- VonEmanuel Zyllaschließen
Wer seine Übereinstimmung mit Parteien testen möchte, bekommt seit über 20 Jahren Hilfe vom digitalen Wahl-O-Mat – jetzt auch für die Bayern-Wahl.
München – Seit den Bundestagswahlen von 2002 gibt es den Wahl-O-Mat bereits, die digitale Orientierungshilfe für Deutschlands Parteienlandschaft. Am 8. Oktober steht die Bayern-Wahl an. Es ist also noch etwas Zeit, um sich über das Kreuz an der für einen persönlich richtigen Stelle des Stimmzettels Gedanken zu machen. Hilfe bietet dabei das prominente Werkzeug der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). 110 Millionen Mal haben Menschen vor Bundestags- und Landtagswahlen sowie EU-Wahlen, diese Unterstützung bisher genutzt.
Hier kann der Wahlomat zur Bayern-Wahl ab sofort benutzt werden
Knapp einen Monat vor den Landtagswahlen in Bayern 2023 geht der Wahl-O-Mat am 13. September online. Für die Landtagswahlen in Hessen, die auch am 8. Oktober stattfinden, geht die Orientierungshilfe bereits am 7. September an den Start. Laut bpb wird der Wahl-O-Mat jeweils um die Mittagszeit herum online zu finden sein und bleibt bis einschließlich 8. Oktober aktiv.
Der Wahl-O-Mat gibt übrigens keine Wahlempfehlung ab. Seine Aufgabe ist, Usern zu zeigen, wo sie inhaltlich mit Parteien übereinstimmen.
Vorbereitet für die Bayern-Wahl 2023: Wie funktioniert der Wahl-O-Mat?
Jeder hat eigene Ansichten, aber welche Partei passt am ehesten zur politischen Einstellung? Wer den Wahl-O-Mat für die Bayern-Wahl startet, wird anonym zur eigenen Haltung zu diversen Thesen zum Bundesland befragt. Die Bedienung ist dabei sehr intuitiv gehalten. Die persönliche Antwort, die aus „stimme zu“, „stimme nicht zu“ oder „neutral“ bestehen kann, wird jeweils mit den Ansichten der jeweiligen Parteien verglichen. Thesen können auch zunächst übersprungen werden. Ein Beispiel für eine dieser 38 Thesen könnte etwa sein, ob das Bundesland seinen Schülerinnen und Schülern kostenlos digitale Endgeräte zur Verfügung stellen soll.
Wenn alle Thesen beantwortet wurden, erscheinen alle Fragen und die einzelnen Antworten nochmals in einer Übersicht. Wem gewisse Thesen wichtiger sind als andere, kann diesen hier nochmal separat eine höhere Gewichtung geben. Bei der Auswertung zählen diese dann doppelt, was zu einem genaueren Ergebnis führen soll.
| Landtagswahlen 2023 | Bayern |
| Datum | 8. Oktober 2023 |
| Letzte Wahl | 14. Oktober 2018 |
| Ministerpräsident | Markus Söder (CSU) |
| Derzeitige Regierung | CSU und FW |
Wahl-O-Mat hilft bei Entscheidung vor Landtagswahl in Bayern
Da auch alle zugelassenen Parteien ihre Position zu den 38 Thesen mitgeteilt haben, vergleicht der Wahl-O-Mat diese am Ende mit den persönlichen Angaben. Ein Balkendiagramm zeigt, wie hoch die jeweilige Übereinstimmung mit den wählbaren Parteien ist. Parteien können untereinander verglichen werden und wer mehr über sie erfahren möchte, findet Informationen in Kurzprofilen.
Die Thesen im Wahl-O-Mat sollen laut bpb „in mehreren Workshops“, drei Monate vor einer Wahl, in redaktioneller Zusammenarbeit mit „20 bis 25 Jung- und Erstwählenden“ im Alter von 16 und 26 Jahren entstehen. Die Teilnehmenden haben sich für diese Mithilfe online beworben. Beraten werde das Redaktionsteam von Wissenschaftlern.
Das Redaktionsteam hilft damit der großen Zahl von noch unentschlossenen Wahlberechtigten, die passende Stelle für ihr Kreuz zu finden. Doch was sagen Prognosen zur politischen Situation vor der Bayern-Wahl?
Bayerns Ministerpräsidenten seit 1945




Vor der Bayern-Wahl: CSU weiterhin stärkste Partei, AfD mit größtem Zuwachs, FDP fliegt aus Landtag
Seit 1957 – und ohne Unterbrechung – kommt der bayerische Ministerpräsident aus dem Hause der CSU. Der aktuelle Amtsinhaber, Markus Söder, wird wohl der neue alte Ministerpräsident und die CSU kann wieder regieren – das lassen aktuelle Umfragen zumindest vermuten. Die Frage scheint nur zu sein: mit wem?
Laut einer Umfrage (9. August) von der Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung (GMS) legt die Söder-Partei zwar noch um zwei Prozentpunkte seit der Landtagswahl 2018 zu, würde aber aktuell auf 39 Prozent der Wählerstimmen und hätte damit keine absolute Mehrheit. Seit 2018 regiert die CSU daher zusammen mit den Freien Wähler (FW) in Bayern. Übrigens die einzige Regierung in Deutschland, an der die FW beteiligt sind.
Der aktuelle Skandal zu einem antisemitischen Flugblatt, aus der Jugendvergangenheit des FW-Vorsitzenden und Vize-Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger, beschäftigt die Bayern-Regierung derzeit massiv. Dennoch haben auch die FW einen halben Prozentpunkt dazugewonnen – zumindest laut der GMS-Umfrage.
Mit Blick auf die anderen Parteien würde die FDP aktuell an der 5-Prozent-Hürde scheitern und aus dem Landtag ausziehen müssen. Das sieht auch eine Forsa-Umfrage vom 2. August so. Am meisten Wähler dazugewonnen hätte die rechtsextreme AfD. Sie würde sich von zehn Prozent (2018) der Wählerstimmen auf 14 verbessern und damit mit den Grünen gleichziehen, die sich hingegen um 3,5 Prozentpunkte verschlechtern würden. Die SPD hätte damit die wenigsten Sitze im Maximilianeum, wenn es bei den neun Prozent aus der GMS-Umfrage bleiben sollte. (Emanuel Zylla)
Hinweis:
Merkur.de ist Medienpartner des Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit.
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