Machtkampf im Schwarzen Meer

Marinedrohne unter Radar bedroht Putins Flotte im Schwarzen Meer

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Die Türkei positioniert sich als Drohnen-Innovationszentrum. Der Waffenhersteller Baykar aus Istanbul präsentierte die Bayraktar Kizilelma, den ersten unbemannten Kampfjet des Landes. Das Projekt befindet sich noch im Studienstadium. Weiter fortgeschritten ist die TALAY, die weltweit erste niedrig fliegende Marinedrohne. Sie soll Anfang 2027 bei den Streitkräften eingeführt werden. (Archivbild)
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Russland hat im Schwarzen Meer keine Chance mehr: Die Türkei entwickelt eine Marinedrohne, die unterm Radar ihr Ziel trifft. „Wunderwaffe“ in der Ostsee?

Ankara – „65 Prozent der Verkäufe entfielen auf die Türkei“, schreibt Molly Cambell. In ihrer Untersuchung hat die Analystin des US-Thinktanks Center for a New American Security (CNAS) festgestellt, dass der Nato-Partner vom Bosporus inzwischen zur weltweit führenden Exportnation für Drohnen geworden ist. Parallel zum Ukraine-Krieg und dem Einfallsreichtum der Verteidiger präsentieren die Türken jetzt eine weitere Waffe, die Wladimir Putins Invasionsarmee vor allem auf dem Wasser den Angstschweiß auf die Stirn treiben wird.

TALAY soll die neue Drohne heißen, wie das Magazin Defense Express berichtet. Ihr Hauptmerkmal sei, dass sie als „Bodeneffektfahrzeug“ wirke – offenbar sei sie die erste Drohne dieser Klasse, behaupt das Magazin. TALAY „ist ein hochmodernes, vielseitig einsetzbares WIG-UAV (Wing-in-Ground Unmanned Areal Vehicle), optimiert für See- und Küsteneinsätze. Dank des Wing-In-Ground-Effekts (WIG-Plane) gleitet es effizient in drei Metern Höhe über dem Meeresspiegel und operiert unauffällig unter typischen Radarhorizonten“, schreibt der Hersteller Solid Aero in seiner Produktpräsentation. Dank faltbarer Flügel für einen schnellen Einsatz könne die Drohne bis zu 30 Kilogramm Sensoren oder Munition mit Geschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometern pro Stunde transportieren. Der Clou an dem Gefährt ist aber tatsächlich sein Antrieb.

Wing-in-Ground (WIG)-Flugzeug – modernes Luftkissenboot

„Ein WIG-Flugzeug ist ein multimodales Fluggerät, das in seiner Hauptbetriebsart den Bodeneffekt über dem Wasser oder einer anderen Oberfläche ausnutzt, ohne ständigen Kontakt mit einer solchen Oberfläche und in der Luft hauptsächlich durch einen aerodynamischen Auftrieb gehalten wird, der an einem (mehreren) Flügel(n), einem Rumpf oder deren Teilen erzeugt wird, die den Bodeneffekt ausnutzen sollen.“ Dieser Effekt entsteht durch die Nähe eines Bestandteils des Fahrzeugs zur Oberfläche, wodurch der geringe Luftwiderstand einen höheren Auftrieb erzeugt und dem Luftfahrzeug eine höhere Geschwindigkeit ermöglicht.

Quelle: International Maritime Organization

TALAY sei während seiner maximalen Flugdauer von rund drei Stunden multifunktional einsetzbar für Patrouillen-, Aufklärungs-, Angriffs- oder Frachteinsätze und fliege autonom oder bedienergesteuert bis zu 200 Kilometern im Umkreis und bis zu einem Seegang der Stärke drei, so der Hersteller. „Aufgrund seiner Flügelkonstruktion kann TALAY eine maximale Flughöhe von nur 100 Metern erreichen. Dank dieser Flügelkonfiguration und der Fähigkeit, auf dem Wasser zu landen, fliegt er jedoch nur 30 Zentimeter über den Wellen und ist somit nahezu unsichtbar“, lobt Defense Express.

Putins Bedrohung: Echter Killer in einem möglichen Krieg gegen ein aggressiv-expansionistisches Russland

Ohne genaue Zahlen zu präsentieren, geht das Magazin davon aus, dass die Waffe günstig zu produzieren sein wird, also das Zeug hat zu einem echten Killer in einem möglichen Krieg gegen ein aggressiv-expansionistisches Russland. Die Türkei ist erwiesenermaßen eine Exportnation für Drohnenwaffen, aber inwieweit die Nato davon profitieren will oder kann, bleibt fraglich. Wie Ahmed Abouyoussef schreibt, exportiere die Türkei in Richtung Europa lediglich nach Polen und die Ukraine, so der Analyst des Al Habtoor Research Centers aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

„Für Küstenstaaten, die ihre Küstengewässer mit unkonventionellen, schwer zu ortenden Systemen verteidigen wollen, könnte TALAY einen Wendepunkt darstellen.“

Army Recognition

Das Verhältnis der europäischen Länder zur Türkei ist politisch immer belastet, weswegen auch keine Waffen in europäischen Armeen zu finden sind – möglicherweise würden sie aber eine bestehende Fähigkeitslücke kostengünstig schließen können. Die Türkei scheint sich von den Animositäten westlicher Länder und Verbündeter, freigeschwommen zu haben. Immerhin verfügt die Türkei über mehr Drohnen als ein Hochtechnologieland wie Deutschland – als hätte die dortige Regierung die militärische Entwicklung durch einen Krieg, wie er in der Ukraine tobt, vorausgeahnt. Die Entwicklung der türkischen Drohnenindustrie soll auf die 1990er-Jahre zurückgehen, berichtet Esra Karataş Alpay.

„Die Fähigkeit der Türkei, moderne Drohnen zu entwickeln, ist eine direkte Folge der Bemühungen ihres Verteidigungssektors, die Herausforderungen beim Zugang zu ausländischer Technologie zu überwinden, insbesondere in kritischen Momenten, als traditionelle Verbündete wie die USA und Israel Beschränkungen auferlegten oder Verkäufe verweigerten“, zitiert der englischsprachige türkische Nachrichtensender TRT Global Murat Aslan. Der Politikwissenschaftler der Hasan-Kalyoncu-Universität in Gaziantep erinnert daran, dass die Türkei Ende des vergangenen Jahrtausends israelische Heron-Drohnen hätte kaufen können, aber dass die Israelis die Steuerung der Waffen in eigener Kontrolle behalten wollten. Für die Türkei inakzeptabel, weshalb das Land am Bosporus die Produktion eigener Drohnen forciert hat.

Premiere noch im Ukraine-Krieg? TALAY scheint das Potenzial für einen neuen Exportschlager zu haben

„Die positive Presse von den Schlachtfeldern Libyens, Bergkarabachs und der Ukraine sowie die kurzen Lieferzeiten der Türkei haben die Türkei an die Spitze des Militärdrohnenmarktes katapultiert“, schreibt Molly Campbell in ihrem aktuellen CNAS-Report. TALAY scheint das Potenzial für einen neuen Exportschlager zu haben, vermutet Defense Express – vor allem, weil der Ukraine-Krieg vor allem im Schwarzen Meer die Schlagkraft von Marinedrohnen verdeutlicht hat. Defense Express geht aus vom Start der Serienproduktion im Oktober 2026 und der Auslieferung der ersten Einheiten an die türkische Marine Anfang 2027. Als „ideal für Angriffe auf Schiffe und Hafeninfrastruktur“, bezeichnet das Magazin die Waffe.

Putin wird die Produktvorstellung der „Luftkissen“-Drohne die Zornesröte ins Gesicht treiben – aufgrund dieser Waffe wird er wahrscheinlich vollends die Kontrolle über das Schwarze Meer verlieren und seine kleinste Flotte dort über kurz oder lang abschreiben können: „Im Gegensatz zum festgefahrenen Landkrieg hat die Taktik der Ukraine im Schwarzen Meer Russland demütigende Niederlagen beschert, und die Türkei hat sich als Seemacht des Meeres herausgestellt“, schreibt Alper Coşkun für den Liechtensteiner Thinktank Geopolitical Intelligence Services (GIS).

Der Diplomat sieht neben seinem Heimatland vor allem die USA und mittelbar die Nato als Profiteur der Scharte, die die Ukraine Russland im Schwarzen Meer beigebracht hat. Nicht nur, dass die Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte auf offener See versenkt werden konnten; auch in Häfen und auf Reede war die russische Marine vernichtenden Schlägen ausgesetzt. Mit der TALAY setzt die Türkei nach – Russland dürfte der Boden in dieser Region künftig zu heiß werden; da Putins Marine weder Über- noch künftigen Unterwasserdrohnen Adäquates entgegenzusetzen hat, droht Russland neben der Ostsee eine weitere maritime Schlappe.

Verhältnis Russland und Türkei ambivalent: „Weder Freund noch Feind“

„Als die Türken vor Stalin zitterten“, hat das Nachrichtenmagazin Spiegel die Erinnerung an den Nato-Beitritt der Türkei überschrieben; das war 2022, und die Türkei war da 70 Jahre Partner der nordatlantischen Verteidigungsallianz – drei Jahre länger als Deutschland. Das Verhältnis der Türkei als Nato-Torwächter am Bosporus gegenüber Russland ist ambivalent. „Weder Freund noch Feind“ sei „wohl die treffendste Beschreibung für den Umgang dieser beiden Länder miteinander“, schreibt Alper Coşkun. Das gelte auch für das Miteinander am Schwarzen Meer: „Zwar herrscht oberflächlich keine offene Konfrontation, doch das Gefühl der Rivalität und der Wunsch, auf Kosten des anderen die Oberhand zu gewinnen, sind allgegenwärtig.“

Die Nato wächst und kämpft: Alle Mitgliedstaaten und Einsätze des Bündnisses

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Gegründet wurde die Nato am 4. April 1949 in Washington, D.C. Zunächst zwölf Staaten unterzeichneten den Nordatlantikvertrag: Belgien, Dänemark, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Portugal und die USA. Sie wurden zu den Gründungsmitgliedern der Nato. Hier präsentiert Gastgeber und US-Präsident Harry S. Truman das Dokument, das die Grundlage für das Verteidigungsbündnis bildet. Der erste Oberkommandeur war der US-Amerikaner Dwight D. Eisenhower, der nach seiner Zeit bei der Nato Truman im Amt des US-Präsidenten beerben sollte. © imago
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In den ersten Jahren nach ihrer Gründung stand die Nato ganz im Dienste der Abwehr der sowjetischen Gefahr. 1952 fanden in Deutschland zahlreiche Manöver der Mitgliedsstaaten statt, unter anderem überwacht vom zweiten Oberkommandeur der Nato, Matthew Ridgway (2.v.l.) und dem damaligen französischen Botschafter in Deutschland, Andre Francois-Poncet (3.v.r.). © imago
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Im Jahr 1952 traten zwei weitere Länder der Nato bei: Griechenland und die Türkei. Die Anzahl der Nato-Mitglieder stieg also auf 14. Noch im selben Jahr fanden die ersten Manöver des Verteidigungsbündnisses statt. Beteiligt waren neben Einheiten Großbritanniens und der USA auch Kampftaucher, sogenannte Froschmänner, der türkischen Marine. © imago
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Im Jahr 1954 beschlossen die Nato-Mitgliedsstaaten auch der Bundesrepublik Deutschland den Beitritt anzubieten. Der britische Außenminister Anthony Eden reiste nach Paris, um im Palais de Chaillot die Vereinbarung zu unterzeichnen. Ein Jahr später, 1955, wurde die BRD als 15. Mitglied der Nato in das Verteidigungsbündnis aufgenommen. © UPI/dpa
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Kurz nach Gründung durchlitt die Nato bereits ihre erste interne Krise. Frankreich entzog bereits 1959 seine Flotte der Nato-Unterstellung. 1966 verabschiedeten sich die Vertreter des Landes aus allen militärischen Organen des Verteidigungsbündnisses. Frankreichs Präsident Charles de Gaulle (l.), hier bei der Beerdigung John F. Kennedys, fürchtete eine Dominanz der USA in der Nato und pochte auf die Unabhängigkeit der französischen Streitkräfte. Das Land kehrte erst im Jahr 2009 wieder als vollwertiges Mitglied in die militärischen Strukturen zurück. © imago
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Im Jahr 1982 fand die nächste Erweiterungsrunde der Nato statt. Spanien wurde das 16. Mitglied des Verteidigungsbündnisses und nahm kurz darauf am Nato-Gipfel in Bonn teil. In der damaligen Bundeshauptstadt kamen die Staatsoberhäupter und Regierungschefs zusammen (v.l.n.r.): Kare Willoch (Norwegen), Francisco Balsemao (Portugal), Leopoldo Calvo-Sotelo (Spanien), Bülent Ulusu (Türkei), Margaret Thatcher (Großbritannien) und Ronald Reagan (USA). © imago
Ihren ersten Kampfeinsatz startete die Nato am 30. August 1995 mit der Operation „Deliberate Force“ gegen serbische Freischärler im ehemaligen Jugoslawien. Offiziell trat die Nato dabei nur als eine Art bewaffneter Arm der UN-Mission im Land auf. Beteiligt waren 5000 Soldaten aus 15 Ländern mit 400 Flugzeugen, darunter 222 Kampfflugzeugen. 54 dieser Maschinen, die rund um die Uhr von drei Flugzeugträgern und 18 Luftwaffenstützpunkten in Europa losflogen, waren F-16 Fighting Falcon (im Bild).
Am 30. August 1995 startete die Nato die Operation „Deliberate Force“ gegen serbische Freischärler im ehemaligen Jugoslawien. Offiziell trat die Nato dabei nur als eine Art bewaffneter Arm der UN-Mission im Land auf. Beteiligt waren 5000 Soldaten aus 15 Ländern mit 400 Flugzeugen, darunter 222 Kampfflugzeugen. 54 dieser Maschinen, die rund um die Uhr von drei Flugzeugträgern und 18 Luftwaffenstützpunkten in Europa losflogen, waren F-16 Fighting Falcon (im Bild). © DOD/USAF/afp
Bei der Operation kam es zum ersten Kampfeinsatz der deutschen Luftwaffe seit dem Zweiten Weltkrieg. 14 deutsche Tornado-Kampfflugzeuge flogen von Piacenza aus 65 Einsätze. Nach dem Abzug der schweren Waffen durch die Serben und einer Garantie für die verbliebenen Schutzzonen wurde die Luftoperation am 21. September 1995 beendet. Nato-Befehlshaber Leighton Smith (Mitte) und UN-Balkankommandant Bernard Janvier (rechts) konnten sich schon am Tag davor am Flughafen von Sarajevo als Sieger fühlen.
Am ersten Kampfseinsatz der Nato war auch Deutschland beteiligt. Die Bundeswehr schickte Tornado-Kampfflugzeuge in den Krieg in Jugoslawien. Ab Juni 1999 übernahm Deutschland die militärische Führung über einen Sektor des Kosovos im Rahmen der so genannten Kosovo-Friedenstruppe (KFOR). Zu Beginn befanden sich rund 6.000 deutsche Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr im Einsatz im Kosovo. © ANJA NIEDRINGHAUS/afp
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Es war der erste Kriegseinsatz der deutschen Luftwaffe seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. 14 deutsche Tornado-Kampfflugzeuge flogen von Piacenza aus 65 Einsätze im ehemaligen Jugoslawien. Nach dem Abzug der schweren Waffen durch die Serben und einer Garantie für die verbliebenen Schutzzonen wurde die Luftoperation am 21. September 1995 beendet. © dpa
Bereits im Jahr 1998 hatte hatte das Kabinett Kohl gemeinsam mit den Wahlsiegern der Bundestagswahl 1998, Gerhard Schröder und Joschka Fischer, den ersten Einsatz deutscher Soldaten in einem militärischen Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg beschlossen. Außenminister Fischer appellierte: „Wir haben immer gesagt: ‚Nie wieder Krieg!‘ Aber wir haben auch immer gesagt: ‚Nie wieder Auschwitz!‘“ Die Menschen in Deutschland gingen bei Antikriegsdemos gegen den Nato-Einsatz auf die Straße, so wie hier zum Beispiel am 25. März 1999 in Leipzig.
Bereits im Jahr 1998 hatte das Kabinett Kohl gemeinsam mit den Wahlsiegern der Bundestagswahl 1998, Gerhard Schröder und Joschka Fischer, den ersten Einsatz deutscher Soldaten in einem militärischen Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg beschlossen. Außenminister Fischer appellierte: „Wir haben immer gesagt: ‚Nie wieder Krieg!‘ Aber wir haben auch immer gesagt: ‚Nie wieder Auschwitz!‘“ Die Menschen in Deutschland gingen bei Antikriegsdemos gegen den Nato-Einsatz auf die Straße, so wie hier zum Beispiel am 25. März 1999 in Leipzig.  © ECKEHARD SCHULZ/Imago
Seit Anfang 2001 lieferten sich die Rebellen der UCK (Befreiungsarmee im Kosovo), die bereits im Kosovo-Krieg gegen die Serben gekämpft hatten, Kämpfe mit der mazedonischen Armee. Nach Abschluss eines Friedensabkommens stimmte die UCK ihrer Entwaffnung und Auflösung zu und übergab der Nato ihre Waffen. Insgesamt wurden 3875 Waffen der Rebellen eingesammelt und eingeschmolzen.
Seit Anfang 2001 lieferten sich die Rebellen der UCK (Befreiungsarmee im Kosovo), die bereits im Kosovo-Krieg gegen die Serben gekämpft hatten, Kämpfe mit der mazedonischen Armee. Nach Abschluss eines Friedensabkommens stimmte die UCK ihrer Entwaffnung und Auflösung zu und übergab der Nato ihre Waffen. Insgesamt wurden 3875 Waffen der Rebellen eingesammelt und eingeschmolzen. © Louisa Gouliamaki/dpa
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Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs erweiterte sich die Nato um Länder der ehemaligen Sowjetunion. Am 12. März 1999 wurden die Flaggen von Polen, Tschechien und Ungarn am Nato-Hauptquartier in Brüssel (Belgien) gehisst. Das Verteidigungsbündnis war damit auf 19 Mitgliedsstaaten gewachsen. © ATTILA SEREN/imago
Im August 2003 übernahm die Nato durch ein Mandat der Vereinten Nationen in Afghanistan das Kommando über internationale Friedenstruppen und läutete damit den ersten Einsatz des Bündnisses außerhalb Europas ein. der Einsatz der International Security Assistance Force (ISAF) war ein sogenannter friedenserzwingender Einsatz unter Verantwortung der beteiligten Staaten im Rahmen des Krieges in Afghanistan von 2001 bis 2014.
Im August 2003 übernahm die Nato durch ein Mandat der Vereinten Nationen in Afghanistan das Kommando über internationale Friedenstruppen und läutete damit den ersten Einsatz des Bündnisses außerhalb Europas ein. Der Einsatz der International Security Assistance Force (ISAF) war ein sogenannter friedenserzwingender Einsatz unter Verantwortung der beteiligten Staaten im Rahmen des Krieges in Afghanistan von 2001 bis 2014.  © SHAH MARAI/afp
Nato-Einsatz in Afghanistan
Am Nato-Einsatz in Afghanistan beteiligte sich auch die deutsche Bundeswehr. Mit gleichzeitig 5.300 stationierten Soldatinnen und Soldaten war es der größte Auslandseinsatz der Bundeswehr. Als Teil der International Security Assistance Force (ISAF) waren deutsche Streitkräfte an mindestens zehn Kampfeinsätzen beteiligt. Zwischen 2001 und 2014 wurden 59 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan getötet. © Michael Kappeler/dpa
Im Februar 2020 unterzeichnete Donald Trumps Regierung mit den Taliban das Doha-Abkommen
Im Februar 2020 unterzeichnete Donald Trumps Regierung mit den Taliban das Doha-Abkommen, das einen vollständigen Abzug der US-Truppen aus Afghanistan bis Ende April 2021 beinhaltete. Trumps Nachfolger Joe Biden terminierte den Abzug der US-Truppen bis zum symbolischen Stichtag des 11. September. Die verbündeten Nato-Staaten schlossen sich an, und so begann auch die Bundeswehr mit dem Abzug ihrer letzten Streitkräfte aus Afghanistan. © Boris Roessler/dpa
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Im Jahr 2004 fand die bis dato größte Erweiterungsrunde der Nato statt. Der damalige US-Außenminister Colin Powell gab bekannt, dass das Verteidigungsbündnis sieben neue Mitgliedsstaaten auf einen Streich aufnehmen werde: Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, die Slowakei und Slowenien. Die Nato bestand damit aus 26 Mitgliedern. © BENOIT DOPPAGNE/imago
Seit Juni 2005 unterstützt die Nato die Afrikanische Union, u.a. auch die AU-Mission in Somalia (Amisom). Dort kontrolliert die mit der Terrororganisation Al Qaida verbundene islamistische Bewegung Al-Shabaab Teile des Südens und setzt die Scharia in strenger Form durch. Im Rahmen der AU-Mission in Somalia testet ein Panzerfahrer im Januar 2013 seine Lenkung, während er auf einem Stützpunkt an der Front in Lower Shabelle stationiert ist.
Seit Juni 2005 unterstützt die Nato die Afrikanische Union, u.a. auch die AU-Mission in Somalia (Amisom). Dort kontrolliert die mit der Terrororganisation Al Qaida verbundene islamistische Bewegung Al-Shabaab Teile des Südens und setzt die Scharia in strenger Form durch. Im Rahmen der AU-Mission in Somalia testet ein Panzerfahrer im Januar 2013 seine Lenkung, während er auf einem Stützpunkt an der Front in Lower Shabelle stationiert ist. © TOBIN JONES/afp
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Zu ihrem 50-jährigen Bestehen im Jahr 2009 nahm die Nato zwei weitere Mitglieder auf: Albanien und Kroatien. Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte den albanischen Ministerpräsidenten Sali Berisha bei den Feierlichkeiten rund um die Erweiterung sowie zum Jubiläum auf dem Nato-Gipfel in Straßburg und Kehl. © imago
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Am 5. Juni 2017 wird die Nato um ein weiteres Mitglied erweitert. Montenegro tritt dem Verteidigungsbündnis bei. Das Land hatte sich 2006 von Serbien unabhängig erklärt und wurde inklusive Flagge elf Jahre später in Brüssel am Nato-Hauptquartier begrüßt.  © Gong Bing/imago
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Die vorerst letzte Nato-Erweiterung fand im Jahr 2020 statt. Am 27. März trat Nordmazedonien dem Verteidigungsbündnis bei. Griechenland hatte die Aufnahme des Landes wegen eines Streits über dessen Namen jahrelang blockiert. Nachdem sich beide Länder geeinigt hatten, war der Weg frei für gemeinsame Manöver, wie hier zum Beispiel mit Einheiten der US-Armee in der Nähe von Krivolak. © imago
Im Rahmen ihrer Mission im Irak traniert und unterstützt die Nato die irakischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat. Am 9. Dezember 2021 trafen sich der irakische Sicherheitsberater Qassem al-Araji (links) und der Nato-Befehlshaber Michael Lollesgaard in der „Grünen Zone“ der Hauptstadt Bagdad. Die USA-geführte Koalition beendete damals ihren Kampfeinsatz und verlegte sich auf eine Ausbildungs- und Beratungsrolle.
Im Rahmen ihrer Mission im Irak traniert und unterstützt die Nato die irakischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat. Am 9. Dezember 2021 trafen sich der irakische Sicherheitsberater Qassem al-Araji (links) und der Nato-Befehlshaber Michael Lollesgaard in der „Grünen Zone“ der Hauptstadt Bagdad. Die USA-geführte Koalition beendete damals ihren Kampfeinsatz und verlegte sich auf eine Ausbildungs- und Beratungsrolle. © AHMAD AL-RUBAYE/afp
Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine hat die Nato ihre seit Jahren bestehende Mission für die Luftsicherheit der baltischen Staaten an der Ostflanke des Militärbündnisses noch einmal ausgebaut. Zur Luftraum-Überwachung setzt Frankreich vier Rafale-Kampfflugzeuge ein. Vor dem Start am 25. November 2022 bereitet ein Düsenjägerpilot in Mont-de-Marsan noch einmal sein Flugzeug für die viermonatigen Mission vor.
Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine hat die Nato ihre seit Jahren bestehende Mission für die Luftsicherheit der baltischen Staaten an der Ostflanke des Militärbündnisses noch einmal ausgebaut. Zur Überwachung des Luftraums setzt Frankreich vier Rafale-Kampfflugzeuge ein. Vor dem Start am 25. November 2022 bereitet ein Pilot in Mont-de-Marsan noch einmal seinen Jet für die viermonatige Mission vor.  © THIBAUD MORITZ/afp
Unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs ist im April 2023 auch Finnland der Nato beigetreten. Der Schritt ist historisch. Finnlands Präsident Sauli Niinistö bezeichnete den Nato-Beitritt als Beginn einer neuen Ära. Finnland hat eine 1340 Kilometer lange Grenze zu Russland. Das nordische Land mit seinen rund 5,5 Millionen Einwohnern hatte zuvor jahrzehntelang großen Wert auf militärische Bündnisfreiheit gelegt. Mit dem Beitritt Finnlands wächst die Nato-Außengrenze Richtung Russland nun auf mehr als das Doppelte an.
Unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs ist im April 2023 auch Finnland der Nato beigetreten. Der Schritt ist historisch. Finnlands Präsident Sauli Niinistö bezeichnete den Nato-Beitritt als Beginn einer neuen Ära. Finnland hat eine 1340 Kilometer lange Grenze zu Russland. Das nordische Land mit seinen rund 5,5 Millionen Einwohnern hatte zuvor jahrzehntelang großen Wert auf militärische Bündnisfreiheit gelegt. Mit dem Beitritt Finnlands wächst die Nato-Außengrenze Richtung Russland nun auf mehr als das Doppelte an. © JOHN THYS/afp
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Und am Horizont ist bereits die nächste Erweiterung der Nato zu sehen. Zusammen mit Finnland hatte sich auch Schweden um einen Beitritt zum Verteidigungsbündnis beworben. Der Aufnahmeprozess läuft. Im baltischen Meer fanden bereits erste gemeinsame Übungen der US Navy und der schwedischen Marine statt.  © IMAGO/U.S. Navy
Droht immer wieder mit einem Austritt aus der Nato: US-Präsident Donald Trump.
Bereits während seiner ersten Amtszeit stellte US-Präsident Donald Trump den Nutzen der Nato für die USA infrage und kritisierte die Verbündeten dafür, zu wenig in ihre Verteidigung zu investieren. Stattdessen würden sich die Staaten der Europäischen Union (EU) auf die militärische Stärke der USA verlassen. Nach seinem Sieg bei der US-Wahl 2024 erneuerte Trump seine Kritik und stellte sogar Artikel 5 des Nordatlantikvertrags infrage. Dieser besagt, dass ein Angriff auf einen Nato-Staat als Angriff auf alle Nato-Staaten gilt. © Anna Ross/Uncredited/dpa/Montage

Mit der TALAY könnte der Türkei ein ähnlicher Coup gelungen sein, wie der Ukraine mit der MAGURA V5. Wie das Magazin Army Recognition berichtet, sei die türkische „Luftkissen“-Drohne, die „unterhalb der meisten Marineradarhorizonte“ operieren könne und daher ideal geeignet sei für die „Neutralisierung kleiner bis mittelgroßer Schiffe oder der Störung der Hafeninfrastruktur“. Das heißt, dass Russland Schnellboote, Minensucher oder sogar Raketenkorvetten en masse einbüßen könnte, ohne dass irgendwer auf der Brücke auch nur den leisesten Schimmer von der Gefahr hat, bis es knallt.

Möglicherweise schauen auch die Ostsee-Anrainer jetzt genauer hin. TALAY drängt sich auf als nimmermüder Wachtposten auch an deren Ufern, wie Army Recognition mutmaßt: „Für Küstenstaaten, die ihre Küstengewässer mit unkonventionellen, schwer zu ortenden Systemen verteidigen wollen, könnte TALAY einen Wendepunkt darstellen.“

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