VonMarcus Giebelschließen
Im Nahost-Krieg beobachtet die Welt auch die USA. Donald Trumps normalerweise einige MAGA-Anhängerschaft zeigt sich bei diesem Konflikt gespalten.
Update, 18. Juni 2025, 09.00 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat auf die Kritik von Tucker Carlson am Kurs des US-Präsidenten mit Blick auf den Krieg in Israel reagiert. Im Rahmen des G7-Gipfels wurde Trump gefragt, ob er bereits von der Kritik des ehemaligen Moderators von Fox News gehört habe. Der Präsident antwortete: „Ich weiß nicht, was Tucker Carlson sagt. Er sollte ins Fernsehen gehen und es dort sagen, damit die Leute zuhören.“ Trump dürfte seine Worte als Seitenhieb in Richtung Carlson gemeint zu haben, der sich seit seinem Rauswurf bei Fox News als Podcaster und Streamer verdingt.
Wie sehr der Nahost-Krieg und die Lage im Iran und Israel das Umfeld Donald Trumps auseinanderreißt, beweisen die Reaktionen auf Donald Trumps Kritik an Tucker Carlson. Die sonst so treu an der Seite des Präsidenten stehende Candace Owens ging in einer Sendung ihrer Youtube-Show auf Trump los und warf ihm vor, „realitätsfremd“ zu sein. Auf X legte die rechte Podcasterin und Influencerin nach. „Donald Trump hat gerade seine Basis komplett zersplittert. [....] Wirklich unglaublich“, schrieb Owens auf dem Kurznachrichtendienst. Seine Kritik an Carlson sei nicht mehr als „ironisch, wenn man überlegt, dass es Podcaster waren, die Trump die Wahl gewannen.“
Donald Trump wird von Verbündeten für seinen Kurs im Krieg zwischen Iran und Israel kritisiert
Erstmeldung vom 17. Juni 2025: Washington, DC – Der Nahost-Krieg zwischen Israel und dem Iran erfordert derzeit fast die gesamte Aufmerksamkeit von Donald Trump. Er ist der Grund, warum der US-Präsident den G7-Gipfel in Kanada vorzeitig verlassen hat. Und könnte wohl auch schwerwiegende Folgen für den mächtigsten Mann der Welt haben. Das jedenfalls befürchtet einer von Trumps bekanntesten Unterstützern.
Der 79-Jährige selbst stellte angesichts der Spekulationen, er könnte einen Waffenstillstand vermitteln wollen, auf Truth Social klar, von ihm würde keine Initiative für Friedensgespräche ausgehen. „Wenn sie reden wollen, wissen sie, wie sie mich erreichen. Sie hätten den Deal annehmen sollen, der auf dem Tisch lag – das hätte viele Leben gerettet“, schrieb Trump in Richtung iranischer Führung.
Israel im Krieg mit Iran: Raketen fliegen, Menschen werden evakuiert




Trump und der Nahost-Krieg: US-Präsident verbreitet Zuversicht auf Frieden zwischen Israel und Iran
Bereits in einem früheren Post hatte er prophezeit: „Iran und Israel sollten einen Deal machen und sie werden einen Deal machen.“ So wie er schon zwischen Indien und Pakistan, zwischen Serbien und dem Kosovo oder zwischen Ägypten und Äthiopien vermittelt habe, werde dies auch in diesem Fall gelingen.
„Wir werden bald Frieden zwischen Israel und dem Iran haben! Es finden derzeit viele Telefonate statt. Ich leiste viel, bekomme aber nie Anerkennung dafür, aber das ist okay, die Bevölkerung versteht das“, ist zu lesen. Und zum Abschluss: „Make Middle East great again!“
Eine Abwandlung seines Slogans „Make America great again“. Die in ihrer Verehrung für Trump so einige MAGA-Welt präsentiert sich hinsichtlich des Kriegs zwischen Israel und dem Iran allerdings – ähnlich wie beim Ukraine-Krieg – tief gespalten. So warnt der frühere Reporter von Fox News, Tucker Carlson, den Republikaner davor, sich im Nahen Osten die Finger zu verbrennen.
MAGA-Anhänger Carlson contra Trump: Eingriff in Nahost-Krieg „beendet seine Präsidentschaft“
Im Podcast „War Room“ vom früheren Trump-Berater Steve Bannon stellte der TV-Moderator zunächst klar: „Ich liebe Trump wirklich sehr. Ich denke, er ist zutiefst menschlich und freundlich.“ Dann teilt er jedoch seine Befürchtungen: „Aber ich habe große Angst, dass mein Land dadurch noch weiter geschwächt wird. Ich glaube, wir werden das Ende des amerikanischen Imperiums erleben.“
Damit nicht genug: „Ich denke auch, dass dadurch Trumps Präsidentschaft effektiv beendet wird.“ Seiner Meinung nach ist das US-Militär „erschreckend unvorbereitet“ für „einen echten Konflikt“, doch das sei den Menschen nicht klar. Zuvor hatte Carlson dem Präsidenten bereits vorgehalten, mit einer Einmischung in den Konflikt, in dessen Mittelpunkt das iranische Atomprogramm steht, sein Motto „America First“ zu missachten.
Laut The Atlantic soll das Staatsoberhaupt auf Nachfrage entgegnet haben: „Nun, wenn man berücksichtigt, dass ich ‚America First‘ entwickelt habe und der Ausspruch nicht genutzt wurde, bis ich es tat, denke ich, dass ich derjenige bin, der darüber entscheidet.“ Und Trump legte nach: „An alle Menschen, die sagen, sie wollen Frieden: Wir werden keinen Frieden haben, wenn der Iran Nuklearwaffen besitzt. Um es allen wunderbaren Menschen klarzumachen, die nichts dagegen haben, wenn der Iran die Nuklearwaffe besitzt: Das ist kein Frieden.“
Trump-Fan Taylor Greene schlägt Alarm: „Kriege im Ausland werden zu unserer Vernichtung führen“
Allerdings ergriff noch eine weitere eingefleischte Trump-Anhängerin Partei für Carlson: Marjorie Taylor Greene. Bei X bat die Abgeordnete zunächst um Gebete für „unsere Soldaten“ sowie für „die unschuldigen Menschen in Israel und im Iran“ und betonte: „Krieg hat immer schlimme Folgen. Wir haben America First gewählt.“
In einem weiteren Post inklusive eines Fotos mit Carlson wurde die für Georgia im Repräsentantenhaus sitzende Republikanerin noch deutlicher: „Tucker Carlson ist einer meiner liebsten Menschen. (…) Er glaubt ohne Reue an dieselben Dinge wie ich. Dass wir kein Land mehr für unsere Kinder und Enkelkinder haben werden, wenn wir nicht für unser Land und unsere Menschen kämpfen. Und Kriege/Interventionen/Regime-Wechsel im Ausland stellen Amerika hintenan, töten unschuldige Menschen, treiben uns in den Ruin und werden letztlich zu unserer Vernichtung führen.“
MAGA-Politiker und der Nahost-Krieg: Graham vertraut Trump und wählt den Weg der Gewalt
Ganz anders äußerte sich Lindsey Graham, der South Carolina im Senat vertritt und trotz ähnlicher politischer Ansichten Trump schon häufiger Contra gegeben hat. In der Fox-Sendung „Hannity“ von Montag (16. Juni) antwortete er Moderator Sean Hannity, es gebe zwei Optionen, um zu verhindern, dass der Iran in den Besitz einer Atomwaffe komme: „Die eine ist Diplomatie, die andere ist Gewalt. Die Überschrift heute Nacht lautet: Wir bewegen uns auf ein Land der Gewalt zu.“
Mit Trump sei der Iran aber an den Falschen geraten. Daher beglückwünscht Graham alle US-Bürger, die den Republikaner ins Weiße Haus gewählt haben: „Gott segne Sie, er ist der richtige Kerl zur richtigen Zeit.“ Zudem verbreitet er die Befürchtung, der Iran würde die Nuklearwaffe auch einsetzen, denn das Ziel des Landes sei es, alles Fremde auszulöschen.
Daher müsse Trump alles tun, um Israel dabei zu unterstützen, diese atomare Bedrohung abzuwenden. Wenn nötig, müssten Bomben geliefert und gemeinsame Operationen geflogen werden. Zudem fragt Graham, der sich anders als andere MAGA-Gesichter auch für umfangreiche Unterstützung für die Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland einsetzt: „Wäre die Welt nicht besser dran, wenn die Ajatollahs verschwänden und durch etwas Besseres ersetzt würden? Wäre es nicht auch für den Iran besser?“
Trump hat Bombe für iranische Atomanlage: Lenkt Iran schon bei der Drohung damit ein?
Diese Fragen wird sich auch Trump stellen. Wobei sich seine Gedanken natürlich immer auch um mögliche Deals mit der Führung in Teheran drehen. Die New York Times schreibt, dass er aktuell noch um eine klare Entscheidung herumkomme, die eines der Lager vor den Kopf stoßen würde.
Einerseits könne er die MAGA-Anhänger um Carlson und Taylor Greene beruhigen, indem er versuche, den Iran zum Frieden zu zwingen. Dazu könnte genügen, mit dem Einsatz der als Massive Ordnance Penetrator (MOP) oder GBU-57 bekannten bunkerbrechenden Bombe zu drohen. Denn sie gilt als einzige Waffe, die die unterirdische Atomanlage Fordo zerstören kann.
Der Führung im Iran könne er derweil versichern, dass, es zwei Wege gebe, um die Urananreicherung einzustellen – mit Hilfe eines Deals oder eben durch den Abwurf der erwähnten Bombe. Wie ernst die USA die Lage einschätzen, unterstrich Trumps vorzeitige Abreise, mit der die G7-Partner vor vollendete Tatsachen gestellt wurden. Eine gemeinsame Erklärung zum Nahost-Krieg durfte Gastgeber Kanada noch veröffentlichen. Bei allen weiteren Entscheidungen bleibt der Gruppe wohl nur die Zuschauerrolle. (mg)
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