Gegenoffensive mit Tücken

Diva auf dem Schlachtfeld: Abrams-Panzern macht im Ukraine-Krieg der Schmutz schaffen

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High-Tech-Kolosse gegen Wegwerf-Panzer: Westliches Kriegsgerät marschiert in der Ukraine an die Front – doch zeigt sich in Details untauglich.

Kiew –  Der Koloss ist eine Diva. US-Praktiker hatten lange vor dem Einsatz gewarnt, inwischen weiß die Ukraine auch warum. Den von manchen zum besten Kampfpanzer der Welt erklärten us-amerikanischen Abrams M-1 plagen in der Gegenoffensive gegen Russlands Invasionsarmee die Wehwehchen – ihm geht mitten im Ukraine-Krieg schlicht die Puste aus. Das hat zwei Gründe, wie das US-Portal Forbes berichtet.

Die größte Schwachstelle der fast 70 Tonnen schweren rollenden Festung sind die Filter in den Ansaugöffnungen der Motoren. Sie verhindern, dass Dreck und Ablagerungen den empfindlichen, aber leistungsstarken Motor des M-1 verschmutzen und zerstören. Sie erfordern eine regelmäßige Reinigung, und das bedeutet: Putzen gegen Putin.

„Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts ist der Einzelpanzer ein immer krasseres Biest geworden“, sagt der Direktor des Deutschen Panzermuseums in Munster, Ralf Raths. Das gelte für den Abrams genau wie für den deutschen Leopard oder die englischen beziehungsweise französischen Modelle, so der Experte gegenüber der Tagesschau: „Sie können aus voller Fahrt schießen und treffen – und das über mehrere Kilometer, auch im Rückwärtsfahren.“ In der Regel hätten die Kampfpanzer auch die leistungsstärkeren Zieloptiken. Das mache sie zu Vorschlaghämmern auf dem Schlachtfeld, sie allein brächten aber noch nicht den Sieg. Die Entwicklung der westlichen Staaten in Sachen Panzerbau habe die in Russland trotzt allem deutlich überholt.

Panzer des Typs M1A2 Abrams in Diensten der US-Armee kämpfen nun auch im Ukraine-Krieg. (Archivbild)

Der Fehler – auch des Abrams – liegt im System beziehungsweise in den unterschiedlichen Denkweisen, die dem östlichen und westlichen Panzerbau zugrunde liegen. Russische Panzer, die auch von der Ukraine eingesetzt werden, sind klein, leicht, und ihr Verlust leicht zu verschmerzen. Das galt in der Sowjetunion mitunter sogar für die Besatzungen. Die Ostblock-Panzer sind Einweg-Ware, Wegwerf-Panzer. Das unterscheide sie von den in der Nato verwendeten Modelle, sagt Raths.

Abrams Panzer müssen im Ukraine-Krieg regelmäßig geputzt werden

„Die sowjetische Panzer-Doktrin hat nie das Einzelfahrzeug im Blick gehabt, die westliche Panzer-Doktrin dagegen schon“, führt der Experte aus. „Für die westlichen Panzerbauer war immer von höchster Wichtigkeit, dass das Einzelfahrzeug auf dem Gefechtsfeld so lange wie möglich überlebt; wenn es ausgeschaltet wird, dass es möglichst schnell wieder einsatzfähig gemacht werden kann; und dass innen drinnen die Besatzung auch leistungsfähig bleibt.“

Das allerdings hat die Westpanzer fast bis zur Unbeweglichkeit aufgebläht – und legt den Abrams im aktuellen Kriegsgeschehen in der Ukraine häufiger lahm, schreibt Forbes: Wenn die vierköpfige Besatzung eines Abrams versäumt, die Filter ihres Panzers etwa alle zwölf Stunden zu reinigen, kann dies den Motor stark beschädigen. Dann bleibt manchmal keine andere Wahl, als den Motor und das Getriebe auszubauen und für eine Weile wegzuschicken für eine langwierige Überholung. Die nächste Abrams-Werkstatt wäre – eventuell vom schwer umkämpften Awdiijwka aus – mindestens 1.000 Kilometer entfernt. In Polen.

Wenn die Besatzung jemals einen Fehler macht – und das wird sie tun – geht ein Millionen-Dollar-Motor kaputt, der vor Ort nicht repariert werden kann.

Mark Hertling, Ex-Generalleutnant der US-Armee 

Fahrlässigkeit der eigenen Besatzung ist für die stählerne Verstärkung aus dem Westen insofern genau so tödlich wie eine russische Rakete oder Mine. Der vergleichbare deutsche Leopard 2 ist dagegen so modular gebaut, dass ein kompletter Motorenwechsel im Feld innerhalb von zwei Stunden erfolgen kann. Die Bilder aus den Anfängen des Ukraine-Krieges mit vielen Wracks von T-Panzern resultierten dagegen aus der russischen Panzer-Doktrin: T-Panzer sind nicht für die schnelle Reparatur gebaut. Wenn die Front vorgeschoben wird, wie die Russen das auch vor der Invasion der Ukraine geplant hatten, würden beschädigte T-Panzer sukzessive wieder eingesammelt und dann in aller Ruhe instandgesetzt.

Auch die Vor-Ort-Versorgung des Abrams M-1, den die Ukraine nutzt, bringt deren Logistiker an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. Was im Vorfeld der Lieferung bekannt war, wie Forbes schreibt: Die 68 Tonnen schweren M-1A1SA, die die Ukraine betreibt, sind durstige Maschinen. In den Wochen bevor die Regierung von US-Präsident Joe Biden der Ukraine Anfang des Jahres den M-1 versprach, machten sich viele Experten und sogar einige Beamte lautstark Sorgen über den Treibstoffbedarf des Panzers. Der US-Panzer fährt mit einer Turbine, ähnlich wie sie ein Flugzeug nutzt. Das macht ihn auch auf dem Gefechtsfeld schnell.

Gegen Putin braucht der Abrams-Panzer im Ukraine-Krieg fähige Mechaniker

Aber das Tempo fordert seinen Tribut. Bis zu 1.500 Liter Treibstoff verbraucht der M-1 auf 100 Kilometern im Gelände unter Volllast. Ein Grund, warum der Nachfolger AbramsX mit einem Hybrid-Triebwerk aus Strom und Diesel laufen wird  – das soll den Durst halbieren, und mit E-Antrieb kann sich der dann höchstens 50 Tonnen schwere Panzer an seinen Gegner heranschleichen wie ein U-Boot.

Militärs betonen wiederholt die Notwendigkeit nicht nur des überlegenen Waffensystems, sondern auch die Notwendigkeit des blinden Verständnisses der Systeme. Die Besatzungen der aktuell in der Ukraine kämpfenden Abrams-Panzer sind in Deutschland ausgebildet worden. Das US-Verteidigungsministerium hatte bereits im Mai angekündigt, vorgreifend auf die Lieferung der Panzer in diesem Herbst, 500 ukrainische Soldaten auf den Truppenübungsplätzen Grafenwöhr und Hohenfels in Deutschland auszubilden – bereits die Ausbildung an der deutschen Panzerhaubitze 2000 war intensiv. Beispielsweise mussten die Displays und die Handbücher auf Kyrillisch umgeschrieben werden. Die Schulungen zielten allerdings nicht allein darauf ab, die Besatzungen auf den Einsatz der Panzer im Gefecht vorzubereiten, sondern auch das Wartungspersonal zu drillen, den Panzer wieder flottzumachen. Selbst unter Feuer.

Abrams-Panzer entpuppt sich im Ukraine-Krieg als Diva

Dabei hatte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Luftwaffen-Brigadegeneral Pat Ryder, schon frühzeitig gewarnt vor möglichen Schwierigkeiten: „Ein Schlüsselaspekt der Ausbildung wird sicherlich die Aufrechterhaltung der Kampffähigkeit sein“, sagte er. „Sie haben gehört, wie wir selbst auch diskutiert haben, dass die M-1 eine komplexe Maschine ist, die viel Wartung erfordert, um sie zu erhalten und gefechtstauglich zu machen.“

Eine Diva ist der Abrams M-1 bereits seit seiner Indienststellung Anfang der 1980er-Jahre. Das Überraschungsmoment aller Westpanzer ist der Umstand, dass noch kein Modell unter Beweis stellen musste, wofür es konstruiert worden war: die Leistung in einem Gefecht. Allerdings bildet der Abrams eine kleine Ausnahme: Anfang der 1990er-Jahre hatten ihn die Amerikaner in die Wüste geschickt – gegen den Irak, der zu der Zeit Kuwait überfallen hatte. Ein amerikanische 100 Stunden-Blitzsieg, den zu großen Teilen auch der Abrams M-1 mit errungen hatte, wie militärische Beobachter urteilen. Die Terrainverhältnisse in der irakischen Wüste ermöglichten Panzerangriffe auf breiter Front mit maximaler Waffenentfaltung. Der Erfolg der Bodenoffensive zeigte, dass nebst panzerstarken, durch moderne Helikopter unterstützten Verbänden, das Präzisionsfeuer der Artillerie von zentraler Bedeutung war und eine Gegenwehr praktisch verunmöglichte.

Für ihren Sieg über Russland braucht die Ukraine eher mehr Leoparden

Dabei entfalteten die Panzervorstösse eine selbst für amerikanische Operationen ungewöhnliche Wucht. Beim Duell M-1A1 Abrams gegen die irakischen T-72 Ural zeigten sich die amerikanischen Panzer bezüglich Zielgenauigkeit und Ersttreffer-Wahrscheinlichkeit, vor allem auf Distanzen über 1800 Meter, überlegen. Allerdings machte die US-Diva schon in der Wüste klar, dass sie Dreck hasste – und dass jetzt wieder zu Kopfzerbrechen der Besatzungen führt – wie Forbes schreibt: „Zwei Mal am Tag muss eine M-1-Besatzung den Motor ihres Panzers auf hohe Umdrehungen pro Minute hochdrehen, um ein Impulsstrahlsystem auszulösen, das Luft aus dem Panzer statt in ihn hinein bläst und dabei Staub und Schmutz vom hinteren Gitter schießt.“ Dadurch bleiben die Filter auch bei längeren Einsätzen sauber. 

Bevor die Amerikaner Anfang der 2000er-Jahre das Pulse-Jet-System in den M-1 einbauten, beklagten sich Panzerbesatzungen – insbesondere diejenigen, die in der Wüste kämpften – offen über die Zuverlässigkeit ihrer Fahrzeuge. Die Kritik an dem Boliden flammte vor der Lieferung an die Ukraine auch innerhalb der Führung schnell wieder auf – wie der Kiew Independent berichtet. Vor allem, weil die Ukraine ältere Abrams-Modelle bekommen hat.

Bilder des Ukraine-Kriegs: Großes Grauen und kleine Momente des Glücks

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Der Krieg begann Ende Februar mit Angriffen Russlands auf zahlreiche Städte der Ukraine. Die Truppen aus Moskau nahmen frühzeitig auch Kiew, die Haupstadt des Landes, unter Raketenbeschuss. Eine der russischen Raketen wurde als Teil einer Ausstellung vor dem Nationalmuseum für Militärgeschichte platziert. Kurator Pavlo Netesov wollte nach eigener Aussage mit der Ausstellung der zerstörten Ausrüstung die Bewohnerinnen und Bewohner Kiews an die Straßenkämpfe erinnern, die in anderen Städte der Ukraine tobten, von denen die Hauptstadt aber verschont blieb. © Sergei Supinsky/afp
Wolodymyr Selenskyi in Donezk
Eine dieser Städte war Donezk. Im Mai 2022 besuchte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die einstige Millionenmetropole und hörte sich dort den Bericht von Frontsoldaten an. In Donezk tobt der Krieg zwischen Russland und der Ukraine bereits seit 2014. Seitdem herrscht dort ein von Moskau installiertes Regime, das sich selbst Volksrepublik Donezk nennt. Nach einigen vorübergehenden Waffenstillstandsabkommen ist die Stadt im Südosten nun wieder Ort erbitterterte Kämpfe. © Uncredited/dpa
Menschen suchen Deckung in Lyssytschansk
Es ist vor allem die Zivilbevölkerung, wie diese beiden Kinder und Seniorinnen in Lyssytschansk, die unter dem Ukraine-Krieg leiden. Die Großstadt liegt mitten im Donbass, die seit Kriegsausbruch am schwersten umkämpfte Region in der Ukraine. Die Bewohnerinnen und Bewohner, die nicht fliehen oder konnten, müssen nun regelmäßig Schutz vor Artilleriebeschuss suchen. © Aris Messinis/afp
Tschassiw Jar, Kleinstadt der Ukraine in der Nähe Lyssytschansk
Unweit von Lyssytschansk liegt die Kleinstadt Tschassiw Jar. Dort räumen Arbeiter die Trümmer eines Hauses von der Straße, das von einer russischen „Hurrikan“-Rakete getroffen wurde. Im Juli 2022 feierte Russland vor allem in der Donbass-Region militärische Erfolge. Zahlreiche Städte und Gemeinden wurden erobert. Die Truppen Wladimir Putins schienen die Ukraine im Sturm zu erobern. © Anatolii Stepanov/afp
brennendes Weizenfeld in der Region Saporischschja
Dieser Mann in Militäruniform ist in einem brennenden Weizenfeld in der Region Saporischschja, während russische Truppen Felder beschießen, um die örtlichen Landwirte an der Getreideernte zu hindern. Die Ukraine auszuhungern und die Ernte zu stehlen, war von Anfang an Teil der russischen Strategie © Uncredited/dpa
Das sechsmonatige Jubiläum im August war ein trauriger Abschnitt im russischen Angriffs-Krieg
Das sechsmonatige Jubiläum des UKraine-Kriegs im August war ein trauriger Abschnitt der russischen Invasion. Doch die ukrainischen Streitkräfte leisteten mit Herz und allen Mitteln weiter Widerstand und feierten ihre Nation, wie hier mit Drohne und ukrainischer Flagge über dem „Monument des Mutterlands“ in Kiew. © Dimitar Dilkoff/afp
Hier wurde im September in der Stadt Kupiansk in der Kharkiv Region eine Brücke bombadiert
Im September begannen die Truppen Wladimir Putins, die Infrastruktur der ukrainischen Städte unter Beschuss zu nehmen. In der Stadt Kupiansk in der Region Kharkiw bombardierte Moskau eine Brücke. An vielen anderen Städten versuchten die russischen Streitkräfte, die Energieversorgung zu stören. © Yasuyoshi Chiba/afp
Statt eines kurzen Angriffskriegs, den der russische Präsident Wladimir Putin geplant hatte, dauert der Krieg immer noch an.
Weil die Erfolge in der Ukraine ausblieben, benötigten die russischen Truppen immer mehr Rekruten für die Front. Präsident Wladimir Putin verkündete deshalb eine Teilmobilisierung im eigenen Land. Tausende junger Männer mussten sich wie dieser Mann in der Stadt Kineschma von ihren Müttern verabschieden und in den Ukraine-Krieg ziehen. © Vladimir Smirnov/imago
Hier sieht man Putin bei einer Ansprache auf einem großen Screen auf dem Roten Platz anlässlich der Annexion von vier Regionen der Ukraine, die von russischen Truppen im September besetzt waren
Im Osten der Ukraine schuf Wladimir Putin Ende September Tatsachen. Vier Regionen des Landes, die zuvor ihre Unabhängigkeit erklärt hatten, wurden annektiert. Anlässlich der Gebietsgewinne richtete sich Putin in einer TV-Ansprache an die Bevölkerung Russlands. Zumindest auf dem Roten Platz in Moskau wurde Putins Rede frenetisch bejubelt. © Alexander Nemenov/afp
Nach der Explosion eines Lastwagens in der Nähe von Kertsch am 8. Oktober 2022 steigt schwarzer Rauch aus einem Feuer auf der Brücke von Kertsch auf
Nach der Explosion eines Lastwagens in der Nähe von Kertsch am 8. Oktober 2022 steigt schwarzer Rauch aus einem Feuer auf der Brücke von Kertsch auf. Sie ist die einzige Landverbindung zwischen Russland und der annektierten Krim-Halbinsel. Russland versprach, die Täter zu finden, ohne die Ukraine sofort zu beschuldigen. © Uncredited/afp
Ukrainische Artilleristen feuern eine 152-mm-Schleppgeschütz-Haubitze (D20) auf eine Stellung an der Frontlinie in der Nähe der Stadt Bakhmut in der ostukrainischen Region Donezk Ende Oktober während des russischen Einmarsches in die Ukraine
Ebenfalls im Oktober gelingt es der Ukraine, an vielen Frontabschnitten vorzurücken. Das gelingt den Streitkräften vor allem dank der Unterstützung aus dem Westen, die immer mehr schweres Gerät in den Konflikt liefert. Hier feuern ukrainische Artilleristen eine 152-mm-Schleppgeschütz-Haubitze (D20) auf eine Stellung an der Frontlinie in der Nähe der Stadt Bakhmut in der ostukrainischen Region Donezk ab. © Dimitar Dilkoff/afp
Ein Einwohner von Cherson hebt seinen Daumen zur Unterstützung der Ukraine auf dem Hauptplatz der Stadt nach der Befreiung von den russischen Besatzern
Mitte November gelingt den ukrainischen Truppen ein großer Erfolg. Sie können die Hafenstadt Cherson im Südosten des Landes zurückerobern. Die Millionenmetropole besitzt neben hohem strategischem auch symbolischen Wert im Kampf gegen Russland. Ein Bewohner feiert die Befreieung mit erhobenem Daumen im Zentrum der Stadt. © Celestino Arce Lavin/dpa
An diesem Tag hielt die Welt den Atem an: Eine Luftaufnahme zeigt den Ort, an dem am 15. November 2022 zwei Männer im ostpolnischen Dorf Przewodow, nahe der Grenze zur kriegszerstörten Ukraine, durch einen Raketeneinschlag getötet wurden
An diesem Tag hielt die Welt den Atem an: Eine Luftaufnahme zeigt den Ort, an dem am 15. November 2022 zwei Männer im ostpolnischen Dorf Przewodow, nahe der Grenze zur kriegszerstörten Ukraine, durch einen Raketeneinschlag getötet wurden. Russland attackierte die Ukraine mit einem massiven Angriff auf die zivile Infrastruktur, wodurch Millionen von Haushalten ohne Strom blieben. Unmittelbar nach dem Vorfall gab es Befürchtungen, dass es sich um eine neue Eskalation des Konflikts handeln könnte, doch am 16. November 2022 gab Polen bekannt, dass das Geschoss wahrscheinlich von der ukrainischen Luftabwehr stammte. Diese Theorie wurde dann auch von Washington bestätigt. © Wojtek Radwanski/Damien Simonart/afp
ein Werk des britischen Straßenkünstlers Banksy auf einer mit Schnee bedeckten Panzerabwehrkonstruktion
Auch Banksy besuchte die Ukraine inmitten des Krieges. Ein am 17. November 2022 aufgenommenes Foto zeigt ein Werk des britischen Straßenkünstlers auf einer mit Schnee bedeckten Panzerabwehrkonstruktion auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew. Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass die Ukraine sich auf einen Winter des Krieges einstellen wird müssen. © Sergei Supinsky/afp
Dmitri Schewtschenko, Mitarbeiter von Rosenergoatom, inspiziert einen Tank mit destilliertem Wasser, um den Betrieb des vierten Blocks des Kernkraftwerks Saporischschja zu gewährleisten
Weitere harte Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur. Sogar Kernkraftwerke werden zum Ziel russischer Raketen. Dmitri Schewtschenko, Mitarbeiter von Rosenergoatom, inspiziert einen Tank mit destilliertem Wasser, um den Betrieb des vierten Blocks des Kernkraftwerks Saporischschja zu gewährleisten, der durch Beschuss im Zuge der russischen Militäroperation in der Ukraine in Enerhodar beschädigt wurde. © Alexey Kudenko/imago
Eine Frau spielt Gitarre in einer Kneipe während eines Stromausfalls in Lemberg am 2. Dezember 2022
Kleine Momente des Glücks im Wahnsinn des Krieges: Eine Frau spielt Gitarre in einer Kneipe während eines Stromausfalls in Lemberg am 2. Dezember 2022, als die Stadt nach den jüngsten massiven russischen Luftangriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur von einem geplanten Stromausfall betroffen ist. © Yuriy Dyachyshyn/afp
Hier trifft sie auf den Heiligen Mykola (Heiliger Nikolaus) am 19. Dezember 2022 in Cherson, inmitten der russischen Invasion in der Ukraine
Für einen Augenblick darf dieses Mädchen einfach Kind sein. Hier trifft sie auf den Heiligen Mykola (Heiliger Nikolaus) am 19. Dezember 2022 in Cherson, inmitten der russischen Invasion in der Ukraine © Dimitar Dilkoff/afp
Ukraine-Krieg - Jahrestag Kriegsbeginn- Kiew
Ukrainische Soldaten erinnern am 24. Februar 2023 an der Sophienkathedrale in Kiew an den Beginn des Ukraine-Kriegs ein Jahr zuvor. © Kay Nietfeld/dpa
Ukraine-Krieg - Orthodoxe Ostern in Saporischschja
Die kirchlichen Rituale werden in der Ukraine auch im April 2023 befolgt: Orthodoxe christliche Priester und Gläubige bei der Segnung der traditionellen Osterkörbe am Ostersonntag in der St. Nikolaus-Kirche in Saporischschja. © Andriy Andriyenko/dpa
Ukraine-Krieg - Ukrainische Gegenoffensive im Süden des Landes
Ukrainische Soldaten gestikulieren im September 2023 auf ihrem Bradley Fighting Vehicle (BFV) in der Frontstadt Orichiw. Aus ihrem amerikanischen Schützenpanzer berichten sie von schweren Gefechten. Seit Kriegsbeginn stand Orichiw unter ständigem Beschuss der russischen Armee. © Oliver Weiken/dpa
Ukraine-Krieg - Kupjansk
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (Mitte) wird am 30. November 2023 während eines Besuchs in einem Gefechtsstand an der Front in Kupjansk über die Kriegssituation informiert. © dpa
Lwiw
Auch im Dezember 2023 feiern die Menschen in der Ukraine Weihnachten. In Lwiw besuchen sie den Gottesdienst an Heiligabend und bereiten sich darauf vor, den ersten Weihnachtsfeiertag am 25. Dezember zu feiern.  © Yuriy Dyachyshyn/AFP
Ukraine-Krieg - Charkiw
Ein großer Haufen Trümmer mit Resten von russischen Raketen liegt in der Stadt Charkiw. In den frühen Morgenstunden des 15. Februar 2024 schlug eine russische Rakete in einem Wohngebiet von Chugugyv ein und tötete eine 67-jährige Frau. © Ximena Borrazas/dpa
Charkiw
Trotz Gesprächen über eine Waffenruhe dauert der Ukraine-Blick auch im Jahr 2025 weiter an. Charkiw steht mehrmals schwer unter russischem Beschuss. Das Kunstwerk „Kreuz des Friedens“ mit einem Kruzifix aus 20.000 Fragmenten russischer Artilleriegeschosse wurde vom amerikanisch-ukrainischen Künstler Sergey Melnikoff (besser bekannt als MFF) und dem ukrainischen Künstler Viktor Belchik geschaffen. © Sergey Bobok/AFP
Ukraine-Krieg - Sumy
Bei einem schweren russischen Luftschlag mit ballistischen Raketen gegen die Stadt Sumy kommen am Palmsonntag 2025 mehr als 30 Menschen ums Leben. Mehr als 100 Zivilpersonen werden verletzt. Unter den Toten sind auch Kinder. © Evgeniy Maloletka/dpa

„Wenn man den Abrams mit anderen westlichen Panzern vergleicht, ist es einfach eine sehr schwierige Aufgabe – nicht für die Besatzung, sondern für diejenigen, die ihn unterstützen“, sagt Mark Hertling, der pensionierte Generalleutnant der US-Armee und ehemaliger Kommandeur der 1. US-Panzerdivision. Hertling ist Veteran des Unternehmens „Desert Storm“ und des Irakkrieges und zetert gegenüber dem Kiew Independent: „Würde es Sie überraschen, wenn ich Ihnen sagen würde, dass die wichtigste Einheit, die ich als Befehlshaber einer Panzerdivision hatte, keine Kampfwaffeneinheit war, sondern die Unterstützungsbrigade?“ 

Er hätte lieber mehr von den in Europa weit verbreiteten Leoparden an der ukrainischen Front gesehen. „Wenn Sie nicht über die Support-Infrastruktur verfügen, über die Mechaniker, die Reparaturbetriebe, das Teile-Versorgungssystem, die Munitions- und Treibstoffumverteilung, die lange Kommunikationslinie – dann sind all diese großartigen Fünf-Millionen-Dollar-pro-Stückpanzer überhaupt nicht kampffähig.“ Die Diva pfleglich zu behandeln könne der Besatzung beigebracht werden, „aber wenn die jemals einen Fehler macht – und das wird sie tun – geht ein Millionen-Dollar-Motor kaputt, der vor Ort nicht repariert werden kann“.

Rubriklistenbild: © Daniel Karmann/dpa

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