gefangenenaustausch seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 gewesen.

Die russischen Verluste im Ukraine-Krieg sind weiterhin enorm. Während der Ukraine mit der Operation „Spinnennetz“ ein Coup gelungen war und mehrere strategisch wichtige Bomberflugzeuge Russlands zerstört werden konnten, verzeichnet Russland an der Ukraine-Front ebenfalls herbe Verluste. Laut den aktuellen Angaben des ukrainischen Generalstabs sollen in den vergangenen 24 Stunden an der Frontlinie innerhalb eines Tages 1120 russische Soldaten getötet oder verwundet worden sein.

KategorieVerluste (in den letzten 24 Stunden)
Soldaten996.150 (+1120)
Panzer10911 (+7)
Artillerie28892 (+42)
Mehrfachraketenwerfer1410 (0)
Drohnen39651 (+158)

Damit nähern sich die russischen Verluste langsam, aber sicher der Millionenmarke im Ukraine-Krieg. Bei gleichbleibender Entwicklung der russischen Verluste könnte diese Schwelle bereits in der kommenden Woche überschritten werden. Eine unabhängige Überprüfung dieser Zahlen ist jedoch nicht möglich. (sischr mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Montage: Michael Kappeler/Gavriil Grigorov/dpa

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