Eskalation durch USA

Nach Trumps Ukraine-Kritik: Waltz lässt die Schuldfrage stehen

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Das Ringen mit den richtigen Worten: Trumps nationaler Sicherheitsberater hat keine Distanz gefunden zu Donald Trumps Anschuldigungen, die Ukraine hätte den Ukraine-Krieg vom Zaun gebrochen. Die Welt dagegen reagiert fassungslos.
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Trump eröffnet den Krieg an zwei Fronten: Die USA behaupten, die Ukraine sei der tatsächliche Aggressor gegen Russland. Eine persönliche Fehde liegt nahe.

Washington D.C. – „Sie müssen einen Gang zurückschalten, sich die Sache genau ansehen und den Deal unterzeichnen“, sagt Mike Waltz. Den nationalen Sicherheitsberater von Donald Trump zitiert aus dessen Interview mit Fox News die Nachrichtenagentur Reuters. Ansonsten bleibt der Republikaner und Ex-Offizier der Green Berets auf Linie – die Welt wartet auf eine Richtigstellung von Trumps Behauptung, die Ukraine hätte den Krieg gegen die Invasionstruppen von Wladimir Putin begonnen. Bisher wartet sie vergeblich.

Das Magazin Newsweek berichtet davon, dass Waltz Nachfragen von Reportern in dieser Frage ausgewichen sei. Fakt ist, dass Russland den Krieg militärisch mit einer groß angelegten Invasion im Februar 2022 begonnen hat; und die Welt ist entrüstet ob dieses völkerrechtswidrigen Übergriffs. Die Schuldfrage wabert seitdem durch die Weltpolitik mit Russland als entschieden auftretender Verfechter der Opferrolle – allerdings bestehen Stimmen, die auch die Schuldfrage am Ukraine-Krieg etwas differenzierter sehen als die Mehrheit im Westen: „Die USA und die Nato haben den Ukraine-Krieg mit ausgelöst. Es ist nicht gleichbedeutend damit, ,auf Putins Seite zu stehen‘, wenn man es zugibt“, schrieb Ted Galen Carpenter bereits im März 2022.

Kein Ukraine-Krieg: Wenn Trump anstelle von Joe Biden an der Macht in den USA gewesen wäre

Nach Meinung des Analysten des US-Thinktanks Cato Institute hätten sowohl russische Politiker als auch westliche Beobachter bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten vor der Invasion davor gewarnt, dass die Nato-Erweiterung gen Osten Feuer an die kurze Lunte von Russlands Duldsamkeit lege. Demnach sei davon ausgegangen worden, dass zumindest ein neuer Kalter Krieg mit Russland drohe; im schlimmsten Fall war davon auszugehen gewesen, dass genau das eintritt, was seit drei Jahren in der Ukraine Wirklichkeit ist.

„Selenskyj reiht sich in eine lange Reihe von Staatschefs ein, die ihr eigenes Wohlergehen über das ihres Landes stellen. Das ist eine krankhafte Form des Egoismus, bei der Selbsterhaltung um jeden Preis geht, selbst wenn das bedeutet, dass Tausende weitere Frauen und Kinder sterben werden!“

John Mac Ghlionn, The Hill

Im Gegenteil legt Mike Waltz nahe, dass selbst die aufgeheizte Stimmung seit der Annexion der Krim durch Russland 2014 keine solchen Ausmaße angenommen hätte wie heute, wenn Trump anstelle von Joe Biden an der Macht in den USA gewesen wäre. Waltz äußerte sich, nachdem Keith Kellog für drei Tage in der Ukraine mit deren Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über einen Frieden konferierte – die Stimmung zwischen den USA und der Ukraine soll durch den Besuch des US-Sondergesandten sogar wieder zu einer Wohlfühltemperatur zurückgekehrt sein. Starke Beziehungen zwischen der Ukraine und den USA kommen der ganzen Welt zugute“, sagte Selenskyj laut Newsweek.

Carpenter sieht die „Schuldfrage“ bereits seit der Krim-Annexion klar in Europa und in der demokratischen Partei seines Landes verortet, wie er schreibt: Robert M. Gates, der sowohl unter Bush als auch unter Barack Obama Verteidigungsminister gewesen sei, habe 2014 in seinen Memoiren „Duty“ eingeräumt, dass „der Versuch, Georgien und die Ukraine in die Nato aufzunehmen, wirklich zu weit ging“, wie Gates formuliert. Gates habe das betrachtet als ein Beispiel „rücksichtsloser Missachtung dessen, was die Russen als ihre eigenen vitalen nationalen Interessen betrachteten“, so der Analyst.

USA auf Putin-Kurs: Widerstand der Ukraine „schlicht inakzeptabel“

Insofern scheint für die US-Amerikaner unvorstellbar, dass an ihrer Sicht von außen gezweifelt wird, wie Reuters aktuell berichtet: „Der Widerstand der Ukraine gegen den Mineraliendeal und gegen Trumps Führung der Friedensgespräche sei angesichts all dessen, was die Vereinigten Staaten für die Ukraine getan hätten, schlicht inakzeptabel“, sagte Waltz laut der Nachrichtenagentur.

Die britische Daily Mail kommt daher mit der Mutmaßung, dass Donald Trump nicht nur strikt aus innenpolitischer Verve heraus handelt, sondern offenbar auch noch einen persönlichen Strauß mit der Ukraine auszufechten habe. Demnach scheint der „Hass“ auf die Ukraine darin liegen zu können, wie die Daily Mail schreibt, dass Paul Manafort – der ehemalige Leiter von Trumps Präsidentschaftswahlkampf 2016 – in einen ukrainischen Korruptionsskandal verwickelt gewesen sein soll.

Donald Trumps Kabinett: Liste voller skandalöser Überraschungen

Donald Trump im Weißen Haus
Donald Trump ist am 20. Januar 2025 als neuer Präsident ins Weiße Haus zurückgekehrt. Die Posten in seinem Kabinett sind alle verteilt. Wir stellen vor, wer Trump in die Regierung folgt. © Evan Vucci/dpa
 J.D. Vance wird Donald Trump als Vizepräsident ins Weiße Haus folgen.
J.D. Vance ist Donald Trump als Vizepräsident ins Weiße Haus gefolgt. Der 40 Jahre alte ehemalige Senator aus Ohio ist einer der jüngsten US-Vizepräsidenten aller Zeiten. Nach Washington DC hat Vance seine Ehefrau Usha Vance begleitet. Die 38 Jahre alte Anwältin ist die erste „Second Lady“ der USA mit indischen Wurzeln. Das Paar hat die für den Vizepräsidenten vorgesehenen Räumlichkeiten im „United States Naval Observatory“ nahe dem Weißen Haus bezogen. © Alex Brandon/dpa
Marco Rubio soll laut US-Medien in der Regierung von Donald Trump das Amt des Außenministers übernehmen.
Marco Rubio hat in der Regierung von Donald Trump das Amt des Außenministers übernommen. Der 53 Jahre alte Senator aus Florida ist der erste US-Außenminister mit lateinamerikanischen Wurzeln. Rubio trat 2016 gegen Trump bei den Vorwahlen der Republikaner an und musste sich von dem späteren US-Präsidenten als „totaler Witz“ mit einem Schweißproblem beschimpfen lassen. Doch statt sich zu wehren, schluckte der langjährige Senator die Beleidigungen und präsentierte sich als loyaler Anhänger Trumps. In der US-Außenpolitik stellte sich Rubio in der Vergangenheit an die Seite der Ukraine. © IMAGO/Michael Brochstein / SOPA Images
Scott Bessent soll unter Donald Trump den Job des Finanzministers übernehmen
Donald Trumps Nominierung für den Posten des Finanzministers wirkte geradezu langweilig. Scott Bessent übernahm den Job – gegen den Wunsch Elon Musks. Der hatte sich mehrfach gegen die Ernennung des Wall-Street-Experten ausgesprochen. Bessent gilt als international erfahrener Finanzexperte und soll Donald Trump bereits 2016 mehrere Millionen Dollar für den Wahlkampf gespendet haben. In seiner neuen Funktion wird Bessent zahlreiche Wahlversprechen Trumps umsetzen müssen, darunter unter anderem Steuersenkungen, neue Zölle gegen China und die Finanzierung von Projekten wie den geplanten Massenabschiebungen. © DREW ANGERER/AFP
Pete Hegseth soll Verteidigungsminister werden
Eine überraschende Wahl Donald Trumps war die Personalie des Verteidigungsministers. Pete Hegseth war acht Jahre lang als Moderator für Fox News tätig. Als Soldat diente Hegseth im Irak und in Afghanistan. Erfahrung in Regierungsarbeit bringt er aber nicht mit. Doch Hegseth dürfte sich die Nominierung durch Trump mit seiner langjährigen Loyalität verdient haben: Der zweifache Familienvater hält schon seit 2016 zu Trump, als viele den Milliardär noch als politische Witzfigur belächelten. © TERRY WYATT(AFP
Pamela Jo Bondi, genannt Pam Bondi, den Job im Justizministerium bekommen
Statt dem ursprünglich von Trump nominierten Matt Gaetz hat Pamela Jo Bondi, genannt Pam Bondi, den Job im Justizministerium bekommen. Die 59 Jahre alte Juristin war in ähnlicher Funktion auf bundesstaatlicher Ebene bereits in Florida tätig. 2013 stellte sie dort in dieser Funktion einen Betrugsprozess gegen die Trump University ein. 2016 unterstützte sie Trump im Vorwahlkampf der Republikaner. Er holte die Juristin drei Jahre später in sein Anwaltsteam, das ihn im ersten Amtsenthebungsverfahren vertrat.  © MANDEL NGAN/AFP
Douglas James „Doug“ Burgum ist Mitglied der Republikaner
Douglas James „Doug“ Burgum ist Mitglied der Republikaner und hat im Kabinett von Donald Trump den Posten des Innenministers übernommen. Von 2016 an war der ehemalige Unternehmer Gouverneur des Bundesstaates North Dakota.  © IMAGO/Ricky Fitchett
Brooke Rollins soll im zweiten Kabinett Donald Trumps das Amt der Landwirtschaftsministerin übernehmen
Brooke Rollins hat im zweiten Kabinett Donald Trumps das Amt der Landwirtschaftsministerin übernommen. Die Anwältin stammt aus Texas und war bereits in der ersten Regierung Trumps tätig. Sie gilt als loyale Anhängerin des künftigen Präsidenten und als politische Vordenkerin konservativer Strategien. © MANDEL NGAN/AFP
Howard Lutnick, hier im Jahr 2010 mit seiner Ehefrau bei einer Gala
Howard Lutnick, hier im Jahr 2010 mit seiner Ehefrau bei einer Gala, ist Donald Trump als Handelsminister ins Weiße Haus gefolgt. Der Milliardär war stellvertretender Vorsitzender im Übergangsteam Trumps und regelmäßiger Gast in dessen Luxus-Resort Mar-a-Lago. Laut der New York Times war Lutnick lange Zeit als Mitglied der Demokraten registriert, lief nach der Machtübernahme Trumps im Jahr 2016 zu den Republikanern über. © IMAGO
Lori Chavez-DeRemer war Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus
Lori Chavez-DeRemer war Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus und ist unter Donald Trump Arbeitsministerin geworden. Die Personalie war innerhalb der Republikanischen Partei umstritten. Chavez-DeRemer unterhält enge Beziehungen zu mehreren Gewerkschaften in den USA und unterstützte während ihrer Amtszeit mehrere Gesetzentwürfe der Demokraten, darunter auch eine Amnestie für illegal Eingewanderte, die auf dem Arbeitsmarkt integriert sind. © IMAGO/Michael Brochstein
Robert F. Kennedy Jr., Neffe des einstigen Präsidenten John F. Kennedy
Robert F. Kennedy Jr., Neffe des einstigen Präsidenten John F. Kennedy, hat sich in den vergangenen Jahren vor allem als Impf-Leugner und Verschwörungstheoretiker hervorgetan. Bei der US-Wahl 2024 trat RFK zunächst als unabhängiger Kandidat an, zog sich dann aber aus dem Rennen zurück und unterstützte die Kampagne Donald Trumps. Der versprach dem 70 Jahre alten Kennedy dafür eine herausragende Rolle bei der Gestaltung der Gesundheitspolitik – und nominierte ihn schließlich als US-Gesundheitsminister. © IMAGO/Robin Rayne
Scott Turner, ehemaliger NFL-Profi, soll unter Donald Trump Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung werden.
Scott Turner ist unter Donald Trump Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung geworden. Der ehemalige Profi der American Football League gehörte bereits der ersten Administration Trumps an. Scott ist die erste Schwarze Person im Team des künftigen Präsidenten. Zu Scotts Aufgaben werden unter anderem Programme zur Förderung von erschwinglichem Wohnraum gehören, außerdem zur Unterstützung von Amerikanern mit geringem Einkommen, zur Verhinderung von Diskriminierung auf dem Markt und zur Förderung der Stadtentwicklung. © ANNA MONEYMAKER/AFP
Sean Duffy, hier mit seiner Ehefrau Rachel Duffy
Sean Duffy, hier mit seiner Ehefrau Rachel Duffy, ist der neue Verkehrsminister in der Trump-Regierung. Duffy bringt politische Erfahrung als ehemaliger Kongressabgeordneter mit. Seine Nominierung durch Trump dürfte er aber vor allem seiner Präsenz bei Fox News verdanken. Neben zahlreichen Gastauftritten moderierte Duffy gut ein Jahr seine eigene Show namens „The Bottom Line“ auf dem Spartensender Fox Business Network. © IMAGO/Robert Deutsch
Chris Wright
Neuer Energieminister ist Chris Wright. Er soll Trump dabei helfen, Regulierungen abzubauen und so die Ausbeutung der Rohstoffe in den USA voranzutreiben. Trump hat es eigenen Aussagen zufolge vor allem auf Ölfelder in Alaska abgesehen. Burgums Aufgabe ist, als Energierminister Öl-Förderungen in dortigen Naturschutzgebieten zu ermöglichen. © Ting Shen/AFP
Linda McMahon. Die 76 Jahre alte Managerin ist die Ehefrau von Vince McMahon
Eine weitere Fernsehpersönlichkeit, die Donald Trump mit nach Washington DC gebracht hat, ist Linda McMahon. Die neue Bildungsministerin ist die Ehefrau von Vince McMahon. Gemeinsam mit ihrem Mann führte McMahon die Wrestling-Show WWE zu internationalem Erfolg. Das Vermögen des Ehepaars wird laut Forbes auf fast drei Milliarden Dollar geschätzt. Die McMahons gelten als spendenfreudige Unterstützer der Republikaner im Allgemeinen und Donald Trump im Speziellen. Was genau ihre Aufgaben sind, ist nicht ganz klar. Im Wahlkampf hatte Trump immer wieder angekündigt, das Bildungsministerium abschaffen zu wollen. © imago stock&people
Der ehemalige Kongressabgeordnete Doug Collins
Der ehemalige Kongressabgeordnete Doug Collins hat unter Donald Trump den Posten des Ministers für Kriegsveteranen übernommen – ein wichtiger Posten in den USA, wo die Rolle der Umgang mit den eigenen Veteranen ein konstanter Streitpunkt ist. Collins gilt als loyaler Unterstützer Trumps und verteidigte auch dessen Behauptungen zum angeblichen Wahlbetrug in Georgia bei der US-Wahl 2020.  © IMAGO/Robin Rayne
Kristi Noem vor der US-Wahl
Kristi Noem berichtete vor der US-Wahl in einer Autobiografie davon, wie sie ihren Hund wegen Ungehorsams erschossen hatte. Damit löste die 52 Jahre alte Gouverneurin des Bundesstaates South Dakota eine Welle der Empörung aus – und hinderte Donald Trump wohl daran, sie zu seiner Vizepräsidentin zu machen. Dafür war die Republikanerin rund ein Jahr lang als Ministerin für innere Sicherheit Teil des Trump-Kabinetts tätig. Im März 2026 musste sie aber ihren Hut nehmen.  © Samantha Laurey/Imago
Senator des Bundesstaates Oklahoma Mullin
Trump bestimmte zugleich den Nachfolger von Noem: Markwayne Mullin führt mit Wirkung zum 31. März 2026 das für Einwanderungs- und Grenzschutzbehörden zuständige Ressort. Der Senator des Bundesstaates Oklahoma und sechsfache Vater aus dem Mittleren Westen gilt als bodenständig, konservativ und loyal zu Trump. Mullin wuchs auf einer Ranch auf, übernahm als junger Mann das Familienunternehmen, einen Sanitär- und Handwerksbetrieb, und baute es zu einer großen Firma aus. Bevor er in die Politik ging, kämpfte er außerdem als Mixed-Martial-Arts-Sportler und blieb laut eigenen Angaben in seiner kurzen Profikarriere ungeschlagen. Nun verfügt Trumps Kabinett über einen neuen Kämpfer.  © J. Scott Applewhite/dpa
Der 44 Jahre alte Lee Zeldin
Lee Zeldin ist neuer Direktor der Umweltschutzbehörde. Trump selbst glaubt nicht an den menschengemachten Klimawandel. Zeldins Aufgabe soll also weniger der Schutz der Umwelt sein. Stattdessen soll der Ex-Abgeordnete laut Trump „für faire und rasche Deregulierung sorgen“. Zeldin bedankte sich für den Posten bei seinem neuen Chef via X und kündigte an, „amerikanische Arbeitsplätze zurückzubringen“. © IMAGO/Matt Bishop/imageSPACE
Russel Vought nennt sich selbst einen „christlichen Nationalisten“.
Russell Vought nennt sich selbst einen „christlichen Nationalisten“. Erfahrungen hat er bereits als Regierungsbeamter in der ersten Administration von Donald Trump sammeln können. Vought war einer der Autoren des „Project 2025“ und gilt als Hardliner in Sachen Grenz- und Einwanderungspolitik. In der neuen Administration von Donald Trump hat er die Leitung des Büros für Management und Haushalt übernommen. © Michael Brochstein/imago
Tulsi Gabbard war einst Abgeordnete der Demokraten
Tulsi Gabbard war einst Abgeordnete der Demokraten und vertrat den Bundesstaat Hawaii von 2013 bis 2022 im Repräsentantenhaus. 2020 kandidierte sie bei den Vorwahlen der Demokrate. 2022 brach sie mit ihrer Partei und erklärte sich für unabhängig. In den Folgejahren näherte sie sich immer mehr den Republikanern an, bis sie sich vor der US-Wahl 2024 öffentlich für Donald Trump aussprach. Der dankte es der 43 Jahre alte Politikerin jetzt mit einem Amt in seinem Kabinett. Gabbard ist neue Direktorin der Geheimdienste. „Seit über zwei Jahrzehnten kämpft Tulsi Gabbard für unser Land und die Freiheiten aller Amerikaner“, sagte Donald Trump in einem Statement. © Marco Garcia/dpa
John ratcliffe
John Ratcliffe führt seit Ende Januar den Auslandsgeheimdienst der USA. Der ehemalige Kongressabgeordnete aus Texas gilt als enger Vertrauter von Trump. Ratcliffe war zuvor Co-Vorsitzender einer konservativen Denkfabrik. In der ersten Amtszeit des Republikaners war der neue CIA-Direktor als Geheimdienstkoordinator tätig. Die Demokraten warfen Ratcliffe damals unter anderem vor, seine Position für politische Zwecke zu missbrauchen. © Jemal Countess/AFP
Jamieson Greer
Jamieson Greer ist der neue US-Handelsbeauftragte – eine Schlüsselrolle angesichts von Trumps Vorliebe, hohe Zölle auf ausländische Produkte zu verhängen. Historisch habe der US-Handelsbeauftragte nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit gestanden, schreibt die „New York Times“. Unter Trump habe die Rolle aber erheblich an Bedeutung gewonnen.  © Imago
Kelly loeffler
Neue Direktorin der Mittelstandsbehörde ist Kelly Loeffler. Die frühere Senatorin verlor im Januar 2021 die Stichwahl um den Sitz im US-Senat – trotz massiver Unterstützung von Donald Trump. Loeffler ist seit 2004 mit Jeffrey Sprecher, dem Vorsitzenden der New York Stock Exchange, verheiratet. © Imago
Susie Wiles, Spitzname „Ice Lady“, wird unter Donald Trump Stabschefin im Weißen Haus
Ebenfalls dabei ist Susie Wiles. Die sogenannte „Ice Lady“ ist Donald Trumps Stabschefin im Weißen Haus und damit die erste Frau auf dieser Position. Die 67 Jahre alte Politikberaterin leitete den Wahlkampf Trumps bei der US-Wahl 2024. In ihrer neuen Funktion wird sie vor allem dafür zuständig sein, zu regeln, wer Zugang zum künftigen Präsidenten erhält. Doch Wiles hat auf einem wahren Schleudersitz Platz genommen. In seinen ersten vier Jahren Regierungszeit benötigte Trump ganze vier Stabschefs. © Alex Brandon/dpa
Elise Stefanik wird die Vereinigten Staaten von Amerika unter der zweiten Regierung von Donald Trump als Botschafterin bei den Vereinten Nationen vertreten
Elise Stefanik sollte die USA eigentlich als Botschafterin bei den Vereinten Nationen vertreten. Doch Donald Trump hat seine Nominierung Ende März überraschend zurückgezogen. Zur Begründung erklärte er, er wolle nicht riskieren, dass Stefaniks Mandat im Kongress bei einer Nachwahl an die Demokraten falle. Stefanik ist eine loyale Verbündete Trumps. 2014 war sie mit damals 30 Jahren die jüngste Frau, die ins Repräsentantenhaus gewählt wurde. Einst zählte sie zu den eher moderateren Mitgliedern der Partei. Davon kann jetzt keine Rede mehr sein.  © Annabelle Gordon/Imago

Manafort habe offenbar Schmiergelder von der ehemaligen ukrainischen Regierung unter Wiktor Janukowytsch erhalten, jedenfalls sollen Enthüllungen darüber zu Manaforts Manaforts Rücktritt aus Trumps Wahlkampfteam geführt haben; später sei er mehrfach wegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung angeklagt worden. Am Ende seiner ersten Amtszeit habe Trump mit dem inzwischen zum Präsidenten gewählten Selenskyj telefoniert, um dem Ukrainer Militärhilfe und eine Einladung ins Weiße Haus zu versagen –schon damals, 2016, mühte sich Trump, die Ukraine wegen versuchter Manipulation der US-Präsidentschaftswahlen zu diskreditieren.

Presse schießt sich ein gegen Selenskyj: Der „verrückte König von Kiew“

Wie die Mail intendiert, versuche Donald Trump Wolodymyr Selenskyj vom vermeintlichen Volkshelden zum definitiven Niemand zu degradieren. Ein Zwei-Fronten-Krieg von Donald Trump, schreibt David Averre: „Er bezeichnete die US-Hilfe für Kiew als Verschwendung von Steuergeldern und scheint darauf erpicht zu sein, sich beim Kreml einzuschmeicheln, vielleicht um künftige Handels- und Energieabkommen mit Moskau zu erleichtern oder die problematische Partnerschaft mit Peking zu stören.“ Averre erinnert für die Mail daran, dass Trump nach seiner zweiten Amtseinführung die Ukraine beschrieben haben soll als ein korruptes Land „voller schrecklicher Menschen“.

Auch in den USA existieren Medien, die Trumps Zuweisungen nachplappern oder ihnen Nahrung bieten. Als „verrückten König von Kiew“ bezeichnet aktuell das in Washington beheimatete Online-Medium The Hill den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selensky, seine Europa-Tourneen zum Spendensammeln als Ego-Trip zum reinen Machterhalt und vergleicht ihn mit Diktatoren wie Saddam Hussein, der sich noch am Irak festkrallte als die Stadt und seine Herrschaft schon in Trümmern lagen. Auch John Mac Ghlionn fordert in seinem Meinungsbeitrag von Selenskyj, Macht und Kontrolle schleunigst abzugeben.

Selenskyj reiht sich in eine lange Reihe von Staatschefs ein, die ihr eigenes Wohlergehen über das ihres Landes stellen. Das ist eine krankhafte Form des Egoismus, bei der Selbsterhaltung um jeden Preis geht, selbst wenn das bedeutet, dass Tausende weitere Frauen und Kinder sterben werden!“, schreibt Mac Ghlionn. Ob dieser Haltung in der Regierung von Donald Trump vermutet Newsweek-Autor Daniel Bush, dass Mike Waltz‘ bedingungslose Verteidigung von Trumps Darstellung von Kriegsursachen und Kriegsbeginn den Keil zwischen den USA und der Ukraine noch weiter hineintreiben wird; der Streit zwischen den beiden Ländern wird vermutlich weiter eskalieren.

Europa konsterniert: „Wir müssen kühlen Kopf bewahren und die Ukraine weiterhin unterstützen“

Und die europäischen Länder mit in den Strudel reißen, sie werden sich positionieren müssen, wenn das Tischtuch zwischen Trump und Selenskyj endgültig zerschnitten sein sollte. „Wir verstehen die Logik nicht ganz“, sagte beispielsweise Frankreichs Regierungssprecherin Sophie Primas gegenüber Reportern und führte „die vielfältigen, unterschiedlichen und oft unverständlichen Kommentare von Präsident Trump“ an, wie Reuters schrieb. Anders als der US-Präsident bezweifeln nämlich Europas Staats- und Regierungschefs Russlands Fokus auf Deeskalation, wie Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron gesagt habe: „Alle scheinen zu glauben, dass Russland über Frieden verhandeln will. Ich bin mir da überhaupt nicht sicher. Wir müssen also einen kühlen Kopf bewahren und die Ukraine weiterhin unterstützen.

Die USA sind nun nach Russland die zweite Nation, die Front macht gegen die Ukraine. Allerdings scheint sich fortzusetzen, womit Donald Trump seine erste Amtszeit dominiert und seine zweite Amtszeit begonnen hat – mit Zweideutigkeiten, die frank und frei heraus posaunt, nach einer Weile wieder korrigiert werden mussten. Denn neben den Tiraden von Donald Trump will Waltz, laut Reuters, auch hervorgehoben wissen, dass die Differenzen zwischen den USA und der Ukraine nicht unüberbrückbar seien, wie ihn die Nachrichtenagentur zitiert: „Der Präsident hat auch gesagt, wie sehr er das ukrainische Volk liebt.“

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