Münchner-Merkur-Interview

Drohnen-Formationen über Deutschland: „Das ist auffällig“ – Bürger sollen melden

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Drohnenflüge, Extremismus, Messerattacken: Die innere Sicherheit in Deutschland ist belastet. Unions-Innenexperte Throm über Dobrindts Maßnahmen.

Berlin – Seit Tagen sorgen Drohnenüberflüge unter anderem in Dänemark und Norwegen für Aufregung. In Polen wurden vor wenigen Wochen gar russische unbemannte Flugobjekte abgeschossen. Auch in Deutschland werden immer wieder Drohnen gesichtet. Ein ernstzunehmendes Phänomen, sagt der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Interview.

Herr Throm, wie groß ist die Bedrohung durch Drohnen? 
In den letzten Wochen hat in ganz Europa die Zahl der Drohnenüberflüge zugenommen. Das ist eine ernsthafte Bedrohung und Teil der hybriden Attacken aus Russland, zu denen auch Cyberangriffe und Desinformationskampagnen gehören. 
Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm (CDU).
Ist das schon eine Form der Kriegsführung? 
Wir sehen uns konkreten Angriffe ausgesetzt. Seit Jahren schon. Jetzt müssen wir das sehr ernst nehmen.
Der Bundesverband der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie fordert eine bessere Koordination bei der Drohnenabwehr. Wie bewerten Sie das? 
Die Forderung ist durchaus berechtigt. Wir müssen die Rechtslage zügig anpassen, und auch die Zuständigkeiten klar definieren, sodass wir sehr schnell handlungsfähig sind beim Aufspüren, Abwehren und Abfangen von Drohnen.

Drohnenabwehr in Deutschland: „Bundesregierung plant gesetzliche Maßnahmen“

Gibt es dazu schon konkretere Pläne? 
Die Bundesregierung plant bereits konkrete gesetzliche Maßnahmen. Das wird das Luftsicherheitsgesetz oder auch das Bundespolizeigesetz betreffen. Allerdings erfolgt das dann noch in Abstimmung mit den Bundesländern.
Was sollen Bürgerinnen und Bürger tun, wenn sie auffällige Drohnen bemerken? 
Sie sollten sich bei der nächsten Polizeidienststelle melden und einen Hinweis geben. Natürlich gibt es auch viele private Drohnenflüge. Aber wenn man zum Beispiel mehrere Drohnen in Formationen in der Luft bemerkt, ist das auffällig. 
Seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs und erst recht nach dem Hamas-Überfall auf Israel haben extremistische Gruppen enormen Zulauf. Die Rekrutierung passiert vor allem über soziale Medien. Wie kann die Bundesregierung dem entgegenwirken?
Wir haben uns vorgenommen, und so steht es auch im Koalitionsvertrag, radikalisierungsfördernde Algorithmen einzudämmen. Prävention ist dringend notwendig und diese Bundesregierung wird das angehen. 
Die Betreiber von Plattformen wie Tiktok sitzen in China oder in den USA. Welche Handhabe hat die Bundesregierung da überhaupt? 
Auf europäischer Ebene gibt es den Digital Service Act. Der ist verbindlich für alle Online-Dienste, die Angebote in der EU haben. Das ist aber nur ein erster Schritt, um die entsprechenden Plattformen zu regulieren. Ich halte ihn für nicht ausreichend. Gerade dort, wo über Hass und Hetze versucht wird, Menschen zu beeinflussen und vor allem bei jungen Leuten zu radikalisieren. Entscheidender Treiber ist die Technologie, die über ihren Algorithmus immer ähnliche hasserfüllte Inhalte in die Geräte der Jugendlichen spült. Da wollen wir gesetzlich nachschärfen. 

Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten
Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). Die GUS besteht aus ehemaligen Staaten der Sowjetunion, die bis heute zum Großteil eng verbunden mit Russland geblieben sind. Doch Moskau-Machthaber Putin hat nicht nur in den Sowjet-Gebieten Freunde. Putin findet auch nach mehreren Jahren Angriffskrieg in der Ukraine noch immer fast weltweit Verbündete. Eine Übersicht: © Imago
Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs steht ein Mann eng an der Seite Wladimir Putins: Alexander Lukaschenko. Das von ihm autoritär beherrschte Belarus teilt sich eine mehr als tausend Kilometer lange Grenze mit der Ukraine. Lukaschenko unterstützte Putins Truppen logistisch bei ihrer Invasion des Nachbarlandes. © Imago
Kim Jong-un und Wladimir Putin
Ein weiterer enger Verbündeter Wladimir Putins ist Kim Jong-un. Der Machthaber regiert ein totalitäres Nordkorea, das als sozialistische Diktatur historisch enge Beziehungen zu Russland pflegt. © Gavriil Grigorov/Imago
russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist
Im Lauf des Ukraine-Kriegs wurde aus der symbolischen Verbindung ein militärisches Bündnis. Kim Jong-un unterstützte Putins Feldzug mit Waffen, Munition und Soldaten. Laut Schätzungen könnten es mehr als 30.000 Mann aus Nordkorea sein, die an der Front im Ukraine-Krieg kämpfen. Auf dem Bild zu sehen ist ein russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist.  © Imago
Xi Jinping zu Gast bei Wladimir Putin
Die Volksrepublik China pflegt sowohl mit Nordkorea als auch mit Russland enge Beziehungen. Das bewies Präsident Xi Jinping zuletzt durch seinen Besuch Moskaus am „Tag des Sieges“. An der Seite Putins begutachte Xi als Gast auf der Ehrentribüne die große Militärparade, die durch Russlands Hauptstadt rollte. Doch China unterstützt Russland nicht nur symbolisch durch Besuche, sondern auch ganz praktisch mit Seltenen Erden und Devisen. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist China der größte Importeur für russische Rohstoffe geworden. © Imago
Präsident Wladimir Putin mit To Lam
Der Dritte im Bunde der ostasiatischen Verbündeten Russlands ist Vietnam. Hier posiert Präsident Wladimir Putin mit Tô Lâm, Präsident Vietnams von Mai 2024 bis Oktober 2024, bei einem Besuch des russischen Staatschefs in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. © Kristina Kormilitsyna/Imago
Wladimir Putin und Narendra Modi
In Südasien, konkret auf dem indischen Subkontinent, findet sich mit Narendra Modi der nächste enge Verbündete Russlands. Indiens Premierminister pflegt ein enges Verhältnis zu Putin. Hier umarmen sich beide bei einem Treffen in Neu-Delhi im Jahr 2018. Indien ist durch mehrere internationale Organisationen und Bündnisse mit Russland verbandelt. Die wohl wichtigsten darunter sind die Zusammenkunft der sogenannten BRICS-Staaten und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
König Ibrahim Ismail von Johor aus Malaysia beim Besuch Putins in Russland
Auch Malaysia ist wie Russland Mitglied des BRICS-Staatenbundes. In Begleitung seiner Frau Raja Zarith Sofia reiste König Ibrahim Ismail von Johor nach Russland, um Putin im Kreml zu besuchen. © Imago
Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Präsident Wladimir Putin eine gute Beziehung
Zur Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) zählt neben Russland unter anderem die Ex-Sowjet-Republik Kasachstan. Das Land teilt sich mit 7644 Kilometern die längste Landgrenze der Welt mit Russland. Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Putin eine gute Beziehung. Kasachstan bezieht 90 Prozent seiner Waffenimporte aus Russland, das wiederum den in Kasachstan gelegenen Weltraumbahnhof Kosmodrom Baikonur mietet. Beide Länder sind außerdem Mitglied in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
Putin und Traoré
Zu Putins engen Verbündeten gehört auch Burkina Fasos Regierungschef Inbrahim Traoré. Am 9. Mai 2025 besuchte er Putin in Moskau (im Bild). „Wir glauben, dass der Terrorismus, den wir heute erleben, vom Imperialismus herrührt, und wir bekämpfen ihn“, sagte er bei einem bilateralen Treffen. In Erinnerung geblieben ist auch eine virale Rede beim Afrika-Gipfel im Jahr 2023 in Russland. Im Beisein Putins machte er damals den Westen dafür verantwortlich, dass Afrika trotz seiner Rohstoffe der ärmste Kontinent sei.  © IMAGO/Mikhail Metzel/Kremlin Pool
Ägypten Militärband Moskau
Mehr als 80 Jahre Diplomatie verbinden Ägypten und Russland. Das Land am Nil ist wirtschaftlich von Moskau abhängig. Auch Putin profitiert von den Verbindungen nach Kairo. Der russische Präsident betrachtet Ägypten als Tor nach Afrika. Im August 2022 war eine ägyptische Militärband in Moskau zu Gast (im Bild). Auch bei der Militärparade zum 80. Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 marschierte eine Einheit aus Ägypten über den Roten Platz.  © Sergei Bobylev/Imago
Laos-einheit in Moskau
Am „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 paradierte auch eine Einheit aus Laos durch Moskau. Angeblich arbeitet Putin derzeit intensiv daran, das Land in den Krieg gegen die Ukraine einzubinden. Im Sommer 2025 begrüßte er den laotischen Präsidenten Thongloun Sisoulith in Moskau. © Ricardo Stuckert/Imago
Turkmenistan Moskau Parade
Turkmenistan schickte ebenfalls eine Einheit nach Moskau. Die zentralasiatische Republik Turkmenistan am Kaspischen Meer gehört auch Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu den am meisten abgeschotteten Staaten der Welt.  © Ricardo Stuckert/Imago
Aleksandar Vucic Putin Netanjahu
Auch der serbische Staatschef Aleksandar Vučić nahm 2025 – wie auch schon 2018 (im Bild) – in Moskau an der Parade vor rund 10.000 Soldaten teil. Die Beziehungen zwischen Serbien und Russland gelten als traditionell freundschaftlich. Belgrad verweigert sich den Sanktionen gegen Russland und hat den Westen für den Ukraine-Krieg verantwortlich gemacht. Zuletzt gab es trotzdem zwischen Moskau und Belgrad Verstimmungen, als der russische Auslandsgeheimdienst Serbien den Verkauf von Munition an die Ukraine vorwarf. © Mikhail Metzel/Imago
Milorad Dodik
Putins wichtigster Mann am Balkan heißt Milorad Dodik (2. von rechts). Der bosnisch-serbische Separatistenführer betreibt seit Jahren die Abspaltung des Landesteils Republika Srpska vom bosnischen Staat. Dodik stimmt sich dabei regelmäßig mit dem russischen Präsidenten ab. © Alexei Nikolsky/Imago
Salva Kiir Putin
Im September 2023 traf sich Putin mit Salva Kiir Mayardit, dem Präsidenten von Südsudan. „Die Welt diktiert, dass niemand allein überleben oder Erfolg haben kann“, sagte Salva Kiir. Zu Putin gewandt meinte er, dass sein Land starke Freunde brauche: „Sie sind einer von ihnen.“ © Valery Sharifulin/Imago
Orban Putin
Ungarns Regierungschef Viktor Orbán ist Putin im Ukraine-Krieg stets treu geblieben. So hat er während der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2024 den bis dahin weitgehend isolierten Kremlchef zum Ärger vieler EU-Länder überraschend in Moskau besucht und sich als Vermittler inszeniert (im Bild). Zugleich nutzt Orbán jede Gelegenheit, um gegen die Ukraine auszuteilen.  © Valeriy Sharifulin/Imago
Putin und Ramaphosa
Ende Juli 2023 war Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa bei Putin zu Gast. Der Kremlchef hatte seine Gäste zum Abschluss eines zweitägigen Afrika-Gipfels in St. Petersburg eingeladen, den er in der russischen Ostsee-Metropole veranstaltete. Südafrika, das mit Russland, China, Indien und Brasilien die Brics-Staatengruppe bildet, wird wegen seiner Russland-Nähe vom Westen mit Skepsis betrachtet.  © Sergei Bobylev/Imago
Peseschkian Putin
Im Januar 2025 war Massud Peseschkian in Moskau zu Besuch. Dabei unterzeichnete Irans Präsident gemeinsam mit Putin ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft. Russland und der Iran vertieften damit ihre militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit für die nächsten 20 Jahre.  © Imago
Putin Ortega
Seit vielen Jahren steht Nicaragua an der Seite Putins. Nach dem Aufstand der russischen Privatarmee Wagner gegen die eigene Staatsführung im Juni 2023 schickte auch Präsident Daniel Ortega (hier ein Bild aus dem Jahr 2014) eine Botschaft nach Moskau. In der offiziellen Mitteilung hieß es, Ortega und seine Ehefrau sowie Vizepräsidentin Rosario Murillo übermittelten Putin „unsere Zuneigung in revolutionärer Bruderschaft“. © Cesar Perez/afp
Maduro
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro tat es ihm gleich. „Wir senden unsere Umarmung der Solidarität und der Unterstützung an den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, dem es gelungen ist, einen Versuch des Verrats und des Bürgerkriegs zu bewältigen und seinem Volk den Sieg und den Frieden zu garantieren“, twitterte er damals. © Alexandr Kryazhev/Imago
Putin Goita
Im Juni 2025 verständigten sich Putin und Malis Militärmachthaber Assimi Goïta auf eine bilaterale Kooperation. Russland ist enger Verbündeter von Goïta, der gegen Terrormilizen in Mali auch auf russische Wagner-Söldner setzte. Das Militär hatte sich 2020 und 2021 an die Macht geputscht, die Zusammenarbeit mit Ex-Kolonialmacht Frankreich beendet und sich Moskau zugewandt. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Sassou Nguesso Afewerki
Ende Juli 2023 war Putin gemeinsam mit Denis Sassou Nguesso, dem Präsidenten der Republik Kongo (rechts), und dem eritreischen Präsidenten Isaias Afewerki (links) beim Tag der Marine auf der Newa in St. Petersburg unterwegs. Mit ihrem Besuch beim Russland-Afrika-Gipfel konnten die beiden Staatsmänner die Achse zwischen Russland und ihren Ländern noch einmal stärken. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Raúl Castro
Ein besonders inniges Verhältnis pflegt Russland zu Kuba. Für die hoch verschuldete Karibikinsel ist Russland einer der engsten Verbündeten und wichtigsten Geldgeber. Der Kreml bezeichnete den sozialistischen Karibikstaat, der den Ukraine-Krieg nicht verurteilt hat, als „sehr wichtigen Partner“. Im Jahr 2014 war Putin beim vormaligen Präsidenten Raúl Castro zu Gast. © Imago
Putin
Der Kremlchef ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 im Westen weitestgehend isoliert. Umso wichtiger ist ihm der Kontakt zu seinen Verbündeten – den sucht er in vielen Fällen auch per Video. Im Mai 2025 nahm er an einer Sitzung der Kommission für militärisch-technische Zusammenarbeit mit ausländischen Staaten teil.  © Alexander Kazakov/Imago
Außerhalb des digitalen Raums gibt es Probleme, die Messergewalt in Deutschland hat erheblich zugenommen. Was will die Bundesregierung dagegen unternehmen? 
Es gibt nun mal gefährliche Werkzeuge wie Messer in unserem Alltag. Es kommt auf die Person an, die ein solches Werkzeug in den Händen hält. Deswegen setzen wir zuerst auf Prävention, um klarzumachen, wie gefährlich ein Messer ist und dass man es nicht einfach ohne Grund dabeihaben muss. 
Sollte es mehr Kontrollen geben? 
Wir müssen die Polizei in die Lage versetzen, auch anlasslos Kontrollen vornehmen zu dürfen. Das ist bereits heute zum Beispiel bei öffentlichen Veranstaltungen möglich. Und es wurde erweitert in sogenannten Messerverbotszonen, die die Kommunen ausweisen können. Das ist wichtig und richtig. 

Messerverbot: Kontrollen und Videoüberwachung an Haupbahnhöfen

Darf man dann noch zum Beispiel ein Schweizer Taschenmesser am Schlüsselbund haben? Oder wird das zum Problem? 
Das muss jeder wissen selber wissen, ob er ein Taschenmesser mit sich führen will.  Ich würde sagen: Das ist auch weiterhin durchaus möglich. Man wird Messer nicht verbieten können und auch nicht wollen. Bei einem kleinen Schweizer Taschenmesser gibt es wohl in der Regel kein Problem. 
Tatorte von Gewalttaten sind oft Bahnhöfe. Wie macht man die sicherer? 
An Bahnhöfen sollten wir umfassend Videoüberwachungssysteme installieren. Und ich bin sehr dafür, dass wir die Bilder mit entsprechender biometrischer Gesichtserkennung auswerten dürfen. Das wäre das richtige und angemessene Mittel im heutigen Zeitalter. Dies wäre ein großer Sicherheitsgewinn.
Datenschützer sehen das wahrscheinlich anders. 
Es geht um die kurzfristige Aufzeichnung zur Auswertung. Und wenn die Auswertung erfolgt ist, ohne dass es einen Befund gab, müssen die Daten natürlich unverzüglich gelöscht werden. Ich sehe hier wirklich keine Problematik beim Thema Datenschutz. Allein schon, weil unsere Bundespolizei, die das dann an den Bahnhöfen durchführen würde, sehr verlässlich und rechtsstaatlich kontrolliert ist. 
Ein großes Thema der schwarz-roten Koalition: die sogenannte Migrationswende. Sind Sie schon am Ziel? 
Die Bundesregierung und insbesondere Innenminister Dobrindt ist tatkräftig gestartet und hat die Migrationswende erfolgreich begonnen. Wir sehen: Die Asylbewerberzahlen sinken. Aber wir sind noch nicht am Ziel und müssen die Ankunftszahlen nochmals deutlich reduzieren. Vor allem braucht es eine tragfähige Regelung auf europäischer Ebene im sogenannten neuen gemeinsamen europäischen Asylsystem. Da müssen wir Regeln nachschärfen. Dazu ist der Innenminister in Kontakt mit seinen europäischen Kollegen. 
Der Sachverständigenrat Integration und Migration sagt: Die sinkende Zahl von Asylbewerbern ist nicht unbedingt auf Dobrindts Maßnahmen zurückzuführen, denn die Zahlen sind europaweit nach unten gegangen, schon bevor es etwa verschärfte Kontrollen gab. Was entgegnen Sie?
Ich entgegne, dass die Zahlen in Deutschland nahezu doppelt so stark zurückgegangen sind wie auf europäischer Ebene. Europaweit liegt der Rückgang bei 23 Prozent, in Deutschland bei 43 Prozent. Dagegen kann man schlecht argumentieren. Und die Zurückweisungen haben zu einem Domino-Effekt geführt. 

CDU-Innenpolitiker: Dobrindts Zurückweisungen an den Grenzen „setzt EU-Recht wieder in Kraft“

Inwiefern? 
Andere europäische Staaten führen ihrerseits auch mehr Kontrollen und Zurückweisungen durch. Dadurch sinken die Ankunftszahlen an der deutschen Grenze insgesamt noch weiter. Es kommt nicht darauf an, dass wir möglichst viele zurückweisen, sondern dass möglichst wenige überhaupt erst an unsere Grenzen kommen. Dazu braucht es weiter Grenzkontrollen an allen Landgrenzen auf unabsehbare Zeit. 
Die Zurückweisungen verstoßen gegen EU-Recht, sagen Kritiker. 
Wir gehen davon aus, dass die Maßnahmen an der Grenze einschließlich der Zurückweisung auch von Asylsuchenden rechtmäßig sind. Deutschland ist dazu befugt. Die sogenannte Dublin-Regel, nach der dasjenige EU-Land für Asylanträge zuständig ist, in dem eine Person als Erstes in die EU einreist, ist komplett dysfunktional. Viele europäische Staaten setzen die Dublin-Regel nicht um. Deswegen muss Deutschland seine Grenzen schützen. Wir setzen also im Grunde genommen europäisches Recht geradezu wieder in Kraft. 

Rubriklistenbild: © Marcus Golejewski/Christoph Soeder/dpa (Montage)

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