Orientierungshilfe in Sicht

Wahl-O-Mat für Bayern: Letzte Hilfe für „Unentschiedene“ vor der Landtagswahl

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Wer seine Übereinstimmung mit Parteien testen möchte, bekommt seit über 20 Jahren Hilfe vom digitalen Wahl-O-Mat – jetzt auch für die Bayern-Wahl.

München – Seit den Bundestagswahlen von 2002 gibt es den Wahl-O-Mat bereits, die digitale Orientierungshilfe für Deutschlands Parteienlandschaft. Am 8. Oktober steht die Bayern-Wahl an. Es ist also noch etwas Zeit, um sich über das Kreuz an der für einen persönlich richtigen Stelle des Stimmzettels Gedanken zu machen. Hilfe bietet dabei das prominente Werkzeug der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). 110 Millionen Mal haben Menschen vor Bundestags- und Landtagswahlen sowie EU-Wahlen, diese Unterstützung bisher genutzt.

Hier kann der Wahlomat zur Bayern-Wahl ab sofort benutzt werden

Knapp einen Monat vor den Landtagswahlen in Bayern 2023 geht der Wahl-O-Mat am 13. September online. Für die Landtagswahlen in Hessen, die auch am 8. Oktober stattfinden, geht die Orientierungshilfe bereits am 7. September an den Start. Laut bpb wird der Wahl-O-Mat jeweils um die Mittagszeit herum online zu finden sein und bleibt bis einschließlich 8. Oktober aktiv.

Der Wahl-O-Mat gibt übrigens keine Wahlempfehlung ab. Seine Aufgabe ist, Usern zu zeigen, wo sie inhaltlich mit Parteien übereinstimmen.

Vorbereitet für die Bayern-Wahl 2023: Wie funktioniert der Wahl-O-Mat?

Jeder hat eigene Ansichten, aber welche Partei passt am ehesten zur politischen Einstellung? Wer den Wahl-O-Mat für die Bayern-Wahl startet, wird anonym zur eigenen Haltung zu diversen Thesen zum Bundesland befragt. Die Bedienung ist dabei sehr intuitiv gehalten. Die persönliche Antwort, die aus „stimme zu“, „stimme nicht zu“ oder „neutral“ bestehen kann, wird jeweils mit den Ansichten der jeweiligen Parteien verglichen. Thesen können auch zunächst übersprungen werden. Ein Beispiel für eine dieser 38 Thesen könnte etwa sein, ob das Bundesland seinen Schülerinnen und Schülern kostenlos digitale Endgeräte zur Verfügung stellen soll.

Wenn alle Thesen beantwortet wurden, erscheinen alle Fragen und die einzelnen Antworten nochmals in einer Übersicht. Wem gewisse Thesen wichtiger sind als andere, kann diesen hier nochmal separat eine höhere Gewichtung geben. Bei der Auswertung zählen diese dann doppelt, was zu einem genaueren Ergebnis führen soll.

Landtagswahlen 2023Bayern
Datum8. Oktober 2023
Letzte Wahl14. Oktober 2018
MinisterpräsidentMarkus Söder (CSU)
Derzeitige RegierungCSU und FW

Wahl-O-Mat hilft bei Entscheidung vor Landtagswahl in Bayern

Da auch alle zugelassenen Parteien ihre Position zu den 38 Thesen mitgeteilt haben, vergleicht der Wahl-O-Mat diese am Ende mit den persönlichen Angaben. Ein Balkendiagramm zeigt, wie hoch die jeweilige Übereinstimmung mit den wählbaren Parteien ist. Parteien können untereinander verglichen werden und wer mehr über sie erfahren möchte, findet Informationen in Kurzprofilen.

Die Thesen im Wahl-O-Mat sollen laut bpb „in mehreren Workshops“, drei Monate vor einer Wahl, in redaktioneller Zusammenarbeit mit „20 bis 25 Jung- und Erstwählenden“ im Alter von 16 und 26 Jahren entstehen. Die Teilnehmenden haben sich für diese Mithilfe online beworben. Beraten werde das Redaktionsteam von Wissenschaftlern.

Der Wahl-O-Mat für die Bayern-Wahl am 8. Oktober wird ab dem 7. September online gehen. Mit dem digitalen Entscheidungsfinder der Bundeszentrale für politische Bildung werden etwa die Positionen der verschiedenen Parteien deutlich. (Symbolfoto)

Das Redaktionsteam hilft damit der großen Zahl von noch unentschlossenen Wahlberechtigten, die passende Stelle für ihr Kreuz zu finden. Doch was sagen Prognosen zur politischen Situation vor der Bayern-Wahl?

Bayerns Ministerpräsidenten seit 1945

Bundeskanzler Konrad Adenauer (mit Zylinder, CDU), Bundesratspräsident Karl Arnold (l, CDU) und Fritz Schäffer (r, CSU) bei der feierlichen Eröffnungssitzung des Deutschen Bundestages am 07.09.1949 in Bonn.
28. Mai 1945 – 28. September 1945: Fritz Schäffer (r, CSU) mit Konrad Adenauer (mit Zylinder, CDU), Bundesratspräsident Karl Arnold (l, CDU) bei der feierlichen Eröffnungssitzung des Deutschen Bundestages am 07.09.1949 in Bonn. © dpa
28. September 1945 – 21. Dezember 1946: Wilhelm Hoegner (SPD), ernannt durch die USA.
28. September 1945 – 21. Dezember 1946 (erste Amtszeit): Wilhelm Hoegner (SPD), ernannt durch die USA. © IMAGO/Rolf Poss
21. Dezember 1946 –
 14. Dezember 1954: Hans Ehard (CSU) mit Ehefrau Sieglinde.
21. Dezember 1946 – 14. Dezember 1954: Hans Ehard (CSU) mit Ehefrau Sieglinde. © IMAGO
14. Dezember 1954 – 16. Oktober 1957 (zweite Amtszeit): Wilhelm Hoenger (SPD) trat nach Verlust der Mehrheit im Landtag zurück.
14. Dezember 1954 – 16. Oktober 1957 (zweite Amtszeit): Wilhelm Hoenger (SPD) trat nach Verlust der Mehrheit im Landtag zurück. © IMAGO
16. Oktober 1957 – 26. Januar 1960: Hanns Seidel (CSU) überreicht General Lauris Norstad den Bayerischen Lowen.
16. Oktober 1957 – 26. Januar 1960: Hanns Seidel (CSU) überreicht General Lauris Norstad den Bayerischen Lowen. © IMAGO
26. Januar 1960 – 11. Dezember 1962 (zweite Amtszeit): Hans Erhard (CSU).
26. Januar 1960 – 11. Dezember 1962 (zweite Amtszeit): Hans Erhard (CSU). © IMAGO
11. Dezember 1962 – 7. November 1978: Ministerpräsident Alfons Goppel und Parteivorsitzender Franz Josef Strauß (beide CSU).
11. Dezember 1962 – 7. November 1978: Ministerpräsident Alfons Goppel, der aus Altersgründen zurücktrat, und Parteivorsitzender Franz Josef Strauß (beide CSU). © IMAGO
7. November 1978 – 3. Oktober 1988: Franz Josef Strauß (CSU) mit Münchens ehemaligem Oberbürgermeister Erich Kiesl.
7. November 1978 – 3. Oktober 1988: Franz Josef Strauß (CSU) mit Münchens ehemaligem Oberbürgermeister Erich Kiesl. © Heinz Gebhardt/IMAGO
3. Oktober 1988 – 19. Oktober 1988: Max Streibl (CSU) führte das Amt erst kommissarisch und trat dann in seiner offiziellen Amtszeit (19. Oktober 1988 – 28. Mai 1993) wegen der „Amigo-Affäre“ zurück.
3. Oktober 1988 – 19. Oktober 1988: Max Streibl (CSU) führte das Amt erst kommissarisch und trat dann in seiner offiziellen Amtszeit (19. Oktober 1988 – 28. Mai 1993) wegen der „Amigo-Affäre“ zurück. © IMAGO
28. Mai 1993 – 9. Oktober 2007: Edmund Stoiber (CSU) trat nach einem innerparteilichen Machtkampf zurück.
28. Mai 1993 – 9. Oktober 2007: Edmund Stoiber (CSU) trat nach einem innerparteilichen Machtkampf zurück. © IMAGO/Astrid Schmidhuber
9. Oktober 2007 – 27. Oktober 2008: Günther Beckstein (CSU) schied aus dem Amt, als die CSU bei der Landtagswahl 2008 einen deutlichen Stimmenverlust hinnehmen musste.
9. Oktober 2007 – 27. Oktober 2008: Günther Beckstein (CSU) schied aus dem Amt, als die CSU bei der Landtagswahl 2008 einen deutlichen Stimmenverlust hinnehmen musste. © IMAGO
27. Oktober 2008 – 13. März 2018: Horst Seehofer (CSU) gab das Amt ab, als die Ernennung zum Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat anstand.
27. Oktober 2008 – 13. März 2018: Horst Seehofer (CSU) gab das Amt ab, als die Ernennung zum Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat anstand. © Sammy Minkoff/IMAGO
13. März 2018 – 16. März 2018: Ilse Aigner (CSU) übernahm das Amt der Ministerpräsidentin kommissarisch.
13. März 2018 – 16. März 2018: Ilse Aigner (CSU) übernahm das Amt der Ministerpräsidentin kommissarisch. © Charles Yunck/IMAGO
Seit 16. März 2018: Markus Söder (CSU) ist Ministerpräsident von Bayern und CSU Vorsitzender.
Seit 16. März 2018: Markus Söder (CSU) ist Ministerpräsident von Bayern und CSU Vorsitzender. © IMAGO

Vor der Bayern-Wahl: CSU weiterhin stärkste Partei, AfD mit größtem Zuwachs, FDP fliegt aus Landtag

Seit 1957 – und ohne Unterbrechung – kommt der bayerische Ministerpräsident aus dem Hause der CSU. Der aktuelle Amtsinhaber, Markus Söder, wird wohl der neue alte Ministerpräsident und die CSU kann wieder regieren – das lassen aktuelle Umfragen zumindest vermuten. Die Frage scheint nur zu sein: mit wem?

Laut einer Umfrage (9. August) von der Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung (GMS) legt die Söder-Partei zwar noch um zwei Prozentpunkte seit der Landtagswahl 2018 zu, würde aber aktuell auf 39 Prozent der Wählerstimmen und hätte damit keine absolute Mehrheit. Seit 2018 regiert die CSU daher zusammen mit den Freien Wähler (FW) in Bayern. Übrigens die einzige Regierung in Deutschland, an der die FW beteiligt sind.

Der aktuelle Skandal zu einem antisemitischen Flugblatt, aus der Jugendvergangenheit des FW-Vorsitzenden und Vize-Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger, beschäftigt die Bayern-Regierung derzeit massiv. Dennoch haben auch die FW einen halben Prozentpunkt dazugewonnen – zumindest laut der GMS-Umfrage.

Mit Blick auf die anderen Parteien würde die FDP aktuell an der 5-Prozent-Hürde scheitern und aus dem Landtag ausziehen müssen. Das sieht auch eine Forsa-Umfrage vom 2. August so. Am meisten Wähler dazugewonnen hätte die rechtsextreme AfD. Sie würde sich von zehn Prozent (2018) der Wählerstimmen auf 14 verbessern und damit mit den Grünen gleichziehen, die sich hingegen um 3,5 Prozentpunkte verschlechtern würden. Die SPD hätte damit die wenigsten Sitze im Maximilianeum, wenn es bei den neun Prozent aus der GMS-Umfrage bleiben sollte. (Emanuel Zylla)

Hinweis:

Merkur.de ist Medienpartner des Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel / dpa

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